Frage von Cupcake76, 64

Sollte man Kopfschmerztabletten ab und an wechseln?

Ich habe häufiger Kopfschmerzen und nehme dann Schmerzmittel. Die Ursache für die Kopfschmerzen ist leider nach wie vor ungeklärt, so dass erst einmal Tableten das Mittel der Wahl dagegen sind (so sagen zumindest die Ärzte). Bin da auch schon bei allen möglichen Spezialisten deshalb gewesen und auch noch dabei, zu versuchen, den Auslöser zu finden, aber bis dahin halt die Schmerzmittel, wenn es zu arg wird.

Ich bin eigentlich immer ganz gut mit Thomapyrin intensiv gefahren. Wenn es wirklich schlimm war und mehr in Richtung Migräne ging, auch Triptane. Nun habe ich gehört, dass es für die Organe besser sei, wenn man die Schmerztabletten bei regelmäßiger Einnahme ab und zu mal wechselt und z.B. bei mittelstarken Kopfschmerzen mal auf Ibuprofen, Aspirin oder Paracatamol umsteigt.

Könnt Ihr das bestätigen oder ist das Eurer Ansicht eigentlich egal?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von evistie, 32

Sollte man Kopfschmerztabletten ab und an wechseln?

Wechseln nur um des Wechsels wegen ist Quatsch, so lange man gar nicht genau weiß, welcher Wirkstoff da eigentlich hilft (oder auch nicht).

Was Migräne bzw. Triptane angeht, halte ich mich mal raus - auf diesem Gebiet kenne ich mich nicht aus. Ansonsten kann ich aber mit langjährigen Kopfschmerzerfahrungen (und entsprechender Tabletteneinnahme) aufwarten. Dabei habe ich festgestellt, dass mir Aspirin und Ibuprofen zwar gegen allerlei Schmerzen, nicht aber gegen meine Kopfschmerzen geholfen haben. Da half (und hilft) bei mir nur Paracetamol.

Du nimmst ein Kombinationspräparat aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Coffein (250 mg / 250 mg / 50 mg pro Tablette). "Zu meiner Zeit", d. h. vor 30 bis 40 Jahren, wurden diese Kombipräparate noch verteufelt, und zwar mit der Begründung, die enthaltene Einzeldosis jeden Wirkstoffs sei mit 250 mg zu gering, man müsse also "mehr" davon nehmen als von dem jeweiligen Einzelpräparat, ohne dadurch eine bessere Wirkung zu erzielen, und vom Coffein befürchtete man "Missbrauch" wegen der aufputschenden Wirkung. Dem gegenüber standen die Erfahrungen der Anwender wie Dir, die gerade den Kombipräparaten besondere Wirksamkeit nachsagten. Tatsache ist, dass das enthaltene Coffein (welches einer Tasse Kaffee entspricht) den Wirkungseintritt beschleunigt.

Ich habe damals jedenfalls vom Kombipräparat auf Monopräparate gewechselt, Aspirin gab es auch mit Coffein, das nahm ich, bis mein Magen ruiniert war (durch die Acetylsalizylsäure, nicht durch das Coffein). Dann versuchte ich Ibuprofen (keine Wirkung bei meinen Kopfschmerzen) und landete dann bei dem leberschädlichen Paracetamol. Und dann...

... las ich etwas über den medikamenteninduzierten Kopfschmerz! Und ich hatte ein sogenanntes "Aha!"-Erlebnis. Verspannungen hin oder her, inzwischen hatte der Schmerz sich bei mir verselbstständigt und war eine unheilige Allianz mit den reichlich eingenommenen Kopfschmerztabletten eingegangen. Ich will Dich nicht mit meiner Geschichte langweilen, aber bei mir war's das. Als ich es geschafft hatte, von den Schmerztabletten runterzukommen, verschwanden auch meine Dauerschmerzen.

Warum erzähle ich Dir das? Weil ich eben beim Recherchieren auf einen Artikel gestoßen bin, wonach dieser Medikamenten induzierte Kopfschmerz bevorzugt bei Kombipräparaten auftreten soll: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/medikamenteninduzierter-kopfschmerz-we...

Um jetzt noch einmal konkret auf Deine Eingangsfrage einzugehen:

Theoretisch ist gegen einen Wechsel der Präparate nichts einzuwenden, um die spezifischen Risiken und Nebenwirkungen ein bisschen zu "streuen". Praktisch dürfte der "Gesundheitsgewinn" durch den Wechsel gering sein oder ganz fehlen, wenn man nämlich vom anderen Wirkstoff "mehr" nimmt, weil er nicht so gut hilft wie der bisherige Wirkstoff. Der einzig erhebliche Gesundheitsgewinn liegt zwischen Tabletteneinnahme und Tablettennichteinnahme - nicht zwischen den einzelnen Wirkstoffen.

"Never change a winning Team" - das gilt auch für Dich. Wenn Du mit diesem Kombipräparat am besten zurecht kommst (und nur Du kannst das letztendlich beurteilen!), dann bleib dabei und spar Dir irgendwelche Wechselexperimente. Aber lass Dir das mit dem medikamenteninduzierten Kopfschmerz noch mal durch den Kopf gehen, ja?

Kommentar von Cupcake76 ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Interessanter Artikel, da werde ich mal weiter recherchieren.

Antwort
von Hooks, 24

Migräne kann Ausdruck eines B6-Mangels sein. B6 ist in Paranüssen enthalten, Du kannst aber auch mal probehalber ein hochdosiertes B-Komplex einnehmen.

Trinkst Du genügend klares Wasser und ißt auch frisches Gemüse und Obst, so daß Du auch Wasser bekommst, das in Lebensmitteln gebunden ist?

Kommentar von Cupcake76 ,

Ja, ich trinke sehr viel Wasser und Tee und auch Obst und Gemüse stehen regelmäßig auf dem Speiseplan. Ansonsten Vollkorn, Fisch und ab und zu Fleisch; denke ich ernähre mich schon recht ausgewogen (dann und wann auch mal Fastfood, aber das ist recht überschaubar).

Mein Hausarzt hat vor einiger Zeit ein Blutbild gemacht, aber ich bin nicht sicher, ob er auch Vitamin B6 überprüft hat. Ansonsten war alles soweit in Ordnung.

Kommentar von Hooks ,

So weit ich weiß, wird an B nur das B12 gemessen. Die anderen sind ja stark ernährungsabhängig, das hat nicht viel Sinn. B12 wird auch in unserem Darm gebildet.

Antwort
von WosIsLos, 33

Warst du schon mal bei einem NEUROLOGEN?

Kommentar von Cupcake76 ,

Ja, habe alle Ärzte vom Hausarzt über den Augenarzt und Orthopäden bis zum Neurologen & Co durch. Hatte auch Physiotherapie und Osteopathie, leider ohne bleibenden Erfolg.

Kommentar von Hooks ,

Hat jemand mal den VitaminD3-Spiegel gemessen? Das ist sehr wichtig! Mangel hat man sehr schnell, vor allem um diese Jahreszeit.

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