Frage von annakathrin, 166

Schilddrüsenknoten - Normalfunktion (euthyreote Struma uninodosa)

Hallo!

Bei mir (22 Jahre) wurde letztens eine Schilddrüsenvergrößerung mit nicht bösartigem Schilddrüsenknoten entdeckt, welcher ca. 3,5 x 2 cm groß ist. Die Blutwerte lagen alle vollkommen im Normalbereich, sodass eine Über- und Unterfunktion ausgeschlossen werden kann.

Nun meine Fragen dazu: - Durch was kann dieser Knoten entstanden sein? - Kann es sein, dass ich vorher unter Jodmangel litt und erst durch die Vergrößerung der Schilddrüse ausreichend Jod aufgenommen wurde (was die normalen Blutwerte erklären würde)? - Kann man das Ganze irgendwie medikamentös behandeln bzw. sollte ich jetzt wirklich zu solchen radikalen Mitteln wie einer OP greifen (da ich keine Schmerzen habe und er wirklich nach außen hin auch nicht auffällt, nur beim Schlucken bemerkt man ein bisschen die Vergrößerung)? Mein Hausarzt meinte, er würde auf jeden Fall an meiner Stelle eine OP machen (einerseits aus ästhetischen Gründen und andererseits aufgrund der Gefahr der weiteren Vergrößerung, die evtl eintreten könnte), der Radiologe hingegen meinte aufgrund des Ultraschalls (welcher Hinweise für einen gutartigen Knoten lieferte), dass er an meiner Stelle nicht operieren lassen würde, da ich noch jung bin und sich das Ganze zurückbilden könnte und man das Ganze besser beobachten sollte.

Entschuldigt bitte den langen Text, aber ich habe einfach Angst und weiß nicht, was ich machen soll. Für jegliche Antworten und Anregungen bin ich sehr dankbar!

LG Anna-Kathrin

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Antwort
von gerdavh, 144

Hallo, die Ursache für eine Struma uninodosa ist Jodmangel. Es ist mir zwar unerklärlich, dass bei dem Überangebot an Jod in Lebensmitteln das jemand haben kann, aber bei Dir ist das der Fall. Bei dieser Form der Schilddrüsenvergrößerung muss man nicht zwingend auffällige Laborwerte haben.

Die Struma oder der Kropf (veraltet: Satthals) bezeichnen eine tastbare, sichtbare oder messbare Vergrößerung der Schilddrüse zunächst unabhängig von der Stoffwechsellage (Überfunktion, Unterfunktion oder normale Funktion der Schilddrüse) und von der feingeweblichen Struktur oder mit dem bloßen Auge zu erkennenden Gestalt.

Die Struma ist weltweit die häufigste Erkrankung der Hormondrüsen (eine Endokrinopathie). Die häufigste Ursache für das Entstehen einer Struma ist ein Jodmangel. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen neben einer medikamentösen Therapie mit Gabe von Jod oder Schilddrüsenhormonen eine Schilddrüsenoperation und eine Radiojodtherapie. (Quelle: Wikepedia).

Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich meinen behandelnden Arzt erstmal auf eine medikamentöse Behandlung ansprechen. Einer Opereration würde ich mich nicht sofort unterziehen. lg Gerda

Antwort
von StephanZehnt, 122

Hallo Anna ,

euthyreote Struma uninodosa)

  • euthyreot - eine normale Schilddrüsenfunktion aufweisend
  • Struma - Schilddrüsenvergrößerung
  • bei Uninodosa gibt es einen Knoten bei Multinodosa mehrere

So eine Schilddrüsenvergrößerung hat zumeist als Ursache einen Jodmangel. Dies kann z.B. mit einer Schwangerschaft zusammenhängen wo man als Frau etwas mehr Jod braucht! Nun hast Du leider nicht geschrieben wie stark die Vergrößerung ist. Das heißt eine Vergrößerung der Schilddrüse kann sich auch nach innen auswirken. Das heißt das sie Dir regelrecht auf die Luftröhre drücken könnte Im Normalfall behandelt man so eine Erkrankung mit Jodid (100 bis 200 µg) oder auch L-Thyroxin.wenn der TSH - Wert odgl. verändert ist. Bei letzteren sollte man aufpassen (Nebenwirkung mitunter Gewichtszunahme).

Vor einer OP ist es sinnvoll darüber nachzudenken, ob bei Dir eine Radiojodtherapie etwas bringt.. Das muss dann der Arzt mit Dir entscheiden ob das in Deinem Fall sinnvoll ist. . Damit könnte ein Struma verkleinert werden

Hier ist einmal eine kleine Zusammenfassung zum Thema Therapie in dem Fall

http://www.schattauer.de/de/magazine/uebersicht/zeitschriften-a-z/nuklearmedizin...

Du solltest bei einer Schwangerschaft die Hebamme oder .. darauf hinweisen. Ja und man sollte eine etwaige weitere Vergrößerung überwachen. (dies ist per Ultraschall sehr schnell erledigt.). Nun der Knoten ist nicht gerade klein - aber sprich mit einem Facharzt darüber vor Ort. Er kann Dir sagen ob eine Therapie auch so viel bringt Oder ob er auch der gleichen Ansicht ist wie Dein Hausarzt Wenn Du Dir überhaupt unsicher bist weil der eine sagt OP und der andere nicht würde ich einmal zu einem Facharzt gehen Endokrinologen. Also nach Möglichkeit eine Zweit - oder gar Drittmeinung holen!

Alles Gute Stephan

Kommentar von annakathrin ,

Hallo Stephan!

Vielen Dank für deine echt hilfreiche Antwort!

Einen Termin bei einem Endokrinologen habe ich bereits, nur findet dieser erst in einigen Wochen statt.

Ich hätte noch kurz eine Frage zu der Behandlung mit Jodid: meine Blutwerte waren alle wirklich im Normalbereich, also keine Grenzwerte: Ist da überhaupt eine Behandlung mit Jodid bzw Medikamenten möglich? (Weil mein Hausarzt meint, sie sei nicht möglich, da meine Blutwerte normal seien?!, er meinte, es müsse eine Über- oder Unterfunktion vorliegen, damit man mit Jodid behandeln könnte und dass daher nur eine OP in Frage kommen würde, der Radiologe erzählte mir aber etwas anderes, daher weiß ich jetzt nicht so recht).

Anbei meine Werte: FT3 5.0 pmol/l FT4 1.19 ng/dl TSH 1.30 µU/ml TPO 9.89 U/ml TAK 12.29 U/ml

PS.: Ich bin nicht schwanger, von daher muss ich mir diesbezüglich noch keine Sorgen machen ;-).

Vielen Dank im Voraus :-))) GLG Anna

Kommentar von gerdavh ,

Warte ab, was der Endokrinologe sagt. Ich wüsste jetzt nicht, was gegen eine Jodbehandlung sprechen sollte.

Antwort
von annakathrin, 102

Danke echt an alle, die Antworten bisher gepostet haben. Ihr habt mir echt Mut gemacht für meinen Endokrinologen-Termin, welcher in einigen Wochen stattfindet. Es war echt hart für mich, gesagt zu bekommen, dass nur eine OP in Frage kommen würde. Ich hatte zwar selbst Zweifel, weil mir der Radiologe abgeraten hatte, daher auch der Termin beim Endokrinologen. Aber es ist aufmunternd zu lesen, dass es tatsächlich doch andere Methoden gibt.

Danke an alle bisherigen und folgenden Beantworter!!!

GLG Anna-Kathrin

Antwort
von bethmannchen, 84

Wenn ich das so lese, dann solltest du dich eher nach der Aussage des Radiologen orientieren. Der sieht und kontrolliert und begutachtet m laufenden Band Schilddrüsen. Ein Hausarzt kümmert sich in seiner Praxis um ein viel breiteres Spektrum, eben von Kopf bis Fuß, innen und außen und eben auch Schilddrüsen.

Eine Schilddrüse produziert so viel T3 und T4, wie sie soll und kann. Von der Hirnanhangdrüse bekommt sie über die TSH-Ausschüttung Bescheid, wie viel sie gerade herstellen soll. Wenn diese drei Werte sich bei dir im Normalbereich bewegen, dann funktioniert die Schilddrüse so wie sie ist und das gerade macht auch optimal, vielleicht gerade wegen dieses Knotens.

Ein gutartiger Knoten muss nicht unbedingt entfernt werden. Und deine Schilddrüse kann tatsächlich auch noch nicht ihre "Erwachsenengröße" erreicht haben bzw. was der Radiologe meinte, dass sie bei dir erst einmal "über das Ziel hinausgeschossen" ist.

Bis 25 Jahre können immer noch Wachstumshormone ausgeschüttet werden. Deshalb ist es wahrscheinlich ist, dass sie sich bis etwa 25 Jahre wieder etwas zurückbildet, und zwar mit oder ohne diesen Knoten. Deshalb würde der eher abwarten, wie sich das entwickelt.

Bei dir macht er sich wohl auch nur mechanisch beim Schlucken bemerkbar. Und sie funktioniert korrekt. Ästhetische Gründe würde ich da ganz hinten anstellen. Wenn du es aushalten kannst, solltest du eine neue Untersuchung in einem halben Jahr abwarten, dann sieht man ja, wie sich das weiter entwickelt.

Kommentar von annakathrin ,

Hallo bethmannchen!

Danke für deine Antwort. Die Ästhetik ist mir ehrlich gesagt egal, da man meiner Meinung nach den Knoten eh nur sieht, wenn man ein geschultes Auge (wie zB mein Arzt, der meinte "man sehe es schon") hat bzw meinen Halsbereich wirklich anstarrt. Außerdem würde bei einer OP die Ästhetik mit der Narbe viel mehr leiden anfangs ;-).

Ich hab nur halt Angst, dass das Ganze noch mehr wächst, wenn die mir schlussendlich keine Medikamente geben. Aber ich warte einmal ab und schau, ob ich nach dem Termin beim Endokrinologen tatsächlich keine Medikamente erhalte.

Dann hab ich ja was das Zurückbilden betrifft, vorausgesetzt ich bekomme eine Therapie, noch ein bisschen Zeit bis 25.

Danke nochmals für die hilfreiche Antwort.

GLG Anna

Antwort
von hermannheester, 80

Ich war etwa im selben Alter als man bei mir ähnliche Befunde äußerte ( 1973 Bielefeld). Ein paar Jahre später (1978 in Koblenz) hieß es: Wenn Sie Ruhe haben müssen wir schneiden. Seitdem ist es mit der Ruhe vorbei. 1996 hieß es bei OP Nummer 2: Wenn Sie sich die erste OP verkniffen hätten, bräuchten wir heute nicht zu schneiden. Beides waren keine hilfreichen Äußerungen der Fachärzte. Inzwischen ist die SD ein wirrer Haufen von Knoten und ich lebe noch (ohne Medikation)

Antwort
von AllesGute, 76

Hallo, es gibt noch andere Möglichkeiten als eine OP. Eine neue Methode, Mikrowellen gegen Schilddrüsenknoten. Wird im Frankfurter Universitätsklinikum eingesetzt. Die zweite Möglichkeit, Radiojodtherapie, diese reicht jedoch nicht immer. Falls keine der beiden Therapien in Frage kommt, die normale Operation ist halb so wild. Such dir ein Krankenhaus, was auf Schilddrüsenoperationen spezialisiert ist und lass es dort machen. Ich selber habe auch eine normale Operation hinter mir, morgens rein, am nächsten Tag raus. Narbe ist kaum sichtbar und mir ging es direkt gut. Meine Stimme war nicht weg, obwohl der Knoten groß war. Schmerzen hatte ich auch keine. Ich musste mich lediglich schonen. Gute Besserung.

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