Frage von Yeezy, 115

Unsicherheit beim Autofahren / Schwindel allgemein

Servus Leute,

ich fange erstmal von vorne an, damit ihr euch gut mitkommt. Ich wollte in das 50km entfernte Frankfurt mit meiner Freundin fahren, um dort zu shoppen. Ich habe seit 1 Jahr meinen Führerschein gehabt und auch genug Fahrpraxis und keine Anzeichen von Unsicherheit beim Fahren. Bezeichne mich selbst auch als sehr guten und sicheren Fahrer. Jedenfalls war ich zu der Zeit psychisch belastet und würde es aus heutiger Sicht als depressive Verstimmung bezeichnen. Ich fuhr dann durch die Autobahn in der mittleren Spur, wo ich durch 2 LKW's von links und rechts regelrecht eingeengt wurde, wobei ich Angst hatte und habe, glaube ich, auch Platzangst. Irgendwann merkte ich, dass mir schwindelig wurde und gerieht dann in Unsicherheit, weil ich so eine Reaktion meines Körpers noch nie kannte und es mir auch nicht erklären konnte. Habe dann an einer Raststätte angehalten und habe mit meiner Freundin mögliche Gründe dafür gesucht und haben es dann darauf geschoben, dass ich zu viele Energy Drinks getrunken hatte und deshalb Probleme mit dem Kreislauf hatte. Nach einer halben Stunde bin ich wieder losgefahren und das Gleiche passierte in kurzer Zeit nochmal, sodass dieser Tag für mich auch erledigt war und wir nach Hause fuhren. Seit diesem Tag ist bei mir eine Unsicherheit da, wenn ich auf der Autobahn fahre. Ich sitze da wie ein gelähmtes Tier, das gerade in Todesangst ist. Ich meine, wenn mir schwindelig wird und ich aus der Bahn gerate, dann werde ich mit Sicherheit sterben, womit die Angst immer wieder aufkommt und sich nicht abbaut. Ich habe es mit Konfrontation versucht und habe mich davor auch nie gedrückt, jedoch ist es echt nervig, wenn man beim Fahren seinen Puls spüren kann, wobei ich generell sehr gerne Auto fahre. Innerorts habe ich damit auch kaum Probleme, aber auf der Autobahn ist''s halt am Schlimmsten.

Das war in den Sommerferien letzten Jahres, als ich dann auch auf meine neue Schule kam (die Belastung von damals war meiner Meinung nach der Schulwechsel, der das begünstige). Dort entwickelte sich eine neue Angst, als ich vor der Klasse mein Hausaufsatz vorlesen musste und mir irgendwann schwindelig wurde beim Vorlesen. ICH bin immer derjenige gewesen, der freiwillig Referate gehalten hatte und es GELIEBT hat, vor der Klasse oder generell im Mittelpunkt zu stehen und dann gerate ich in so eine Situation, wo meine Lebensqualität direkt auf ein Minimum reduziert wurde. Auch vor dem Vorlesen vor der Klasse drückte ich mich, da ich bei längeren Texten in Nervosität geraten bin und sich tausende Gedanken in meinem Kopf kreisten. Habe mich dann auch mehrmals vor Referaten gedrückt.

Irgendwie habe ich jetzt 2 Ängste in einem Text beschrieben, aber ich hoffe trotzdem, dass sich vielleicht jemand meldet, der dasselbe Problem hat. Oder jemand, der mir erklärt, was mit meinem Körper passiert und wieso.

Ich bedanke mich im voraus!!!

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Antwort
von gerdavh, 103

Hallo, die Angst auf der Autobahn kann ich nachvollziehen. Rechts LKW, links LKW - keine freie Sicht nach der Seite mehr und keine Möglichkeit, sich dieser Situation zu entziehen. Aber normalerweise beruhigt man sich wieder, wenn man dieser Zustand vorüber ist. Du hast jetzt generell Angst vor einer Autobahn. Vielleicht wäre es in Deinem Fall kein Fehler - da Du ja jetzt auch noch nicht berechtigte Ängste in der Schule hast - wenn Du mal für kurze Zeit zu einem Psychotherapeuten gehst. Noch klingt das eher so, dass man diese aufkommenden Ängst gut in den Griff bekommen könnte. Überleg mal in Ruhe, ob das für Dich in Frage käme. Ich war in meinem Leben auch schon in einer Situation, wo ich relativ große Ängste hatte, mich hilflos fühlte. Damals war der Weg zu einem Psychotherapeuten genau das Richtige für mich - 12 Sitzungen (soweit ich mich erinnere) und ich konnte wieder allein mit meinen Problemen fertig werden. Alles Gute. lg Gerda

Kommentar von Yeezy ,

Servus gerdavh,

ich weiß nicht ob das generell der Fall ist, jedoch glaube ich trotz allem, meine Probleme selbst im Griff haben zu müssen. Habe auch viel Unterstützung von außen, familiär und Freunde. Der Gedanke daran, zu einem Psychotherapeuten gehen zu müssen, ist für mich irgendwie unvorstellbar. Bin ehrlich gesagt zu stolz dazu, mir von jemandem helfen zu lassen, der die ganze Geschichte für Geld macht.

Aber danke dir, war trotzdem hilfreich!

Kommentar von gerdavh ,

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht würde es Dir hinsichtlich Autobahnfahren auch helfen, wenn jemand, der viel Erfahrung und Ruhe mitbringt, Dich auf dem Beifahrersitz anfangs begleitet. Zum Beispiel die eigenen Eltern?

Kommentar von evistie ,

Bin ehrlich gesagt zu stolz dazu, mir von jemandem helfen zu lassen, der die ganze Geschichte für Geld macht.

Diese merkwürdige Einstellung solltest Du noch mal überdenken. Also, ich zum Beispiel bin nicht zu stolz, mein Auto zur Reparatur in die Werkstatt zu geben. Weil ich weiß, da sind Leute, die was davon verstehen. Und dass jemand für "Arbeit" entlohnt wird, ist ja auch nix Unanständiges, oder? Wir müssen doch alle von irgend was leben.

Du meinst, der Mensch sei kein Auto? Richtig. Aber auch beim Menschen muss manchmal was "repariert" werden, was nur der Fachmann (Arzt, Psychotherapeut, ...) kann. Also, bewahr Dir Deinen Stolz für andere "Glaubensgrundsätze" auf...!

Kommentar von Yeezy ,

Servus gerda,

naja also meine Mutter gehört da sicherlich nicht dazu, da sie meint ich würde immer zu schnell fahren und das regt mich eher auf, als dass ich mich beruhige. Wenn 1 Kumpel dabei ist, find ichs noch in Ordnung. Bei Mehreren werde ich wieder unsicher komischerweise. Es besteht halt einfach die berechtigte Gefahr, dass ich für ihren Tod verantwortlich sein könnte. Und das wiederum nur auf Autobahnen oder auf manchen Landstraßen, sonst aber eher nicht.

evistie naja ich glaub du hast Recht..

Antwort
von StephanZehnt, 77

Hallo Yeezy,

ich schätze auf der Autobahn muss man zwingend einschätzen was man kann. Mir geht es nicht viel anders wenn ich in einem Baustellenbereich bin ein LKW neben mir so ein wenig Schlangenlinie fährt und hinter mir der nächste PKW Lichthupe gibt weil ich ihm mit knapp 70 kmh in der Baustelle zu langsam bin! Bei vorgeschriebenen 60 kmh. Da schlägt das Herz schon einmal etwas schneller aber sonst reagiert man dann wie ein Uhrwerk irgendwie durch und bei der nächsten Möglichkeit wieder auf die rechte Spur.

In solchen Situationen ist Angst normal die schützt einem vor Überreaktionen und "Leichtsinn".

Ja und wenn man vor einer Klasse odgl. etwas vorlesen muss ist gute Vorbereitung wichtig. Nun und dann stellt man sich vor die sitzen alle nackt vor Dir ... Wenn man dann die ersten fünf Minuten hinter sich hat funktioniert der Rest auch so gut.

VG Stephan

Kommentar von Yeezy ,

Servus,

das Problem ist nunmal, dass mein Körper so etwas nicht kannte. Ich hatte NIE Probleme, vor der Klasse zu stehen oder Ähnliches, da ich selbstbewusst bin und weiß, wie ich auftreten muss. Jedoch begann diese Angst urplötzlich. Da bringt es einem Nichts, dass man sich die Klasse nackt vorstellt. Besser gesagt, würde man vor Angst nicht einmal mehr daran denken können, weil man andere Gedanken im Kopf hat. Hat alles auch wenig mit gesundem Menschenverstand zu tun, finde ich ..

Danke dir!:)

Antwort
von walesca, 61

Hallo Yeezy!

Die Antwort von @StephanZehnt kann ich nur unterstützen!! Der Tipp für das Referate halten könnte glatt von meiner Mutter stammen! Die sagte das auch immer, wenn man vor irgendjemandem Angst hatte. Funktionier i.d.R. wirklich!!! Gegen die Angst auf der Autobahn hilft es evtl., noch einmal mit einem Fahrlehrer Autobahnfahrten zu üben. Ich glaube, Deine Angst vor den LKWs ist eher mit nicht allzu großer Fahrpraxis zu begründen. Nach gerade mal einem Jahr Führerschein ist das kein Wunder und Du brauchst Dich dessen nicht zu schämen!!! Aber - ehrlich gesagt - gehe ich diesen Ungetümen auch so weit wie möglich aus dem Wege. Aber das gelingt ja nun nicht immer. Da hilft es nur: Ruhe bewahren, ein paar mal tief durchatmen und stur die Spur halten!!! Kopf hoch, und nicht ständig darüber nachdenken!!!

Alles Gute wünscht walesa

Kommentar von Yeezy ,

Servus,

ich weiß ja, dass diese Antwort mir nur helfen soll. Deshalb bedanke ich mich hiermit!:) Jedoch hatte ich erwähnt, dass das nichts mit meiner Fahrpraxis zu tun hat, ehrlich! Ich war schon bei den Autobahnfahrten in der Fahrschule sicher und mir wurde gesagt, dass ich überdurchschnittlich guter Fahrer bin und keine Probleme damit haben werde. Ich fahre auch gerne und SICHER, nur kam dann dieses Ereignis, wo eine Angst auf der Autobahn entstand. Ich mein, es war ja nicht mal ein Unfall oder so. Jedoch erinner ich mich oft daran zurück, da ich in dieser Situation Angst davor hatte, für den Tod meiner Freundin verantwortlich sein zu müssen.. da kreisen einem die schlimmsten Gedanken durch den Kopf. Weiß auch nicht, ob das mit einem posttraumatischem Erlebnis zu vergleichen ist.

Jedenfalls muss ich in meinem Leben auch nicht sehr weit fahren und meistere es bis heute so, dass es noch nie jemand bemerkt hatte, dass ich unsicherer bin. Trotzdem würde ich eben gerne den Auslöser wissen..

Kommentar von walesca ,

Woher solche plötzlichen Ängste kommen, kann ich Dir als Laie leider auch nicht sagen. Die Reaktionen unseres Körpers sind schon mal recht merkwürdig und nicht immer logisch! Aber wenn Du einen vertrauensvollen Hausarzt hast, sprich das Problem doch bei ihm einfach mal an und bitte ihn im eine Erklärung. Vielleicht kann er Dir auch mal ein psychologisches Gespräch vermitteln, ohne dass Du gleich dort eine Therapie machen musst. So ein offenes Gespräch hilft auch schon mal sehr gut weiter. Am besten wird sein, das Ganze "abhaken" und nicht weiter darüber zu grübeln!! Für die nächste Autobahnfahrt helfen ggf. auch ein paar "Bachblüten-Rescue-Tropfen". Die beruhigen die Nerven ungemein, man behält aber eine klaren Kopf dabei. Es gibt sie inzwischen auch als Lutschbonbons. Vielleicht hilft Dir das erst einmal über die nächsten Fahrten hinweg, und Du merkst, dass alles gar nicht so schlimm ist wie Du es erwartest. Dann legt sich Deine Angst vielleicht schon von ganz allein wieder!! Viel Glück und weiterhin gute Fahrt!! LG

Kommentar von Yeezy ,

Servus walesca,

von diesen Tropfen habe ich schon gehört, da ich mich in diese Richtung informiert hatte. Wirken diese Tropfen dann nur für diesen Moment der Anspannung oder sind sie auch positiv auswirkend für das allgemeine Wohlbefinden?

Kommentar von walesca ,

Die Rescue-Tropfen sind nur für den "Notfall" gedacht, also nicht für den Dauergebrauch!! Hier gebe ich Dir mal einen informativen Tipp dazu. Ich könnte mir vorstellen, dass sie gut helfen, wenn du vor der nächsten Autobahnfahrt schon Bedenken hast, dass Du wieder diese Angst bekommst. http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/haben-sie-angst-vor-untersuchungen-operatio... LG

Antwort
von dertomtom, 50

mhh.. wär jetzt mal interessant zu wissen, wie du auf der mittleren Spur zwischen die LKW gekommen bist ?

Kommentar von Ente63 ,

Warum? Sie auf der mittleren Spur, ein LKW links und einer rechts von ihr, es gibt auch dreispurige Autobahnen ;-))

Kommentar von Yeezy ,

danke Ente63 :'D Korrekt

Kommentar von dertomtom ,

Ja - und wie schnell fahren LKW ?

Ich hab jetzt inca 25 Jahren auf geschätzt 1/2 Mio Kilometer mit Auto und Motorrad ganz selten einen LKW rechts und links gehabt...

Kommentar von Yeezy ,

Darum geht's doch nichtmal tom?

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