Frage von bella1, 150

Sind Hormone sehr schädlich für den Körper?

Momentan entscheiden sich sehr viele meiner Freundinnen für eine hormonfreie Verhütung. Sie wollen ihren Körper wieder richtig spüren. Ist es richtig, dass Hormone den Körper stark belasten? Ich verhüte seit 10 Jahren mit der Pille und fühle mich sehr gut dabei. Sind Hormone wirklich schädlich und ich habe nur noch nichts davon gemerkt, weil sich mein Körper so an die Hormone gewöhnt hat?

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von anonymous, 150

Du musst Dir einfach bewusst sein, dass du mit Hormonen starke Medikamente einnimmst. Die Nebenwirkungen können damit möglicherweise erst nach vielen Jahren eintreten oder nach Absetzen der hormonellen Verhütung. Das sollte man sich also gut überlegen!

Bei mir z.B. war es so, dass ich erst nach über 10 Jahren Nebenwirkungen bekommen habe - dann aber so stark, dass ich auch auf hormonfreie Verhütung umgestiegen bin. Der Gedanke, mir täglich künstliche Hormone einzuschmeissen, ist mir seitdem einfach nicht mehr geheuer. Ich verhüte mit einem Zykluscomputer (cyclotest 2 plus), der auf der Methode sensiplan basiert (mit einem Pearl Index von 0.4 ist das eine der sichersten Methoden und wird sogar von der WHO empfohlen). http://www.verhuetung-cyclotest.de/ Damit habe ich ein viel besseres Körpergefühl und fühle mich insgesamt wohler, voller Energie und mehr im Einklang mit mir selbst! Das heisst nicht, dass du deine Pille absetzen musst, aber es lohnt sich, sich ein paar Gedanken zum Thema zu machen, die Risiken abzuwägen, Alternativen anzuschauen und dann entscheiden, womit du verhüten willst!

Kommentar von elli003 ,

Dem kann ich nur zustimmen - Hormone sind starke Medikamente, die Du täglich nimmst, ohne krank zu sein. Viele Frauen bemerken die Nebenwirkungen erst langfristig, wenn sie ein Kind haben wollen - es gibt aber natürlich auch Frauen, die jahrelang die Pille & Co ohne jegliche Probleme nehmen. Wenn du Dir zum Thema alternative Verhütung Gedanken machst, hier noch ein hilfreicher Link: http://www.verhueten-ohne-hormone.de/

Dazu möchte ich noch sagen, dass es viele Methoden gibt, die nicht hormonell sind aber genau so sicher, auch wenn Frauenärzte das nicht so gerne sagen (ist ja klar, damit machen sie nicht so viel Geld). Ich würde Dir daher empfehlen, Dich dazu noch weiter selbst zu informieren, frag auch mal bei einer Hebamme nach, die haben da oft noch ganz praktische Informationen! LG

Antwort
von gerdavh, 132

Hallo Bella1, wenn man Hormone über einen sehr langen Zeitraum einnimmt, ist die Gefahr an Krebs zu erkranken, leider stark erhöht. Je nach Veranlagung ist es auch für die Venen nicht gut (war bei mir der Fall - hatte immer mehr Besenreißer und sogar eine kleine Hämorroide an den Beinen). Ich selbst habe jetzt nach über 12 Jahren meine Hormone abgesetzt und meine Gynäkologin hat das sehr begrüßt. Grüße Gerda

Kommentar von Zweimal ,

leider stark erhöht

Von starker Erhöhung kann nicht gesprochen werden.
Wenn überhaupt, dann wurde nur eine leichte Erhöhung festgestellt.

"Im Juli 2005 veröffentlichte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) eine Analyse vorliegender Daten, nach denen diesem Nutzen unter anderem ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko entgegen steht.
Die Erhöhung des Brustkrebsrisikos hat sich allerdings spätestens zehn Jahre nach Ende der Einnahme in den Statistiken wieder verloren. Abhängig von der Einnahmedauer wird auch das Risiko für Zervixkarzinome und Lebertumoren geringfügig gesteigert.

Ob der Gesamtnutzen der "Pille" insgesamt auf lange Sicht nicht sogar im Vergleich zum Brustkrebsrisiko überwiegt, konnten die Experten angesichts fehlender Daten 2005 noch nicht sagen: Die IARC forderte weitere Forschungen zum Thema.

Eine im September 2007 in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" veröffentlichte Untersuchung kommt dieser Aufforderung nach:
Die Forschergruppe um Philip Hannaford aus dem britischen Aberdeen hat seit 1968 das Schicksal von Frauen nachverfolgt, die die "Pille" einnahmen.

Sie verglichen die Krebshäufigkeit mit der in einer Kontrollgruppe, die keine oder eine andere Methode zur Empfängnisverhütung benutzte. Um auszugleichen, dass die meisten Frauen Hormone nur einige Jahre einsetzten, rechneten die Wissenschaftler für die statistische Auswertung mit "Einnahmejahren" statt Patientenzahlen und kamen so auf 744.000 "Pillenjahre" und 339.000 auswertbare Jahre in der Vergleichsgruppe. Eine Aktualisierung dieser Studie erschien 2010.

  • Fazit:

Laut dieser derzeit größten Studie bleibt für Frauen, die sehr lange die Pille einnehmen, außer dem leicht erhöhten Brustkrebsrisiko ein statistisch gering erhöhtes Risiko für ein Zervixkarzinom; eventuell auch ein erhöhtes Risiko für Hypophysentumoren und Tumoren des zentralen Nervensystems. Über mögliche ursächliche Zusammenhänge äußern sich die britischen Studienverantwortlichen nicht.

Die "Pille" verursacht aber, insgesamt für alle Krebsarten und auch für andere Risiken berechnet, unter dem Strich keine Steigerung der durchschnittlichen Sterblichkeitsrate, im Gegenteil:
Zumindest in dieser Studie ist die Sterblichkeitsrate bei Frauen, die die "Pille" nehmen, langfristig sogar niedriger:

Die britischen Wissenschaftler fanden bei den Frauen in der Studie eine niedrigere Darmkrebsrate und eine niedrigere Rate an einigen anderen Tumorarten.
Warum dies so ist, kann zurzeit noch nicht erklärt werden. Eine Möglichkeit, außer der bereits bekannten Schutzwirkung vor gynäkologischen Tumoren:
Da Nutzerinnen regelmäßiger zum Arzt gehen als Nichtnutzerinnen, sind sie möglicherweise als Folge insgesamt gesünder. Die Autoren gehen davon aus, dass die Auswirkungen langfristiger hormoneller Kontrazeption in anderen Ländern mit anderem Gesundheitswesen auch anders aussehen können."

http://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/medikamente-und-krebsri...

Antwort
von Cooler2525, 116

Hormone sollen dafür verantwortlich sein, dass das Krebsrisiko steigt. Menschen die Hormonbehandlungen erhalten haben, sollen ein deutlich höheres Krebsrisiko haben als andere Menschen. Das Schädliche merkt man nicht immer gleich, irgendwann hat man dann halt die Beschwerden.

Antwort
von anonymous, 106

Ich verhüte seit 11 Jahren mit Hormonimplantat absolut ohne Probleme!Habe mich nun zur Sterilisation entschlossen,da kein Kindwunsch.Vielleicht auch eine Lösung für dich.

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