Frage von Jackvegas, 276

Reibt mein Schulterblatt an den Rippen?

Hallo!Also mein Problem ist folgendes: ich habe im linken Brustbereich, etwa unter der Brustwarze, häufiger ein stechendes Gefühl, welches nur kurz (ca. 1 sek.) andauert und dann wieder verschwindet, aber häufiger kommt. Der Physiotherapeut meinte, dies ließe sich mit einer Behandlung beseitigen, und denkt die Ursache rührt von einer Fehlstellung im Brustwirbelsäulen Bereich. Er hat dann auch 'was' gefunden, und behandelte es einige Sitzungen lang, aber ganz weg ging es nicht. Sein Rat war, mir einen Osteopathen zu suchen, der es vielleicht wirksamer behandeln könnte. Das habe ich allerdings bisher ausgelassen, weil es mir schlicht zur Zeit zu teuer ist.

Außerdem ist die Halswirbelsäule wohl auch nicht ganz in Ordnung, da ich öfters Kopfschmerzen bekomme, die manchmal durch knacksen weg gehen. Vor allem bereitet es mir Sorgen, dass morgens manchmal so ein unbeschreibliches Geräusch durch meine Halswirbeln 'fährt'. Man könnte es damit beschreiben wie wenn man ein fast leeres Duschgel noch weiter ausdrücken möchte, oder als würde Flüssigkeit irgendwo durch gequetscht. Unter Konzentrationsschwäche leide ich auch häufig, Bspw. wenn mir jemand etwas zu erklären versucht, ich eigentlich aufmerksam sein will, mir aber nichts merken kann, oder eine Seite eines Buches mehrmals lesen muss, damit auch alles 'im Kopf bleibt'.

Weiters bemerke ich ständig (hört eigentlich auch gar nicht auf), dass mein Schulterblatt am Brustkorb oder zumindest den damit verbundenen Muskeln reibt - vor allem, wenn ich meinen linken Arm hebe. Und auch in der eigentlichen Ruhephase verspüre ich noch einen Druck, der an und für sich nur verschwindet, wenn ich meine linke Schulter anhebe.

Wäre euch wirklich dankbar, wenn ihr einige Tipps hättet, was ich machen soll. Führe auch alles noch genauer aus, wenn es hilft.

Schönen Abend noch. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Winherby, 276

Meines Erachtens muss bei Dir in erster Linie der Musculus Subscapularis behandelt werden. Er ist offensichtlich stark verkrampft.

Zuerst muss der Muskel vom Therapeuten massiert und sehr sachte gedehnt werden, dann sollte er Dir zeigen wie Du ihn selbst dehnst. Wenn der Muskel dann gelockert ist sollte er gekräftigt, also trainiert werden. Die erhöhte Kraft wird dann in Zukunft die erneute Verkrampfung weitgehend verhindern.

Sinnvoller Weise wird Dir ein guter Therapeut versuchen die gesamten, - an der Rotatorenmanschette beteiligten -, Muskeln in eine vernünftige Balance zueinander zu bringen.

Zusätzlich ist auch die Lockerung der ges. Nacken- und Brustkorbmuskulatur, also vorn und hinten, sinnvoll. Dann hört auch das Stechen beim Nippel auf.

Merksatz: Nur ein schwacher Muskel ist rasch überlastet und verkrampft deswegen.

Die Konzentrationsschwäche und das herabgesetzte Merkvermögen haben mMn damit aber nichts zu tun, da such eine andere Ursache.

Kommentar von Jackvegas ,

Danke erst mal für die Ratschläge. Welchen Therapeut würdest du empfehlen - soll ich eine Masseurin oder doch lieber einen Physiotherapeut aufsuchen? 2 Übungen hat mir mein alter Physiotherapeut schon gezeigt (Kniebeugen mit den Händen zusammengehalten nach oben strecken, und auf allen Vieren kniehend abwechselnd die Kniehe heben).  Merke auch schon, dass die Muskulatur um die Wirbelsäule gestärkt wird schön langsam.  Ist auch ein ziemliches Problem laut Orthopäden, da ich generell sehr wenig Rückenmuskulatur besaß.

Kommentar von Winherby ,

Tja, das ist schwer zu entscheiden da ich die in Betracht kommenden Kollegen nicht kenne.

Ein guter Masseur kann oft mit Muskel- oder Bindegewebsmassagen für die Beweglichkeit mehr bewirken, als ein schlechter Physiotherapeut mit seinen Bewegungstechniken. Ein guter Physiotherapeut massiert oft nicht gut und auch nicht gerne, ist tendenziell eher in Richtung Gymnastik orientiert.

Idealer war es früher, vor dem Mauerfall, da gab´s hier im Westen den Masseur und den Krankengymnasten. Seit der Wiedervereinigung verschmolzen die beiden Berufe zum Physiotherapeuten. Ich kenne keinen Physiotherapeuten, der beides gut und gerne macht.

Beste Chance: Such Dir wenn möglich ein älteres Semester (wie ich)  der als Masseur begonnen hat, und sich dann nach der Wende zum  Physiotherapeut weitergebildet hat. Der beherrscht dann meist beide Spezialfächer gut.  

Geht diese Auswahl bei Dir nicht, dann such für die nötige Massage einen Masseur, denn die Technik zum Lockern des M. Subscapularis ist körperlich für den Therapeuten sehr anstrengend, Frauen sind meist überlastet damit (meine Erfahrung unter Kollegen). Der Masseur soll dann hauptsächlich den Subsc. lockern und dehnen, natürlich die anderen Muskelgruppen nicht vernachlässigen. Dazu muss der Doc. aber bereit sein Massage zu verordnen.

Danach brauchst Du eine Verordnung für KGG, d.h. Krankengymnastik mit Gerät, diese ist dann für einen Physio. Da zeigt Dir der Physio mit welcher Einstellung und Technik Du an welchen Geräten  den M. Subscapularis aufbaust, damit Du künftig nicht so schnell oder so stark verkrampfst. Dies gilt natürlich für alle Muskelgruppen, alle sollten gut kräftig sein und in einer gesunden Kraft-Balance zueinander stehen. Der Doc. verordnet diese KGG aber  nicht bis zum St. Nimmerleinstag. Präge Dir die Übungen gut ein, geh in eine entsprechend ausgestattete (checken mit Besichtigung und Probetraining) Muckibude und führ dieses Training selbstständig weiter.

Achte immer darauf, dass die Muskeln gut warm gehalten werden, meide Zugluft und Klimaanlagen, nutze gute Funktionsunterwäsche. Falls Du eine Frau bist, achte ganz besonders auf gut wärmende Unterhosen (Liebestöter), statt diese neumodischen Aromaschnüre durch die Ritzen zu ziehen.

Alles Gute.

Kommentar von Jackvegas ,

Bin männlich, 24 und Österreicher, wäre vielleicht noch interessant gewesen, Verzeihung!

Das hört sich leider alles nach ziemlich viel Ärzteherumgewatschel an. Habe davon eigentlich schon genug, nachdem mir die vielen Stunden beim Physiotherapeuten nicht wirklich halfen, und noch weniger die 10 Stunden Moor+Strombehandlung am Rücken.. Was mir dabei noch auffiel, fällt mir gerade ein: Nach 20 Minuten Moorpackung und 20 Minuten Strombehandlung wurde ich noch mit Ultraschall behandelt. Die Dame hat dabei leichte Kreisbewegungen rechts und links der Wirbelsäule gemacht, und jedes mal, wenn sie näher zur Halswirbelsäule hinauf kam spürte ich so ein kribbeln. Man kann es am besten damit vergleichen, über einen alten Röhrenfernseher zu streichen, dieses 'elektrisierende Gefühl' hatte ich dann immer. Habs ihr auch gesagt, aber die meinte dazu nichts weiter, mir kams allerdings schon komisch vor.

Ich spüre auch unter der linken Achsel/Schultergelenk, dass der Muskel/die Muskeln härter und vielleicht auch verspannter sind als rechts.

Kommentar von Winherby ,

Aha, ok, wie die Therapeutenversorgungslage in Ösiland ist weiss ich allerdings nicht, kenne auch das Verordnungsverhalten der Ärzte nicht, auch nicht , ob´s bei Euch ein Budget im Gesundheitswesen gibt.

Ja, leider ist das alles mit viel lästiger Lauferei verbunden. Wie ich jetzt lese, hast Du ja schon einige Therapieformen hinter Dir, offensichtlich hat der Arzt leider die verordnet,  die bei Dir nicht helfen - sehr schade, denn das wirft immer ein neg. Licht auf die ges. Physiotherapie, da gibt´s ja noch so viel mehr als Ultraschall, ETh und Moor. Ultraschall spüren manche Menschen tatsächlich als kribbeln, andere als Wärme,  -ist also nichts besonderes gewesen.

Lese ich zwischen den Zeilen eine gewisse Müdigkeit der Arzt- und Therapielauferei? Nun, wenn es so ist, dann wird es wohl derzeit für Dich erstmal besser sein, die bereits erlernten möglichst gut fortzuführen. Auf Youtube gibt´s ganz viele Anleitungen, schau mal nach. Auch ein Anfangstraining mit einem Theraband ist oft sehr sinnvoll und kost nicht viel. Wenn Du aber doch nochmal zum Arzt gehst, lass Dir die Massage für den Subscapularismuskel aufschreiben. Machs gut.

Antwort
von dinska, 185

Ich denke auch, dass dein Problem in erster Linie durch verkrampfte Muskeln entsteht. Das können durchaus auch die Rückenmuskeln sein. Durch verkrampfte Muskeln kann nicht genügend Sauerstoff aufgenommen werden und das kann die Konzentration beeinträchtigen. Ich würde dir sehr empfehlen, Entspannungstechniken in deinen Alltag einzubauen. Aller Stunden die Schultern lockern, heben, senken, kreisen. Dann beim Einatmen die Arme nach oben heben und das Gefühl haben zur Decke zu wachsen. Beim Ausatmen den Kopf nach vorn fallen lassen und und dann Wirbel für Wirbel nach unten abrollen, Arme mitnehmen, bis Arme und Oberkörper entspannt nach unten hängen, mit dem Einatmen wieder langsam Wirbel für Wirbel aufrichten. Abends würde ich dir progressive Muskelentspannung empfehlen, die kann man gut nach einer CD ausüben und lernen. Auch Saunagänge, warme Bäder und Wärmeauflagen sind zur Entkrampfung gut geeignet. Als Kur kann auch Arnica Globuli D6 gut helfen, einfach mal ausprobieren. Wegen dem Osteopathen kannst du auch mal mit deiner Kasse sprechen, ob sie Kosten übernehmen. Weihnachten ist auch nicht mehr weit, wie wäre es mal sich ein Geschenk, zur Verbesserung der Gesundheit zu wünschen.

Kommentar von Jackvegas ,

Danke dir für deinen Kommentar, denkst du, dass die Konzentrationsschwierigkeiten wirklich mit diesem Muskel zusammen hängen?

Kommentar von dinska ,

Auf alle Fälle hängt sie mit der Sauerstoffversorgung zusammen und die kann durch Verkrampfung und Blockierung eingeschränkt sein.

Kommentar von Jackvegas ,

Dann wäre es natürlich doppelt so gut, dieses Problem zu beseitigen. Danke für deine Hilfe.

Kommentar von Winherby ,

Geatmet wird aber nicht mit der Rückenmuskulatur, sondern mit dem Zwerchfell. Das verursacht bei Verkrampfung Bauchweh beim Atmen, aber davon sagt er nichts. Deshalb sehe ich da keinen Zusammenhang. LG

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