Frage von Friedelgunde, 48

Vegane Ernährung in den Wechseljahren - wegen Osteoporose gefährlich?

Ich ernähre mich derzeit vegan (wie wahrscheinlich viele in dem Forum hier schon mitbekommen habe :-) - auch, weil ich ein paar Kilo abspecken möchte.

Mir geht's damit ziemlich gut, allerdings meinte mein Mann, ich solle aufpassen wegen Osteoporose (ich bin gerade in den Wechseljahren). Er sagt, ich könne nur durch Milchprodukte Kalzium zu mir nehmen und solle doch wenigstens einmal am Tag ein Glas Milch trinken ...

Hat er recht? Oder bekomme ich auch durch Gemüse genug Kalzium?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lyarah, 48

Gerade in bzw. nach den Wechseljahren solltest du bei veganer Ernährung schon speziell auf Kalzium-Lieferanten achten, damit hat dein Mann recht. Aber unrecht hat er, wenn er behauptet, dafür wäre nur Milch geeignet.

Tofu enthält z.B. viel Kalzium, genau wie z.B. Grünkohl und Broccoli. Eigentlich sollte das reichen, wenn du davon regelmäßig isst. Um ganz sicher zu gehen (oder wenn du nicht dauernd Tofu, Grünkohl und Broccoli essen magst^^), kannst du aber auch einfach ein Nahrungsergänzungspräparat mit Kalzium nehmen - dann passt es auf alle Fälle.

Antwort
von Citysprinter, 39

Kalzium wäre schon wichtig, wenn man Osteoporose vorbeugen will. Kalzium gibt es aber in verschiedenen Lebensmitteln, nicht nur in Milchprodukten. Bei einem größeren Bedarf kann man auch auf Kalzium aus der Apotheke zurückgreifen. Vegane Ernährung muss nicht automatisch Mangelernährung sein.

Antwort
von bethmannchen, 30

Um was geht es dir mit dieser Frage? Du möchtest Osteoporose vermeiden, stärkere Knochen haben.

Um Calcium zu verwerten, und dort hin zu transportieren, wo es gebraucht wird, ist in einem bestimmten Verhältnis auch Magnesium nötig. Dieses Verhältnis wissen nur die Zellen deines Körpers. Stimmt das Verhältnis nicht, wird das Calcium irgendwo abgelagert; in den Herzkranzgefäßen weil die so schön eng sind, in Nieren und Blase als Steine, weil es sich da so schön ablagern kann...

Im Körper ist das Calcium, das nicht in den Knochen eingelagert ist, in Form von Ionen in allen Körperflüssigkeiten verteilt. Jedes Mal, wenn sich z.B. eine Muskelfaser zusammenziehen soll, bekommt sie das über ein Calcium-Ion gemeldet. Sind nicht genug Ionen da, werden sie aus den Knochen herausgelöst. Sind zu viele da, packt sie der Körper wieder in die Knochen zurück.

Das klingt ganz einfach, daran sind aber einige Organe und Hormone beteiligt und noch verschiedene andere Stoffe nötig. Die Aminosäuren Trijodthyronin (T3) und Tetrajodtyronin (T4) mit dem Kalzitonin regeln dieses Ein- und Auslagern des Calciums. Gesteuert wird deren Produktion von der Hirnanhangsdrüse. Für die Bildung und Einlagerung von T3 und T4 sind Jod-Ionen erforderlich (von denen hoffentlich genug in der Schilddrüse vorhanden sind), dazu etliche Aminosäure-Sequenzen, womit dann auch die Leber noch ins Spiel kommt, die für ihre Arbeit hauptsächlich B-Vitamine braucht. Um das ganze bewerkstelligen zu können braucht es mit etlichen weiteren Stoffen auch Vitamin D3 als Werkzeug...

Das ist alles sehr kompliziert, schwer zu beschreiben, aber unser Körper macht das schon seit ein paar Millionen Jahren. Es ist aber nicht einfach mit dem Einnehmen von Calcium oder Vitamin D3 oder Milch trinken getan. Calcium allein macht auch noch keine gesunden und stabilen Knochen. Zwischen dem Calcium muss auch noch Kollagen sein, damit der Aufbau auch elastisch ist. Andernfalls wären Knochen so etwas wie Kalk oder Gips. Kollagen wird aus Aminosäuren der Proteine gebaut und mit Vitamin C dann zu elastischen Strängen gedreht. Auch wieder kompliziert...

Und vergiss das Märchen von den Milchprodukten, denn ein Apfel enthält doppelt so viel Calcium, wie ein Glas Milch, und vor allem das richtigere Calcium in Form von freien Ionen.

In der Milch liegt das Calcium als Calciumlactat vor. Um das zu verwerten, muss der Körper erst einmal mit dem Milchzucker (Lactat) fertig werden. Deshalb kann er das Calcium in der Milch nur zu höchstens 30 % verwerten. Bei H-Milch ist dieses Calciumlactat sogar noch mit dem geronnenen Eiweiß verbunden und aus Käse können wir es noch schlechter herausholen.

Im Apfel, oder ähnlich saurem Obst, liegt das Calcium schon fast ganz in Form von freien Ionen vor. Die kann der Körper schon im Dünndarm direkt aufnehmen. Hinzu kommt, dass Obst auch Magnesium liefert. In der Steinzeit hatten wir ja auch schon Knochen, hielten aber kein Milchvieh. Das machen wir erst seit etwa 10.000 Jahren? Würden wir Milch für unsere Knochen brauchen, dann hätten wir bis dahin immer auf der Suche nach einem Ur-Rind sein müssen, das auch noch gerade ein Kalb säugt. Das Jungtier hätten wir dann unter dem Muttertier herausziehen, und uns selbst unters Euter knien müssen. Das alles mit unseren kleinen Händchen und Zähnchen? Ob sich das so ein Ur-Rind wohl gefallen lassen hätte?

Vielleicht sind diese Tipps dazu auch interessant:

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/bio-feedback---dem-appetit-nachgeben---esse...

...gesundheitsfrage.net/tipp/proteine---nicht-alle-sind-gleich---sie-unterscheiden-sich---alle-sind-noetig

Kommentar von Friedelgunde ,

Ich wollte nur wissen, ob ich auch anders meinen Kalziumbedarf decken kann als durch Milch - und das weiß ich ja jetzt, danke :-).

Antwort
von Hooks, 24

So ein Quatsch, ich esse schon seit Jahrzehnten keine Milchprodukte, und mir geht es bestens! Bei unserm Milchprodukteverzehr müßte Osteoporose längst ausgestorben sein!

Du mußt vorallem auf Vitamin D achten, das bekommst Du durch Brennessel(z.B. -spinat) oder Lebertran; das ist viel wichtiger! Nüsse und Samen enthalten auch sehr viel Gutes, iß das mal. Die meisten enthalten auch Östrogen, das ist ebenfalls hilfreich.

Lies mal Beiträge wie diesen hier http://www.angerstone.de/html/die_milchluge.html oder mtk-physio.de/Info-Box/OsteoporosedurchMilch/osteoporosedurchmilch.html

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community