Frage von neuhaus, 21

Umgang mit psychisch kranke Personen.

Bin seit 2007 psychisch krank. Das dumme ist, man sieht es mir nicht an und ich versuche alles um es nach außen nicht zu zeigen, denn es ist mein Problem mit dem ich fertig werden muss. Das Problem ist aber daß meine Eltern und meine Schwester keine Rücksicht darauf nehmen und mich so behandeln als sei ich gesund. Darunter leide ich, denn ich fühle mich oft betroffen, auch macht es keinen Sinn ihnen zu erklären, daß ich krank bin. Das geht in das eine Ohr rein und ins andere wieder raus und der Salat geht von vorne los und ich bin der leidtragende. Nun habe ich mich ziemlich mit meinen Eltern verstritten. Sie bevorteilen meine Geschwister. Der eine bekommt ohne Sicherheiten 20.000 € die andere 30.000€. Persönlich bekomme ich nichts, da es mir an Geld nicht mangelt und ich auch nicht klage wie die anderen, daß ihnen das Wasser zum Hals steht. Obwohl es selbst verschuldet ist, denn meine Schwester hat sich hoch verschuldete um sich eine Villa im Wert von 500.000 € zu bauen. An Sparen denken sie nicht. Kaum habe sie wieder Geld, wird es wieder ausgegeben. Dann klagen sie wieder, daß sie nichts haben. Zudem machen sie 4 x im Jahr Urlaub. Seltsam, dafür ist dann immernoch Geld da. Meine Eltern sagten zu Weihnachten zu mir. Sie machen unter den Kindern keine Unterschiede und behandeln alle gleich. Seltsam, daß ich aber keinen Cent bekomme, obwohl das Tagesgeldkonto voll gefüllt ist. Daher habe ich sie gestern aus meinem haus geschmissen und Ihnen gesagt, sie brauchen sich bei mir nicht mehr blicken zu lassen, nachdem mich mein Vater vor meinen Gästen einen Faulenzer genannt hat, obwohl ich mit meiner Erkrankung nicht mehr Arbeitsfähig bin und die EU Rente bekomme. Tolle Einstellung. Ich denke ich will sie nun die nächsten Jahre nicht mehr sehen. Das tut mir aber weh, denn nichtsdestotrotz sind und bleiben es meine Eltern. Tolles neues Jahr. Hätte mir ein besseren Beginn vorstellen können. Das Gespräch suchen? Kannst Du völlig vergessen. Meine Eltern sind bäuerlich erzogen und analphabeten. Mit denen kann man nur auf Kinderniveau diskutieren. Selbst meine 15 Jährige Tochter ist in ihrem Alter schon reifer als meine Eltern. Habe heute Nacht nicht schlafen können. Heute ist Samstag und ich habe keine Möglichkeit einen Arzt aufzusuchen, sonst wäre ich zu meinem Neurologen gegangen um mir Medikamente verschreiben zu lassen, damit ich wenigstens gut schlafen kann. Die einzigen die ich im Moment zur Untersützung habe sind meine Frau und meine Kinder an denen ich mich festhalten kann und aufbauen kann. Wen kann ich sonst noch am Wochende aufsuchen, um wieder zur Ruhe zu kommen?

Antwort
von froscheee, 21

Meine Gedanken treffen zwar nicht unbedingt auf das Wochenende zu, aber hast Du schon mal an eine Selbsthplfegruppe gedacht? Vielleicht kann Dir Dein Neurologe auch mal einen Tipp dazu geben.

Antwort
von evistie, 11
Wen kann ich sonst noch am Wochende aufsuchen, um wieder zur Ruhe zu kommen?

Die Telefonseelsorge anzurufen, wie Shivania vorschlägt, wäre eine weitere Möglichkeit, Deine Gefühle mit Fremden zu teilen. Kurzfristig ist es sicherlich erleichternd, Dir mal alles von der Seele reden bzw. schreiben zu können. Aber ich bezweifle, dass Du dadurch nachhaltig "zur Ruhe kommst", denn... es ändert sich für Dich ja nicht wirklich was.

Deshalb mein ernst gemeinter Rat: Geh in Dich, setz Dich mit Deinem Bruder Innerlich auseinander - nur so kannst Du Ruhe und Frieden finden. Nicht nur für dieses Wochenende. Finde heraus, um was es Dir eigentlich wirklich geht!

Das große Thema bei Dir ist: "Das Leben ist ungerecht zu mir!" Das führt zu einem dauerhaften Knick in der Optik, der Dich so manches verzerrt, zu groß oder zu klein sehen lässt.

"Zu klein" siehst Du, dass Du Frau und Kinder hast, die zu Dir stehen, und dass Du keine finanziellen Sorgen hast, trotz Deiner Krankheit.

"Zu groß" siehst Du vermeintliche Ungerechtigkeiten in der Verteilung der elterlichen Zuneigung (in Form von Geld) zwischen Dir und Deinen Geschwistern.

Um Dich selbst besser zu fühlen, mokierst Du Dich über Dir nahestehende Menschen:

  • Deine Eltern sind "bäuerlich erzogen und Analphabeten"?? Um so mehr Respekt solltest Du vor ihnen haben, denn ganz offensichtlich haben sie drei Kinder groß gezogen, wovon zumindest einer (Du) eine Ausbildung genossen hat, von der er sich und seine Familie ernähren kann. Trotzdem haben sie es noch zu einiger Wohlhabenheit gebracht... und geben offenbar dort finanzielle Hilfe, wo sie gebraucht wird. Dir geben sie nichts? Du sagst doch selbst, Du kommst finanziell zurecht. Vielleicht haben sie ja in anderen Lebensphasen auch mal Dich bevorzugt und die Geschwister benachteiligt? Wie auch immer - es ist das Geld Deiner Eltern und sie können es ausgeben, wie sie wollen.

  • Deine Schwester ist hoch verschuldet und kann mit Geld nicht umgehen? Nun ja, es ist ihr Leben, nicht Deines. Lässt Du Dir gerne sagen, wie Du - nach Ansicht anderer - Dein Leben zu führen hast? Sicherlich nicht. Du möchtest nicht in Saus und Braus leben wie Deine Schwester (oder doch?) - musst Du ja nicht, tust es auch nicht. Also: alles gut.

  • Du bist psychisch krank, aber man merkt es Dir nicht (oder kaum) an. Was kann Dir besseres passieren? Ist es Dir lieber, man behandelt Dich wie jemanden, der "nicht ganz dicht" ist? Welche Sonderbehandlung/Schonung beanspruchst Du für Dich, im Familienkreis und weiteren Umfeld?? Du weißt, dass Du krank bist, und die Gutachter haben es Dir erfolgreich bestätigt. Das sollte Dir genügen. Auch, wenn man Dich mal zu vorgerückter Stunde wenig nett als "Faulenzer" bezeichnet.

Ja, gerade an "besinnlichen" Feiertagen gehen die familiären Wogen oft haushoch und kein Seelenmüll ist alt genug, dass er nicht wieder hochgekramt und aufgewärmt werden könnte.

Du bist immer noch Herr Deiner Entscheidungen. Wenn Du also beschließt, Deine Eltern "in den nächsten Jahren" nicht sehen zu wollen, dann ist das so - mit allen Nachteilen und Nebenwirkungen auch für Deine Frau und Deine Kinder. Hast Du mal daran gedacht, dass Du damit ganz egoistisch für andere mit entscheidest?

Was ich jetzt sage, klingt abgedroschen und banal, aber so ist es nun mal:

Das Leben ist nicht gerecht, und Nicht-verzeihen-können ist eine eiternde Wunde, die Dich von innen heraus vergiftet.

Kommentar von neuhaus ,

Ich muss Dir widersprechen. Ich bin nicht egoistisch und entscheide über meine Frau und kinder mit, wenn ich die Beziehung abbreche, die nie eine war. Meine kinder kennen meine Eltern kaum. Sie bekommen immer nur etwas Geld geschenkt und das wars. Sie nutzen weder die Zeit mit den Kindern noch können Sie was mit ihnen anfangen. Sie werden meine Eltern genausowenig vermissen wie ich es tue, denn mein Vater hat zwar ein gutes Herz und will nur Frieden, aber durch seine Handlungen erreicht er genau das Gegenteil. Ich sehe Eltern in die Pflicht was dagegen zu unternehmen, wenn sich Geschwister nicht ausstehen können. Das tun sie aber nicht. Sie finden sich damit ab, daß es so ist und sagen, da kann man nichts machen. Demnach bestätigen sie ihre Inkompetenz iregend was zu unternehmen und lehnen sich zurück. Hauptsache sie haben zu den Kindern ein gutes Verhältnis, was nun nicht mehr der Fall ist. Statt sich mit der Krankheit zu befassen und zu erfragen wieso, weshalb und aus welchen Grund man krank ist, wird nichts in der Richtung unternommen. Das finde ich für eltern unverantwortungslos. Auch habe ich meine Berufliche Karriere und Wohlstand mir selbst zu derdanken. Meine Eltern haben haben mir nie geholfen, auch in der Grundschule nicht. Das sie keine Bildung haben ist kein Grund, denn dann schafft man Hilfe herbei und dazu braucht man keine Bildung. Wie soll ich Respekt haben, wenn Kinder einfach auf die Welt gesetzt werden ohne sich richtig darum zu kümmern?

Kommentar von evistie ,

Irgendwann muss man sich von seinen Eltern abnabeln. Dann erst kann man seine Eltern als Menschen sehen, die Fehler gemacht haben, wie wir alle. Und nicht mehr als Eltern, die an allem schuld sind. Also bitte: Ihr seid jetzt alle erwachsen und könnt, verdammt noch mal, selbst dafür sorgen, dass Ihr als Geschwister miteinander auskommt (oder auch nicht). Stell Dir mal vor, in 40 Jahren kommt Deine Tochter und macht Dir Vorwürfe wegen irgendwelcher "Vergehen", derer Du Dich heute schuldig gemacht hast und die ihr das ganze Leben versaut haben??? Behauptet einfach, Du/Ihr hättet Euch nicht genug um sie gekümmert, nicht genügend gefördert, ... fändest Du das gerecht? Deine Eltern haben Dich genährt, gekleidet und zu einem Menschen gemacht, der aus eigener Kraft etwas schaffen kann. Ist das alles nix?

Kommentar von neuhaus ,

Du hast Recht. Werde loslassen und meine eigene Wege gehen. Das tut mir besser als nochmal in Konfrontation zu gehen.

Kommentar von Sallychris ,

Hallo evistie, für diesen Beitrag reicht ein Daumen hoch nicht aus. Dafür hättest Du mehrere Daumen verdient. LG Sallychris

Antwort
von StephanZehnt, 21

Hallo Neuhaus,

  • ich fürchte ich kann Dich nicht so recht verstehen!

In deinem Beitrag geht es sehr viel um das Thema Geld. Es ist schon klar das man das Geld zum existieren braucht! Aber was ist noch wichtiger das seelische Gleichgewicht. Das heißt das ich nach Hause komme komme in einen Hafen wo Jemand ehrlich sagt es ist schön das Du da bist!

Das heißt Du musst die Prioritäten verschieben! Komme ich mit meinem Geld selbst klar und muss bedingt durch die psychische Erkrankung nicht am Hungertuch nagen. Oder die Frau sagt ich möchte meinen Lebensstandart behalten und darum bin ich jetzt einmal weg mit den Kindern.

Ja ich weis nicht wie Du therapiert wirst in welchen Zusammenhang (Depression ...).

Man kann sich z.B. hier schlau machen es gibt ein Seelephon unter 0180 5950 981 oder 0228 71 00 24 24 allerdings weis ich nicht zu welchen Zeiten....

http://www.psychiatrie.de/bapk/selbsthilfegruppen/landesverbaende-bapk/

Es gibt ein Forum Seelenkummer.de

Man kann so einiges nutzen muss allerdings wissen was einem gut tut oder nicht (welcher Hinweis oder gar Angebot).

Nun ansonsten kann ich mich nur Evestie anschließen. Es ist zu oft das Problem das alles so zurück kommt wie es in den Wald hinein geschallt hat. J a und vor allem zu Weihnachten da "brennt" es oft in manchen Familien.

Nun kann man sich schon einmal streiten - das Beste ist wenn man hinterher die Größe hat einmal an die Eltern zu schreiben es ist niemand Fehlerlos auf dieser Welt ich auch nicht Sorry......

Ja jetzt könnte ich einmal etwas dazu sagen das bei mir alles bestens läuft - sechs Tage vor Weihnachten kam eine E-Mail ...verstorben Trauerfeier im Januar. - dann war nach Weihnachten ein wichtiger Schlüsselbund weg und dann war da noch eine Autoreparatur. und ein Möbelzentrum liefert weder die Möbel noch zahlt es die Vorauszahlung zurück. Ja und ansonsten ist da so ein kleiner Schnupfen oder so ... Also die Kleinigkeiten des Lebens. Ob man es immer schafft das Beste daraus zu machen ?

VG Stephan

Kommentar von neuhaus ,

Lieber Stephan,

vielen Dank für Dein Beitrag und wünsche noch ein gutes neues Jahe, auch wenn es bei Dir auch nicht so gut begonnen hat.

Ich bin ein gutmütiger Mensch mit sehr viel Geduld und Verständnis, aber auch das hat seine Grenzen. Diese Grenze ist nun nach vielen Enttäuschungen erreicht und ich will nicht mehr. Immer wieder kam mein Vater zu mir und hat gesagt: Ihr müßt mir verzeihen wenn ich Fehler mache. Den Satz habe ich nun zu oft gehört und er ändert sich danach nicht und macht weiter wie bsiher immer die gleichen Fehler. Nun ist Schluß und ich ziehe meine Konsequenzen und breche den Kontakt ab. Mir geht es nicht ums Geld sondern um die Gleichberechtigung unterhalb den Kindern. Dies ist total aus dem Gleichgewicht gefallen, dazu haben meine Eltern enorm beigetragen und auch wenn sie keinen Schulabschluß haben, daran kann das nicht liegen, sondern es geht um Charakter und Lebenserfahrung, die das zurecht biegen können. Sie verschließen sich dem jedoch und wollen sich nicht weiterbilden und leben noch wie vor 50 Jahren. Ich sehe nicht ein, daß ich wieder darunter leiden soll und der Sündenbock bin , wenn ich nicht zur Familienweihnachtsfeier kommen möchte, da ich mich mit meiner Schwester schon seit 3 Jahre nicht mehr spreche. Dann kann man als Elternteil nicht einfach sagen. Ich habe dich eingeladen, Du kommt wegen mir, Du brauchst Deine Schwester ja nicht zu sprechen. Aber wie sieht das aus, wenn meine Frau und Kinder von meiner Schwester umarmt wird und ich keinen Blick gewürdigt werde. Sorry bei so einer Feier muss ich nicht hin. Und die schuld zu bekommen, daß die Feier nun nicht stattfindet finde ich nicht richtig. Ich werde nun egoistisch sein und an mich selbst denken meiner Gesundheit wegen.

Antwort
von Shivania, 13

Es ist wahrscheinlich eine gute Idee, die kostenlose Telefonseelsorge anzurufen - vor allem am Wochenende ist sonst niemand zu erreichen: http://www.telefonseelsorge.de

Kommentar von Shivania ,

Ich habe noch einen tollen Buchtipp: Morgen bin ich ein Löwe http://tiny.cc/ir4vrx Es wurde von einer Frau geschrieben, die unter Psychose litt und heute geheilt ist. Vielleicht interessiert Sie das ja?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community