Frage von Cleopady, 112

Schultermobilität stark eingeschränkt?

Hallo,

Ich habe folgendes Problem. Mein Schulter bzw. meine Arme sind absolut ungelenkig, aber um zu erklären was ich genau meine hier die ganze Vorgeschichte (sorry, dass sie etwas länger ist; ich freue mich aber trotzdem über JEDEN Rat und bitte auch um diesen, da mich dieses Problem echt belastet):

Ich habe mit 16 Jahren angefangen im Fitnessstudio zu trainieren. Wie das in dem Alter so ist, ist man sturr und hört nicht auf die ''Älteren'' (Eltern usw.) man solle langsam machen oder auf Ärzte bei denen ich war, welche sagen ich muss unbedingt beweglicher werden. So trainierte ich fleißig vor mir her und hüpfte von dem einen Gerät zum nächsten. Als 18 Jahre alt wurde gab es wie ein Klick in meinem Kopf und ich wollte dieses stumpfsinnige Pumpenaufhören. So entdeckte Crossfit für mich. Und nun fing alles an. Nach 2 Jahren bin ich durch einen Trainer bei der Trainingsplanerstellung hingewiesen worden, dass ich ja nicht mal die Arme im Ansatz über den Kopf bekomme!! Somit wurde mir klar wie falsch ich davor Schultertraining usw betrieben habe (Hohlkreuz um die Arme mehr nach hinten zu bekommen).

Mir wurde klar, dass das nun ernsthaft ein Problem ist, was ich bekämpfen muss da ich jegliche Überkopfbewegungen im Crossfit brauchen werde! Ich war bis heute bei 2 Physiotherapeuten, einem olympischen Gewichtheber (Profi) und 1 Arzt... Ich habe seit 4 Monaten sehr stark an der Mobilität gearbeitet: Fazit bis heute: JEGLICHE Mobilität (Beine, Hüfte usw.) wurde besser AUßER die so sehr gewünschte Schulter :((.

Und nun das eigentliche Problem: Wenn ich versuche in eine Dehnung für die Arme (nach hinten) zu gehen fühle ich was ganz anderes als wenn ich meine Oberschenkel oder die Hüfte dehne. Dehne ich die Hüfte oder die Beine eben fühle ich wirklich ein Band was steif ist was sich aber ziehen lässt und nach par Minuten merke ich starke Erfolge. Bei der Schulter jedoch fühlt es sich wie eine art Blockade an an der ich einfach nicht vorbei komme. Wenn, dann muss ich mit sehr sehr viel druck arbeiten und dann kommt auch ganz schnell ein gefühlter schmerz "in" den Schultern.

Ich habe wirklich alles probiert was mir gesagt wurde von den Trainern, Physios (beispielsweise Behandlung durch Faszientraining, welches auch überall hilft nur nicht in den Schultern). Ich weiß einfach nicht weiter und bin verzweifelt... jeder sagt was anderes: Dein Latissimus ist verkürzt, deine Schultergürtel ist blockiert du musst dies und das tun... ich habe alles was man mir gesagt hat 4 Monate lang gemacht und es hat nichts geholfen :(

Ich bin über jeden Rat und jede Hilfe sehr dankbar!

Antwort
von dinska, 61

Ich würde dir zur Lockerung mal zu Essigbädern raten. Eine Tasse Essig auf eine Wanne und heißes Wasser einlassen, hineinsetzen und das Wasser so heiß zulassen, wie du es gerade noch aushältst.

Bleibe 10 Minuten in der vollen Wanne und streife dann das Wasser nur einfach ab und hülle dich in ein Badetuch oder Mantel. Du schwitzt dann bis zu einer halben Stunde, danach kannst du dich anziehen oder ins Bett gehen. Mache das ein bis zweimal die Woche, wie du es verträgst.

Auch Sauna ist sehr gut zur Lockerung von Muskeln geeignet.

Du solltest bei Übungen immer nur bis an die Schmerzgrenze gehen, da verweilen und gleichmäßig atmen. Beim Ausatmen kannst du versuchen den Druck zu erhöhen, aber sehr achtsam.

Nehme mal Hängeübungen in dein Programm mit ein. Ein Türreck richtig fest befestigen und dich daran hängen, für 10 bis ??? Sekunden, du kannst mitzählen.

Weiterhin ist Seilspringen oder auf der Stelle Hüpfen für die Lockerung sehr gut.

Gegen dein Hohlkreuz würde ich dir Übungen aus Yoga oder Pilates empfehlen, halbe Brücke und dann die Wirbel langsam ablegen und wieder heben. Auch Drehbewegungen der angehobenen Knie sind günstig oder die Kobra.

Wichtig ist immer den ganzen Rücken zu stärken und auch den Bauch nicht vergessen, der Bauch sollte immer der Gürtel sein, die stabile Verbindung zwischen Ober- und Unterteil.

Zuletzt oder zuerst ist auch eine optimale Haltung der Schlüssel zum Erfolg.

Du solltest immer deine Wirbel vom Steiß ab nach oben ziehen, den Bauch flach und leicht nach innen mitnehmen und die Schulterblätter dazu senken, die Arme locker neben dem Körper bewegen.

Keine steife Haltung, aber eine bewusste. Nicht die Schultern, der Bauch ist am wichtigsten. Der muss immer unter leichter Spannung stehen.

Zugbewegungen sollten immer beim Ausatmen erfolgen und dabei den Nabel zur Wirbelsäule ziehen.

Ich hatte immer Rücken, Schulterbeschwerden und Hohlkreuz. Seit ich dies alles verinnerlicht habe und regelmäßig ausübe, habe ich keinerlei Beschwerden mehr und bin einiges älter geworden.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es und gewusst wie!!!

Antwort
von Ente63, 58

Hallo Cleopady!

Das ganze Training, Stretching usw. gut und schön, mir kommt das trotzdem etwas suspekt vor.

Und zwar deshalb weil du laut deinen Ausführungen erst im Alter von ca. 20 Jahren draufgekommen bist das du deine Arme nicht über den Kopf bekommst. Für mich kaum vorstellbar das du das vorher nicht gemerkt hast.

Anziehen, Haare waschen, föhnen usw., wie hast du das bewerkstelligt bzw. tust es immer noch wenn du die Arme nicht nach oben bringst?

Wurdest du denn einmal untersucht mittels Röntgen oder so? Evtl. eine Anomalie oder Fehlstellung von Geburt an? Keine Ahnung ob es sowas gibt aber ich kann das wirklich nicht glauben das du das erst so spät bemerkt hast das Schultern bzw. Arme "blockiert" sind.

Alles Gute!!

Antwort
von fuessiotherapie, 23

Hi cleopady. 

Ich hab folgende Idee dazu, ohne Dich vlt. noch zu verwirren. 

Den Ansatz von ThePoetsWife teile ich bezüglich der Einseitigkeit. 

Hab ne zeitlang parallel im Fitnessstudio gearbeitet und unser Grundsatz hiess: "Nur ein gedehnter Muskel, kann wachsen"! :)

Du weißt, was ich meine!

Darauf bezogen, würde ich tippen, dass Du gut und gerne die Brustmuskulatur trainiert hast. 

Bankdrücken, negativ, Pullovers, Butterfly, usw. 

Sollte dem so sein, wird der M. pectoralis major (groß) und auch der kleine Bruder der Minor (klein) Probleme machen. 

Wahrscheinlich sind die Faszien mittlerweile so verklebt, dass Du alleine kaum ne Chance hast da ran zu kommen. 

Mein Tipp: Den Physio nochmals kontaktieren. Vielleicht jmd. der nicht zimperlich ist und die Brustmuskulatur bearbeiten.  

Dann sollte sich die Bewegungsfreiheit wieder einstellen. 

Ach und ja... Alles, was die Brust übermäßig trainiert, würde ich zunächst verringern. 

Gruß aus Berlin | fuessiotherapie 

Antwort
von ThePoetsWife, 56

Guten Morgen,

du hast wie viele Sportler einseitig trainiert, statt den ganzen Körper. Dadurch verkürzen sich Muskeln.

Jetzt hast du ja schon sehr viel getan, um diese Muskeln wieder zu lockern und auszudehnen.

Mein Vorschlag wäre noch Brustschwimmen.

Evtl. mit dem Theraband (gibt es in verschiedenen Stärken) trainieren, im Internet gibt das Training für die Schultern. Mit dem Theraband arbeite ich nach mehreren Schulteroperationen um langsam und gezielt wieder die Rotatorenmanschetten und die Muskulatur aufzubauen.

Zusätzlich habe ich mir das Buch "Die 7 Aigelsreiter" gekauft, dort sind viele Dehn- und Kräftigungsübungen beinhaltet. 

 Wärme, muskelentspannende Bäder, im Schwimmbad gibt es die Warmwasserbecken, Moorpackungen oder Heizkissen für die Schultern, damit die Muskulatur wieder geschmeidig wird.

Liebe Grüße

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