Frage von weissichnicht, 92

Unerklärliche Ganzkörperschmerzen...wer kennt das?Was hilft?

Hallo Habe mich extra hier angemeldet, weil ich gerne Eure Meinungen hören möchte. Ich bin 42 und habe seit nun 7 Jahren massive Zahn und Knochenprobleme. Inzwischen hab ich tgl.Schmerzen die Gelenke wechseln sich ab. Blutwerte alle o.k....auch Borrelien negativ. Meine Knochendichtemessung ist grenzwertig ...Arthrose in Hüfte,Knien, Fingergelenken nachgewiesen. Keine Entzündungszeichen und trotzdem hauptsächlich in der Hüfte z.zt. treten die Schmerzen Intervallartig auf und verschlechtern sich bei z.b. Rotlichtbehandlung. Da sich unter Cortison mein Allgemeinbefinden rapide verbesserte...obwohl die Gelenkschmerzen blieben.....stellte mein Arzt die Frage nach einer Autoimmunerkrankung in den Raum? Weiß jemand, ob das wahrscheinlich ist und wenn ja, was könnte es sein? Rheuma wurde ausgeschlossen.....man redet jetzt von Fibromyalgie. Lt.Ärztin soll ich mir ein Buch kaufen und fertig. :-( Ich bin inzwischen hoffnungslos am verzweifeln.....fühle mich von den Ärzten nicht ernst genommen und z.teil auch verarscht. Kann mir jemand Tipps geben, was ich tun kann um ein halbwegs schmerzfreies dasein zu fristen? Kennt jemand einen guten Arzt in Berlin/Brandenburg der sich mit sowas auskennt? Hat jemand sonst irgendeinen Ratschlag der mir helfen könnte? Dann flehe ich Euch an.....schreibt mir bitte! Vielen,vielen Dank im voraus an alle, die sich die Mühe machen! Liebe Grüße Anja

Antwort
von Winherby, 84

Hallo Anja,

noch während der Lektüre Deines Fragetextes fielen mir spontan zwei Möglichkeiten ein.

Die erste hakt bei der Autoimmun-Erkrankung ein, und zwar dachte ich automatisch an Lupus Erythematodes, kurz SLE genannt. Sprach Dein Arzt davon, oder nur über Fibromyalgie? Lies Dir mal diese Seite durch, es gibt natürlich noch mehr über dieses Thema:

http://www.lupus-selbsthilfe.de/krankheitsbild.htm

Die genannten Symptome treten bei der betroffenen Person natürlich nie alle auf, jeder hat so seine persönliche Kombination, je nach vorgegebener genetisch bedingter Schwachstellen.

Und da komme ich schon zur zweiten Möglichkeit. Jeder hat seine Schwachpunkte am Körper. Der eine an Nerven und Haut, der andere am Bewegungsapparat, der dritte eher an Drüsen und Organen, je nachdem welches Keimblatt genetisch getroffen wurde. Das geht im Prinzip jedem so, jeder hat sein "Zipperlein", je nach genetischem Programm. Bei Dir wohl eher das mittlere, also der Bewegungsapparat.  Aber dennoch hat nicht jeder Mensch solche intensiven Schmerzen. Wie kommt´s? 

Laut WHO besteht der Mensch aus Körper, Geist und Seele. Ist einer dieser drei Bestandteile erkrankt, dann belastet er die anderen beiden zwangsläufig früher oder später. Ich habe in meiner beruflichen Schaffenszeit sehr, sehr viele Patienten gehabt, die urplötzlich sehr heftige Schmerzen hatten, obwohl die tatsächliche Ursache dieser Schmerzen schon alt war, so z.B. ein alter Bandscheibenvorfall, der aber bisher nie Schmerz bereitete. Wie sich in den meisten Fällen herausstellte, hatten die Betroffenen kurz zuvor ein seelisches Trauma erlitten, z.B. die Frau plötzlich gestorben, der Mann unheilbar an Krebs erkrankt, ein Kind der Drogensucht verfallen, die langjährige Freundin ging fremd, das Haus bei einem Hochwasser eingestürzt, usw. Solche heftige Schicksalsschläge gehen den Menschen, je nach Veranlagung, mehr oder minder "unter die Haut". Kann es sein, dass dies auch bei Dir so ist? Auch Mobbing am Arbeitsplatz ist oft Ursache. Der Körper erkrankt, weil die Seele nicht mehr an den Arbeitsplatz will, weil Du Dich dort extrem unter Druck und Belastung stehst.

Überleg Dir mal, was es sonst noch für Ursachen geben könnte, die vor 7 Jahren plus X (X=Zeitraum) Dich seelisch betroffen hat.


Da Du offensichlich auf Cortison gut ansprichst, gibt es wohl (mindestens) einen Entzündungsherd in Deinem Körper, daher verträgst Du auch das Rotlicht (allg. Wärme)  nicht. Sehr oft sind solche Symptome auch auf die Ernährung zurück zu führen. Da ich Deinen üblichen Speiseplan nicht kenne, rate ich Dir, ernähre Dich möglichst natürlich. Damit meine ich natürlich keinerlei Diät, - dieses Wort hasse ich mittlerweile -, sondern eine grundsätzliche Ernährungsform die unseren Genen gerecht wird. Denn unsere Gene haben sich in den letzten 200.000 Jahren nicht verändert, wenn man den Forschern glauben darf. Daher sind einige unserer "neumodischen" Nährmittel den Genen unbekannt und können nur widerwillig von unserem Stoffwechselsystem verarbeitet werden. Nicht selten bleiben unverwertbare Stoffwechselreste in kristalliner Form zurück. Setzen sich solche Reste z.B. in den Gelenken fest, dann gibbs halt frühzeitig "Verschleiss" an den Gelenken, die wiederum sich in Entzündungsschüben aüßern können. Am besten Du googlest mal nach Palaeo-Ernährung oder Steinzeiternährung. So, das war´s auch schon mit meinem geballten Halbwissen, den Rest musste selber ergooglen. Ich wünsche Dir gute Besserung, Winherby

Kommentar von Winherby ,

P.S.: Solltest Du aber noch gezielte Fragen zu dem Thema haben, dann darfst Du auch gerne hier Fragen, lG

Antwort
von Dinosaurier, 92

Fibromyalgie ist keine Autoimmunerkrankung. Allerdings sind das viele rheumatische Erkrankungen. Wenn Cortison hilft, könnte es eine Autoimmunerkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis sein. Du brauchst einen internistischen Rheumatologen, der alle dafür infrage kommenden Blutwerte kennt. Ich denke mal, dass der Arzt die nicht alle abgenommen hat und natürlich solltest du auch deine ganzen Symtome auflisten, die du jetzt hast und die du in der Vergangenheit hattest.

Antwort
von weissichnicht, 85

Hallo Winherby vielen Dank für die ausführliche Antwort! Was ich nicht verstehe ist fogendes...das irgendein entzündlicher Prozess ablaufen muss, ist eigentlich auch für mich klar.Aber im Blut ist der Entzündungswert immer o.k. :-( Das mit der Autoimmunerkrankung Lupus werde ich mal mit meinem Arzt besprechen...klingt zumindest erstmal so, als könnte es passen. Und ja ich habe auch ein starkes Gewalttrauma hinter mir....das ist allerdings schon 17 Jahre her und wird immernoch aufgearbeitet. Mir ist schon klar, das die starke seelische Belastung nicht unwesentlich ist. Und die Ernährung sehe ich auch als großen Faktor....da will ich definitiv was ändern. Es ist nur nicht immer leicht im Alltagsstreß! Vielen vielen Dank

Kommentar von Dinosaurier ,

Bei Lupus und anderen Kollagenosen sind eigentlich die c3 und C4 Werte erniedrigt, was für eine Entzündung spricht. Das ist schon etwas komplizierter. Bei der rheumatoiden Arthrits ist es oft das CRP, bei anderen Erkrankungen die Blutsenkung die erhöht ist. Manchmal auch beide. Bei der Psoriasis-Arthritis, eine spezielle Rheumaform die es nur bei Schuppenflechte-Erkrankten gibt, sind oft gar keine erhöhten Entzündungswerte vorhanden. Ist eben alles sehr diffus mit diesen Entzündungswerten, manchmal sind die Entzündungen auch erst bei bildgebenden Verfahren zu erkennen.

Kommentar von weissichnicht ,

Vielen Dank für den Hinweis....ich glaube ich werde nochmal einen Rheumatologen aufsuchen....liebe Grüße

Antwort
von rosaglueck, 65

Der Gedanke einer Autoimmunerkrankung kann zielführend sein. AI´s lassen sich durch gute Vitamin D-Blutspiegel lindern oder gar verhindern.

Fibromyalgie ist häufig mit Hashimoto vergesellschaftet. Eine  gute Einstellung der Schilddürse mit thyroxin kann auch die Fibromyalgiesymptome lindern. Extrem positiver Kortisoneffekt  könnte auch auf Nebennierenschwäche hindeuten. Tomensaft mit Meersalz und Cayennepfeffer.

Der Frauenarzt kann dir Progestogel verordnen. Oder du  erhitzt Schafgarbe in Olivenöl und massierst dir das aus den Unterbauch, Brust oder Gelenke. 3 Tassen Frauenmanteltee  wirken vergleichbar gut...auf DAUER.

ASS 1000mg in 0,5 l Wasser aufgelöst zum essen täglich KÖNNTE auch einen Durchbruch birngen.

Wenn Rotlicht verschlimmert ist es wohl eine Entzündung. Rotöl würde ich versuchen.


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