Frage von Sarahmausi, 38

Sollte mein Vater einen Psychotherapeuten aufsuchen?

Seitdem sich meine Eltern getrennt haben, ist mein Vater sehr oft genervt und schlecht gelaunt und hat Schlafstörungen. Er hat sich auch schon so verhalten, bevor meine Mutter ausgezogen ist, es ist mir aber jetzt erst richtig aufgefallen. Was soll ich tun?

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Antwort
von evistie, 31

Wie alt bist Du denn, wenn ich fragen darf? Und wie geht es Dir nach der Trennung Deiner Eltern? Oder tangiert Dich das nur peripher, weil Du längst auf eigenen Füßen stehst?

Ich frage das, weil ich, wenn ich antworte, einer 13-Jährigen etwas anderes schreibe  als einer 23-Jährigen, einem Mädchen in der Pubertät etwas anders als einer jungen Frau, die bereits selbst in Partnerschaft(en) gelebt hat oder lebt.

Ganz allgemein kann ich folgendes sagen:

Gerade wenn man schon etliche Jahre miteinander gelebt (und sich geliebt) hat, wenn Kind(er) da sind, ist so eine Trennung nicht nur emotional, sondern auch finanziell oft schwer zu verkraften. Aus welchen Gründen auch immer möchte Dein Vater offenbar alle Probleme für sich behalten und nicht darüber reden. Das belastet ihn, das nervt, das macht schlechte Laune und schlechten Schlaf. Aber das ist noch lange kein Grund für eine Psychotherapie!

Wie kannst Du ihm helfen? Wenn Du erwachsen bist, sei nachsichtig und versuche mit ihm zu sprechen - vielleicht mag er sich Dir ja öffnen. Und wenn Du noch in der Pubertät bist, oder nicht mit ihm sprechen magst, dann sei wenigstens lieb und geduldig mit ihm, denn er  hat es jetzt (wie Deine Mutter auch) sicherlich nicht leicht.

Antwort
von Medicus92, 38

Hallo,

du solltest mit deinem Vater reden und ihm sagen, dass du dir Sorgen um ihn machst. 

Es wäre vielleicht gut, wenn dein Vater sich erstmal an seinen Hausarzt wendet und mit ihm ein klärendes Gespräch führt. Das wirkt manchmal Wunder. Sollte eine psychotherapeutische Behandlung notwendig sein, wird der Hausarzt deinem Vater sicherlich dazu raten.

Wichtig ist aber auch, dass dein Vater so eine Therapie aus freien Stücken beginnt! Nur dann bringt das auch was!

Liebe Grüße 

Medicus92

Antwort
von Lydia304, 16

Eine Trennung nach einer langjährigen Partnerschaft, besonders wenn man ein gemeinsames Kind oder Kinder hat, ist ein großer Verlust und ein einschneidendes Ereignis. Da halte ich es für nicht ungewöhnlich, schlechte Laune und Schlafstörungen (ist auch die Frage, wie die genau aussehen, das ist so ein allgemeiner Begriff, wir schlafen alle auch mal schlecht!) zu haben. Ich weiß nicht, ob Dein Vater wirklich eine Psychotherapie braucht, nach dem, was Du mir schilderst, erkenne ich keine Indikation. Aber ich kenne Deinen Vater ja nicht.

Vermutlich ist es auch für Dich verunsichernd und unschön, dass Dein Vater sich durch die Trennung verändert hat, aber sei versichert, das ist normal und verständlich und kann sich wieder geben! Ich glaube, das Beste, das Du ihm jetzt geben kannst, ist ihm zu zeigen, dass Du ihn immer noch liebst (wenn das stimmt). Und für Dich zu sehen, wie Du mit der Situation klarkommen kannst. Vielleicht hast Du gute Freunde, mit denen Du darüber sprechen kannst? Vielleicht kennst Du sogar jemand, dessen Eltern sich auch getrennt haben (ist ja heute ziemlich häufig)?

Dass Du mit Deinem Vater darüber sprichst, wie es ihm mit der Trennung geht, halte ich für keine so gute Idee. Du bist die Tochter und hast natürlich zu beiden Eltern eine enge emotionale Verbindung und wirst immer irgendwie zwischen den Stühlen sitzen und leicht in Loyalitätskonflikte kommen! Falls Dein Vater Gesprächsbedarf hat, kann er den bei anderen Personen stillen, z.B. Freunden, Bekannten, Kollegen, Beratungsstellen ... Aber jeder Mensch geht mit einer Trennung und einem Verlust anders um. Wir Frauen reden immer gerne drüber. Männer machen das manchmal lieber mit sich selbst aus, das muss nicht falsch sein, sondern ist einfach nur anders. Solange es nicht schlimmer wird, brauchst Du Dir meiner Ansicht nach keine Sorgen zu machen!

Antwort
von FitUndFrohlich, 30

Hallo Sarah, es tut mir Leid, dass sich deine Eltern getrennt haben. Ich denke allerdings nicht, dass dein Vater sofort zu einem Psychotherapeuten gehen muss. Vielleicht steckt er einfach wie in einem Loch (eine Trennung ist ja nicht leicht) und braucht mal einen Tapetenwechsel...Ich dachte auch schon mal, dass ich depressiv bin und wollte einen Arzt aufsuchen (Termine bekommt man aber eh nur mit sehr langer Wartezeit) und habe mich dann für 3 Wochen Reisen (allein) entschieden. Bei mir hats geholfen - ist aber natürlich immer individuell und abhängig von der Person. Denkt dein Vater denn auch, dass er einen Arzt braucht? Wichtig ist, dass er mit Leuten über seine Probleme redet!!! Viele Grüße und alles Gute!

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