Frage von BerlinerGoere, 27

Umstellung auf eiweißreiche(re) Ernährung - was beachten?

Etwas irritiert habe ich (56) meine letzten Laborwerte zur Kenntnis genommen. Das Gesamteiweiß liegt bei 5,2. Dieser Wert wurde zum ersten Mal ausgewiesen! Der Hausarzt ist der Meinung, das hätte keine Krankheitsrelevanz. Wie nicht anders erwartet, waren alle anderen Werte wie Cholesterin, LDL, HDL … im deutlichen Normbereich. Trotz meines starken Übergewichtes nehme ich für mich in Anspruch, mich anständig und ordentlich zu ernähren (und ich treibe Sport). Natürlich würde ich mich mit minus 10 kg noch wohler fühlen, aber nachdem ich mich in den letzten zwanzig Jahren ernährungstechnisch oft unter Druck gesetzt habe, bin ich froh, nunmehr den status quo akzeptieren zu können. (Außer dem Eiweißwert ist das Kreatinin leicht erhöht und die Vitamin-D-Versorgung unzureichend. Alles andere ist, wie gesagt, i.O.). Ich bin zwar keine Vegetarierin, ernähre mich aber insgesamt fett- und fleischarm (und komplett ohne Wurst), habe allerdings einen kleinen Hang zu „süßen Sachen“ entwickelt. Im letzten Vierteljahr habe ich mal wieder 5 kg abgenommen, was ich darauf zurückführe, dass ich ausgewogener esse (z.B. kochen am Wochenende). Ansonsten habe ich nichts geändert. Für mich ergibt sich der „Verdacht“ einer bereits längeren Zeit vorhandenen Eiweißmangelernährung. Was kann ich tun, um das wieder ins Lot zu bekommen, ohne dann in eine gefürchtete Cholesterin-Falle oder ähnliches zu stürzen? Ich kann ja nun nicht haufenweise Quark und Käse und Eier oder riesige Berge Fleisch zu mir nehmen. Vielleicht gibt es einen „Fahrplan“ für einen Eiweißaufbau? Dankeschön B_G

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Antwort
von bethmannchen, 14

Mit einer ausgewogenen Ernährung bekommt man ausreichend Proteine (Eiweißbaustoffe). Was du bedenken solltest ist, dass es unterschiedliche Proteine gibt. Man muss keine Berge von Fleisch essen oder Milchprodukte, um Proteine aufzunehmen. Verglichen mit einem Schweinekotelett geben einem ein paar Nüsse da viel mehr und besseres.

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/proteine---nicht-alle-sind-gleich---sie-unt...

Einen Fahrplan gibt es da nicht. Was wir an Eiweiß aufnehmen, zerlegt der Körper in die einzelnen Aminosäure, baut die dann wieder zusammen und schickt sie zu den Zellen. Die nehmen sich dann was sie brauchen und verarbeiten das. Verbessern kannst du nur das Angebot. 200g Muskelfleisch oder Fisch die Woche, hier und da ein Ei, auch wenn es nur hinzugefügt ist (Panade, Frikadelle, Pfannkuchen), reichen für die Aufnahme tierischer Proteine vollkommen aus.

Unter nicht immer und überall gegebenen optimalen Bedingungen kann die Haut eines jungen erwachsenen Menschen 10.000 bis 20.000 IE (also 250 bis 500 µg) Vitamin D täglich bilden. Das ist das zehn- bis zwanzigfache des täglichen Bedarfs. Es reicht also durchaus, bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Frische Luft zu gehen. Es muss kein praller Sonnenschein sein

Dagegen enthalten Nahrungsmittel kaum Vitamin D3 in vergleichbaren Mengen. Es findet sich vor allem in Fettfischen, Innereien, Eiern und in winzigen Mengen auch in Milchprodukten.

Milch und Milchprodukte sind auch keine gute Proteinquelle und viel Vitamin D wird da auch nicht drin sein. Hierzulande stehen die Milchkühe in Ställen und bekommen wohl zeitlebens keinen Sonnenstrahl ab. Wo sollte das Vitamin dann herkommen? Nach den industriellen Verarbeitungsprozessen wird kaum noch etwas übrig sein.:

Milch ist für uns eigentlich nicht vorgesehen. Rinder halten wir erst seit 10.000? Jahren und Milchknollen oder -bäume gibt es nicht. Tiere geben auch nur dann und so lange Milch, wie sie Nachwuchs haben, der sich noch nicht selbst ernähren kann.

Bis dahin hätten wir dann so einem Urrind erst einmal das Kalb unter dem Euter herausziehen und uns darunter knien müssen. Das alles mit unseren kleinen Händchen und Zähnchen? Ob sich so ein Ur-Rind das wohl gefallen lassen hätte?

Bräuchten wir ein Leben lang Milch, müssten wir unseren Nachwuchs wohl auch so lange stillen. Mit 1 Jahr sind die Milchzähne ganz bestimmt da und Spätestens mit 6 die Bleibenden. Kein Säugetier stillt den Nachwuchs länger als nötig, kein Säugetier würde den Nachwuchs einer anderen Art stillen (es sei denn, es würde dazu gezwungen). Da will uns wohl ein Industriezweig auf den Arm nehmen. ;-)

Dem Kreatinin-Wert würde ich auch nicht so viel Bedeutung beimessen. Ein ein mal bestimmter Wert sagt über den Eiweißstoffwechsel kaum etwas aus. Die im Blut vorhandene Menge schwankt stark, und deshalb auch die über den Urin ausgeschiedene Menge. Für eine genaue Bestimmung müsste man den Urin über 24 Std. sammeln und parallel dazu in zeitlichen Abständen entnommene Blutproben untersuchen.

Die Ausscheidungsrate ist eine individuelle Konstante, insbesondere abhängig von der Muskelmasse und vom Alter, und somit medizinisch eher zur Verlaufskontrolle geeignet. Typische Werte für die Ausscheidungsrate sind 21-27 mg/kg/24h für ein Alter zwischen 20 und 30 Jahren, 6-13 mg/kg/24h für ein Alter von über 90 Jahren, bei Kindern gilt näherungsweise die Formel 15,4+0,46*Alter (mg/kg/24h).

In folgenden Fällen kann die Kreatinin-Clearance zu niedrig sein, also zu viel im Blut zurück bleiben:

  • Nierenerkrankungen
  • Nierenschäden durch Flüssigkeitsverluste (Durchfall, Erbrechen, Dürsten, Schock)
  • Exzessive Fleischzufuhr
  • Längere körperliche Arbeit vor der Blutabnahme

Und in diesen zu hoch, weil mehr über die Nieren ausgeschieden wird:

  • In der Frühphase des Diabetes mellitus (evtl. schon hoher Zuckerkonsum?)
  • Während der Schwangerschaft
Antwort
von elliellen, 8

Hallo!

Im Allgemeinen nimmt man bei normaler, abwechslungsreicher Ernährung genug Eiweiß zu sich. Zuviel wäre eher gesundheitsschädlich.

Es gibt viele pflanzliche Nahrungsmittel, in denen Eiweiß enthalten ist, vielleicht kannst du diese vermehrt in deínen Plan einbauen:

Weizenkeime, Haferflocken, Hülsenfrüchte u.a.

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/eiweiss.html

Antwort
von Ostsee31, 6

Meine Antwort sei mir verziehen aber das hier klingt nach "Ich habe keine Probleme also muss ich mir welche schaffen". Laut deinem Arzt - und der muss es am besten wissen - ist das Labor völlig in Ordnung und dein Eiweißwert hat keine Krankheitsrelevanz und du vermutest eine seit längerer Zeit vorhandene Eiweißmangelernährung. Nicht in allen Laboren sind die Normwerte dieselben. Beim Gesamteiweiß liegt der untere Normwert bei 5,7- 6 g/dl und du hast 5,4. Da kann man von keinem relevantem Mangel reden. Man spricht von einer täglichen Eiweißration von 1,5-2 Gramm pro kg Körpergewicht. In welcher Form du dieses Eiweiß zu dir nimmst ist dir überlassen. Du schreibst auch das du starkes Übergewicht hast. Von Hülsenfrüchten, Fisch und Nüssen das hervorragende Eiweißlieferanten sind nimmt auch kein Mensch zu. Sollte dir das weiterhin solche Sorgen bereiten würde ich dir anraten deinen Arzt nochmal aufzusuchen.

Antwort
von Bronko, 5

Ich kann mich Ostsee nur anschließen. Dein Eiweißwert ist völlig in Ordnung und kein Grund, etwas zu ändern. Wenn du dich mit deiner derzeitigen Ernährung wohlfühlst - und sogar schon ein wenig abgenommen hast -, dann gibt es keinen Grund, hier etwas umzuwerfen.

Antwort
von anonymous, 3

Mit einer ausgewogenen Ernährung bekommt man ausreichend Proteine (Eiweißbaustoffe). Was du bedenken solltest ist, dass es unterschiedliche Proteine gibt. Man muss keine Berge von Fleisch essen oder Milchprodukte, um Proteine aufzunehmen. Verglichen mit einem Schweinekotelett geben einem ein paar Nüsse da viel mehr und besseres.

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/proteine---nicht-alle-sind-gleich---sie-unt...

Einen Fahrplan gibt es da nicht. Was wir an Eiweiß aufnehmen, zerlegt der Körper in die einzelnen Aminosäure, baut die dann wieder zusammen und schickt sie zu den Zellen. Die nehmen sich dann was sie brauchen und verarbeiten das. Verbessern kannst du nur das Angebot. 200g Muskelfleisch oder Fisch die Woche, hier und da ein Ei, auch wenn es nur hinzugefügt ist (Panade, Frikadelle, Pfannkuchen), reichen für die Aufnahme tierischer Proteine vollkommen aus.

Unter nicht immer und überall gegebenen optimalen Bedingungen kann die Haut eines jungen erwachsenen Menschen 10.000 bis 20.000 IE (also 250 bis 500 µg) Vitamin D täglich bilden. Das ist das zehn- bis zwanzigfache des täglichen Bedarfs. Es reicht also durchaus, bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Frische Luft zu gehen. Es muss kein praller Sonnenschein sein

Dagegen enthalten Nahrungsmittel kaum Vitamin D3 in vergleichbaren Mengen. Es findet sich vor allem in Fettfischen, Innereien, Eiern und in winzigen Mengen auch in Milchprodukten.

Milch und Milchprodukte sind auch keine gute Proteinquelle und viel Vitamin D wird da auch nicht drin sein. Hierzulande stehen die Milchkühe in Ställen und bekommen wohl zeitlebens keinen Sonnenstrahl ab. Wo sollte das Vitamin dann herkommen? Nach den industriellen Verarbeitungsprozessen wird kaum noch etwas übrig sein.:

Milch ist für uns eigentlich nicht vorgesehen. Rinder halten wir erst seit 10.000? Jahren und Milchknollen oder -bäume gibt es nicht. Tiere geben auch nur dann und so lange Milch, wie sie Nachwuchs haben, der sich noch nicht selbst ernähren kann.

Bis dahin hätten wir dann so einem Urrind erst einmal das Kalb unter dem Euter herausziehen und uns darunter knien müssen. Das alles mit unseren kleinen Händchen und Zähnchen? Ob sich so ein Ur-Rind das wohl gefallen lassen hätte?

Bräuchten wir ein Leben lang Milch, müssten wir unseren Nachwuchs wohl auch so lange stillen. Mit 1 Jahr sind die Milchzähne ganz bestimmt da und Spätestens mit 6 die Bleibenden. Kein Säugetier stillt den Nachwuchs länger als nötig, kein Säugetier würde den Nachwuchs einer anderen Art stillen (es sei denn, es würde dazu gezwungen). Da will uns wohl ein Industriezweig auf den Arm nehmen. ;-)

Dem Kreatinin-Wert würde ich auch nicht so viel Bedeutung beimessen. Ein ein mal bestimmter Wert sagt über den Eiweißstoffwechsel kaum etwas aus. Die im Blut vorhandene Menge schwankt stark, und deshalb auch die über den Urin ausgeschiedene Menge. Für eine genaue Bestimmung müsste man den Urin über 24 Std. sammeln und parallel dazu in zeitlichen Abständen entnommene Blutproben untersuchen.

Die Ausscheidungsrate ist eine individuelle Konstante, insbesondere abhängig von der Muskelmasse und vom Alter, und somit medizinisch eher zur Verlaufskontrolle geeignet. Typische Werte für die Ausscheidungsrate sind 21-27 mg/kg/24h für ein Alter zwischen 20 und 30 Jahren, 6-13 mg/kg/24h für ein Alter von über 90 Jahren, bei Kindern gilt näherungsweise die Formel 15,4+0,46*Alter (mg/kg/24h).

In folgenden Fällen kann die Kreatinin-Clearance zu niedrig sein, also zu viel im Blut zurück bleiben:

  • Nierenerkrankungen
  • Nierenschäden durch Flüssigkeitsverluste (Durchfall, Erbrechen, Dürsten, Schock)
  • Exzessive Fleischzufuhr
  • Längere körperliche Arbeit vor der Blutabnahme

Und in diesen zu hoch, weil mehr über die Nieren ausgeschieden wird:

  • In der Frühphase des Diabetes mellitus (evtl. schon hoher Zuckerkonsum?)
  • Während der Schwangerschaft
Antwort
von BerlinerGoere, 4

Danke für Eure Antworten, ich werde sie beherzigen. Also keine Angst, dass ich evtl. "überdosieren" könnte. Gruß B_G

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