Frage von Sonnenhut, 18

Sondennahrung

Mein 90jähriger Vater verweigert zu Essen.Er hat eine Patientenverfügung erstellt,als es ihn vor ca. 15 Jahren noch besser ging,jetzt leidet er an einer Demenz.Kann meine Mutter als seine Betreuerin eine Sondennahrung für meinen Vater ablehnen?Das würde für mich heißen,ihn verhungern zu lassen!

Antwort
von evistie, 18

Es kommt darauf an, aus welchen Gründen Dein Vater die Nahrungsaufnahme verweigert. Sind es organische Gründe (Kau- oder Schluckschwierigkeiten, etc.) oder ist es Ausdruck seines Lebensgefühls? Bedenke bitte, einem Demenzkranken ist die Nahrungsverweigerung manchmal das letzte und einzige Mittel, seinen Willen kundzutun.

Mit 90 kann es durchaus sein, dass der natürliche Sterbeprozess begonnen hat. Dein Vater spürt das und will sein Sterben nicht künstlich verlängern. Auch das ist möglich!

Von einem musst Du Dich jedoch schnellstmöglich freimachen: vom Glauben, dass Patienten in diesem Stadium "verhungern" und "verdursten". Bitte lies Dir dazu dies hier durch.

http://www.nahrungsverweigerung.de/scripts/pall_ernahr.html

Was Dein Vater nun fühlt und will, kann die Person am besten beurteilen, die ihn gut und lange kennt und vielleicht sogar mit ihm über dieses Thema gesprochen hat. Das dürfte Deine Mutter sein? Mach ihr die Entscheidung "Sondennahrung ja oder nein" nicht noch schwieriger, als sie ist! Ihr wollt doch beide letztendlich nur, dass Dein Vater nicht zu Dingen gezwungen wird, die er nicht will bzw. nie wollte.

Wenn Deine Mutter - sicherlich nach reiflicher Überlegung - Sondennahrung für Deinen Vater ablehnt, so wird sie ihre Gründe haben, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Bitte sprich mit ihr darüber und versuche, zu verstehen.

Das Letzte, was Dein Vater wollte, ist ganz gewiss Zank und Streit zwischen Menschen, die er liebt, über Mutmaßungen, was "das Beste" für ihn ist.

Ich wünsche Euch alles Gute und die richtige Entscheidung!

Antwort
von Mahut, 14

Wenn dein Vater das in seiner Patientenverfügung so gewollt hat und es so geschrieben hat, kann sie es machen. Das ist aber eine Rechtsfrage, da kann ich natürlich mit meiner Meinung auch daneben liegen, Aber deine Mutter muss ja wissen, was dein Vater will, denn sie werden sich darüber, als dein Vater noch nicht Dement war unterhalten.

Antwort
von Katzina, 12

Die Patientenverfügung hat Vorrang - d.h. wenn er bei Bewußtsein die Sondennahrung in seinem Schreiben eliminiert hat, so muß das akzeptiert werden. Patientenverfügungen drücken den Willen des Verfasssers aus und müssen akzeptiert werden. Alles Gute!

Kommentar von Zweimal ,

Richtig, wozu macht man sie auch sonst.

Antwort
von KummererOttmar, 11

Eine Patientenverfügung ist nur dann eine Gute Patientenverfügung, wenn Sie im Sinne des Patienten umgesetzt wird. Soll heißen: Wenn der Vater gewollt hat, dass er nicht künstlich ernährt wird, dann sollte dem auch entsprochen werden. Von verhungern lassen kann hier keine Rede sein. Wenn ein Mensch am Ende seines Lebens angekommen ist, fährt der Körper alles automatisch zurück, das ist von der Natur so eingerichtet.

"Eine Patientenverfügung ist nur so gut, wie diejenige Person die Sie um- und durchsetzen soll und kann ".

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