Frage von Annnnna, 46

Sehr starker Juckreiz im Intimbereich. Scheidenpilz oder doch was anderes?

Hallo ihr Lieben,

seit Donnerstag (02.02.17) leide ich unter einem sehr starken Juckreiz im Intimbereich, besonders in dem Bereich der Klitoris. Es ist manchmal schon so schlimm, dass ich kaum still liegen, sitzen oder stehen kann. Des Weiteren ist die Scheide angeschwollen und schmerzt beim Anfassen sehr.

Ich bin dann von einem Scheidenpilz ausgegangen und behandle das jetzt mit KadeFungin (Creme und Zäpfchen). Von meinem letzten Scheidenpilz weiß ich, dass die Beschwerden sich relativ schnell legen sollten. Leider ist das dies hier nicht der Fall. Die Beschwerden sind immer noch die gleichen und von dem Juckreiz wach ich manchmal sogar Nachts auf. Nun habe ich seit Gestern (03.02.17) meine Tage bekommen und habe gelesen, dass man dann die Behandlung vorerst abbrechen soll, weil sonst das Blut es zum Teil mit rausspülen würde. Da meine Beschwerden aber so extrem sind, fahre ich die Behandlung trotzdem fort. Ich habe auch gelesen, dass einige Frauen statt 3 Tagen, 6 Tage mit Zäpfchen und Creme behandeln und anschließend mit Milchsäure ein abwehrstarkes Scheidenmillieu aufbauen. Ist das wirklich in Ordnung?

Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie bei einem Frauenarzt war, einfach aus dem Grund, dass ich nie irgendwelche Beschwerden hatte und sexuell nicht aktiv war. Meine Hausärztin meinte immer, wenn die zwei Dinge nicht gegeben sind, ist es nicht notwendig zu einem Frauenarzt zugehen. Jetzt habe ich seit einem halben Jahr einen Freund und vor einem Monat haben wir das erste mal miteinander geschlafen und seit dem immer mit Kondom verhütet. Daher wurde es langsam wirklich mal an der Zeit ein Termin beim Arzt zu besorgen, die meisten Ärzte haben aber erst im Sommer wieder freie Termine. Jetzt im Nachhinein bereue ich es sehr, nicht schon früher bei einem Frauenarzt gewesen zu sein, aus dem Grund, dass viele Ärzte jetzt Neupatienten, die Beschwerden haben, nicht helfen können. Zumindest war das bei den Ärzten bei denen ich gestern angerufen habe so. Was ich wirklich schade finde und werde deshalb nächste Woche trotzdem einfach zu einem gehen und darum bitten mir bei meinem Notfall zu helfen.

Als ich dann KadeFungin kaufen war hat die Dame bei der Apotheke zu mir gesagt, dass es gut möglich sein kann, dass ich etwas länger leiden muss, weil es sich bei mir scheinbar um einen hartnäckigen Pilz handelt. Ist das wirklich so? Kann es wirklich nur ein hartnäckiger Pilz sein, den ich einfach länger behandeln muss? Ich mache mir deshalb solche Gedanken, weil ich noch nie so starke Beschwerden hatte und diese immer noch nicht abklingen. Liegt es vielleicht daran, dass die Beschwerden äußerlich bei der Klitoris liegen und nicht innerlich? Schließlich ist die Klitoris ziemlich empfindlich.

Daher meine Frage: Was meint ihr? Handelt es sich hier bei wirklich nur um einen hartnäckigen Scheidenpilz? Oder ist es vielleicht doch etwas anderes mit ähnlichen Symptomen?

Ich bedanke mich schon mal vorab für hilfreiche Antworten! :-)

Liebe Grüße

Anna

Antwort
von Winherby, 22

Hi Anna

Ob ein weiterer Einsatz des Kade Fungin Sinn macht, hängt von der Art des Erregers ab. Die primäre Frage ist somit, ob es sich wirklich um einen Scheidenpilz handelt, oder ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt. 

Liegt auch vermehrter Ausfluss vor, können Farbe, Geruch und Konsistenz des Ausflusses bereits Hinweise darauf geben welcher Erreger vorliegt. Da Du nun ausgerechnet jetzt Deine Regel hast, wird sich dies so einfach nicht feststellen lassen.

Dennoch, die hauptsächlichen Unterschiede sind:

Meist liegt einer Scheidenentzündung eine Mischinfektion durch verschiedene Arten der Bakterien zugrunde, die zu einem gelb-grünlichen Ausfluss führt. Zudem riecht dieser Ausfluss meistens sehr unangenehm.

Bei einer Pilzinfektion hingegen ist der Ausfluss eher geruchslos, weisslich und oft auch krümelig/bröckelig. 

Diese Erfahrung hast Du doch vermutlich bei der ersten Pilzinfektion gemacht. Warst Du denn damit nicht beim Gyn.?  Wie lange liegt denn diese erste Pilzinfektion zurück? Wenn noch nicht so lange, dann war der Pilz womöglich noch nicht restlos entfernt und zeigt nun bereits Resistenz gegen das Mittel. 

Und auch wichtig: War diese Erstinfektion nach dem ersten GV mit Deinem Freund?  Wenn ja, dann hat womöglich er den Pilz eingetragen, - ohne es zu wissen. Er muss sich auf jeden Fall mitbehandeln lassen, sonst gibt es den Pingpong-Effekt.

Ich rate Dir als Schmerz-Notfall zum nächsten Gyn zu gehen, bevor sich Schlimmeres daraus entwickelt. LG
 

Antwort
von TinaW, 4

Hallo Anna, 

die Antwort von winherby finde ich sehr gelungen und hilfreich. Folgendes möchte ich noch ergänzen: 

1) Der Frauenarztbesuch zur korrekten Diagnose ist jetzt das wichtigste. Eine Überweisung vom Hausarzt ist dazu nicht notwendig.

Da du Schmerzen hast, ist das ein Akutfall und deshalb hast du meines Erachtes ein Recht auf kurzfristige Behandlung. Bitte also nicht um einen allgemeinen Untersuchungstermin in drei Monaten, sondern weise konkret auf deine starken Schmerzen hin und frage nach, ob du heute oder spätestens morgen kommen kannst. Notfalls würde ich auch einfach unangemeldet in der nächsten Frauenarztpraxis vorstellig werden. Dann sitzt du halt zwei Stunden bis du dazwischen geschoben wirst und drankommst, aber besser als keine Behandlung. 

2) Sollte eine Pilzinfektion diagnostiziert werden und du gegen die gängigen Mittel bereits resistent sein (d.h. die wirken nicht mehr), so rate ich dir ergänzend zu den Apothekenprodukten bzw. auch stattdessen zu Basenpulver (2 EL morgens und abends in Joghurt, Apfelmus oder ähnliches). 

Gibt es in jedem Drogeriemarkt für 3 € zu kaufen und wirkt von innen, denn Pilzen mögen keine Basen... Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht. Die Wirkung und Verbesserung trat bei mir bereits nach zwölf Stunden ein. Natürlich habe ich das Basenpulver darüber hinaus noch drei vier Tage genommen. 

Wenn du das Pulver nicht magst, es gibt auch Basentabletten. 

Gute Besserung wünscht dir Tina

Antwort
von DrPille, 24

Ich würde dir raten, dich sofort in die Behandlung eines Frauenarztes zu begeben. 

Sollte es sich nicht um einen Pilz, sondern um Bakterien handelt, können diese aufsteigen und letztendlich zur Unfruchtbarkeit führen.

Gute Besserung.

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