Frage von baschasaur, 41

Reanimation nach Bandscheiben OP

Hallo ich möchte mich hier einfach mal mitteilen, da ich gerade sehr hilflos bin. Und hoffe auf ein paar für mich nützliche und verständliche Antworten.

Folgendes hat sich ereignet:

Am letzten Freitag hat meine Frau eine OP an der Bandscheibe vornehmen lassen. LW 4/5, dabei ist es zu einem furchtbaren Zwischenfall gekommen.Während der OP hat der Neurochirurg laut eigener Aussage" mit der Fasszange die Bandscheibe zu tief ausgeräumt". Dabei hat er die Baucharterie ( arteria illiaca interna sinistra ) perforiert. Es trat eine kurze Blutung auf, die seiner Angabe zu Folge gestoppt wurde. Die beschädigte Arterie blutete aber weiter, und zwar in den Bauchraum. Die Bandscheiben OP wurde dabei fortgesetzt und die Blutdruck,- und Blutwerte meiner Frau verschlechterten sich nach seinen Angaben zusehends. Nach Beendigung der OP wurde meine Frau umgelagert, da ein Kontroll CT gemacht werden sollte. Da fiel dem Ärzte Team der massiv geschwollene Bauch meiner Frau auf und sie wurde auch in diesem Moment so kreislaufinstabil, das sie 15 Minuten reanimiert werden musste. Meiner Frau musste unter massiven Personaleinsatz der Bauchraum eröffnet werden, sämtliche Bauchorgane ausgeräumt und nach Angaben des Arztes die blutende Arterie mit einem Patch versehen werden. Während dieser mehrstündigen OP hat meine Frau fast 5 Liter Blut als Massentransfusion bekommen und lag 5 Tage auf der Intensivstation. Heute wurde sie auf eine Normalstation entlassen. Was meine beiden kleinen Töchter sehr gefreut hat.

Ich möchte gern mal wissen, wie sich die Rechtslage darstellt für uns, den es war die Sprache von einer etwaigen Schwerbehinderung, auch wenn meine Frau keine neurologischen Ausfälle hat?!

Im Moment weiß ich nicht mehr was ich noch schreiben kann? Aber ich hoffe aufrichtig hier ein wenig Hilfe zu bekommen. Den Vorfall habe ich nach bestem Wissen und Gewissen geschildert.

LG Sascha

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo baschasaur,

Schau mal bitte hier:
Schmerzen Operation

Expertenantwort
von StephanZehnt, Community-Experte für Schmerzen, 26

Hallo Sascha,

sicher ist das ein absoluter Schock wenn man in solch eine Situation kommt. Was einem natürlich unheimlich Leid tut wenn man überlegt das beinahe eine Familie die Ehefrau / Mutter verloren hätte.

Wie ist das rechtlich einzuordnen. Also so ca. einem Tag vor solch einer OP wird ein Gespräch geführt Patient und behandelter Arzt da wird man über mögliche Komplikationen aufgeklärt.

Wenn nun bei einer OP etwas schief geht, ist die Frage wie sind die Folgen. Wird sie wieder vollständig gesund oder ergeben sich Folgeschädigungen bis hin zu neurologischen Problemen. Es passiert sehr selten das ein Arzt offen darüber spricht. in Gardeleger Altmark-Klinikum wurden Patienten richtig ....

Wie auch immer wie ist das in Deinem Fall

  • als erstes muss man klären welche Auswirkungen dies nun auf Deine Frau gehabt hat.
  • man kann Kopien aus der Krankenakte verlangen die man allerdings bezahlen muss (Kopierkosten).

Nun ist eine* etwaige* Schwerbehinderung nichts genaues. Man müsste also nach der Entlassung das heißt nach der Anschlussheilbehandlung überprüfen lassen, hat Deine Frau noch Einschränkungen. Ja und wie schwer sind die Einschränkungen.

  • wenn nun Deine Frau eine Schädigung hat sollte man sich mit einer Bitte um eine Beratung an einen Fachanwalt wenden. Man kann wenn man wenig Einkommen hat , zum zuständigen Amtsgericht gehen und wegen eines Beratungsschein nachfragen! Wenn man zum Anwalt geht die Fragen vorher schon einmal notieren...

  • weitere Beratungsmöglichkeiten die Krankenkasse sowie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD). Es gibt auch einen Verein der hier evtl. rechtlich weiterhilft. (bei Nachfrage...).

  • Man sollte sich auch schlau machen wegen eines Gutachters. Bei Sozial gerichtlichen Verfahren gibt es dazu das Gutachten nach § 109 SGG. Wie es in dem Fall aussieht müsste der Anwalt erklären. Wer sich da etwas auskennt weis wie extrem schwer man einen einigermaßen unabhängigen Gutachter zu finden.

    Nun wenn es zu einem Verfahren kommt kann das sehr lange dauern, wenn man sehr viel Glück hat stimmen die Versicherungen schon einmal einem Vergleich zu um ein Musterurteil zu vermeiden.

Wenn sich REAL abzeichnet das es bei Deiner Frau zu einer Schädigung gekommen ist (Schwerbehinderung ....) http://www.juraforum.de/ Da werden Rechtsfragen gut beantwortet (allerdings darf man da nicht schreiben meine Frau ..ich... sondern Frau XY )

Alles Gute für Deine Frau +Familie

Stephan

Kommentar von Autsch ,

:-) Hier der Link zum Gardeleger Altmark-Klinikum:

http://www.az-online.de/lokales/altmarkkreis-salzwedel/salzwedel/ich-habe-einfac...

ansonsten lese ich nur bla bla blubber bla bla bla und verstehe nur dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.

Antwort
von alegna796, 17

Hallo Sascha, was passiert ist, das ist schlimm und ich hoffe sehr und nehme es an, dass es Deiner Frau besser geht. Ganz offensichtlich wurdest Du ja informiert, was passiert ist und dass ein Arzt einen Fehler gemacht hat, das ist schon mal was. Wie schon erwähnt, kommt es darauf an, ob beim Vorgespräch zur OP auf so ein Risiko hingwiesen wurde oder nicht. Es muss schriftlich vorliegen (Deine Frau musste ja ihre Einwilligung geben). Wenn das so ist, dann sind die Chancen kleiner, als wenn das nicht angesprochen wurde. Erst einmal ist es wichtig, dass Deine Frau keine bleibenden Schäden davon trägt. Auf jeden Fall würde ich mir einen Anwalt nehmen, der sich mit Patientenrechten gut auskennt. Alles Gute für Euch alle.

Antwort
von Autsch, 10

Als ersten Schritt, rufe eure Krankenkasse an und schildere alles. Die Krankenkasse ist sozusagen schon Dein Anwalt. Die Krankenkasse überpüft dann die Fehlbehandlung, dann erst kann man über einen Rechtsanwalt Schmerzensgelt fordern.

LG

Antwort
von bobbys, 9

Hallo,

Bitte einen Fachanwalt für Patientenrechte einschalten!!! Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

LG bobbys

Antwort
von anonymous, 11

Erst einmal tut es mir unheimlich leid, was passiert ist und was ihr da durchmachen müsst. Das ist alles ein sehr komplexer Zwischenfall, von ich überzeugt bin, dass du evtl. besser Rechtsberatung zur Hilfe nimmst. Du fragst nach der Rechtslage...Es geht ja schon damit los, was im Aufklärungsgespräch besprochen wurde, zählt die Perforation der Aorta als "Risiko" der OP, usw. Ist es Pfusch? Es gibt ein Forum, das sich explizit mit Juristischen Fragen beschäftigt, ich denke, da wirst du mit deiner Schilderung sicherlich kompetentere INformationen bekommen als, hier, bei dem dir jeder nur eigene Erfahrungen von Fällen wiedergeben kann, die evtl. ähnlich waren. Jeder Fall ist einzigartig und sollte gerade in solch harten Fällen auch unterschiedlich behandelt werden. Ich wünsche euch alle Kraft der Welt, und drücke die Daumen, dass deine Frau sich gut erholt!

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