Frage von Anderl3559, 41

Psychotherapie statt Reha

Ich bin nach wie vor arbeitsunfähig geschrieben, Rehaantrag wurde abgelehnt und nun werde ich versuchen einen Psychotherapeuten zu finden. Ich weiß dass vor 5 Jahren mein Versuche einen Termin zu bekommen bis zu frühestens 6 Monate gedauert hat.

Was passiert, wenn ich erst in ein paar Wochen, Monaten einen Termin bekomme - auch wenn ich mich bei mehreren Therapeuten (Kassenzulassung - bin leider kein Privatpatient) auf die Warteliste setzen lasse? Muss ich dann wieder in meine Arbeit - auch wenn es mir nicht gut geht? Wäre die Reha genehmigt worden...da hätte ich ja dann wochenlang meine Therapie und Versorgung gehabt. Wie ist das jetzt so in der Warteschleife?

Kann mein Hausarzt mich auch weiterhin arbeitsunfähig schreiben?

Bin ziemlich down, hatte schon gehofft dass die Reha bewilligt wird. Ich verstehe das Schreiben aber so, dass ich erst alles ambulante ausschöpfen muss..

Das hatte mir schon die Dame von der AOK gesagt. D.h. Therapie und wenn ich dann in ein paar Monaten immer noch nicht gesund bin - noch depressiv bin - dann darf/kann/muss ich zur Reha?

Das zieht sich ja denn ewig hin und arbeits"fähiger" werde ich nicht schneller.

Mit der Bitte um Erfahrungsantworten oder Antworten...einen Widerspruch werden mein Arzt und ich versuchen, aber ich denke die Rentenversicherung wird ablehnen.

Das sorgt nicht für Aufmunterung.

Danke

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Anderl3559,

Schau mal bitte hier:
Psychotherapie

Antwort
von Lydia304, 29

Hallo Anderl,

das ist zunächst natürlich schade. Du solltest auf jeden Fall Widerspruch einlegen und dazu gründlich Argumente sammeln, Dein Arzt und Du solltest es möglichst dramatisch beschreiben (dass Du kurz vor dem Zusammenbruch bist, Deine Kinder fürchtest nicht mehr versorgen zu können, Du so schnell keinen Platz für ambulante Psychotherapie bekommen kannst, völlig verzweifelt bist ...). Man sollte da nicht aufgeben. Viele Krankenkassen lehnen zunächst ab und bewilligen erst nach Widerspruch, sie warten quasi ab, wer den längeren Atem hat und hoffen, dass Du aufgibst. VdK ist sehr gut zur Unterstützung, die kennen sich echt gut aus. Das Argument allerdings, erst müssen ambulante Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sein, ist recht häufig und schlagend, v.a. wenn Du Dich bisher noch nicht um eine ambulante Psychotherapie bemüht hast.

Leider ist es traurige Realität, dass die Wartezeit beim Psychotherapeuten oft monatelang sind. Telefoniere möglichst viele ab, lass Dich auf Wartelisten setzen, und notiere Deine Telefonate und die angegebenen Wartezeiten. Vielleicht hast Du Glück. Wenn nicht, kannst Du als Alternative versuchen, in einer psychotherapeutischen Privatpraxis nach dem sog. Kostenerstattungsverfahren behandelt zu werden. Konkret heißt das, wenn Du trotz Bemühungen keinen Psychotherapieplatz mit zumutbarer Wartezeit finden konntest, müssen Dir die Kosten für eine Privatbehandlung von der Krankenkasse ersetzt werden. Infos dazu gibts unter www.ptk-nrw.de (oder bei den Privatpraxen selbst, die das alle praktizieren). Oder Deine Krankenkasse muss Dir einen Psychotherapeuten besorgen, das ist nämlich eigentlich ihre Pflicht (weiß leider nur keiner)! Du kannst Dich also auch an sie direkt wenden. Unter "zumutbare Wartezeit" wird i.d.R. 6-8 Wochen gehandelt. Was Du auch versuchen kannst, ist einen Psychotherapeuten zu suchen, der Dir zumindest einen  Termin für ein Erstgespräch gibt, und Dir vielleicht hinterher bescheinigen kann, dass Du bei ihm auf der Warteliste stehst und zwischenzeitlich eine Reha als notwendig befürwortet wird, weil ambulante Methoden nicht erfolgsversprechend genug sind.

Letzte Methode, wenn alles nichts fruchtet, und Du nicht mehr weiter weißt, ist eine Einweisung vom Arzt für eine akute stationäre Behandlung. Das ist aber natürlich weniger schön. Hast Du denn eine Betreuungsmöglichkeit für Deine Kinder?

Gib nicht auf!

Kommentar von Anderl3559 ,

Hallo und Danke, ich habe nach zig Emails und Telefonaten bei Psychotherapeuten bei einer zeitnah einen Ersttermin bekommen. Vielleicht klappt es ja zusammen mit dieser Ärztin mit dem Rehaantrag! Die anderen haben entweder gar nicht geantwortet oder Wartezeiten bis Oktober und mehr. War ja klar.

So geht es halt täglich mit Tabletten zum Antrieb (Citalopram 40 mg) und zum einschlafen und runterfahren (Mirtazapin). Auf Dauer keine Lösung ohne Therapie.

Manchmal plagt mich das schlechte Gewissen...jetzt bin ich schon drei Monate nicht in der Arbeit und an manchen Tagen geht es ja nicht so schlecht. Bin ich doch faul?

Mein Arzt sagt mir dass ich krank bin - und das Recht habe gesund zu werden und dass er mich nicht vorher in die Arbeit schickt ehe ich dass von mir aus schaffe.

Was, wenn es noch ein paar Monate dauert? Geht mir alles so durch den Kopf. Sicher, ich werde eine Wiedereingliederung machen - hat mir ja viel geholfen hier davon Infos zu bekommen...aber ich denke das wird schon noch dauern.

Falls eine Reha dazu kommt...April/ Mai + 6 Wochen ...dann sind wir schon Mitte Juni/ Anfang Juli. Dann noch die Wiedereingliederung und schon ist das Schuljahr vorbei.

Ich werde noch eine Frage bzgl. privater Erwerbsunfähigkeit stellen....ab wann ich die bei meiner Versicherung stellen kann - vorausgesetzt ich bin 6 Monate krank...

Bei meiner Tochter (schizoaffektive Störung) hat die Versicherung ab dem ersten Tag nachgezahlt, ob das wohl bei mir auch so ist?

Aber das poste ich in einer neuen Frage

Danke lG.

Kommentar von Lydia304 ,

Das ist doch schon einmal gut, dass Du einen Termin zum Erstgespräch hast.

Dein Arzt hat vermutlich recht, warum sonst sollte er sowas sagen (er hat kein persönliches Interesse daran, Dich krankzuschreiben)?

Stell Dich darauf ein, dass es sicher länger dauern wird, bei der Symptomatik ist das immer so. Alleine bis Du eine Reha bewilligt kriegst (wenn Du sie dann kriegst) und die Klinik einen Platz für Dich hat, vergehen mindestens Wochen, manchmal 2-3 Monate, dann kommt noch die Reha-Zeit dazu. Und bei einer ambulanten Therapie dauert es auch, bis die richtig greift. Realistisch betrachtet wird das eher in diesem Schuljahr nichts mehr. Das ist eben so, nimm Dir den Rat Deines Arztes zu Herzen und gönn Dir die Zeit zum Gesundwerden, die Du brauchst!

Wie Das bei Deiner Versicherung ist, musst Du bei ihr selbst erfragen.

Antwort
von StephanZehnt, 21

Hallo Anderl,

es ist immer gut wenn man so ein Stück (zwei Sätze) die Zusammenhänge schreibt!

Wie auch immer, ich kann Dir nur raten Dir Hilfe zu suchen. Das Problem ist, es ist nicht ganz so einfach einen Psychotherapeuten zu finden.  Selbst Patienten die Suizidgedanken haben bekommen schnell einen Termin bei einer Psychologin.

Ja und da könnte sehr viel Zeit vergehen und je länger Du von der Arbeit weg bist ... 

Also Du hast zwei Möglichkeiten entweder gibst Du auf und sagst OK eine Reha ist so wie so schwierig Kinder (wer passt in der Zeit auf).

- Ja und  ich frage die Krankenkasse ob sie mir einen Termin versorgt bei einer Psychotherapeutin. 

- Oder ich boxe mich da durch (dass heißt  Du suchst Dir Hilfe) es gibt die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands (.patientenberatung.de) - man könnte sich an den VDK oder SoVD (Sozialrechtsberatung einmal die Woche) wenden und einmal  nachfragen ob doch eine Chance besteht. (mit geringen Einkommen kann man sich auch einen Beratungsschein beim zuständigen Amtsgericht holen.Mit dem Beratungsschein geht man zu einem Fachanwalt Sozialrecht (wenn man die Fragen vorher notiert hat vergisst man auch kaum etwas !

Das heißt man schreibt einen Widerspruch mit dem Hinweis das man sehr schlecht einen Termin bei einem Psychotherapeuten bekommt  ja und das bei einer Reha die umfassenden Therapien deutlich mehr bringen als ein Termin bei einer Psychotherapeutin alles vier Wochen oder so.

Wenn Du wie Du schreibst allerdings schon im Bauch oder so das Gefühl hast die lehnen ab dann funktioniert das auch nicht. 

Du musst nach dem Motto ran gehen ich ziehe drei Kinder groß das schaffe ich dann schaffe ich es auch die Reha zu bekommen. Wenn auch mit Hilfe!

Du kannst ja vor erst auch schreiben ich lege gegen Ihren Bescheid vom XX.xx2015 Widerspruch ein eine Begründung liefere ich nach. Denn einen Widerspruch muss man in einer Frist von vier Wochen stellen.

Solche Widersprüche  per Einschreiben mit Rückschein schicken.

https://www.vdk.de/ov-weilheim-teck/ID99121

So das muss erst einmal reichen, falls Du aus welchen Gründen nicht klar kommst kannst Du ja einmal einen Text per Kompliment schicken!  Aber das müsste Dich schon weiterbringen!

VG Stephan

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