Frage von Katzenbraut, 71

Seit ca 7 Wochen Dauerschwindel - kein Befund! HIlfe!

Hallo. Ich habe seit mehreren Wochen einen seltsamen ungeklärten Schwindel. Es müssten schon so ca 8 Wochen sein vllt sogar etwas weniger. War bereits im Krankenhaus. MRT - ohne Befund (die Ärzte sagten da wären 2 Punkte zu sehen, sei aber nichts schlimmes). HNO hat auch kurz untersucht. Ohne Ergebnis. Blut entnommen - ohne Ergebnis. Beim Orthopäden gewesen - Krankengymnastik verschrieben bekommen, allerdings noch nicht begonnen, da mich der Schwindel sehr beeinträchtigt. Schilddrüse wurde ne Unterfunktion diagnostiziert. Seitdem nehme ich L-Thyroxin 50er je eine halbe. Seit fast 6 Wochen. Die Ärzte sagten, dass es wahrscheinlich an der Schilddrüse liegt, da auch EKG und EEG unäuffällig waren. Den Schwindel an sich kann ich nur folgendermaßen beschreiben: es ist kein Drehschwindel oder dergleichen, mehr ein Gefühl dass alles um mich herum irgendwie taub ist, so als wäre ich in Watte oder sowas eingepackt. Hab auch rauchen und piepen auf beiden Ohren. Anfangs war mir dabei auch noch schlecht, mittlerweile ist es nurnoch der Schwindel. Der Schwindel war zeitweise besser als ich nur im Bett lag aber seit ca 4 Tagen ist er wieder stärker geworden. Dabei kribbelt es auch vorne in meiner Stirn so komisch und alles fühlt sich so unwirklich an. Auch meine Augen schmerzen ein wenig bzw drücken, da ich das Gefühl hab, dass mein Kopf meinen Augen nicht hinterherkommt. Ich fühle mich fast wie besoffen. Schwer zu erklären. Ich war schon bei sämtlichen Ärzten auch beim Psychologen aber der schiebt auch alles auf die Schilddrüse. Ich muss dazu sagen, dass ich Depressionen habe und deshalb auch in therapeutischer behandlung bin seit etwas mehr als nem halben Jahr. Und ich bin hypochondrisch. Ich bin ratlos, weil mir niemand helfen kann. Auch Medikamente gegen den Schwindel habe ich keine bekommen. Habe mir in der Apotheke Thaumea gekauft aber das hilft auch überhaupt nicht. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Bis jetzt konnte mir keiner Helfen...

Vllt ist hier jemand der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder eine Idee hat?!

Wäre für Hilfe überaus dankbar!

MfG, A.

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Antwort
von holodeck, 50

Deine Thyroxindosis ist viel zu gering. Geradezu fahrlässig gering. Und das kann in der Tat zusätzlich enorme Probleme machen. Depressionen und Ohrenprobleme sind durchaus möglich und normale Folgeerscheinungen dieses Behandlungsfehlers.

Geh zu einem Endokrinologen, der Ahnung hat (ein Arzt, der Ahnung haben will, tät's auch schon), und der Dich vernünftig einstellt. Du musst die Dosis steigern bis der TSH Blutwert um ca. 1 mU/l herum liegt. Das ist auch die Empfehlung der Hersteller. Steigern in 25er Schritten wöchentlich. Am Ende können also durchaus 125er oder 150er L-Thyroxin täglich herauskommen. Der optimale Wert ist dann individuell von Deiner körperlich seelischen Verfassung abhängig.

Die Grenzwerte für TSH in Deutschland sind veraltet und viel zu hoch. Das wissen viele Ärzte aber nicht und vertrauen noch immer auf die Grenzwerte der Laborzettel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Thyreotropin#Normwerte_im_Blutserum

Meine Ärztin meinte bei 75mg, ist doch wieder alles prima, Ihr TSH ist im Normalbereich. Da war er von 8 auf 2,1 gefallen. Dabei ging ich gesundheitlich jetzt erst recht am Krückstock und hatte im gesamten Körper diffuse Entzündungen. Habe dann wegen ihrer Unvernunft und ihrer Weigerung, das über Blutabnahmen zu kontrollieren, auf eigene Faust erhöht. Was nur wegen meiner ausgeprägt guten Körperselbstwahrnehmung funktionierte und was ich niemandem empfehlen würde. Jetzt liegt mit einer 125er Dosis täglich mein TSH bei angenehmen 1,05 mU/l. Und mir geht's blendend.

Kommentar von holodeck ,

Das noch zu Deiner Information

http://www.schilddruesenguide.de/sd_psyche.html

Wegen der Auswirkungen auf die Psyche besteht ein erhebliches Risiko, dass Schilddrüsenerkrankungen als psychische Störungen fehldiagnostiziert werden!

Hypothyreosen induzieren oft [Benommenheit] Depressionen, Lethargie, Psychosen oder Angstsymptome [Anm. von mir: Schwindel ist auch Begleitsymptom einer Angststörung]. Nicht selten geht bei Funktionsstörungen der Schilddrüse die psychische Symptomatik den organischen Beschwerden voraus.” (A. Bischoff: „Defekte Hormon-Fabriken schlagen aufs Gemüt“, Ärztliche Praxis 19.11.2003)

„Schilddrüsenfunktionsstörungen können wegen den psychischen Auswirkungen, vor allem bei monosymptomatischem Verlauf, als psychiatrische Erkrankungen verkannt werden [...]

„Bei Frauen werden doppelt so häufig Depressionen diagnostiziert wie bei Männern und ihnen werden öfter psychisch wirksame Arzneimittel (Psychopharmaka) verordnet, die ein hohes Abhängigkeitspotential in sich bergen. Viel zu selten findet die Tatsache Beachtung, dass 15 – 20 % der Depressionen durch unerkannte Schilddrüsenunterfunktionen verursacht bzw. durch diese in Gang gehalten werden. Eine Unterfunktion kann auch der Grund dafür sein, dass ein Antidepressivum nicht richtig wirkt.

Eine psychologische Behandlung von Krankheiten der Schilddrüse ist nicht sinnvoll, da sich die Symptome durch die Therapie mit Thyreostatika oder Schilddrüsenhormonen meist vollständig zurückbilden.

In diesem Zusammenhang ist problematisch, dass bestimmte Psychopharmaka den Schilddrüsenhormonstoffwechsel beeinflussen und die Symptomatik einer bestehenden Erkrankung der Schilddrüse sich dadurch noch zusätzlich verstärken kann.

Kommentar von Katzenbraut ,

Hallo holodeck!

Danke für deine ausführliche Beratung, ich werd mir das direkt mal zu Herzen nehmen und einen Endokrinologen aufsuchen.

Allerdings habe ich im Internet auch noch was bezüglich Nackenmuskeln gelesen, dass es auch zu so einem Benommenheitsschwindel führt wenn man eine Fehlhaltung hat bzw falsch vorm Pc sitzt. Das Gefühl ist genauso beschrieben, wie es bei mir ist. Allerdings wüsst ich nicht was ich in dem Fall machen soll, da keiner dieser speziellen Therapeuten in meiner Nähe aufzufinden ist. :/

http://www.koerpertherapie-zentrum.de/

Kommentar von holodeck ,

Es können immer 10.000 Möglichkeiten die Ursache von was auch immer sein. Natürlich auch eine Nackenwirbelblockade.

Aber wenn bereits klinisch manifest eine Erkrankung wie eine UF oder ein Hashimoto vorliegt, diese Erkrankung darüber hinaus für etliche der von Dir beklagten Symptome verantwortlich gemacht werden kann, dann ist es durchaus sinnvoll, an dieser Stelle den Faden aufzunehmen.

Bevor man irgendetwas anderes untersucht, muss erst einmal der TSH Wert optimal eingestellt werden. Und das ist er bei Dir mit 50mg und Deiner Symptomatik mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht.

Gute Endokrinologen sind Mangelware und haben mitunter Wartezeiten von über 3 Monaten. Mit einem einsichtsvollen und kommunikationsbegabtem Hausarzt wäre Dir ggf. weitaus schneller geholfen. So schwer ist es nun wirklich nicht, den TSH vernünftig einzustellen. Druck die Wiki Werte aus oder google nach der ähnlich lautenden Mitteilung im Deutschen Ärzteblatt und gib sie Deinem Arzt ;-))

Ach, na ja .. hier ist sie schon
http://www.aerzteblatt.de/archiv/55131/Autoimmune-Schilddruesenerkrankungen-Norm...

Kommentar von Katzenbraut ,

Da hast du wohl recht.

Naja wie gesagt ich werd morgen dann eh zu meinem Hausarzt gehen und der kriegt das schon hin mir schnell nen Termin dort zu besorgen. Beim Urologen hats auch nur Stunden gedauert bis ich den Termin hatte. :D

Und ja von ner Hashimoto sagte mein Hausarzt auch was als er die Schilddrüse geultraschallt hat. Denke das ist wohl das naheliegendste.

Vielen lieben Dank nochmal für die Mühe!

Kommentar von holodeck ,

Gern geschehen. Gute Besserung.

Antwort
von walesca, 48

Hallo Katzenbraut!

Gegen so massive Kopfschmerzen solltest Du es mal mit einer Osteopathie-Behandlung versuchen. Dazu schau bitte mal in diesen Tipp. Hat der HNO-Arzt auch eine "Lagerungstest" gemacht? Oft lagern sich im Innenohr kleine Kristalle ab, die dann Schwindel auslösen können und sich mit dieser Methode aber oft auch wieder lösen lassen. Wurde auch schon mal der Vitamin-D-Spiegel im Blut untersucht? Auch ein Mangel daran kann zu Kopfschmerzen führen. Tipp im Kommentar.

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/manuelle-therapie-oder-osteopathie-wo-ist-d... (besonders Punkt 2c!)

Baldige Besserung wünscht walesca

Kommentar von Katzenbraut ,

Hallo walesca!

Danke für den Hinweis, allerdings wurde dieser Test schon gemacht und es war alles in Ordnung, fällt das mit den Kristallen schonmal raus. Zum Vit D: Es wurde mehrfach Blut entnommen, weiß nicht was die speziell untersucht haben, aber ich denk doch dass die sowas gesehn hätten und mir das gesagt hätten. Kann ich mir also auch nicht vorstellen zumal ich auch VitD Kapseln nehme. Trotzdem danke, dass du dir die Mühe gemacht hast. =)

Kommentar von walesca ,

Bitte, gern geschehen! Der Vitamin-D-Spiegel wird aber nur selten vom Arzt untersucht, da ein Mangel meist als nicht so wichtig angesehen wird! Viele Ärzte kennen den wirklichen Bedarf des Menschen nicht. Er wird von den meisten unterschätzt!! Sprich Deinen Arzt mal gezielt darauf an. Der Wert sollte auf jeden Fall über 50 liegen! Die VitD-Kapseln, die es frei zu kaufen gibt, reichen da oft nicht aus, es sei denn, Du nimmst davon ca. 1000 IE pro Tag ein. Das braucht der Mensch schon als Erhaltungsdosis! Einen Mangel kann man damit nicht beheben! Da müssen es schon die verschreibungspflichtigen Kapseln mit 20000 IE sein! LG

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