Frage von Dominic, 880

Rückenschmerzen von Matratze

Hallo,

Ich habe mir vor ca. 6 Monate eine neue Visco-Schaum-Matratze gekauft, doch ich hatte von Anfang an starke Rückenschmerzen schon beim Beginn des Liegens. Ebenso habe ich mir einen Lattenrost gekauft mit ca. 30 Streben und verstellbar im Hüft und Schulterbereich. Ich habe das Gefühl, dass mich die Matratze einfach nicht im Lendenbereich genug stützt und sich so eine kleine Kuhle zwischen meinem Rücken und der Matratze bildet.

Was kann man da tun? Gibt es einen Topper, der den Lendenbereich stützt? Ich möchte eigentlich keine neue Matratze kaufen, da diese sehr teuer war und auch bequem ist, nur eben die Rückenschmerzen. Sollte ich etwas am Lattenrost verstellen?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Danke.

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Antwort
von Winherby, 731

Hallo Dominic, Du solltest den Lattenrost ohne Matratze testen, indem Du Dich vorsichtig auf den Lattenrost legst.

Im Idealfall schmiegt sich der Lattenrost von oben bis unten an Deine vorgegebene Körperform an. Unterm Po geben die Latten nach, darüber im LWS-Bereich bleiben die Latten nach oben gewölbt, unter der BWS geben die Latten wiederum nach, im HWS-/Kopf- Bereich bleiben sie hochgewölbt. In Seitlage gibt der L.-Rost dank der vorhandenen Schulterabsenkung ausreichend nach. So liegt man überall gut gestützt und hängt nirgens durch. Die Matratze dient nun lediglich zur Polsterung der harten Holzlatten.

Die Matratze muss nun so geschaffen sein, dass Deine Figur mit den entsprechenden Schwerpunkten möglichst unverfälscht an den Lattenrost weitergegeben wird. Dazu muss die Matratze schön anschmiegsam und punktelastisch sein. Die geeignetesten Materialien sind Latex-, Kaltschaum-, sowie Kaltschaum mit Viskoauflage.

Gleichzeitig muss aber auch die Dicke der Matratze zum Nutzer passen. Es nützt nichts, wenn die Matratze schön elastisch ist, sie aber für ein Fliegengewicht viel zu dick ist. Umgekehrt braucht ein Schwergewicht logischerweise eine ausreichend dicke Matratze, damit er bequem liegt, und nicht etwa die Federholzleisten durchspürt.

Verspürst Du auf dem Rost beim Probeliegen ohne Matratze unter dem Bereich von Pobacken und Kreuzbein einen hohen Gegendruck, und der Rücken liegt dabei gleichzeitig hohl, dann ist der Rost entweder zu hart eingestellt, oder er ist für Dein Gewicht, falls Du sehr leicht bist, grundsätzlich zu unnachgiebig. Es hängt ja auch beim Lattenrost vom Gewicht des Nutzers ab, ob der Rost zu ihm passt oder nicht.

So wie Du es schilderst hoffe ich, dass lediglich die Federholzleisten auf weich gestellt werden müssen. Sollte der Rost für Dich aber passen, er schmiegt sich also schön an, und Du hast dennoch diese Rückenschmerzen, dann kann es mMn nur noch an der Matratze liegen. Vermutlich ist sie zu fest für Dich, - Viskoschaum hin oder her. Ich empfehle immer! nur den Härtegrad 2 zu nehmen. (Denn der schwere Mensch braucht eine dickere Matratze, nicht die härtere, wie es der Verkaüfer gerne mal erzählt.) Und wenn Du die Härte 2 hast und dennoch das Rückenschmerzproblem, dann liegt es an Deinem zu geringen Gewicht, Deine Figur kommt nicht am Halt gebenden Lattenrost an. Allerdings sind die Härtegrade einer Matratze nicht genormt. Härte 2 beim Hersteller A fühlt sich ganz anders an, als vom Hersteller B.

Ich hatte mal eine Matratze "Waterdreamcell" in H2, die war so steif, dass sie wie eine Brücke lag, wenn ich Kopf- und Fussteil meines Lattenrostes ganz nach oben stellte. Sie lag nur ganz oben und unten auf, hing dabei kein bischen durch, obwohl der Hersteller sie als hochelastisch H2 bezeichnete. Das nur am Rande als Beispiel für Unterschiede bei den Härtegradangaben.

Fazit: Sollte der Rost zu Dir passen, dann ist die Matratze entweder zu dick oder zu fest, schlimmstenfalls beides gleichzeitig.

Ich hoffe, ich konnte helfen, Winherby

Expertenantwort
von StephanZehnt, Community-Experte für Schmerzen, 880

Hallo Dominic,

ich fürchte das Ganze ist etwas problematischer bei so einer Matratze zählt nicht der Preis oder die Bequemlichkeit sondern stützt sie die richtigen Bereiche. So das die Wirbelsäule eine Gerade bildet.

Dazu braucht man allerdings schon ein Nackenstützkissen / Konturkissen. damit die Halswirbelsäule möglichst gerade liegt. Eine weitere Geschichte ist der Härtegrad also je schwerer desto härter sollte die Matratze sein. Da es bei den Härtegraden allerdings keine Normierung gibt wird es auch hier schwierig.

Nun es gibt so ein paar ganz allgemeine Hinweise zu dem Thema http://www.tipps-vom-experten.de/?id=tipp_neu&t_id=1

Die Einstellung des Lattenrostes muss man dann entsprechend vornehmen. Das Problem allerdings die alte Matratze hat genau so bestimmte Muskelbereiche belastet und andere entlastet wenn es da durch die neue Matratze Veränderungen gab kann genau das auch Rückenprobleme auslösen.

Wie auch immer eine Matratze für 1200 € muss nicht zwangsläufig besser sein als eine Matratze für 85.93 € vom Discounter. auch wenn die in der Verarbeitung evtl. nicht ganz so gut ist.

Gruss Stephan

Kommentar von Winherby ,

@Stephan:

Eine weitere Geschichte ist der Härtegrad also je schwerer desto härter sollte die Matratze sein.

Genau dies ist der größte Fehler, den der "schwere" Kunde im Fachgeschäft vom sog. "Berater" erzählt bekommt.

Ansonsten sind Deine Worte gut, aaaber:

Der Link zu diesem Bettenfachgeschäft lässt noch sehr viel Raum für Verbesserungen, aber dafür kannst Du nichts.

Was mir auf dieser Site fehlt sind konkrete Anleitungen für den Matratzen-/Lattenrostkauf. Wo sind denn da die Tipps des "Experten" , so wie es die Adresse der Site suggeriert? Statt dessen nur allgemein bekannte Weisheiten zum Bettenbau, dafür wird mehrfach auf die Beratung im Bettengeschäft durch einen "Berater" hingewiesen. Nun muss man sich aber mal Fragen, wer spielt denn den Berater im Fachgeschäft ? Wie kann er Rat geben ? Woher hat er das dafür nötige Fachwissen ? Hat er eine fundierte Ausbildung in Anatomie, Physiologie und Pathologie des menschl. Körpers, speziell seines Bewegungsapparates? Wohl kaum !! Aber nur dann kann er fundiert wissen, was im Körper des Schlafenden vor sich geht, wenn er richtig/falsch liegt. Und nur dann kann er wirklich fundiert beraten, - und nicht nur verkaufen. Statt dessen hat er den Auftragszettel in der Hand, wo der Kunde dann die Bestellung der "empfohlenen" Matratze unterschreiben muss. So ein Berater hat "seine Fortbildung" im Schulungszentrum eines sponsernden Matratzenherstellers absolviert. Wetten dass?

Dann dieses Video in dem Link. Oh Gott, das ist ja nicht zum Anhören, so eine mieserable Tonqualität bei soviel Dialekt, ich verstehe nicht viel vom Gesagten. Doch der eigentliche Oberschenkelklopfer schlechthin ist ja wohl, dass dieser angebliche "Berater" hier angeblich versammelten Physiotherapeuten erzählt, wie ein vernünftiger Bettenbau auszusehen hat. Lä-cher-lich !! Das grenzt an Hochstapelei. Genau umgekehrt macht es Sinn. Wer war es nochgleich, der sich in Anatomie, usw. gut auskennt ??

Ich bin mit etlichen meiner Patienten auf Wunsch zwecks Kaufberatung durch die Bettenhäuser getingelt. Stets haben sich dann dort interessierte Verkäufer dazu gesellt, falls meine Kunden nichts dagegen hatten, und haben meinen Ausführungen und Anweisungen staunend zugehört. Bemerkungen wie, "ach, das ist ja interessant, das habe ich ja noch nie gehört, so hab ich das noch garnicht betrachtet, usw." waren dabei an der Tagesordnung.

Es sollte jedem Menschen klar sein, wenn er ins Bettenfachgeschäft geht, wird er von Verkäufern "beraten" !! Im Verkaufen sind dies alles ausgebildete Fachleute. Unterschiedlich hohe Verkaufs-Provisionen der Matratzenhersteller sorgen dafür, welche Matratzen bei der "Beratung" zuerst "empfohlen" werden. Ich habe des Spasses halber mal ein halbes Jahr in der Bettenabteilung einer großen überregionalen Möbelkette gearbeitet. Ich könnt ein Buch darüber schreiben, wie es da so abgeht.

Ich empfehle dem Fragesteller, geh zu einem engagierten Physiotherapeuten und lass Dich dort umfassend beraten.

Antwort
von brion1987, 382

Ich befürchte stark, das die Matratze bzw. der Härtegrad nicht deinem körperlichen Anforderungen entspricht, könnte es sein, dass Sie einfach zu weich ist? In diesem Fall gibt es Topper und die kann man auch bei zu harten Matratzen einsetzen.

Viele vernachlässigen etwas, was sich Lattenrost nennt. Wenn du die Möglichkeit nutzen möchtest, gemütlich im Bett zu liegen und Rückenschmerzen zu meiden, empfiehlt sich ein verstellbarer Mehrzonen-Lattenrost. Ein guter Tipp wäre meiner Meinung nach ein Blick auf den Lattenrost Vergleich zu werfen: http://www.lattenrost.org/ratgeber/ dort habe ich mich auch vor dem Kauf informiert. Aus eigener Erfahrung, kann ich sagen, auch da gibt es Unterschiede in der Qualität, daher ist es wichtig, das man sich gut vor dem Kauf erkundigt. Die Kombination aus Lattenrost/Matratze sorgt für erholsame und gesunde Nächte. 

Im Internet findest du auch einige Übungen die beim Rückenschmerzen eine gute Abhilfe schaffen können. Ein wenig den Rücken sowie Bauchmuskulatur zu stärken, hat doch keinen geschadet.

Kommentar von kurana ,

Ja genau! So sehe ich das auch! Lattenrost und die passende Matratze sind ausschlaggebend für einen guten Schlaf und einen schmerzfreien Rücken! Ich habe von http://www.matratzen-selecta.at/ eine Kaltschaummatratze, diese ist an mich angepasst. Generell würde ich empfehlen Matratzen auszuprobieren, sich beraten zu lassen und dann erst eine Entscheidung zu treffen. Eine gute Matratze allerdings auf den Boden oder einen alten Lattenrost zu legen bringt auch wenig. Topper sind bei qualitativ niederwertigeren Matratzen jedenfalls eine kurzfristige Lösung, aber ohne einem guten Untergrund auf Dauer auch nicht zu empfehlen.
Für deinen Rücken kannst du zum Beispiel unterstützend Beckenbodengymnastik oder Pilates und ähnliches ausprobieren. Die Muskulatur zu stärken ist neben einer guten Schlafsituation auch sehr wichtig!

Antwort
von Winherby, 486

Hallo Dominic,

eigentlich ist alles bereits geschrieben worden, was dazu zu schreiben ist.

Wie ist denn Deine typische und überwiegende Schlafposition?

Sollte es die Rückenlage sein, dann nimm Dir eine dicke Wolldecke ( oder adäquates) und roll diese zu einer dicken Rolle zusammen, die plazierst Du Dir mal unter Deine Knie, - in Rückenlage wohlgemerkt.

Diese Rolle muss aber so dick sein, dass Du im Hüftgelenk einen Winkel von mind. 30°, besser sind 45° erreichst. Dabei wird die Stellung des Beckenringes dahingehend verändert, dass die LWS-Lordose weggehebelt wird. Daher wirst Du jetzt mit diesem Rückenbereich voll aufliegen. Dann sollten die Schmerzen Geschichte sein.

Sollte dies wirken, dann steht zusätzlich zu vermuten, dass Dein Iliopsoas-Muskel verkürzt ist. Daher dann die Folgeempfehlung diesen Iliopsoas zu dehnen. Ist der Muskel dann bald wieder etwas lockerer, wirst Du diese Knierolle nicht mehr benötigen. Übungsanleitungen findest Du bei Youtube reichlich, einfach "Dehnung - Iliopsoas" eingeben.

Gute Besserung, Winherby

Antwort
von kreuzkampus, 501

Da ich selbst eine Odyssee mit Matratzen hinter mir habe und mit meiner 5cm Viscoschaum-Auflage hervorragend zurecht komme, wundert mich Deine Beschreibung sehr. Im Gegensatz zu dem, was bisher geantwortet wurde, bin ich aber der Meinung, dass eine "Einstellung" des Lattenrostes bei Visco kontraproduktiv. Ich selbst habe auch nur einen Roll-Lattenrost drunter. Visco hat doch seine eigenen "Gesetze". Er passt sich durch die Körperwärme den Konturen des Körpers an. Wenn ich Lendenwirbel und Schulter, die sich "reingepasst" haben nun wieder "anhebe", wird die Visco-Eigenschaft wieder aufgehoben. Gleiches wäre, wenn die Matratze sich bei elastischen Latten absenken würde. Ob meine Art Logik stimmt, könntest Du feststellen, wenn Du die Matratze auf den Boden legen und dort schlafen würdest. Stephan hat zudem Recht, wenn er schreibt, dass zu Deinem Bett auch ein passendes Kissen gehört. Auch da habe ich zwischenzeitlich zwei Billig-Viscos ausprobiert und bin am Ende doch wieder bei Tempur gelandet.

Antwort
von doktorhans, 529

Eine Spanplatte ca 50 cm lang (50-100 mm stark) in der Breite des Lattenrost-Einsatzes ist zwar dem Lattenrost-System kontraindiziert, hilft aber, solange der Lendenwirbelbereich nicht durch regelmäßiges Bauchmuskeltraining gekräftigt ist.

Antwort
von hermannheester, 485

Falsch eingestellte Lattenroste und Matratzen mit dem falschen Härtegrad sind der Tod so mancher Bandscheibe.

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