Frage von liane, 15

Sonnenbräune: Ein letzter Hilfeschrei der Haut?

Mittlerweile ist ja jedem klar, dass man es mit Sonnenbädern nicht übertreiben sollte, auch wenn die Sonne gut tut. Gerade las ich eine Aussage, die mich beschäftigt: „Sonnenbräune sei kein Zeichen von Gesundheit. Experten sagen, dass es sich hier um einen letzten Hilfeschrei der Haut handelt“.

Das ist mir neu. Eine Gewisse Bräunung bekommt man doch im Sommer quasi automatisch. Was meinen die damit?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unikum, 15

Es gibt Menschen, die sind tagtäglich draußen im Freien an der Sonne. Seien es nun Bauarbeiter, Landwirte oder viele andere Berufe, die im Freien tätig sind. Die bekommen natürlich nicht mehr so oft einen Sonnenbrand. Die Haut hat sich schon daran gewöhnt, immer bestrahlt zu werden. Aber die Strahlung ist trotzdem nicht gesund. Über die Jahre hinweg wird der Krebs auch auf dieser Haut beginnen. Obwohl sie so braun sind, so schön dunkel, haben sie doch über die ganze Zeit viel zu viel sonne abbekommen. Und das ist auch die Bedeutung von dem Spruch.

Kommentar von bethmannchen ,

Für die Bildung von Vitamin D3 ist UV-B nicht nur lebensnotwendig, es wirkt auch vorbeugend gegen Krebs, auch gegen Hautkrebs. Manche Forscher behaupten, dass auf jeden, der an sonnenbedingtem Hautkrebs gestorben ist, 30 Menschen kommen, die Vitamin D vor dem Krebstod bewahrt hat.

Antwort
von bethmannchen, 15

Die Sonnenbräune unserer Haut entsteht anders als das Bräunen der Kruste des Schweinebratens durch Infrarot-Strahlen (Wärmestrahlen). Es ist kein Hilfeschrei der Haut sondern ihr ureigenster Schutzmechanismus. Noch bevor wir denken konnten und nackt durch die Welt liefen, hat unsere Haut schon richtig funktioniert.

Dass Mittel- und Nordeuropäer eine hellere Hautfarbe haben, ist die genetische Anpassung an einen Lebensraum mit geringerer Bestrahlung mit UV-Licht. Gen Mittelmeer sind die Menschen schon dunkler und je weiter man zum Äquator kommt, desto mehr Pigmente haben die Menschen in der Haut.

Sobald UV-Licht auf die Haut trifft, bilden wir Vitamin D3. Das Vitamin ist für viele Körperfunktionen wichtig. Wir speichern davon auch eine gewisse Menge, aber ein Zuviel verträgt der Körper auch nicht. Deshalb schützt sich der Körper vor zu viel Sonneneinstrahlung in tiefere Hautschichten mit Pigmenten.

Durch das UV-Licht im Sonnenschein wird in der Haut das Pro-Vitamin D3 gebildet. Das wird dann vom Blut in die Leber abtransportiert und dort zu Vitamin D3 oxiliert.

Ist mehr Pro-Vitamin D3 gebildet worden als zur Leber transportiert werden kann, zerfällt es wieder. Dadurch werden Pigmente aus tieferen Schichten der Haut an die Oberfläche geschickt, was die Bräunung ausmacht. Braun wird man deshalb auch noch nach dem Sonnenbad im Schatten, vorausgesetzt man mummelt sich dann nicht gleich dick ein.

UV-Licht unterteilt sich in UV-A und UV-BStrahlen. UV-A Strahlen sind lange Wellen und gelangen bis zur Lederhaut und bewirken direkte Pigmentierung durch Veränderung des Melanins

UV-B Strahlen sind kürzere Wellen, die in der Oberhaut ca. 72 Stunden verzögert Bildung von Melanin bewirken was zur Bildung des anti-rachitischen Cholecalciferol (Vitamin D3) in der Haut führt.

In dieser Rolle ist UV-B nicht nur lebensnotwendig, es wirkt auch vorbeugend gegen Krebs, auch gegen Hautkrebs. Manche Forscher behaupten, dass auf jeden, der an sonnenbedingtem Hautkrebs gestorben ist, 30 Menschen kommen, die Vitamin D vor dem Krebstod bewahrt hat.

Wir bekommen bei Sonnenschein auch im Schatten noch weit mehr UV-Licht auf die Haut, als sie für die Vitamin-D3-Bildung braucht. Um braun zu werden ohne dabei zu verbrennen ist es daher sinnvoller, sich im Schlagschatten eines Baumes oder Sonnenschirms aufzuhalten.

Beim Sonnenbaden sollte man am ersten Tag mit 5 Minuten Sonne/30 Min Schatten, am nächsten 10 Min Sonne/30 Min. Schatten, und dann immer so weiter, bis man bei einer halben Stunde Sonnenschein/halbe Stunde Schatten angelangt ist. Die Haut kann so eine Lichtschwiele aufbauen und sich von der Strapaze jedes Mal ausreichend erholen, womit auch der Sonnenbrand gebannt ist.

Es ist übrigens eine Binsenweisheit, dass Menschen mit dunklerer Haut in der Sonne nicht verbrennen würden. Auch der schwärzeste Neger bekommt einen Sonnenbrand, wenn er sich zu lange in der Sonne aufhält. Den Sonnenbrand verursacht nicht das kalte UV-Licht, sondern der warme Infrarot-Anteil im Sonnenlicht, genau wie die Wärmestrahlung beim Fleisch auf dem Grill.

Kommentar von liane ,

Aufschlussreiche Antwort, aber das Wort "Neger" solltest du aus deinem Sprachgebrauch streichen. Dunkelhäutiger oder Schwarzer haben einen weit weniger diskriminierenden Hintergrund.

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