Frage von russel, 75

Rückenschmerzen mit konservativer Therapie behandeln?

Hallo,

meine Freundin ist vor einigen Wochen aus Italien zu mir gezogen. Seit ca. 2 Jahren hat sie massive Probleme mit dem Rücken bzw. der Lendenwirbelsäule. In Italien wurde vermutlich eine Discushernie festgestellt, jedoch nicht über adäquate Therapiemöglichkeiten aufgeklärt bzw. besprochen. Ehe wir nun hier jedoch bei einem Orthopäden vorstellig werden, wäre meine Frage, auch hinsichtlich der Schwangerschaft:

  • gibt es alternative Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie?

  • wie sinnvoll erscheint eine Konsultation eines Osteopathen?

  • welche Möglichkeiten der Eigentherapie gibt es?

Ich frage bewusst auch hinsichtlich der Schwangerschaft. Denn ich gehe davon aus, die Rückenschmerzen werden sich dadurch bedingt wohl auch verstärken.

Würde mich über ein paar Ratschläge oder Erfahrungen sehr freuen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dinska, 43

Ich würde erstmal einen Osteopathen empfehlen. Der kann Blockaden erspüren und lösen. Bei meinem Sohn hat einer einen Beckenschiefstand gerichtet , so dass die Beine wieder gleich lang sind.

Zur Eigentherapie würde ich zu gymnastischen Übungen raten und mal bei Yoga und Pilates stöbern. Da gibt es sehr gute Übungen, die man auch in der Schwangerschaft problemlos ausüben kann.

Bei akuten Problemen hilft oft sich auf den Boden auf eine Matte zu legen und die Unterschenkel auf einem Stuhl ablegen, dass Ober- und Unterschenkel im 90° Winkel sind.

Zur Vorbeugung und Entlastung ist die halbe Brücke sinnvoll. Im Liegen die Beine anstellen und dann den Po lösen und Wirbel für Wirbel abheben, bis das Gewicht auf den Schultern ruht, man kann aber auch nur bis zur Taille oder den Schulterblätterspitzen gehen. Da bleiben, den Rücken langziehen, Po in Richtung Kniekehlen und Nabel in Richtung Brustbein und gleichmäßig atmen. Beim Einatmen langziehen und beim Ausatmen den Nabel in Richtung Wirbelsäule, Hohlkreuz vermeiden. Dann nach dem Ablegen, wieder Wirbel für Wirbel, die Knie nach rechts fallen lassen, dabei ausatmen und dann nach links.

Eine weitere sehr gute Übung für die Lendenwirbel und Lendenmuskel ist im Liegen die Füße an einen Wand stellen wieder 90° Winkel, Ober und Unterschenkel, dann die rechte Wade über den linken Oberschenkel legen die rechte Hand ans recte Knie und die linke Hand an den Fuß. Dann das Knie nach vorn drücken und den Fuß zu sich ziehen, den unteren Rücken locker lassen und zum Boden ziehen, Schultern nach unten ausrichten und gleichmäßig atmen 8-15 Sekunden halten, dann das Bein lang etwas nach innen und den Fuß seitlich abkippen und dann um die Oberschenkel fassen und das Bein ganz lang zur Decke strecken. Dann das Bein wechseln.

Wichtig ist auch immer eine optimale Haltung Bauchnabel etwas nach oben ziehen und den Bauch so flach wie möglich halten und dagegen die Schulterblätter senken. So hat man einen imaginären Gürtel in der Mitte der verhindert, dass das gesamte Gewicht nach unten drückt und ausgleichend wirkt.


Antwort
von StephanZehnt, 33

Hallo Russel,

also um was geht es Diskushernie  (Bandscheibenvorfall).  Wenn der nun konservativ behandelt werden sollte sind die Möglichkeiten nicht ganz so riesig.

Das heisst massiv Physiotherapie und daraus abgeleitete Übungen die sie zu Hause macht und ein Sport der Rückengerecht ist.

Das Problem es stehen sehr viele Übungen im Internet zur Not reicht auch einmal ein Theraband allerdings muss man die Übungen richtig machen. Denn sonst  verschlimmert man das Ganze noch.

Es gibt sicher auch die Möglichkeit irgendwo in einem Kurort wenn der in der Nähe ist Wassergymnastik zu machen. Da im Wasser Gelenke usw. vom Gewicht entlastet werden. Allerdings die Grundlage bleibt die Physiotherapie.

Das Problem Schmerz verspannte harte Muskeln noch mehr Schmerz. Ja und während  einer Schwangerschaft  sind Schmerzmittel nur sehr eingeschränkt möglich.Ja und da eigentlich nur Paracetamol wenn es anders gar nicht geht

Eine andere Möglichkeit ist Wärme - es gibt da so Moorpackungen die man immer wieder aufwärmen kann - Handtuch drum und unter die Lendenwirbelsäule legen. Das entspannt etwas die "verhärteten " Muskeln.

Man kann auch die Möglichkeit einer Akupunktur nutzen. Wenn es um
Osteopathie geht kann mna das sicher versuchen allerdings wie das mit dem Erfolg aussieht ? Denn Du schreibst seit nun mehr zwei Jahren....! Ich fürchte sie hat da nicht nur ein Problem.

Also sollte sie schon zu einem Orthopäden gehen und zumindest einmal abklären um was es real geht  Ja und das man da ansetzen kann. Der Physiotherapeut sollte ja auch wissen um was es speziell geht. Ob sie gar einen Gleitwirbel hat odgl..

Nun wie schon festgestellt die Beschwerden werden mit den Monaten der Schwangerschaft nicht besser werden. Das heisst sie sollte so nach einem Tag ihre Beine hochlegen so das sie ca. einen Winkel von 90 °  also eine Kiste odgl. und die Unterschenkel drauf. Dies entlastet die Lendenwirbelsäule absolut. Wenn man da zufällig so eine Wärmepackung hat.....

http://www.forum-schmerz.de/service/aktiv-gegen-schmerzen/bandscheibengymnastik....

Wenn sie jetzt versucht Übungen zu machen niemals in den Schmerz hinein, das verschärft die Sache noch mehr. So mehr fällt mir im Moment nicht ein. Allerdings wie beschrieben vorher alles abklären nicht das man dann doch Schmerzmittel schluckt die dem Kind gar nicht gut tun auch wenn es nicht ganz so einfach für sie ist zum Orthopäden zu gehen.

Hier einmal eine Zusammenfassung der Schmerzmittel zum Thema Schwangerschaft.

http://www.9monate.de/schwangerschaft-geburt/beschwerden-erkrankungen/schmerzmit...

Viele Grüsse Stephan

Antwort
von kreuzkampus, 33

Zum besseren Verständnis für die Leser: Discushernie=Bandscheibenvorfall
Die beste Behandlung eines BSV ist die Stärkung der Rückenmuskulatur. Ich hatte vor Jahren einen heftigen BSV, bin in eine gute Reha-Klinik gefahren, habe dort fleißig geübt (zusätzlich alle Übungen nochmal abends um 22.00 Uhr) und konnte nach zwei Wochen einen langen Weg nahezu beschwerdefrei laufen. Das liegt jetzt über 10 Jahre zurück und ich kann mich normal bewegen. Körperanstrengungen, die auf den Rücken gehen, vermeide ich tunlichst.

Osteopathie? Kann ich mir für einen BSV eher nicht vorstellen. Zusätzliche Diagnostik? Warum? BSV ist diagnostiziert; mehr geht nicht. Eigentherapie? Auch eher nicht; es sei denn, man wiederholt Übungen, die einem von Fachleuten vorher beigebracht wurden.

Kommentar von StephanZehnt ,

Leider wissen wir nicht in welchen Monat der Schwangerschaft sie ist, so das manche Übungen u.U.  nicht ganz so möglich sind... Ausser die Becken-Boden...

Kommentar von kreuzkampus ,

Was könnten wir raten, wenn wir es wüssten? Nichts anderes, als das, was wir geraten haben; erst recht nichts, was "hinter dem Rücken der Ärzte getan werden könnte". Aus der Fragestellung spricht m.E. auch eine Portion Misstrauen gegenüber den Ärzten. Das soll's für mich dann auch gewesen sein.

Kommentar von russel ,

Über die Ärzte in Italien muss man kein Wort verlieren. Für sichere Ergebnisse sollte man das nötige Kleingeld dort haben (insbesondere aus der Gegend, der sie stammt).... Ist eben nicht Deutschland.

Es wurden keine Übungen beigebracht. Es wurden keine besonderen Untersuchungen gemacht. Auch kein MRT. Also darf die Frage doch wohl gestattet sein?!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community