Frage von Lala20, 191

Unterleibsschmerzen und Ultraschall (IGEL)

Hallo ich habe folgendes Problem: ich bin leider ein Mensch der generell nicht so gern zum Arzt geht und mir ist es auch oft unangenehm mit dem Arzt über Beschwerden zu sprechen.

Ich habe nun seit einiger Zeit ab und zu leichte Unterleibsschmerzen, nichts sehr schlimmes, aber macht mir doch Sorgen. Ich nehme die Pille und bin deshalb natürlich auch regelmäßig zur Kontrolle beim Frauenarzt.

Ich hatte mir nun eigentlich vorgenommen, die Beschwerden anzusprechen...aber mich dann allerdings doch nicht getraut:-( Ich weiß das ist dumm...aber ich bin leider so.

Ich hab mich allerdings dazu entschieden eine IGEL Leistung in Anspruch zu nehmen und zwar den Ultraschall vom Unterleib, weil ich mir dachte, dass auf diese Weise ja schlimmere Erkrankungen erkannt werden müssten.

Die Untersuchung hat nichtmal eine Minute gedauert. Die Ärztin hat ganz kurz geschaut und meinte es sei alles unauffällig und das wars...

Ist es normal, dass diese Untersuchung so kurz ist? Hab schon öfter gehört bzw Bewertungen im Internet gelesen, dass meine Ärztin nicht so gründlich sein soll:-/ Hatte ehrlich gesagt von einer Privatleistung mehr erwartet:(

Und muss ich mir jetzt weiter Sorgen machen oder kann das mal vorkommen, dass man leichte Unterleibsschmerzen hat? Wenn es was schlimmes wäre hätte es doch gesehen werden müssen oder?

Antwort
von evistie, 191

Es wäre gut, wenn Du künftig offen mit dem Arzt über Deine Beschwerden sprichst. Dafür ist er da und hätte Dir vielleicht längst helfen können.

Ein Ultraschall "nur so" würde höchstens ergeben, dass Du ein (größeres) Myom oder eine (größere) Zyste hast. Was halt ins Auge springt, wenn man nach nichts Bestimmtem sucht. Hättest Du zuvor über Deine Beschwerden berichtet, hätte die Ärztin sicherlich auch nach kleineren Auffälligkeiten gesucht.

Zu Deiner Frage, ob das korrekt ist, dass diese Untersuchung "nur so kurz" war, wiederhole ich mich: was soll sie denn lange suchen, wenn Du "keine" Beschwerden hast bzw. äußerst?! Aber Du scheinst ohnehin kein oder wenig Vertrauen zu ihr zu haben, darum suchst Du Dir besser eine/n andere/n Arzt/Ärztin, mit der Du offen über Deine Beschwerden sprechen kannst. Ärzte sind keine Hellseher!

Ich habe nun seit einiger Zeit ab und zu leichte Unterleibsschmerzen, nichts sehr schlimmes, aber macht mir doch Sorgen.

Vermutlich ist es harmlos, aber trotzdem sollte es abgeklärt werden! Schon, damit Du Dir keine Gedanken mehr drum machen musst. "Aber ich bin halt so...!" ??? Wenn Du eine Eigenschaft an Dir erkennst, die Dir schadet, dann solltest Du sie ablegen. Der Mensch kann sich ändern, wenn er nur ernsthaft will...

Antwort
von whoami, 147

Aufgrund von Beschwerden im Oberbauch hat mein Hausarzt ebenfalls Ultraschall gemacht. Diese Untersuchtung dauerte ca 15 min. Er ist also doch recht gründlich vorgegangen, da er nicht nur gekuckt, sondern richtig gesucht hat! Du solltest deinem Arzt beim nächsten Mal vielleicht etwas von deinen Beschwerden verraten - Hellseher ist er sicher nicht.

Kommentar von StephanZehnt ,

Evtl. mitunter interessant http://www.igel-monitor.de/

Antwort
von Nic129, 147

Wie Sie sehen unterscheidet sich die Privatleistung nicht von einer Kassenleistung. Dementsprechend macht es auch keinen Unterschied, ob Sie nun Privat- oder Kassenpatient sind. Es heißt nicht, dass Untersuchungen länger andauern und/oder gründlicher sind.

Leichte Schmerzen müssen nicht immer auf etwas hindeuten, sondern treten durchaus auch mal sporadisch auf. Sicherlich aber nicht über mehrere Tage und Wochen hinweg. Es ist auch immer eine Frage der Definition. Wie sind die Schmerzen? Wann treten sie auf? Wie können sie verstärkt und wie können sie verbessert werden? Wo treten die Schmerzen auf? Das alles sind Fragen, mit denen man sich als Arzt und Patient auseinandersetzen muss. Das kann in schwierigen Fällen oft richtungsweisend sein.

Ein Ultraschall gibt keine Sicherheit, aber der Befund kann bei Auffälligkeiten ein Anhalt sein, wie und wo man genauer schauen muss. Jede Untersuchung hat irgendwo auch seine (technische) Grenze.

Wie lange eine Untersuchung dauert, ist sehr variabel. Manche benötigen für ein Ultraschall des Bauches ein paar Minuten, andere brauchen länger. Das ist aber u.a. auch Erfahrungssache. Ich persönlich nehme mir lieber Zeit, schaue mir die Stellen genauer an, andere verlassen sich auf den ersten oder zweiten Blick. So können aber nun einmal auch Kleinigkeiten durchrutschen - sicherlich aber nichts gravierendes.

Wenn Sie das Gefühl haben, es wurde nicht ordentlich geschaut, sprechen Sie es an. Ansonsten stellen Sie sich bei einem anderen Arzt vor. Es nützt keinem etwas, wenn Sie nicht zufrieden sind.

Noch ein kleiner Ratschlag:

Lassen Sie Privatleistungen sein. In den meisten Fällen profitieren Sie nicht davon. Man sieht dort auch nicht mehr, als bei einer gewöhnlichen Kassenleistung. Diese "Unterbauch-Sonographie" als IGEL-Leistung ist unnötig.

Kommentar von whoami ,

Und wie sie sich unterscheiden!!! Ich habe eine meiner Ultraschalluntersuchungen selber bezahlt (wollte ich so). Es wurde haargenau die gleiche Untersuchung durchgeführt, sprich die gleichen Symptome und der gleiche Untersuchungsbereich. Die Ultraschalluntersuchung dauerte doppelt so lange, war mMn sehr viel gründlicher. Auch war der Arzt plötzlich gefühlte 1000x freundlicher. Auch musste ich nicht wie gewohnt 1 Woche auf einen Ultraschalltermin warten, sondern ich konnte sofort (!) untersucht werden!!! Wie ist denn das möglich, wo es doch 1 min. davor hieß, dass keine termine frei seien!?

Kommentar von Nic129 ,

Nur weil es Einzelfälle gibt, muss es auch so sein? 

Also mich interessiert es nicht, was der Patient für einen Status hat. Da mache ich bei Terminen, Untersuchungen und Therapie keinen Unterschied. Viele der Kollegen handhaben das genauso. Ich kenne im Umkreis von 30 km hier keinen Kollegen, der in Ihre Beschreibung passt. 

Noch nicht einmal die örtlichen Krankenhäuser. Hier geht es sogar weiter: Stellt sich der Privatpatient in der Notaufnahme vor, bekommt er keinen Chefarzt. Den kann er haben, wenn er stationär aufgenommen wurde oder einen Termin in der Privatsprechstunde hat. Da muss er sich mit dem zufrieden geben, was da ist.

Und wenn es einem nicht passt... dann hat der Maurer glücklicherweise ja auch noch ein Loch gelassen.

Was Termine betrifft. Da kann ich nur für mich sprechen. Bei mir warten alle. Egal ob Kasse oder Privat. Und das zieht sich immer zwischen 2-4 Wochen. Wenn einer der Patienten nicht so lange warten möchte, gilt auch hier das gleiche: die Wand hat ein großes Loch.

Man mag es mir verzeihen, dass ich es so direkt ausdrücke.

Kommentar von whoami ,

Hut ab, sehr lobenswert ihre Einstellung! Mein Arzt ist da leider anders gestrickt. Ich habe schon 3-4 Mal eine Untersuchung bar bezahlt, nur weil mir wichtig war sofort einen Termin zu bekommen und nicht 7-14 Tagen auf einen Termin zu warten. Das gab die Arzthelferin am Telefon sogar offen zu, dass dem so ist. Ich bleibe meinem Arzt dennoch treu, weil er eben ein guter Arzt ist. Allerdings lässt er sich wirklich jeden Stempel und jedes kleinste Attest bar bezahlen. Muss wohl an seiner (teuren) Scheidung von vor 3 Jahren liegen...

Kommentar von Nic129 ,

Sicherlich, auch ich arbeite für Geld. Aber man darf sich nicht soweit treiben lassen, Privatpatienten über alles zu stellen. Klar, ich gebe auch offen zu, nur ein Privatpatient hält eine Praxis am Leben. Keine Frage. 

Aber es ist trotzdem falsch, die Qualität vom Status abhängig zu machen. Letztendlich ist das Ziel immer gleich: dem Patienten zur Gesundung verhelfen. Es wäre ja traurig, sogar erbärmlich, wenn man des Geldes wegen eine bessere Medizin erhalten würde. 

Aber seien wir mal ehrlich. Es gibt nur eine Medizin - es gibt kein gut oder schlecht. Die Medikamente sind nicht unterschiedlich. Die Untersuchungen sind nicht unterschiedlich. Auch die Berichte sind nicht höherwertiger. Leider aber gibt es Einschränkungen, die eben jene gesetzlich versicherte treffen. Das Zauberwort: Budget. Aber diese Problematik sollte man als Patient nicht spüren. Das ist eine eigentlich eine interne Angelegenheit.

Was Zuzahlungen betrifft:

Lassen Sie sich nicht übers Ohr ziehen! Es gibt nicht selten Niedergelassene, die sich angeblich medizinisch nicht notwendige Leistungen privat zahlen lassen, aber zusätzlich über die Kasse abrechnen! 

Als Beispiel: Jede Krankenkasse übernimmt Abszessspaltung oder Warzenentfernungen. Wenn Ihnen mal ein Chirurg über den Weg laufen sollte, der hierfür privat abrechnen möchte, da es angeblich nicht übernommen werden würde, dann sollten Sie wachsam sein! 

Warum ich das sage? Mir ist doch ein schwarzes Schaf aus der Umgebung eingefallen. Bei einem Kollegen einen Ort weiter kam es zum Super-GAU. Abrechnungsbetrug. Kassenleistungen als "medizinisch nicht notwendig" deklariert und als Privatleistung abgerechnet, zusätzlich aber auch über die Kasse.

Für Kopien zwischen 1 - 2 Euro / Seite verlangt, gesetzlich geregelt ist der Maximalbetrag von 0,50 € / Seite...

Man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Aber leider ist die Anzahl der schwarzen Schafe tendenziell höher, als von offiziellen Stellen angenommen. Wer mag das aber schon als Betroffener zugeben?!


Noch etwas:

Zahlen Sie bei Privatleistungen nicht BAR! Wenn doch, dann lassen Sie sich eine offizielle und ordentliche Rechnung ausstellen. Privatleistungen werden oft über die PVS abgerechnet, manchmal auch die Praxis selbst. Aber eine ordentliche Rechnung (mit allen Angaben) sollte schon sein!


Alles Gute.

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