Frage von ruppi, 89

Reicht dieser Befund zur Einstufung in Pflegestufe 2 aus?

Ich würde gerne wissen, ob mit folgendem Befund eine Einstufung in Pflegestufe 2 möglich ist: Es liegt eine spinocellebelläre Ataxie vor, d.h. eine schwere neurologische und fortschreitende Erkrankung. Die Darm- und Blasentätigkeit erfolgt nicht mehr kontrolliert, d.h. es ist ein dauerhafter Katheter gelegt (Versorgung, Desinfektion, Erneuerung etc.) und der Darm entleert spontan in eine Windel (Wäsche und Windelwechsel mehrmals täglich). Die Erkrankte kann mit Unterstützung und mit Rollator kurze Wege innerhalb der Wohnung zurücklegen, Begleitung ist aufgrund der Sturzgefahr auch auf kurzen Wegen nötig. Freihändige Tätigkeiten sind nicht möglich (Sturzgefahr!), d.h. es wird Hilfe beim Zähneputzen, Waschen, Duschen, Anziehen usw. erforderlich. Beim Essen ist ebenfalls Hilfe notwendig (Schluckbeschwerden, Husten, Nahrung muss verkleinert werden etc.). Kurzum: Die Erkrankte braucht eine 24h-Anwesenheit einer Betreuungsperson und Unterstützung bei allen Alltagsdingen. Der Pflegedienst setzt uns einerseits unter Druck, eine 24h-Betreuung sicherzustellen, andererseits attestiert der MD, dass die "Alltagskompetenz nicht erheblich eingeschränkt sei" und nur eine Einstufung in Pflegestufe 1 gerechtfertigt sei. Wer kann mir Ratschläge geben.

Antwort
von sonne123, 89

Hallo ruppi, so wie du es beschreibst, wäre meiner Meinung nach die PS ll gerechtfertigt. Im Unterschied zur PS l müssen die Tätigkeiten der Grundpflege dreimal täglich zu unterschiedlichen Tageszeiten mindestens 180 Minuten betragen. Bei PS l sind es glaube ich 120. Hinzu kommt die hauswirtschaftliche Hilfe, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielt. Hast du ein Pflegetagebuch geführt? Hier kannst du alles eintragen, was du an Hilfestellungen leistest und dem MDK dann vorlegen. Du könntest jetzt in Widerspruch gehen oder du wartest ein paar Wochen und stellst den Antrag noch einmal vollkommen neu. Ich denke das dann ein anderer Mitarbeiter des MDK zur Begutachtung kommt und vielleicht eine andere Sichtweise entwickelt. Manchmal kann man so etwas wirklich nicht verstehen und muß um alles kämpfen, selbst um Kleinigkeiten. Ich wünsche dir/ euch viel Erfolg und laßt euch nicht unterkriegen, nicht entmutigen. In diesem Sinne alles Gute und liebe Grüße 

Antwort
von dinska, 77

Ich kann help4you nur beipflichten. Vor allem mit dem Hausarzt sollte man sehr gut zusammenarbeiten. Ich habe meine Mutter auch die letzten Jahre gepflegt. Man muss auch wenn der MD prüft, dem Patienten sagen, dass er nicht zeigen soll, was er kann, sondern, was er alles nicht kann und ohne Hilfe hilflos ist. Also bleibt dran, am Hausarzt und am MD. Sagt, dass sich die Situation verschlechtert hat, bringt Atteste vom Arzt und dringt auf die Pflegestufe 2, weil sie notwendig ist.

Antwort
von help4you, 76

"Nur" Pflegestufe 1 ist in vielen vlt den meisten fällen nicht gerechtfertigt aber wie wir wissen dreht sich alles um das liebe Geld.

Sicher wäre es in diesem Fall der Person auch angebracht pflst.2 zu bekommen wie auch hilfsutensilien wie Haltestangen,Rampen für rollater & Rollstuhl als bsp. 

Ihr solltest dabei nicht locker lassen und immer wieder versuchen das zu beantragen,vlt könnt ihr auch den Hausarzt hinzuziehen der hier auch die Notwendigkeit dokumentiert und den zustand beschreibt,manchmal muss man das doof gesagt auch ein wenig dramatisieren damit das endlich Früchte trägt.

Bis dahin viel kraft und viel erfolg

Antwort
von JulyG, 28

Wenn alles nichts hilft, würde ich einen Anwalt einschalten bzw. habe ich letztens einen  Bericht über eine Frau gesehen, die sich (ehrenamtlich glaub ich) um solche Sachen kümmert und einem hilft, die richtige bzw angemessene Pflegestufe zu bekommen...

VG

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