Frage von nanina, 2.150

Psychische Folgen nach einseitiger Eierstockentfernung?

Hallo, ich bin 30 Jahre alt und mir wurde vor 3 Wochen aufgrund eines Tumors der linke Eierstock entfernt. Der Befund hat ergeben, dass der Tumor unauffällig war. Die Narben verheilen gut und ich hab nur noch selten Schmerzen. Doch ich bin im Moment ständig am heulen, total verzweifelt und bekomme zuhause nichts mehr auf die Reihe. Ich kann es derzeit kaum ertragen allein zu sein, was sich aber nicht vermeiden lässt, da ich alleine wohne. So schlecht ging es mir noch nie. Zusätzlich bin ich jetzt auch noch wegen einer Erkältung krank geschrieben. Ich bin grad völlig fertig und verzweifelt. Mein Hausarzt hat gestern gesagt, dass die ersten Wochen nach der OP anstrengend sein können und dass ich abwarten sollte und 6-8 Wochen nach der OP zum Gynäkologen gehen sollte um den Hormonstatus überprüfen zu lassen. Muss ich wirklich so lange warten? Und was kann ich bis dahin tun, damit es mir besser geht? Irgendwelche Tabletten nehmen? Ich weiß nicht, wie ich in diesem Zustand Montag wieder in der Lage sein sollte, arbeiten zu gehen, da ich mich auch kaum auf etwas konzentrieren kann.

Antwort
von elliellen,

Hallo Nanina!

Ich kann dich gut verstehen. Eine gynäkologische OP ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele ein tiefer "Einschnitt" ins Leben.

Ich weiss nicht, ob du eine AHB nach deinem Klinikaufenthalt hattest, aber einen Aufenthalt in einer Reha Klinik wäre für dich bestimmt sinnvoll. Dort wird man nicht nur körperlich, sondern auch psychisch wieder aufgebaut.

Ich denke, auch dein Hormonhaushalt muss sich erst wieder normalisieren. Um nicht eine Depression zu entwickeln, solltest du mit deinem Arzt besprechen, ob ihr eine Reha beantragen könnt.

Alles Liebe

Kommentar von Hooks ,

Ich würde erstmal die Phytohormone aus Brennessel und Hefe probieren. Die sind sehr wirkungsvoll, besonders in Verbindung mit rohem Eigelb.

Oft wird der Seele zugeschrieben, was eigentlich ein körperliches Problem ist. Ich habe das damals nach der Fehlgeburt erlebt, die ich psychisch unter den Füßen hatte, und nach einigen Wochen fiel der Östrogenpegel, und ich wurde so was von depressiv, wie ich es noch nie erlebt hatte. Mit Brennesselsamen kam dann innerhalb von acht Stunden Besserung - welch eine Erleichterung! Das kann vermutlich nur der nachvollziehen, der selbst in einem solchen Loch gehange hat.

Antwort
von Hooks,

O weh, Du Arme! Genauso ging es mir auch (dieselben Symptome, allerdings nach Fehlgeburt). Das klingt bei Dir sehr nach Östrogenmangel. Nimm Dir Hefe, die billige vom Supermarkt, und nasche ein paarmal täglich davon.

Du kannst Dir auch bei phytofit.de Brennesselsamen kaufen, die haben keimfähige, habe ich gesehen. Davon nimmst Du im Wechsel mit Hefe (alle 6-8 Stunden) einen TL voll, am wirkungsvollsten mit weichem EIgelb, das ist ein Hormonverstärker. Bei mir besserten sich die Symptome direkt 8 Stunden nach der ersten Brennesselsamen-Einnahme.

Ich kann Dir nur raten, probier es aus! Und bis die Brennesselsamen da sind, nimm Hefe. Salbei und Leinsamen enthalten auch Östrogene.

Kommentar von Hooks ,

Wenn die Symptome erst kürzlich auftraten, hängt das damit zusammen, daß der Östrogenpegel nach dem Eisprung sowieso wieder abfällt. Die OP gilt dann wohl als 1. Zyklustag.

Antwort
von anonymous, 2.150

Hallo Nina,

vielen lieben Dank für Deine schnelle Rückmeldung. Das mit der Reha-Maßnahme ist sicher ein sehr guter Tip. Nur ist es bei mir so, dass ich bereits im Juli dieses Jahres eine 3-wöchige orthopädische Reha-Maßnahme hatte und deshalb ist es nicht ganz so einfach. Zu diesem Zeitpunkt war an die Unterleibs-OP noch nicht zu denken. Der Tumor wurde erst zufällig im August durch ein CT entdeckt, dass der Urologe veranlasst hatte. Ich wusste zwar, dass ich Zysten und ein Myom habe aber beides wurde von meiner Frauenärztin seit Jahren als harmlos gesehen. Bei meiner Reha wurde neben den orthopädischen Problemen auch die Diagnose Neurasthenie gestellt, was wohl ein Stück weit mit Burnout vergleichbar ist. Ich habe mich auch sehr überfordert gefühlt und mich dann eigentlich nur noch irgendwie bis zum Reha-Beginn gehangelt. Habe seit 4 1/2 Jahren zwei Arbeitsverhältnisse und dadurch eine 45-Std.-Arbeitswoche. Noch während der Reha habe ich mich auf die Warteliste einer ambulanten Psychotherapeutin setzen lassen, habe bis heute jedoch noch keinen Termin. Mit Arbeitsbeginn nach der Reha habe ich meine Wochenstunden auf 40 gekürzt. Also ab 1. August. Jedoch habe ich bisher noch nichts von den 5 Wochenstunden weniger gemerkt, sicher auch durch die gyn. Diagnose, die ich dann dann Ende August bekommen habe. Die Chefin meines 1. Arbeitsverhältnisses, mit der ich ein freundschaftliches Verhältnis habe, beginnt morgen nach einem 8-wöchigem-Aufenthalt in einer Burnout-Klinik mit ihrer Wiedereingliederung. Ich bin ihre einzige Angestellte. Auch dadurch ist es für mich sehr schwierig jetzt selbst nochmal eine Reha in Angriff zu nehmen, zumal ich ja nun nach der OP auch schon 6 Wochen krank bin und ja auch schon während der Reha ausgefallen bin. Bei meinem 2. Arbeitsverhältnis würde eine erneute Reha und eine längere Krankschreibung für mich wahrscheinlich das Aus bedeuten. Das Ganze ist also auch eine existenzielle Problematik. Ich denke, ich werde es ab nächste Woche irgendwie versuchen auch wenn ich mir damit wahrscheinlich keinen Gefallen tue. Falls es nicht funktioniert, muss ich eben doch wieder zum Arzt gehen, womit ich mich aber sicher sehr schwer tun werde.

Ich habe auch den Eindruck, dass diese OP bzw. ihre Folgen von den Ärzten verharmlost wird. Auch aus diesem Grund dürfte es mit einer erneuten Reha schwierig werden.

Dir wünsche ich alles erdenklich Gute für Deine bevorstehende Reha und dass es Dir helfen möge. Vielleicht könntest Du Dich ja nochmal melden, wie es Dir dort gefällt/gefallen hat und vor allem, ob es tatsächlich hilfreich ist/war. Vielleicht könnte man ja die E-Mail-Adresse tauschen??

Ganz liebe Grüße Christine

Antwort
von anonymous, 1.827

Hallo Nanina,

vielleicht schaust Du hier ja nochmal 'rein... Ich würde gern wissen, wie es Dir heute geht??

Mir wurde vor 5 1/2 Wochen ebenfalls aufgrund eines Tumors die linke Adnexe entfernt. Es fand sich außerdem eine breite Sactosalpinx und hochgradige Verwachsungen. Der Tumor war zum Glück gutartig jedoch war im histologischen Befund kein ovarielles Gewebe nachweisbar. Mir wurde dies so erklärt, dass der Eierstock aufgrund des Tumors und der Verwachsungen evtl. verdrängt worden ist und sich dadurch zurückgebildet hat. Mir geht es nach dieser OP ebenfalls so schlecht wie noch nie zuvor. Nach drei Wochen habe ich versucht, wieder arbeiten zu gehen. Dies habe ich versucht, habe mich jedoch einen später von meiner Hausärztin erneut krank schreiben lassen. Mittlerweile sind weitere drei Wochen vergangen und ich möchte am kommenden Montag auch gern wieder arbeiten gehen. Allerdings weiß ich nicht, wie ich das durchstehen soll. Neben Schwindel- und Schwächeanfällen habe ich extreme Hitze- und Schweißausbrüche und immer noch ein starkes Krankheitsgefühl. Seit 6 Tagen versuche ich dies mit den Schüssler-Salzen Nr. 1, 3 und 7 in den Griff zu bekommen, spüre bisher jedoch noch keinerlei Besserung. Deshalb meine Frage: Geht es Dir mittlerweile wieder gut? Und falls ja, wie hast Du das in den Griff bekommen? Warst Du ebenfalls noch länger krankgeschrieben? Würde mich sehr freuen, wenn Du hier nochmal kurz antwortest.

Allles Liebe für Dich Chris

Kommentar von nanina ,

Hallo Chris, ich bin inzwischen mit der Diagnose "Burnout" krankgeschrieben. Allerdings kam zu der gyn. OP bei mir noch jahrelange belastende Magenprobleme und ziemlich viel Stress und Veränderungen in den letzten Jahren - Umzug in eine andere Stadt, neuer Job, viel ehrenamtliche Arbeit zusätzlich, Hand-Op im letzten Jahr usw.. Mittlerweile bin ich der Meinung es wäre am besten gewesen gleich nach der OP eine Reha oder Kur zu machen. Scheinbar wird diese OP von den Ärzten verharmlost und als Rutineeingriff eingestuft, hat aber mehr Auswirkungen als man zunächst glaubt. Ich habe jetzt für nächste oder übernächste Woche einen Platz in einer Psychosomatischen Klinik in der sowohl aus therapeutischer Sicht als auch von medizinischer Seite vorgegangen wird. Mir geht es nicht mehr ganz so wie am Anfang. Aber die extreme Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Schwäche ist am schlimmsten. Auch hab ich immer mal wieder linksseitige Schmerzen, bei denen im Moment nicht ganz klar ist ob sie von Magen/Darm, von der OP oder von Rückenprobleme durch zu wenig Bewegung herrühren.

Mein Tipp ist : Versuche über Deinen Arzt so schnell wie möglich eine Rehamaßnahme oder Kur zu bekommen. Damit es sich nicht so hinzieht wie bei mir. Ich habe mich seit der OP auch immer wieder versucht aufzuraffen, mich zusammenzureißen und aus dieser Situation alleine wieder rauszukommen. Ich habs ebenfalls mit homöopathischen Mitteln, Brennesseln und Hefe versucht, hat mir aber nicht sehr geholfen. Doch mittlerweile denke ich, dass ich gleich nach der OP hätte Hilfe in Anspruch nehmen sollen und nicht so lange warten, dann hätte meine Krankheitsphase wahrscheinlich nicht solange gedauert.

Alles Gute auch für Dich Nina

Antwort
von anonymous, 1.757

Hallo Nanina! Ich hatte vor ca 3 Jahren bilateral Dermoidzysten an den Eierstöcken. Der linke Eierstock konnte leider nicht gerettet werden. Der rechte konnte ich aber behalten. Ich hatte die ersten 3 bis 4 Monate sehr starke psychische Probleme und auch einige körperliche. Leider hat mich in dieser Zeit meine Gynä. Nicht Ernst genommen. Ich habe mich dann entschieden 2 Monate eine Auszeit zu machen. Ich habe mich sehr verwöhnt mit Schlafen, Sport, Fitness, Shoppen, Sauna, gutem Essen und viel frische Luft. Das hat schon etwas gebracht. Abschliessend habe ich mein Keben umgekrempelt mit beuem Job und neuer Wohnung und habe einen guten Gynäk. gesucht, dem ich vertrauen konnte. Heute bin ich Mutter von Zwillingen, wurde auf natürlichem Weg sehr schnell schwanger und hatte eine super Schwangerschaft! Kopf hoch! Das kommt schon wieder! Geniesse den Sommer und gönne Dir sehr viel Gutes!

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