Frage von Danco11, 144

Seit Monaten Bauchschmerzen, Blähungen und Grummeln im Darm. Was kann ich noch tun?

Guten Tag,

ich bin 27 Jahre jung und männlich.

zu aller erst muss ich sagen: Ich bin ein ziemlicher Hypochonder, denke immer an das schlimmste was mich persönlich relativ fertig macht.

Im Dezember 2015 ging es mir darum psychisch wieder relativ schlecht da ich aufgrund einer nachgewiesenen neu aufgetretenen Schilddrüsenüberfunktion innerhalb kurzer Zeit 8 Kilogramm Gewicht verloren habe. Ich dachte natürlich wieder an Krebs, dieses mal Leukämie. Eine Blutuntersuchung Anfang Januar nahm mir dann aber diese Angst. Mit Carbimazol wird momentan meine Überfunktion behandelt. Habe auch wieder 4 Kilo zugenommen. Meine Schilddrüsenwerte schwanken aber momentan noch enorm. Mein Arzt versucht noch die richtige Dosis zu finden.

Meine Beschwerden weshalb ich mich an Euch wende haben in genau dieser Zeit angefangen, also auch im Dezember 2015. Seit also nunmehr fünf Monaten habe ich Bauchschmerzen und enorme Blähungen welche aber leider nur selten entweichen so das ich stets einen aufgeblähten Bauch habe. Immer wieder zischt es im Darm und es grummelt ganz fürchterlich. Diese Beschwerden habe ich seit dem täglich. Auch Nachts wenn ich aufwache. Durch diese ganze Luft habe ich einen ziemlich Druckschmerzhaften Bauch. Es spielt sich alles im Bereich um den Bauchnabel herum ab. Tendenziell links mehr als rechts. Immer wieder habe ich auch kurzzeitige Darmkrämpfe (mal fünf Minuten, mal eine Stunde, immer unterschiedlich). Ich habe keinen Durchfall, keine Verstopfung und keine Übelkeit. Vollkommen normalen Stuhlgang. Die Schmerzen durch diese elendige Luft im Darm habe ich allerdings immer. Vom Essen sind diese Schmerzen nicht abhängig.

War natürlich schon bei meinem Hausarzt. Dieser machte mittlerweile zwei mal einen Ultraschall, ohne Diagnose. Pantoprazol, Buscopan, Saab und Iberogast haben alle nicht geholfen. Auch meine Blutwerte sind bis auf die Schilddrüsenwerte top. Er machte ein kleines Blutbild, nahm zig Leberwerte, Blutzucker, Bauchspeicheldrüsenwerte, alles wunderbar und in der Norm. Mein Hausarzt schickte mich dann zum Internisten. Dieser machte ebenfalls einen Ultraschall und nahm Blut ab. Auch er konnte nichts feststellen. Ich wurde auf Laktose-, Fructose-, Histamin- und Glutenintolleranz getestet. Alles negativ. Gestern wurde eine Magenspiegelung bei demselben Internisten bei mir gemacht. Auch da war alles in Ordnung. Auf Blut im Stuhl wurde ich auch geprüft, negativ. Eine Darmspiegelung beim Internist steht nun Anfang Juni an. Aber er meinte er denke nicht das da etwas raus kommt.

Was kann ich noch machen? Können diese chronischen Bauchschmerzen und diese Luft im Bauch denn echt von meiner elendigen Angst vor Krankheiten kommen? Also hat man denn dann wirklich JEDEN TAG Probleme, auch wenn es Tage gibt bei denen es einen psychisch besser geht und man abgelenkt ist? Oder kann es Aufgrund meiner momentan stark schwankenden TSH-Werte (Schilddrüse) kommen? Ich weis echt nicht mehr weiter und bin über jeden Tipp dankbar.

Viele liebe Grüße Danco

Antwort
von DaSu81, 78

Für mich klingt das seeeeeeeeeeeeehr nach einem Reizdarm. Diesen gibt es in verschiedenen "Varianten":

1. Durchfalltyp

2. Verstopfungstyp

3. Mischtyp = Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung

4. Krampftyp (hauptsächlich dominieren die Darmkrämpfe), oftmals in Verbindungmit Blähungen/Meteorismus

5. Blähungstyp

Die Haupttypen sind die ersten 3, diese werden meist begleitet von Blähungen, Krämpfen, Meteorismus, aber es gibt auch manchmal ausschließlich Krämpfe oder ausschließlich Blähungen oder Meteorismus - ohne erkennbaren Grund.

Die "Ursache" oder der Anlass des Reizdarmsyndromes sind nicht geklärt; Fachleute suchen bis heute danach. Fest steht jedoch, dass es meistens (nicht immer!!!) mit der psychischen Verfassung zusammenhängt.

Diesen Zusammenhang mit der Psyche finde ich übrigens sehr logisch: denn wenn die Psyche "im Keller ist" oder man "einfach Probleme hat", wirkt sich das unter Anderem auf den Hormonhaushalt aus. Und dieser wiederum spielt sich nicht nur im Gehirn und Rückenmark ab, sondern auch zu einem großen Teil im Darm. Und wenn nun dieser Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät, wird auch der Verdauungsapparat mit allen Muskeln, Schleimhäuten, usw. beeinflusst, und auch die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht bzw. ist "angreifbarer". Logisch, oder?!?

Deswegen wird von den meisten Heilpraktikern der Darmflora-Test empfohlen, der allerdings idR. nicht von den Kassen gezahlt wird (Effektivität ist nicht nachweisbar!). Die Fraktion der Fachärzte ist da meist anderer Meinung und macht - sofern es gute Fachärzte sind - die Tests, die die Krankenkasse übernimmt. Wenn diese Tests alle nichts ergeben, heißt es dann Reizdarm. Und das scheint dann ja bei dir so zu sein.

Was du vielleicht noch machen lassen sollest, sofern noch nicht geschehen: Stuhluntersuchung wg Entzündungswerten und Verdauungsrückständen, DARMspiegelung,....

Was du selber machen kannst: Die Ernährung GENAUSTENS beobachten, denn selbst, wenn die Tests auf Lactoseintolleranz, Fructoseintolleranz, Glutensensivität ausfallen, so ist es dennoch möglich, dass es postiv ist. Man spricht hier von "Non-Respondern". Wenn du bei Verzehr drauf reagierst, dann kann man davon ausgehen, dass dein Körper es nicht verträgt - trotz negativem Testergebnis.

Natürlich kann man reizdarmtechnisch Einiges machen:

- Ernährung auf die verträglichen Lebensmittel ausrichten und versuchen sind trotzdem gesund und ausgewogen zu ernähren.

- Sport (äußerst wichtig um das innere Gleichgewicht herzustellen)

- ggf Entspannungsmethoden erlernen bzw. die Zeichen des Körpers wahrnehmen, sich Ruhezeiten gönnen und sich um sich selber kümmern

- Medikamente (je nach Symptomen kommen da unterschiedliche Medikamente in Frage)

- Psychotherapie (sofern ein Zusammenhang mit dr Psyche erkennbar ist und man es auch selber möchte!)

- evtl Darmflora-Status + befolgen der Auswertungsergebnisse

 

Um sicherzugehen, dass wirklich nichts ernsthaftes Körperliches dahinter steckt, solltest du die angesprochenen Untersuchungen unbedingt noch machen.

Gute Besserung und viele Grüße DaSu81

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