Frage von Nevada,

Schmerzen im rechten Unterarm - Sehnenscheidenentzündung?

Eigentlich bin ich kein sportlicher Typ. Ich spiele als auch kein Tennis. Dennoch fühlt sich mein rechter Unterarm so an, als hätte ich eine Sehnenscheidenentzündung. Die einzige Bewegung, die ich habe, ist jedoch die Computerarbeit. Ich muß leider sehr viel am Computer arbeiten. Das ist jedoch im Moment mit Schmerzen verbunden. Kann durch das Arbeiten am Computer eine Sehnenscheidenentzündung entstehen? Wie sollte ich sie behandeln?

Antwort von Sandra397,
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Symptome

Für die akute Entzündung ist ein Druckschmerz entlang des Sehnen- und Muskelverlaufs typisch. Oft bestehen auch eine Überwärmung und Rötung als Entzündungszeichen. In ausgeprägten Fällen ist auch Ruheschmerz vorhanden, nur wenig Besserung zeigt sich nach der Ruhigstellung über Nacht.

Die chronischen Formen machen sich zum Teil nur durch knotige Verdickungen der betroffenen Sehne bemerkbar, teilweise mit schmerzhaftem, tastbarem „Knirschen“ und Reiben der Sehne. Dadurch kann es zum Phänomen der so genannten schnellenden Finger (Tendovaginitis stenosans) kommen: Dabei steckt die verdickte Sehne zunächst in der Sehnenscheide fest, bei stärkerem Muskelzug gleitet sie dann plötzlich aus der Verengung heraus (vor allem bei Extensionsbewegungen). In der Schweiz wird dazu auch 'Spickfinger' gesagt.

Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine typische Zone des Druckschmerzes, die sich an die anatomischen Grenzen der betroffenen Sehne und des Muskels hält. Auch besteht ein Schmerz bei passiver Überstreckung der Sehne (vgl. unten: Finkelstein-Test) und bei aktiver Anspannung des Muskels gegen Widerstand.

Abgegrenzt werden müssen u. a. Schmerzen im Gelenk (Arthralgien, Arthrose), Schmerzen am Sehnenansatz im Knochen (Insertionstendopathie, z. B. Tennisellenbogen) und Engpass-Syndrome peripherer Nerven (z. B. Supinatorlogen-Syndrom). Bei Sehnen, die keine Sehnenscheide haben, kann hingegen eine Paratendinitis vorliegen, z. B. an der Achillessehne.

Therapie

Bei starken Schmerzen kann eine Ruhigstellung des betroffenen Muskels (Schiene, selten Gipsverband) sinnvoll sein. Oft wird ein stützender Verband angelegt, und oft eine entzündungshemmende Salbe appliziert. Nichtsteroidale Antirheumatika lindern ebenfalls die Schmerzen und hemmen die Entzündung.

Mittelfristig kann eine Klett-Schiene sinnvoll sein, die über die Kompression Beschwerden lindert. Ergotherapie und eine Anpassung der Arbeitsbelastung sind ebenfalls sinnvoll, etwa durch anderes Arbeitsgerät oder längere Pausen während der Arbeit usw. Bei Musikern hilft lockeres Warmspielen oder Aufwärmübungen der Hände und Handgelenke vor dem eigentlichen Spiel, um der Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen.

Bei chronischen Beschwerden können auch lokale Betäubungsmittel Lokalanästhetika eingespritzt werden, gelegentlich werden auch Cortison-Präparate verwendet. Besonders bei der stenosierenden Form ist eine operative Spaltung der Sehnenscheide möglich. Bei der chronischen Entzündung wird, im Gegensatz zur akuten Entzündung, Wärme meist als angenehmer empfunden als Kälte.

Einige medizinische Studien zur Extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) zeigen, dass 70–80 % der Behandelten nach drei Monaten eine deutliche Linderung der Beschwerden angaben. Allerdings ist nach dieser Zeit generell mit einer hohen Besserungsrate auch ohne Therapie zu rechnen. Andere Studien zeigen keinerlei Wirkung, das Verfahren ist nicht allgemein anerkannt. In Deutschland ist es eine Selbstzahler-Leistung, deren Behandlung ob fehlender Studien guter Qualität nicht von den Krankenkassen übernommen wird.

Am besten ist es, wenn du einen Arzt aufsuchst.

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