Frage von CMFan338, 53

Rat/Frage wegen einer Lehrerin bezüglich einer Sache - könnte sie meine Depressionen "erahnen"?

Hallo ihr Lieben!

Also um das ganze hier kurz zu fassen, ich bin weiblich, 19, gehe noch zur Schule und leide an Depressionen, Selbstmordgedanken, SVV, Panikattacken... also dem vollen Paket.... Die Gründe sind jetzt mal nicht so wichtig... jedenfalls geht es darum, dass wir eine Lehrerin haben die neben ihrem Lehrerberuf als Psychotherapeutin arbeitet. Und wir müssen bald alle ein 25 minütiges Referat zu einem Zeitungsartikel halten und ich habe ihr eben erzählt ich schaffe das nicht zu machen wegen Panikattacken.

Morgen muss ich mit ihr in ihrer Freistunde reden über das Referat... weil sie möchte, dass ich es trotzdem halte und nun habe ich echt Angst weil sie ja Therapeutin ist... Ist es möglich dass sie von meiner Depression weiß? Also mehr als nur von meinen Panikattacken? Haben solche Leute so einen "inneren Sinn" für sowas? Ich möchte eigentlich echt nicht mit ihr über sowas reden.. wobei ich echt zurzeit viele Selbstmordgedanken habe. Kann sie davon wissen? Und wenn ja, wie? Trage öfters einen Verband um mein Handgelenk um meinen Unterarm zu verstecken weil ich dort Narben und Wunden habe wenn ich mich mal wieder einen Rückfall habe...

Bitte um ehrliche und ernste Antworten! Bedanke mich schon mal und wünsche euch einen schönen Abend.

CMFan338

Support

Liebe/r CMFan338,

es ist sehr wichtig, dass du bei deinen Ängsten vertrauenswürdige Leute für ein persönliches Gespräch findest. Vielleicht ist es auch nicht verkehrt und ein Schritt in die richtige Richtung, wenn du dich von dir aus offen und ehrlich deiner Lehrerin anvertraust.

Eine weitere, anonymere Beratung bekommst du bei der Telefonseelsorge. Schau doch bitte mal auf dieser Seite vorbei http://www.telefonseelsorge.de/

Dort gibt es die kostenlose Telefonnummer der Seelsorge (Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr. 0800/1110111 & 0800/1110222) und auch einen anonymen Chat.

Dort kannst du wegen deinen Bedenken auch dein Herz ausschütten. Kommunikation ist in deiner Situation auf jeden Fall ein guter Anfang.

Herzliche Grüße

Kai vom gesundheitsfrage.net-Support

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Antwort
von dinska, 29

Depressionen erahnt man nicht, sondern man sieht es den Menschen an, wenn man genauer hinschaut und sich für Menschen interessiert, dann hat man so einen inneren Sinn, egal ob man als Physiotherapeutin arbeitet oder nicht.

Natürlich kennt keiner deine Gedanken, auch deine Lehrerin nicht. Aber gerade, wenn sie als Physiotherapeutin arbeitet, könnte sie dir vielleicht helfen, deine Probleme aufzuarbeiten oder dir eine Therapie vermitteln, damit du dein Tauma überwinden kannst.

Was du von dir preisgibst entscheidest nur du allein und wie es wirklich in deinem Innereren aussieht kann keiner erahnen oder dir ansehen.

Du musst entscheiden, ob du Hilfe willst oder nicht und ob deine Lehrerin dir helfen soll.

Kommentar von Rawir ,

Physiotherapeutin? Das ist doch die, die mit Sportgeräten und Massagen arbeitet, oder? Oder liege ich da völlig falsch?

Kommentar von dinska ,

Nein, du liegst richtig, mein Fehler. Es muss Psychotherapeutin heißen.

Antwort
von alessam, 31

Hallo,

Ja, es kann sein, dass sie den Verdacht hat, dass etwas in der Richtung sich bei dir abspielt. Man merkt das den Leuten ja schon an. Aber wäre es denn wirklich so schlimm wenn sie das weiß? Sie wird das ganz sicher nicht den anderen Lehrern oder gar deinen Mitschülern erzählen. 

Bist du denn in psychologischer/ psychiatrischer Behandlung?

Liebe Grüße 

Antwort
von Lydia304, 11

Es ist Dein gutes Recht zu entscheiden, was Du Deiner Lehrerin erzählst oder nicht, denn schließlich ist und bleibt sie Deine Lehrerin, die Dich beurteilt. Es ist extrem wichtig, dass Du Dich mit Deinen Problemen anvertraust, aber Du darft Dir dafür entsprechende Personen Deines Vertrauens aussuchen, und wenn es diese Lehrerin nicht ist, dann ist das legitim. Sie wird ahnen, dass da mehr dahinter ist, als Psychotherapeutin mit Erfahrung hat sie dafür einen Blick. Aber das bedeutet keinesfalls, dass sie alles weiß. Und wenn sie professionell ist - als Lehrerin wie als Therapeutin - weiß sie auch, dass sie nicht gegen Deinen Willen Grenzen überschreiten sollte. Du kannst selbst entscheiden, wie viel Du ihr erzählst. Als Lehrerin ist natürlich ihr Ziel, dass Du dieses Referat hältst.

Was das Referat angeht: Es kann oft hilfreich und wichtig sein, sich Ängsten zu stellen und sie zu überwinden, selbst wenn es sehr schwierig erscheint, selbst wenn das Referat nicht wirklich gut wird, oder Du anfängst, vor Angst zu schnell oder zu leise zu reden, zu stocken, zu stottern ... Dennoch hättest Du einen Schritt nach vorne getan, nämlich das Gefürchtete nicht mehr zu vermeiden, sondern es durchzuziehen, und wärst damit stärker gegenüber Deiner Angst geworden. Das Ziel ist, dass Du vielleicht Angst hast, aber nicht die Angst Dich im Griff hat. Ich weiß aber nicht, ob Du schon so weit bist. Bist Du denn in psychotherapeutischer Behandlung?

Und da wären wir für mich am wichtigsten Punkt. Das finde ich wichtiger als jedes Referat, jede Lehrerin, jede Schulnote. Du schreibst von Suizidgedanken und selbstdestruktivem Verhalten. Bitte hol Dir Hilfe! Telefonseelsorge ist ein Anfang, wichtiger aber wäre noch eine effektive Behandlung, ambulant oder stationär, je nachdem was für Dich besser ist. Das wichtigste ist erstmal, dass Du überlebst und Dich nicht selbst noch weiter schädigst! Denke daran, auch Du bist ein wertvoller Mensch - unabhängig von einem Referat!

Viel Glück und Erfolg!

Antwort
von Rawir, 21

Hallo CMFan338

Selbst wenn deine Lehrerin keine Therapeutin wäre, wüsste sie wahrscheinlich schon längst Bescheid. Du kannst davon ausgehen, dass sie das als Therapeutin sogar noch viel besser weiß und sogar fachtechnisch versteht. Und sie wird sogar begriffen haben, dass sie nicht deine Lehrerin und deine Therapeutin sein kann. Das wäre nämlich ein - wie sagt man da am besten? - "sowas wie ein "Gewissenskonflikt".

Zu deiner Angststörung nur ein wenig:
Wahrscheinlich hast du dich schon "gut" gebildet, was psychische Krankheiten, deren Symptome u.s.w. angeht. Aber mit Lösungsansätzen dürftest du dich nicht unbedingt auskennen. Selbst ich als staatlich abgeprüfter und beglaubigter Heilpraktiker für Psychotherapie habe in meiner Ausbildung mehr über Diagnostik als über Behandlung gelernt. Sowas lernt man eben doch nur, wenn man studiert. Ich möchte dennoch ein paar Blickrichtungen machen, was deine aktuelle Situation angeht:

Es ist ziemlich egal, was du hast. Deine Lehrerin muss ein Pensum abarbeiten und dazu gehört auch, dass sie den Schülern die Aufgabe gibt, Referrate zu halten. Vom Fachlichen als Lehrerin heißt das, dass du als Schülerin dieses Spiel mitspielen musst. Was du hast, haben viele andere Schüler (und selbst Lehrer!) ebenfalls. Es nennt sich Lampenfieber. Dabei kann einem sogar so schlecht werden, dass es schon Leute gegeben hat, die sich übergeben mussten oder einen Nervenzusammenbruch hatten. Soll heißen: Nicht nur du verspürst dabei ausgesprochenes Unwohlsein. Tausende Andere tun das auch - tagtäglich.

Was die Sache "schwieriger" macht ist deine Angststörung. Sie und die Depression "tanzen" zusammen wie ein innig verschlungenes Liebespaar. Und natürlich werden Beide zusammen die Situation schaffen wollen, dass du durch die Angst unfähig bist, das Refferat zu halten, und dann deine Depression sagt, dass du (mal wieder) versagt hast. Das ist ein "ganz normales Spiel", dass deine Emotionen da mit dir spielen.

Jetzt stellt sich nur die Frage: Willst du (bewusst!) da mitspielen? Oder sagst du irgendwann mal deutlich  "Jetzt ist aber Schluss!" ? Wenn Letzteres passieren sollte, dann kannst du dir auch gleich sagen: "Ist doch egal, ob ich mich zum Vollhorst mache. Machen so viele andere Leute auch... und die haben das überlebt!" Lerne, selbst über dich zu lachen.

... und genau zu dieser Haltung (leider erst durch die Erfahrung) will deine Lehrerin dass du kommst! Wobei die schulische Arbeitsweise leider umgekehrt ist, als es sinnvoll wäre: Erst tun und dann - für das nächste Mal - einen positiven Kick haben.

Solltest du jedoch bei dem Tanz mitspielen wollen, dann bist du einfach noch nicht bereit, bewusst etwas zu ändern! Gut... Dann ist das eben so. Dann geh' an deinem Refferattag nicht zur Schule, sondern melde dich krank. Geh' shoppen, geh' ins Kino oder in den Park. Dann kriegst du zwar eine schlechtere Zensur, aber bislang ist die Welt noch nicht wegen einer schlechten Zensur untergegangen. Wird sie auch nicht. Natürlich kannst du auch zuhause bleiben und alles dunkel machen, wenn dir das lieber ist. Dann brauchst du die Depression eben noch! Aber dann denke mal darüber nach, wie dir deine Depression und deine Angst in deinem Leben helfen kann. Denn die sind nicht ohne Grund da! Frage dich doch mal, was die Gründe sein könnten. Und dann rede mal - wie oben geschrieben - mit der Telefonseelsorge drüber. (Reden ist besser als schreiben, weil die menschliche Stimme beim Schreiben fehlt.)

Mit deiner Lehrerin solltest du nur soviel reden, dass du Tatsachen benennst, ihr aber gleichzeitig auch sagst, dass sie für dich keine Therapeutin werden soll. Als "Fachkraft" weiß sie damit (eigentlich!) umzugehen. Es geht ja nicht darum, dass du ihr deine privatesten Dinge erzählst, sondern nur eine ganz grobe Situationsbeschreibung. Vielleicht kann sie dir sogar Adressen geben, wohin du dich wenden kannst.

Um deine Frage letztlich zu beantworten:
Deine Lehrerin müsste schon ziemlich blind sein, wenn sie nicht schon längst einige Dinge weiß. Das ist Fachwissen in der Diagnostik, die sie gelernt hat. Da ist nix dran mit "Ups, ich habe mich verraten, ich Trottel, ich.". Und auch keine Magie. Es ist ganz normale Beobachtungsgabe und Fachwissen.

Gruß
Rawir X

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