Frage von kikicoollady1, 797

Psychische Übelkeit ohne Erbrechen

Hallo. Ich leide seit ungefähr 3 1/2 Jahren (ich bin erst 15) an einer psychischen Übelkeit, die immer da ist. Jedoch musste ich mich nie übergeben, egal wie schlimm die Übelkeit war. Bei mir wurden schon sämtliche medizinsche Untersuchungen durchgeführt, aber es ist alles okay. Ich hatte auch schon Psychologen, aber die haben auch nichts gebracht. Die Übelkeit ist immer da, doch sie ist meistens nach den Essen sehr stark. Ich habe keine Laktose- oder Fruktoseintoleranz.

Kann mir jemand helfen?

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von bethmannchen, 665

Ich kannte mal jemanden, der unter chronischer Verstopfung litt. Richtig krank ist man damit ja nicht, aber auch nicht gesund. Ständig hatte er Beschwerden, ohne Tabletten ging gar nichts, und er hätte das schon von klein an.

Dann hab ich einmal darauf geachtet, was der so den ganzen Tag isst, trinkt und treibt. Er aß und trank tatsächlich den ganzen Tag nur Dinge, die ganz bestimmt stopfend wirken, und vermied auch die kleinste Bewegung wenn irgend möglich. Unbewusst arbeitete er also daran, etwas zu haben, worüber er stöhnen und jammern konnte.

Wie kann es bloß angehen, das jemand "gerne krank ist"? Wie kann das besser und erstrebenswerter sein, als gesund zu sein und keine Probleme zu haben? Wo mag das wohl herkommen? Was mag gewesen sein, als er ganz klein war?

Tjaaa, als er Baby war, wurden die kleinen Würmer mit reichlich Karotte, Banane ... gefüttert, das ist ja sooo gesund für Babys. Das stimmt schon, aber das sorgt auch für reichlich Verstopfung, Unwohlsein, Bauchschmerzen, Koliken und viel Quälerei und Geschrei.

Da haben die Mütter ihre Babys dann stundenlang herumgetragen, gemacht und getan, damit sie sich bloß wieder beruhigen, aber Karotten und Bananen... mussten sein, es gibt niiichts das so gesund ist. Jaaa, und so ähnlich, mit Eia Popeia, sollte es für den wohl lebenslänglich weiter gehen.

Als er mir wieder einmal die Ohren voll jammern wollte, bekam er eine Liste mit den Nahrungsmitteln, die er meiden und bevorzugen soll und den Rat, sich mehr zu bewegen. Schluss mit Mitleid, man hat es so, wie man es haben will. Will man es anders haben, muss man was ändern.

Bei dir fing die Übelkeit also vor 3 1/2 Jahren an. Was war denn da los?

Mit 11/12 wird den meisten Mädchen recht deutlich bewusst, dass sie ja nicht mehr lange Kind bleiben werden, bald schon Frau sind, bald kommt der Ernst des Lebens. Aber ich bin doch erst... was kommt da eigentlich auf mich zu? Wie soll das bloß werden?! Das kann einen schon richtig psychisch überwältigen und aus dem Gleichgewicht bringen.

Vielleicht ist es bei dir etwas ganz anderes, vielleicht etwas das noch früher war, vielleicht viel früher. Es wird da irgend etwas geben, mit dem du "dich überfordert fühltest", das dich "umgehauen" hat, dir "auf den Magen geschlagen" ist. Du magst es vergessen haben, ganz tief in dir vergraben haben, aber nur du kannst wissen, was das ist.

Psychologen sprechen von "Verdrängen unbewältigter Konflikte und negativer Erfahrungen", meinen damit aber das selbe. Als Selbstschutz legen wir einen großen Schreck erst einmal bei Seite. Danach verarbeiten wir ihn dann häppchenweise, so wie man das dann eben nach und nach bewältigen kann.

Manchmal vergessen wir nur, dass wir da ja noch etwas "geistig in Angriff nehmen" müssen, dann haben wir es aus dem Bewusstsein "verdrängt", aber es nagt aus dem Unterbewusstsein weiter an uns.

Psychosomatische Beschwerden : Psyche = Seele + Soma = Körper - da hat also die Seele Beschwerden, die sie über den Körper meldet. Da kann man dann suchen und suchen, wird aber keine Krankheit finden. Medikamente würden auch nur eine kurze Weile helfen, dann wird die Seele noch lauter "zu rufen anfangen", weil sie ja immer noch keine Aufmerksamkeit bekommen hat. Die Ursache ist dann gar nicht körperlich.

Da kannst du dir ja nun einmal Gedanken machen.

Kommentar von Winherby ,

10 X DH !! Hervorragende Analyse.

Kommentar von bethmannchen ,

Vielen Dank für den DH, aber von Analyse kann man hier noch gar nicht sprechen. Analysieren muss das die Fragerin das ja für sich selbst. Ich, und wir alle hier, können doch nur Denkanstöße geben. Vielleicht habe ich ganz weit vorbei getroffen, also immer Vorsicht mit "ja, ganz genau, das ist es".

Kommentar von bethmannchen ,

Vielen Dank für das Sternchen!

Ich habe dein Leben nicht gelebt, dich nicht "begleitet", kenne dich also nicht. Deshalb kann ich dir nur einen Denkanstoß geben. Den Grund für deine Übelkeit musst du selbst finden. Am besten quatscht du dich mal mit jemand richtig aus.

Am besten kann dir sicher deine Mutter helfen. Niemand sonst kennt dich so gut, und niemand sonst meint es so gut mit dir. Mit Müttern kann man übrigens über alles reden. Als ich in deinem Alter war, habe ich das erst nicht geglaubt, aber es ist wahr. Ich muss es wissen, denn ich bin Mutter. Auch mit 15 muss man nicht durch alles alleine hindurch.

Antwort
von kennchen, 490

Gegenfrage: Wurde du schon auf einen nervösen Magen, bzw. Reizmagen hin untersucht?

Zum Reizmagen:

Der Reizmagen wird in der Fachsprache funktionelle Dyspepsie genannt. Er äußert sich in verschiedenartigen, diffusen Beschwerden des Verdauungssystems. Es können folgende Beschwerden auftreten:

  • Brennende, krampfartige oder dumpfe Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen
  • Unverträglichkeiten bei bestimmten Nahrungsmitteln, Sodbrennen, Aufstoßen
  • Appetitlosigkeit
  • Schluckbeschwerden, trockener Mund, Brennen der Zunge

Die Beschwerden können schon Jahre oder Monate bestehen und treten in unterschiedlichen Abständen immer wieder auf. Bei manchen treten die Beschwerden einzeln auf, etwa ausschließlich Schmerzen im Oberbauch. Es können aber auch verschiedene Beschwerden zusammen auftreten. Häufigster Zeitpunkt ist beim oder nach dem Essen. Möglich ist eine Kombination der typischen Beschwerden mit psychischen Komponenten wie depressiven Verstimmungen, Angst, Gefühle der Überforderung, Atem- und Herzbeschwerden, Schlaflosigkeit, Unruhe.

Ist eine organische Ursache für diese Symptome durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen worden, wird dieses Krankheitsbild als "funktionell", im Sinne von "nicht-organisch", bezeichnet. Es besteht kein ernster organischer Hintergrund, der Auslöser für die Beschwerden wäre. Siehe hier: http://tr.im/4cbjy

Da der Reizmagen eben auch ein Symptom einer seelischen Erkrankung wie einer Depression sein kann, solltest du doch noch mal einen Neurologen oder Psychologen aufsuchen. Du schreibst ja > ...die haben auch nichts gebracht. Wenn du den Eindruck hattest, die haben sich keine richtige Mühe gegeben, gehst du zu einem anderen. Denke aber daran, deine Mithilfe dabei ist wichtig. Ein Neurologe oder Psychologe kann auch nicht auf einen Knopf drücken, Medikamente verschreiben und alles ist sofort wieder ok. Es gibt aber moderne Medikamente und Behandlungsverfahren, mit denen man sehr gut helfen kann. Alles Gute!

Antwort
von Jaromir, 480

eine Freundin von mir hat ähnliche Beschwerden und zwar jedesmal wenn sie aufgeregt ist, egal ob gestresst oder freundig. Auf jeden Fall habe ich ihr SchüsslerSalz Nr 7 empfohlen und es hat ihr ein bißchen geholfen. Vllt magst dich ja mal überhaupt mit Schüssler Salze auseinander setzen, mich haben sie überzeugt. Hat auch meinem Hund gut geholfen, soviel zu dem dass die eh nix nützen........ probier doch mal die Schiene........oder geh zu einem guten Heilpraktiker. Viel Erfolg

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