Frage von dave342, 198

SSRI ja oder nein?

Hallo! bin jetzt 16 Jahre alt und leide unter Zwängen und einer generalisierten Angststörung mit starkem Misstrauen und Grübeln... in letzter Zeit war ich grüblerisch wie noch nie und merke, dass ich langsam immer mehr ins Depressive falle. Mein Psychiater hat mir vorgeschlagen 50 mg Sertralin einzunehmen. Nun habe ich Angst, dass ich dadurch irgendwelche Langzeitschäden haben könnte, da mein Gehirn ja noch nicht ausgewachsen ist. Verändert sich dadurch meine Persönlichkeit (Apathie etc.) und könnte meine Intelligenz darunter leiden? Ist der Einfluss von SSRI auf das jugendliche Gehirn problematisch? Mache im nächsten Juni mein Abi und habe auch sonst viele Ziele im Leben, es wäre also hilfreich, wenn ich diese Krankheit(en) so schnell und effizient wie möglich besiegen könnte... Eine weitere Frage noch: denkt ihr, dass ich aufgrund meiner Krankheit meine hochgesteckten Lebensziele dennoch erreichen kann? Danke!

Antwort
von Lexi77, 191

Hallo dave! Dein Arzt wird sich schon was dabei gedacht haben, als er dir dieses Medikament verschrieben hat. Dabei sollte er auch dein Alter berücksichtigt haben. Ich habe mir gerade mal den Beipackzettel angesehen. Da steht ja auch drin, dass das Medikament auch Kindern und Jugendlichen im Alter von 6-17 Jahren gegeben werden kann. Da steht:

Dennoch kann Ihr Arzt einem Patienten unter 18 Jahren "Sertralin Hexal 50mg Filmtabletten" verschreiben, wenn er entscheidet, dass dieses Arzneimittel im bestmöglichen Interesse des Patienten ist. Wenn Ihr Arzt einem Patienten unter 18 Jahren "Sertralin Hexal 50mg Filmtabletten" verschrieben hat und Sie darüber sprechen möchten, wenden Sie sich bitte erneut an Ihren Arzt. (http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-info...)

Natürlich lesen sich die Nebenwirkungen schon recht heftig. Dabei musst du aber Bedenken, dass diese Nebenwirkungen auftreten können, sie treten aber nicht bei jedem auf. Ich selber muss zur Zeit viele verschiedene Medikamente nehmen, u.a. starke Schmerzmittel, aber auch ein niedrig dosiertes Antidepressivum. Auch bei diesen Medikamenten lesen sich die Beipackzettel wie kleine Horrorgeschichten. Aber wenn ich die Medikamente nicht nehmen würde, dann könnte ich kein normales Leben mehr führen, weil ich mich dann vor Schmerzen kaum noch rühren könnte. Da ich aber keine Schmerzen haben will, muss ich wohl die eine oder andere Nebenwirkung (die sich bei mir aber zum großen Glück sehr in Grenzen halten) akzeptieren. Du willst doch auch, dass sich deine Erkrankung bessert. Also solltest du überlegen, ob du nicht zumindest mal einen Versuch startest. Es ist ja nicht gesagt, dass du irgendwelche Nebenwirkungen bekommst. Und wenn, dann kannst du das Medikament dann immer noch - natürlich nur in Absprache mit dem Arzt - absetzen bzw. durch ein anderes ersetzen.

Wenn du aber allzu große Bedenken hast, dann solltest du nochmal mit deinem Arzt Rücksprache halten und ihn fragen, warum er dir genau dieses Medikament verschrieben hat, oder ob es vielleicht eine Alternative gibt. Stell ihm genau die Fragen, die du hier gestellt hast.

Aber du willst ja, dass sich deine Symptome bessern, und das wird wahrscheinlich ohne Medikamente nicht gehen.

Alles Gute für dich und gute Besserung! Lexi

Antwort
von bobbys, 154

Hallo,

im Gegensatz zu vielen anderen hier, bin ich ein Befürworter der Antidepressiva und auch aus eigener Erfahrung sehr glücklich das es solche Medikamente gibt. Denn wenn es erst mal so weit ist, das dein Leben so unerträglich wird und du durch Ängste und Panikattacken ,das Haus nicht mehr verlassen kannst und halbseitig gelähmt bist,depressiv am Boden mit Suizid Gedanken, dann lernst du solche Medikamente schätzen.

Sicherlich haben diese Medikamente auch Nebenwirkungen, genau so wie jede anderen auch. Du bist noch sehr jung und genau deshalb solltest du dir die Lebensqualität nicht nehmen lassen,sondern dich Medikamentös und Psychotherapeutisch behandeln lassen. Dies Medikamente machen nicht abhängig.

Anmerkung:Noch bis in den 70 Jahren wurden Menschen mit deinen Symptomen in den Psychiatrie Anstalten weggeschlossen ,vergewaltig seelisch und sexuell. Sie wurden als unnormale und verrückte Betitelt! und warum? Weil es zu dieser Zeit noch keine Antidepressiva gab.

Es muss ja keine Therapie auf Lebenszeit sein.)

LG Bobbys :)

Antwort
von gerdavh, 173

Hallo dave, ich kann Dir hier leider keine besonders guten Ratschläge geben, aber ich habe eben mal unter "Sertralin Nebenwirkungen" gegoogelt. Das liest sich schon etwas bedenklich. Ich kann jetzt nur für mich selbst sprechen, aber ich würde das nicht einnehmen wollen, zumal man auf dieses Medikament wirklich anhaltende Störungen entwickeln kann.. Grüße Gerda

Antwort
von Goblin770, 127

Guten Tag!

Ich leide schon länger an einer Angststörung die sich auf generelle dinge bezieht...

Meistens aber den partner gegenüber oder einfach die angst das ich nie mehr gesund werde.

Wenn sich das steigert fall ich in eine tiefe depression die arbeiten unmöglich macht!

Ich bin bei einem guten psychologen!

Ich habe dann gestern Paroxetina verschrieben bekommen und wusste nicht ob ich es nehmen sollte...! Meine Ärzten sagte mach dir keinen kopf die nebenwirkungen sind sehr selten! Klar liest man im internit viel! Aber meist wird ja nur das schlechte geschrieben! menschen denen es dank diesen medi wieder gut geht melden sich kaum mehr im internet da sie das leben leben!

Ich schleiche mich jetzt eine woche mit 10 MG ein und gehe dann auf 20!

Ich fühlte mich gestern scho nganz gut und ein gewisser antrieb war da! Abends bin ich immer ohne symptome! was typisch für eine angststörung meiner sorte ist.

Ich kann nur sagen NIMM SIE!

Sie werden dir helfen... und nach dem absetzen bist du wie neu gebohren.

Meine freundin musste sie auch nehmen (die gleichen wie du). Sie hatte ängste und begann zu weinen ohne grund!

Die stimmung stieg ab dem 3en tag langsam an. Ab den 10en Tag merklich.

Sie musste sie knapp 6 Monate nehmen. Danach hat sie sie langsam ausgeschlichen und sie hatte keine absetzerscheinungen. Wie gesagt die machen nicht süchtig. Der einzige nachteil ist das sie spät wirken und das man beim absetzen langsam machen muss! Es gibt aber auch leute die abrupt absetzen ohne probleme.

Meine freundin führt nun seit knapp 2 Jahren ein glückliches leben und bereut es nciht!

Ich merke jetzt schon wie gesagt besser stimmung am nachmittag und normalisierung am abend! Wie gesagt ich bin aber nicht schwer depressiv und hab keine panikattacken! Ich hab "nur" eine angststörung

Antwort
von betmann, 112

Nein, so gefährlich ist das nicht. Was man braucht, sollte man auch nehmen. Hatte das gleiche Problem wie du, Sertralin hat mir da leider nicht geholfen, aber vielleicht hilft es dir ja, wirkt bei jedem anders :)

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