Frage von dave342, 74

SSRI absetzen

Hallo! Zur Zeit nehme ich Zoloft 50 mg ein und möchte dieses gerne mit meinem Arzt zusammen im Sommer absetzen...Da ich im Sommer auf Reisen bin, würde ich gerne wissen, mit welchen Absetzerscheinungen ich rechnen muss (der Arzt sagt mir, dass ich mit praktisch keinen solchen zu rechnen hätte)? Gehen die Wortfindungsstörungen und Vergesslichkeit nach dem Absetzen des SSRI's wieder zurück, da diese erst seit der Einnahme vorliegen?

Danke für die Antworten!

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Antwort
von gerdavh, 56

Hallo, Du solltest auf alle Fälle dieses Medikament nicht abrupt absetzen. Besprich mit Deinem Arzt, wie lange Du erstmal nur eine halbe Tablette und später dann eine viertel Tablette einnehmen sollst. Im Beipackzettel wird ausdrücklich darauf hingewiesen. Wenn Du im Sommer verreisen möchtest, würde ich an Deiner Stelle bereits jetzt - nach Rücksprache mit dem Arzt - die Dosis langsam verringern. Nicht dass Dir starke Entzugserscheinungen den ganzen Sommerurlaub verderben. Es ist - wie unten beschrieben - sehr individuell, wie es dem Patienten nach dem Absetzen des Medikamentes geht.

Absetzreaktionen bei Beendigung einer Behandlung: Absetzreaktionen treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird. Das Risiko von Absetzsymptomen kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, einschließlich der Behandlungsdauer, der Dosis und der Geschwindigkeit der Dosisverringerung. Im Allgemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein. Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb von 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2 bis 3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen bei einer Beendigung der Behandlung mit Sertralin die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu reduzieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten.

Alles Gute. Gerda

P.S. Ich bin der Ansicht, dass Dein Arzt da etwas zu optimisch vorgeht. Er kann doch unmöglich beurteilen, wie es Dir geht, wenn Du das Mittel einfach absetzt.

Antwort
von nichschlimmjim, 54

Da die Möglichkeit von Absetzphänomenen auch mit der Dauer und der Höhe der Dosierung zusammenhängt, sind bei kurzzeitiger Einnahme im untersten Dosisbereich kaum mit Absetzphänomenen zu rechnen. Falls doch, wären diese geringfügig und vernachlässigbar. Würden im schlimmsten Fall eine evtl. zwei Wochen anhalten. Wenn SSRI (Sertralin) absetzen, dann Dosis schrittweise verringern. Bei 50mg wäre das aber nur 1 mal möglich, denn die Tabs haben 50mg und sind nur eimal durch Bruchrille teilbar. Es sei denn, man macht sich die Arbeit und schnibbelt mit einem Skalpell die Krümel zurecht. Dies wäre aber völlig übertrieben. Die Dosis über 2 Wochen zu halbieren reicht völlig aus!

Antwort
von bethmannchen, 54

Entwöhnungserscheinungen treten in der Regel in den ersten 24 Stunden bis eine Woche nach Absetzen ein. Deshalb würde ich lange genug vor einer Reise mit dem Absetzen beginnen.

Wenn du das Mittel schon längere Zeit nimmst, dann dürften die Wortfindungsstörung und die Vergesslichkeit wohl erst nach einiger Zeit nachlassen. Erst wenn genug von dem Mittel wieder aus dem Körper heraus ist, wird das Denkvermögen besser werden.

Mehr dazu findest du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-Absetzsyndrom

Antwort
von Shivania, 45

Diese Antwort kann Ihnen keiner gesichert geben, sie müssen dies selbst herausfinden. Es gibt Patienten, bei denen es sich gleich verliert, bei anderen schleicht es sich gleich aus und bei wieder anderen verlieren sich die Symptome nur langsam.

Haben Sie denn begleitend eine Psychotherapie gemacht? Haben Sie das Absetzen des Medikamentes mit dem Therapeuten besprochen? Sind Sie mit dem Erreichen Ihrer Therapie-Ziele stabil?

In diesem Fall ist es auch auszuschließen, dass Wortfindungsstörungen und Gedächtnisstörungen nach dem Absetzen des Medikamentes weiter bestehen, da diese auch nicht danach noch durch hohen psychischen Streß weiterbestehen können.

Falls Sie keine begleitende Psychotherapie gemacht haben rate ich von einem Absetzen des Medikamentes ab. Oder hat Sie dieses nur durch eine stressige Zeit "getragen" und diese ist jetzt vorüber? Das wäre der einzige Grund weshalb Sie zeitweise dieses Medikament einnehmen könnten - ohne begleitend eine Psychotherapie zu beginnen.

Alles Gute und schöne Reise im Sommer.

Antwort
von francis1505, 39

Wichtig ist, dass du die Tabletten nicht von heute auf morgen absetzt, sondern schrittweise reduzierst. Am besten über mindestens zwei Wochen. Wenn Absetzsymptome auftreten, musst du die Dosis nochmal erhöhen und dann in kleineren Schritten reduzieren.

Folgende Symptome können auftreten, insbesondere wenn du das Medikament abrupt absetzt:

Schwindelgefühl

Empfindungsstörungen

Schlafstörungen

Agitiertheit oder Angst

Übelkeit und/oder Erbrechen

Tremor

Kopfschmerzen

Ich selber nehme auch einen SSRI, wenn ich wieder mal etwas schlampig war mit der Einnahme, werde ich tierisch müde und nehme meine Umwelt nicht mehr richtig wahr.

Die von dir genannten Beschwerden während der Einnahme sind auch bei den Nebenwirkungen aufgeführt, sodass es nahe liegend ist, dass sie rückläufig sind, sobald du die Einnahme beendet hast.

Kommentar von gerdavh ,

Ich selber nehme auch einen SSRI, wenn ich wieder mal etwas schlampig war mit der Einnahme, werde ich tierisch müde und nehme meine Umwelt nicht mehr richtig wahr. Klingt für mich sehr beunruhigend, da wir wissen, welchen Beruf Du hast.

Kommentar von francis1505 ,

Passiert normalerweiae wenn ich nicht arbeite und nicht regelmäßig.

Kommentar von gerdavh ,

Klingt jetzt beruhigend. lg Gerda

Frage an Dich: In welchen Fällen kommt denn der Notarzt? Ich war bislang immer der Meinung, dass er auch bei Verdacht auf Vergiftungen, egal welcher Art, derjenige ist, den man rufen sollte.

Kommentar von francis1505 ,

Wenn du die 112 wählst, landest du in der lokalen Rettungsleitstelle. Je nachdem wie das erscheint, was du am Telefon sagst, kommt entweder erstmal nur ein Rettungswagen oder der Notarzt gleich dazu.

Angenommen du sagst, der speibt sich die Seele aus dem Leib und fällt immer um, weil der Kreislauf nicht mehr mag, kommt erstmal nur ein RTW. Der kann und darf auch alles machen, was gemacht werden muss, um denjenigen ins Krankenhaus zu bringen. Ob der jetzt speibt, weil er Salmonellen hat oder nen Noro-Virus oder oder oder spielt keine Rolle, die Ursache lässt sich sowieso nur mithilfe eines Labors ermitteln.

Wenn du aber sagst, der ist bewusstlos, weil er zu viele Tabletten genommen hat, wird der NA parallel alarmiert, weil "bewusstlos" immer eine Indikation für ihn ist.

Es gibt auch noch andere Indikationen, z. B. Herzinfarkt oder bei einem Verkehrsunfall, wenn schwere Verletzungen zu erwarten sind.

In Bayern haben wir einen sog. Notarztindikationenkatalog, wobei da in Einzelfällen auch abgewichen wird, zumindest bei uns. Ein Schlaganfall bspw. braucht nicht zwangsläufig einen Arzt vor Ort, da erstmal geklärt werden muss, ob es eine Blutung oder ein Verschluss ist. So lange der Patient nicht bewusstlos oder bewusstseinseingetrübt ist, macht der Arzt nichts anderes als der Rettungsassistent es auch tun würde.

Der RTW ist nicht mit einem Arzt besetzt, dieser wird b. B. zusätzlich alarmiert. Auf dem Land kommt er evtl. etwas öfter dazu, aber das hat dann z. T. auch politische Gründe.

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