Frage von ngu89, 91

Psychische Probleme nach neuem Job - Was soll ich tun?

Hallo Zusammen,

ich muss leider etwas ausholen also erstmal zur Vorgeschichte: Ich bin 24 und war vor etwas mehr als einem Jahr für zwei Monate in einer psychiatrischen Tagesklinik aufgrund von schweren Depressionen und Agoraphobie. Es ging mir dann nach und nach etwas besser, war anschließend in Reha und habe im November einen neuen Job angefangen, ich glaube das war ein Fehler. Mir wurde von meiner Psychiaterin empfohlen, nicht sofort wieder einen beliebigen Vollzeitjob anzunehmen und sie sagte ich brauche vorallem ein festes Umfeld. Aus Dummheit habe ich nicht auf diesen Rat gehört, und habe bei einer Zeitarbeitfirma angefangen da ich dachte ich muss schnellstmöglich wieder arbeiten...

Das war ein Fehler und ich wurde von Einsatz zu Einsatz geschickt und bin nun bis mind. Februar in einem riesigen Konzern und ich komme mit der Arbeit und allem nicht zurecht. :-( Seit einigen Wochen geht es mir nach und nach wieder schlechter, ich merke wieder richtig wie ich in die alten Muster während der akuten Depression zurückfalle. Ich bewerbe mich schon aber habe bis jetzt nichts neues gefunden und ich weiß nicht was ich machen soll..

Ich befürchte das es mir bald wieder sehr schlecht geht wenn ich da bleibe aber ich möchte auch nicht kündigen ohne eine neue Stelle zu haben.. Ich weiß nicht was ich tun soll..Was meint ihr? Wie sollte ich mich verhalten?

DANKE

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Antwort
von gerdavh, 91

Hallo, unter diesen Umständen solltest Du zu Deiner Teilzeitfirma gehen und um eine Versetzung bitten. Ich würde dort allerdings nicht die ganzen gesundheitlichen Umstände erläutern - gesunde Menschen haben da ohnehin wohl kaum das rechte Verständnis. Sage einfach, Du fühlst Dich mit der derzeitigen Arbeit überfordert. Es ist auch in deren Sinn, dass die Auftraggeber zufrieden sind. Allerdings ist bei Teilzeitfirmen es natürlich gang und gäbe, dass man ständig wechselt und bei dieser Firma wärest Du bis Februar immer am gleichen Arbeitsplatz. Du sollltest dieses Für und Wider mit Deiner Psychologin besprechen. Auch diese wird ja wohl wissen, wie schlecht es auf dem Arbeitsmarkt aussieht und dass Du nicht einfach so kündigen möchtest. Ich wünsche Dir, dass Du mit Deinen Bewerbungen Erfolg haben wirst, ist heutzutage nicht ganz so leicht. Alles Gute. lg Gerda

P.S. Eine Alternative wäre evtl. eine Umschulung über das Arbeitsamt - da musst Du Dich vorher erkundigen, inwieweit das bezahlt wird. Dann hättest Du jeden Tag über einen langen Zeitraum hinweg einen Schulalltag, immer im gleichen Umfeld.

Antwort
von StephanZehnt, 62

Hallo ngu,

Du solltest einmal mit Deiner Psychiaterin über das Thema sprechen. In wie weit man neben der Arbeit ambulant an der Agoraphobie arbeiten kann. Das solltest Du tun bevor das Problem zu groß ist.

Das heißt man sollte Beides tun die weitere Therapie aber auch das arbeiten auch wenn das für Dich nicht gerade schön ist. Es ist für Dich eine Art Konfrontationstherapie in der Du nun zwischen den Stühlen stehst! Ich schätze Dein neuer Arbeitgeber weis auch nichts davon.
Ich weis nicht ob die Möglichkeit besteht einmal mit dem Arbeitgeber zu sprechen ob der häufige Wechsel zumindest etwas eingeschränkt werden kann ohne das man da sofort an Kündigung denkt.

Wenn das nun gar nicht mehr funktioniert (bei ständigen Wechsel) und man Dir kündigt solltest Du Dich einmal an Deine Arbeitsagentur wenden es gibt solche Integrationsfachdienste bzw. Integrationsfachämter.

Beispiel. http://www.bw-lv.de/de/integrationsfachdienste/ifd-pforzheim/

Diese Fachdienste bzw. Fachämter helfen bei der Integration in den Arbeitsmarkt und werden von der Arbeitsagentur finanziert. Dies muss abgeklärt werden ob dies auch in Deinem Fall möglich wäre...

Also sprich mit Deiner Psychiaterin und frage sie was in Deinem Fall möglich und sinnvoll ist. Ob die Psychiaterin evtl. einmal mit dem Arbeitgeber sprechen könnte. Wir werden Dir nicht sagen suche Dir eine andere Arbeit und alles ist gut! Heute muss man froh sein überhaupt Arbeit zu haben in solchen Zeiten.

VG Stephan

Kommentar von gerdavh ,

Also sprich mit Deiner Psychiaterin und frage sie was in Deinem Fall möglich und sinnvoll ist. Ob die Psychiaterin evtl. einmal mit dem Arbeitgeber sprechen könnte.

-- Wie sieht das denn aus?? Es handelt sich hier um eine/n Erwachsene/n und nicht um ein kleines Kind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es förderlich ist, wenn die Psychologin bei der Teilzeitfirma anrufen würde - davon mal abgesehen, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das machen würde.

Antwort
von IndianerJones, 67

Wenn es dir wieder schlecht geht musst du erneut zur psychiatrischen Betreuung gehen. Du kannst es nicht hinauszögern bis du wieder das volle Bild der Depression erreicht hast. Wenn die Depression erst mal manifestiert ist wird es schwierig sie so schnell wieder zu behandeln. Reagiere lieber rechtzeitig. Du wirst ja krank geschrieben und hast dadurch keinen Lohnausfall. Ich wünsche dir gute Besserung.

Antwort
von bobbys, 47

Du solltest unbedingt einen Neurologen/Psychiater auf suchen und dich erst mal medikamentös behandeln lassen und zu dem auch eine Psychotherapie machen.

Offensichtlich war der "Neue" Start nicht gerade das Richtige vielleicht hättest du doch auf deinem behandelnden Arzt hören sollen.

LG bobbys

Antwort
von kleinemaus100, 67

In der Tat kann der Beruf bzw. die Arbeit einen Großteil zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Genauso kann sie Ursache vielseitiger psychischer Erkrankungen sein. Ich würde sagen, dass Du jemand bist, der sich seine Arbeit - ohne die es ja schließlich nicht geht - nicht nur nach der Tätigkeit aussuchen sollte, sondern auch darauf achten sollte, dass er an einen guten Arbeitgeber gerät, der ihn nicht "verbrennt". Vielleicht mildert es Deine Beschwerden und Deine Frustration, wenn Du Dich nach alternativen Arbeitgebern umschaust, z.B. bei http://www.feelgood-at-work.de/

Viele Arbeitgeber haben heutzutage erkannt, dass sie Ihre Beschäftigten nicht nur ausbeuten können, sondern ihnen Ihrerseits etwas bieten müssen, um auf dem Markt um gute und motivierte Mitarbeiter konkurrieren zu können. Du solltest Dir Deinen kommenden Arbeitgeber ganz gezielt nach diesem Kriterium aussuchen...

Antwort
von pferdezahn, 51

Ich weiss nich, was ich tun soll. Das solltest Du aber, wenn deine Gesundheit dir wichtig ist. Suche dir eine andere Arbeit, welche du auch gerne verrichtest, und wo Du auch einen Vorgesetzten hast, mit dem Du reden kannst und gut auskommst. Einen guten Arbeitsplatz Chef und freundliche Mitarbeiter zu haben, ist das halbe Leben. Stress, Angstgefuehle am Arbeitsplstz, und dazu noch unfreundliche Arbeitskollegen machen nur krank.

Kommentar von Zweimal ,
Ich weiss nich, was ich tun soll.

Genau das ist ein Kennzeichen einer Depression.

Das solltest Du aber, wenn deine Gesundheit dir wichtig ist.

Und genau das fällt depressiven Menschen schwer bzw. ist für sie unmöglich.

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