Frage von kleineschlange, 67

Suizidgedanken,SVV und Selbsthass... wieso ist das so?

Hallo ihr lieben,
Ich bin fünfzehn Jahre alt und habe mich das erste mal geritzt als ich 10 Jahre alt war. Anfangs fand ich es total toll und dachte es würde mir helfen,nach der Zeit habe ich mir jedoch fest vorgenommen aufzuhören. Ich habe es auch geschafft,mal einen Monat,mal zwei und einmal sogar fast vier. Ich habe vieles versucht,auch die sogenannten ,,Skills",doch diese waren nichts für mich. Und nun,im hier und jetzt,da wünsche ich mir niemals mit dem ritzen aufhören zu müssen. Ich war von August bis Ende September Clean,auch wenn ich nicht aufhören wollte...dann starb mein Vater und alles wurde nur noch schlimmer. Jeden Tag quälen mich Alpträume und Suizidgedanken. Jeden Tag aufs neue hasse ich mich mehr und mehr. Ich weiß ritzen ist keine Lösung,ich bin mir dessen bewusst und doch möchte ich nicht aufhören. Wieso ist das so? Wieso möchte ich mir leid zufügen,ich verstehe einfach nicht wieso ich es so liebe mich zu verletzten. Ich verstehe einfach nichts mehr. Bis vor einer Zeit wollte ich doch aufhören,ich wollte 4 1/2 Jahre lang aufhören und nun auf einmal nicht mehr... Auch habe ich angefangen mich zu akzeptieren und nun hasse ich mich umso mehr,möchte mich am liebsten zerstören. o.O Das kann doch nicht sein oder etwa doch? Wisst ihr vielleicht wieso das so ist?
Danke im Voraus

Support

Liebe/r kleineschlange,

gern kannst du die Community um Rat bitten, denn es ist sehr wichtig, dass du in deiner Situation über deine Gefühle sprichst.

Außerdem bitte ich dich eine professionelle Beratungsstelle aufzusuchen. Schau doch bitte mal auf dieser Seite vorbei http://www.telefonseelsorge.de/

Dort gibt es die kostenlose Telefonnummer der Seelsorge (Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr. 0800/1110111 & 0800/1110222) und auch einen anonymen Chat.

Alles Gute und viele Grüße

Kai vom gesundheitsfrage.net-Support

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo kleineschlange,

Schau mal bitte hier:
ritzen Suizidgedanken

Antwort
von evistie, 43

Selbstverletzendes Verhalten zeigt sich bei Menschen, die:

  • sich selbst nicht leiden können und sich verneinen
  • sehr empfindlich auf Ablehnung reagieren
  • chronisch ärgerlich sind, normalerweise auf sich selbst
  • dazu neigen, ihre Angst zu unterdrücken
  • einen hohen Grad aggressiver Gefühle besitzen, was sie sehr stark mißbilligen und dann häufig unterdrücken, oder nach innen lenken
  • impulsiver sind und es an Impulskontrolle mangelt
  • dazu neigen nach ihrer momentanen Stimmungslage zu handeln
  • dazu neigen, in den Tag hinein zu leben und nicht weiterzuplanen
  • die depressiv und selbstmordgefährdet/selbstzerstörerisch sind
  • unter chronischen Angstzuständen leiden
  • leicht reizbar sind
  • die sich selbst als nicht fähig erachten, mit Situationen und Emotionen umzugehen
  • keine vielfältigen Möglichkeiten der Verarbeitung und Bewältigung besitzen
  • glauben, daß sie nicht die Fähigkeit besitzen, ihr Leben zu meistern
  • dazu neigen, "den Kopf in den Sand zu stecken", vermeiden Probleme
  • kein Selbstvertrauen besitzen
  • sich als machtlos empfinden
  • sich überall, wo sie sind, allein fühlen
  • sich emotional niemandem anvertrauen, sich auf niemanden verlassen können

    Dass sich hauptsächlich Mädchen ritzen, wird darauf zurückgeführt, dass sie nach gesellschaftlichen Normen ruhiger und fürsorglicher als Jungen sein sollen, ihre Aggressionen oft nicht ausleben dürfen. Schon in der Erziehung haben sie Angst vor Liebesentzug, da sich ihre Aggressionen als erstes gegen die Mutter richten, dies führt zu einem nach Innen richten der Aggressionen, Jungen agieren eher fremdaggressiv. SVV beginnt häufig in der Pubertät, sie ist eine schwierige Phase in der es ein großes Aggressionspotential gibt, das Mädchen schlecht nach außen bringen können. Sie suchen die Fehler oft bei sich selbst, wenn sie einen Verlust von Liebe und Anerkennung erfahren, nachdem sie versucht haben, ihre Interessen durchzusetzen, aus diesem Konflikt resultiert oft eine depressive oder autoaggressive Reaktion.

    http://www.rotetraenen.de/?main=svv&sub=wer

Antwort
von charlotte7, 27

Solche Äusserungen prägen uns und können, in dem sie später auch halb- oder unbewusst wirken, zum Selbsthass führen und uns das Leben zur Hölle machen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, schliesse ich mich der Empfehlung von Kai vom gesundheitsfrage-Support an:

  1. eine professionelle Beratung kann dir mehr Klarheit bringen und dir helfen, den richtigen Weg aus der Misere zu finden

  2. die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr. 0800/1110111 & 0800/1110222) für den Nächsten da, also auch für dich.

Kennst du Äußerungen deiner Eltern wie z.B. die folgenden?

„Mit dir hat man nur Ärger. Lass das. Warum hörst du nicht auf mich? Wie kann man nur so blöd sein? Das geschieht dir Recht. Was hast du dir dabei nur gedacht? Wie kannst du uns nur so weh tun?“

Je öfter wir solche Worte hörten, umso mehr hatten wir den Eindruck, etwas müsse mit uns nicht stimmen. Wir denken uns: Wenn wir in Ordnung wären, dann würde man nicht so mit uns reden und uns so behandeln. Folglich muss mit uns etwas nicht stimmen, dass man permanent so über uns und mit uns redet.

Dieses Gefühl, nicht in Ordnung zu sein, ist so tief in uns verwurzelt und so zu einem Teil unserer Persönlichkeit geworden, dass wir es als richtig erachten. Unsere Selbstverachtung scheint uns deshalb gerechtfertigt.

Und deshalb übernehmen wir als Jugendliche und Erwachsene unsere Bestrafung selbst. Wir lernen, die Selbstbestrafung und Selbstverurteilung als ein wichtiges Hilfsmittel anzusehen, um unsere (vermeintliche) Unvollkommenheit zu überwinden und so zu werden, wie wir sein sollten.

Ja, wir werden in der Selbstbestrafung und im Ändern unseres Verhaltens so gut, dass wir unsere „Fehler“ korrigieren und uns anpassen, ehe unsere Mitmenschen merken, dass wir unvollkommen sind. Wir lernen der Bestrafung der anderen zu entgehen, indem wir lernen, uns selbst zu bestrafen und unser Verhalten zu korrigieren.

Wir verinnerlichen diese Selbstbeurteilung und Selbstverurteilung (das was man tun und nicht tun sollte, was gut und schlecht, moralisch und unmoralisch) so sehr, dass wir als Erwachsene die Autorität des Kritikers nicht in Frage stellen. Er und seine verurteilenden Kommentare fühlen sich ebenso richtig und zu uns gehörig an, wie unsere Arme und Beine.

Die Stimme des Kritikers klingt so unfehlbar, als käme sie direkt von Gott oder dem Papst. Wir kommen deshalb gar nicht auf die Idee, dass der Kritiker ein überflüssiges Relikt aus einer Zeit sein könnte, als wir noch von unseren Eltern abhängig waren.

Und wir übersehen, dass die Einhaltung vieler dieser Regeln für uns als Jugendliche oder Erwachsene nicht mehr sinnvoll und nützlich ist.

http://www.palverlag.de/selbstablehnung-selbstkritik.html

Kommentar von charlotte7 ,

Geht auch per mail: http://www.telefonseelsorge.de/

Würde ich auf jeden Fall nutzen. Hat schon vielen geholfen.

Antwort
von gerdavh, 50

Hallo, da wir Dich nicht kennen, können wir nicht beurteilen, warum Du Dich selbst hasst. Was Du brauchst, ist ein regelmäßiger Besuch bei einem Psychiater. Nur nach vielen Sitzungen kann er herausfinden,was der Grund für diesen extremen Selbsthass ist und nur durch viel Gespräche kann er Dir da helfen. Du musst mit Deinem Kinderarzt darüber sprechen. In sehr vielen Kinderpraxen arbeiten auch Kinderpsychologen. Wir können Dir hier leider nicht weiter helfen - Du musst Dir Hilfe in Form von Gesprächstherapien holen. Es tut mir sehr leid, dass Dein Vater verstorben ist und ich kann schon nachvollziehen, dass ein so schrecklicher Verlust SVV verschlimmern kann. Bitte lasse Dir helfen - geh zum Arzt!! Alles Gute. lg Gerda

Antwort
von sonne123, 31

Liebe kleineschlange,

leider kann ich dir darauf auch keine Antwort geben,so gerne ich es auch wollte.Durch den Verlust deines Vater´s,ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen,wird dein Körper und deine Seele zusätzlich in eine Art Ausnahmezustand geraten sein.Vielleicht wäre es ganz hilfreich,wenn du dich in Foren anmeldest,wo sich Betroffene untereinander austauschen können,denn ich glaube,kein anderer kann dich/kann das besser verstehen.Und auch nicht zögern über professionelle Hilfe nachzudenken.Ein erster Schritt.........eventuell in akuten Situationen sich immer wieder sagen,ich kann mich in einer Stunde auch noch verletzen,es sozusagen immer wieder hinauszögern.Du bist stark, du wirst es schaffen und dafür wünsche ich dir alle Kraft dieser Welt.

Liebe Grüße

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