Frage von linda94, 113

Ich bekomme immer wieder Schwindelattacken ohne bekannte Ursache. Was kann ich dagegen tun?

Hallo Ihr! Seit nun mehr als 7 Monaten werde ich (w, 20) von Schwindelattacken geplagt. Meist kommen sie plötzlich und halten zwischen ein paar Minuten bis hin zu mehreren Stunden an (sowohl im Sitzen, als auch im Stehen). Die Abstände zwischen den Attacken sind sehr unterschiedlich: manchmal sind es nur Minuten/Stunden, es kam aber auch schon vor, dass ich 2-3 Wochen keine Probleme mit Schwindel hatte. Während ein solchen Attacke habe ich das Gefühl zu schwanken und meine Umgebung ebenfalls, manchmal wirkt es, als würde sie pulsieren. Außerdem sehe ich nicht mehr richtig und kann nichts fixieren, geschweige denn lesen. Des Weiteren werden meine Beine schwer und fühlen sich an, als würden sie wegknicken, weshalb ich alleine nicht mehr gut gehen kann und mich entweder setzten oder gestützt werden muss. Zudem Taubheitsgefühl in den Beine kann ich meine Finger/Hände nicht richtig spüren und habe keine Feinmotorik mehr. Neuerdings höre ich während einer solchen Phase nur noch 'verschwommen'. Einen bestimmten Grund weshalb diese Attacken enden gibt es nicht. Meist geschieht es genauso plötzlich wie sie gekommen sind. Zudem leide ich unter sehr starken, langanhaltenden Kopfschmerzen, die teilweise fast täglich auftreten und ich deshalb viele Schmerztabletten ( Ibu und Paracetamol) einnehmen muss. Begonnen hatte alles damit, dass ich abends mit Freunden aus tanzen war und ich als Fahrerin nur Cola und Red Bull trank. Plötzlich bekam ich eine Schwindelattacke, die Stunden anhielt, sodass ich ins Krankenhaus gebracht wurde und dort 2 Tage zur Beobachtung war. Zu diesem Zeitpunkt war ein Enzym im Blut erhöht, was jedoch nicht sehr bedenklich war, da ich am Tag zuvor viel Sport gemacht habe. Ich war bereits beim Internisten, HNO-Arzt, Neurologen, Augenarzt, Orthopäden und Osteopath, jedoch ohne Erfolg/Befund. Außerdem wurde ein großes Blutbild, Borreliosetest, kurzzeit EKG, EEG und MRT (von Schädel und Rückenmark/Wirbelsäule) gemacht. Einzige Auffälligkeit war ein HWS-Syndrom, welches jedoch schon seit längerem vorhanden sein muss. Wegen des HWS-Syndroms und meinen starken Rückenverspannungen im Nackenbereich bin ich seit 7 Monaten in physiotherapeutischer Behandlung, da mein Hausarzt vermutet, dass Schwindel und Kopfschmerzen von den Verspannungen kommen. Zudem wurde ich geschröpft und akkupunktiert und mache zurzeit eine Entgiftungskur. Bisher war leider jede Therapie ohne Erfolg. Phasenweise war es mal besser mit dem Schwindel und den Kopfschmerzen, jedoch war dies nie von langer Dauer. Ich kann nicht mehr lange alleine unterwegs sein und habe ständig Angst, dass ich erneut eine Attacke habe, weshalb ich sehr hoffe, dass mir jemand von Euch weiterhelfen kann oder Tipps für mich hat! Ich verzweifel derzeit regelrecht! Vielen Dank schon mal im Voraus!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo linda94,

Schau mal bitte hier:
Kopfschmerzen Schwindel

Antwort
von Emelina, 113

Hallo linda94,

du warst ja schon bei vielen Fachärzten – auch bei einem Neurologen. Bei deinen Symptomen vermute ich aber doch eine neurologische Ursache, deshalb solltest du dir eine zweite Meinung eines (anderen – auf Migräne spezialisierten) Neurologen einholen.

Anfallsartiger Schwindel in Verbindung mit Kopfschmerzen, Sehstörungen und Taubheitsgefühlen sind Hinweise auf Migräne. Es gibt viele verschiedene Migräneformen. Eine davon ist die Vestibuläre Migräne (Schwindelmigräne).

Die wichtigste Differentialdiagnose zum M. Menière ist die vestibulären Migräne. Diese manifestiert sich meistens als attackenförmig auftretender Schwindel, mit Übelkeit und Erbrechen über mehrere Minuten bis zu einer halben Stunde mit anschließendem halbseitigen Kopfschmerz und den typischen Migräne Begeleitsymptomen wie Licht- und Lärmempfindlichkeit, Rückzugstendenz, Müdigkeit und Verschlechterung bei körperlicher Belastung. Die Attackendauer beträgt Minuten bis hin zu vielen Stunden und die Schwindelsymptomatik kann nur zu Beginn aber auch während der gesamten Attacke andauern. Die Symptomatik ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und reicht von starkem Drehschwindel vor Beginn der Kopfschmerzen, also ganz ähnlich einer klassischen Migräne-Aura, bis zu einem Begleitsymptom auch während der Kopfschmerzen.

http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/schwind...

Klassische Migräneaura:

  • Sehstörungen, Sprachstörungen oder einseitige Taubheitsgefühle
  • Eine Migräneaura findet meistens vor dem Migränekopfschmerz statt.
  • Dauer: zwischen 10 bis 60 Minuten.

Bitte nicht verzweifeln – Migräne ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar – auch die Schwindelmigräne (Neurologe).

LG Emelina

Antwort
von doktorhans, 106

Fehlt noch die Psychotherapie...

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