Frage von butterflyeffect,

Stimmt es, dass ich mit wenig Körpergewicht keine starken Medikamente nehmen darf?

Hallo Leute!

Die Frage ist wie oben schon geschrieben: Hat Körpergewicht, Körpergröße sowie Alter wirklich damit zu tun, ob ein Mensch starke Medikamente verkraftet oder nicht? Wenn ja, was könnte im schlimmsten Fall passieren? Dabei geht es mir nur um wirklich stärkere Schmerztabletten.

Denn ich bekomme von meinem Allgemeinmediziner keine stärkeren Medikamente verschrieben, obwohl er genau weiß, dass meine Schmerzen nicht zum Aushalten sind.

Ahja, ich bin 173cm groß, 60KG und 20 Jahre alt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lexi77,

Hallo! Also dass man mit wenig Körpergewicht keine starken Schmerzmittel nehmen darf, stimmt definitiv nicht. Das kann ich so aus eigener Erfahrung feststellen.

Ich war immer schon recht schlank und eher an der unteren Grenze des Normalgewichts. Dennoch habe ich aufgrund einer schweren HWS-Verletzung in den letzten Jahren immer ein Opioid nehmen müssen. Ich habe da zwar die geringstmögliche Dosis bekommen, aber die war auch ausreichend für mich. In den letzten zwei Jahren habe ich wegen einer Magenerkrankung recht viel abgenommen, aber dass ich deswegen das Schmerzmittel nicht mehr nehmen dürfte, davon hat nie jemand gesprochen.

Im Januar hatte ich dann eine schwere OP (Bauchfellentzündung mit Not-OP) und danach brauchte ich noch stärkere Schmerzmittel, nämlich solche die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Zu diesem Zeitpunkt wog ich ca. 48 kg bei 1,70 m. Nach der OP habe ich dann bis auf ca. 43/44 kg abgenommen, war also massivst im Untergewicht und habe trotzdem diese Opiate bekommen und bekomme sie auch weiterhin. Ich habe zwar inzwischen endlich 9 kg zugenommen, aber ich konnte die Tabletten die ganze Zeit nehmen. Und da war mein BMI deutlich schlechter als deiner ist.

Ich habe allerdings das Glück, dass meine Nieren und meine Leber sehr gut die Medikamente verarbeiten können. Die Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert, aber die sind immer sehr gut.

Wenn du so starke Schmerzen hast, dass du entsprechend starke Schmerzmittel brauchen würdest, die aber nur wegen deines Gewichtes nicht bekommst, dann solltest du dir evtl. einen anderen Arzt suchen. Am besten suchst du dir dann gleich einen Schmerztherapeuten, dann bist du gleich an der richtigen Adresse! Denn Schmerztherapeuten arbeiten auch nicht nur mit Schmerzmitteln, sondern auch mit ergänzenden Verfahren, wie z.B. Physiotherapie, Massagen, Wärmebehandlungen, ggf. Akupunktur, Entspannungsverfahren oder bei Bedarf auch Psychotherapie. Denn es ist ungeheuer wichtig, dass Schmerzen adäquat behandelt werden, damit sich kein Schmerzgedächtnis bildet und die Schmerzen sich nicht chronifizieren. Und dazu gehört halt ggf. auch, dass man über einen gewissen Zeitraum starke Schmerzmittel nimmt.

Grundsätzlich solltest du auch anstreben, dass die Ursache für deine Schmerzen gefunden und behandelt wird (falls das noch nicht geschehen ist - da du nichts von der Ursache schreibst), damit du dann auch die Schmerzen wieder los wirst.

Alles Gute und gute Besserung!

Antwort
von Serienchiller,

Grundsätzlich muss man viele Medikamente bei unterschiedlichem Körpergewicht umrechnen. Bei einem 120kg-Mann verteilt sich die Tablette nunmal auf doppelt so viel Masse wie bei dir, also braucht er auch doppelt so viel (bzw. du halb so viel).

Ansonsten kann man aber in der Regel die selben Medikamente geben - ggf. eben mit reduzierter Dosis bei niedrigem Körpergewicht.

Welche Ursache haben denn deine Schmerzen? Wenn du chronische Schmerzen hast (ohne eindeutige körperliche Ursache), ist das mit den Schmerzmitteln tatsächlich nicht so einfach. Die helfen oft nur kurze Zeit und dann brauchst du immer stärkere, bis es irgendwann keine stärkeren mehr gibt. In so einem Fall ist es wichtig, dass du dich an einen Schmerztherapeuten wendest, der sich genau mit den verschiedenen Medikamenten, aber auch mit anderen Behandlungsformen (z.B. Physiotherapie oder Psychotherapie) auskennt. Ein Allgemeinmediziner hat für solche Fälle in der Regel keine Zeit und kein Budget.

Antwort
von bobbys,

Hallo butterflyeffect,

Da du sehr starke schmerzen hast ,empfehle ich dir dich bei einem Schmerztherapeuten vorzustellen. Dort werden auch nach eingehender Anamnese Schmerzmittel aus dem Bereich der Opiate verschrieben . Medikamente werden grundsätzlich nach Alter und Körpergewicht berechnet.

Gute Besserung wünscht dir Bobbys :)

Antwort
von willkommen,

Die Dosis der Medikamente sollte schon auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden, wichtig sind nicht unbedingt nur Größe, Alter und Gewicht, sondern die Funktionsfähigkeit von Leber und Nieren, ist diese eingeschränkt, entstehen Probleme. Es gibt Menschen, die auf Medikamente sehr gut ansprechen, was bei dir der Fall sein könnte, deshalb brauchst du weniger. Es ist wie bei Alkohol, die, die es nicht gewohnt sind, Alkohol zu trinken, reagieren stärker. Der Allgemeinmediziner ist nicht der richtige Ansprechparter für Schmerzen, die nicht zum Aushalten sind. Du musst zum entsprechenden Facharzt, d.h. Rückenschmerzen - Orthopäde, oder noch besser, aber erst bei langandauernden, schlimmen Schmerzen zum Schmerztherapeuten. Ich rate dir dringend, auf stärkere Medikamente zu verzichten. Selbst mir, werden von meinem Schmerztherapeuten keine wirklich starken Schmerzmittel verschrieben, aus mehreren Gründen, nicht nur wegen der Nebenwirkungen, man braucht auch ein Medikament, dass wirkt, wenn es noch schlimmer wird und insbesondere deshalb, weil der Körper sich an alles gewöhnt, es ist sehr anpassungsfähig. Bekommt er lange Zeit starke Schmerzemittel, so wirken sie nicht mehr, es entsteht eine Abhängigkeiten und sogar noch eine Therapieresistenz. Verzichte also lieber auf stärkere Medikamente. Schmerzen sind eine Warnfunktion des Körpers, wir sollten unsere Verhalten überprüfen und verändern. Auch eine Veränderung der Lebenseinstellung, wie 'es etwas lockerer sehen' ist empfehlenswert, nicht so verkrampft sein. Sich etwas ablenken, was tun, was Freude macht.

Kommentar von Lexi77 ,

Ich rate dir dringend, auf stärkere Medikamente zu verzichten.

Manchmal ist es aber einfach nicht anders möglich, da braucht man einfach starke Schmerzmittel, z.B. nach Operationen. Und dann sollte man diese Mittel auch geben, damit sich kein Schmerzgedächtnis bilden kann. Man sollte Patienten nicht zumuten mit u.U. stärksten Schmerzen irgendwie auszuhalten, nur weil man auf stärkere Medikamente verzichten will. Denn damit kann man auch sehr die Lebensqualität beeinflussen. Ich hatte nach meinem Unfall sehr starke Schmerzen, konnte nicht mehr arbeiten und auch meinem Hobby nicht mehr nachgehen. Das ging 3 Jahre lang so, weil die Ärzte nicht in der Lage waren, eine Diagnose zu stellen. In dieser Zeit habe ich höchstens mal schwächere Schmerzmittel (Ibu oder Diclo) bekommen und mir damit zusätzlich noch meinen Magen ruiniert. Als dann die Diagnose feststand und ich adäquate Schmerzmitten, eben ein Opioid bekommen habe, konnte ich nach über 3 Jahren endlich mal wieder "leben". Ich konnte dann meinem Hobby wieder nachgehen und auch wieder zumindest stundenweise arbeiten gehen. Hätte man mir so ein Schmerzmittel verwehrt, würde ich wohl seit 10 Jahren vor mich hinvegetieren oder mein Magen wäre von den leichten Schmerzmitteln völlig ruiniert, dazu wahrscheinlich dann auch noch Leber und Nieren. Denn auch wenn es paradox klingt: das Opioid, das ich nehme, ist für den Körper besser verträglich als NSAR, hat deutlich weniger Nebenwirkungen!

weil der Körper sich an alles gewöhnt, es ist sehr anpassungsfähig. Bekommt er lange Zeit starke Schmerzemittel, so wirken sie nicht mehr, es entsteht eine Abhängigkeiten und sogar noch eine Therapieresistenz.

Das kann ich so nicht bestätigen. Sicher mag sowas vorkommen, aber wenn man verantwortungsbewusst mit diesen Medikamenten umgeht und immer nur die niedrigst mögliche Dosierung nimmt, dann sind diese Risiken sehr gering. Ich bekomme z.B. aufgrund einer schweren HWS-Verletzung schon seit ca. 7 Jahren ein Opioid. Die Dosierung ist bei mir sehr niedrig gewählt, damit komme ich sehr gut klar und in der gesamten Zeit musste die Dosierung nur einmal kurzzeitig erhöht werden nach einem akuten Ereignis, aber danach konnte ich auch wieder runterdosieren.

Auch eine Veränderung der Lebenseinstellung, wie 'es etwas lockerer sehen' ist empfehlenswert, nicht so verkrampft sein

Bei relativ leichten Schmerzen ist das eine sehr gute Einstellung. Aber manchmal, insbesondere, wenn man sehr starke Schmerzen hat, ist das gar nicht möglich (s. meine Ausführungen oben).

Antwort
von pferdezahn,

Die Medikamenteneinnahme hat allerdings was mit der koerperlichen Verfassung eines Patienten zu tun. Da wird schon unterschieden; Kleinkinder, Jugendliche und Erwachsene. Ebenso spielt das Koerpergewicht eine Rolle, wie schon ganz richtig, Serienchiller, es erwaehnt hat. Ich glaube nicht, dass sich z.B. ein Sumoringer oder Schwergewichtskraftsportler mit einer Kopfschmerztablette zufriedengeben wuerde.

Antwort
von betmann,

Nein, du musst einfach nur weniger nehmen, das ist alles.

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