Frage von GabrieleKrick, 194

Port wegen Chemotherapie (Brustkrebs)

Ich habe mir nach Brustkrebs im Januar 2009 wegen 6 x Chemotherapie einen Port setzen lassen. Es hat sich die ganzen darauf folgenden Jahre niemand darum gekümmert, ob der Port noch vorhanden ist oder nicht. Auch wegen Spülen des Ports gab es keine klärende Auskunft.

Vergangene Woche habe ich mir auf eigene Veranlassung den Port herausoperieren lassen. Das war sehr unangenehm und trotz örtlicher Betäubung sehr schmerzhaft, da der Port festgewachsen war. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Meine Frage ist auch, warum man so alleine gelassen wird.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von alegna796, 194

Ich hatte 8 mal Chemo und auch einen Port. Mir wurde geraten, diesen zwei Jahre zu behalten und aller 8 bis 10 Wochen spülen zu lassen. Das Datum der Spülung wurde immer in meinen Patientenausweis eingetragen. Ich habe ihn allerdings schon nach einem Jahr entfernen lassen. Das wird auf Wunsch gemacht und ich hatte Vollnarkose (auch auf Wunsch). Warum Du so allein gelassen wurdest, kann ich nicht verstehen. Es kommt wahrscheinlich auf die Klinik an, in der man behandelt wurde. Ich kann nichts negatives sagen und werde auch jetzt (nach einem Jahr) noch gut betreut. Ich wünsche Dir alles Gute und denke positiv, auch wenn es schwer fällt.

Kommentar von GabrieleKrick ,

Hallo, also einen "Patientenausweis" habe ich überhaupt nie erhalten. Am Vorabend der ambulanten OP zur Portentfernung wurde eine Blutabnahme durch die Vene vorgenommen. Den Port habe ich s.Zt. nur für die Chemos (6) erhalten, danach haben alle - trotz meiner eindeutigen Fragen - den Port ignoriert. Was sollte ich da machen, ich kannte es nicht anders und hoffe nun durch meine Recherchen anderen Frauen das zu ersparen, was ich mitgemacht habe.

Kommentar von alegna796 ,

Danke fürs Sternchen und auch Dir alles Gute und für immer "ohne Port".

Antwort
von bobbys, 182

Ein Port kann 1500-2000 mal angestochen werden und solange diese Dauer nicht erreicht ist kann auch nichts passieren, wenn er ungenutzt im Körper verbleibt. Außerdem raten viele Ärzte dazu ,den Port noch 3-5 Jahre liegen zu lassen, weil die Kritische Zeit nach der Chemo noch nicht überwunden ist. Außerdem kann jede Blutentnahme über den Port erfolgen egal bei welchem Arzt, da die Venen meistens geschädigt sind durch die Chemo und geschont werden sollen. Wo wurden denn bei dir Blut entnommen all die Jahre???? Jeder Portträger weißt das Medizinische Personal darauf hin das er einen Port hat oder legt seinen Portausweis vor. Ich bin mir sicher ,wenn du deinen Hausarzt gebeten hättest mal den Port zu spülen, hätte er dies auch getan. Und wenn du ihn gefragt hättest ob der Port noch liegen bleiben muss, dann hätte er dir auch geantwortet. Außerdem wird er auch automatisch nach jeder Blutentnahme gespült.

Alles Gute wünscht dir Bobbys :)

Kommentar von alegna796 ,

Schön wäre es, wenn das alles so wäre. Der Hausarzt spült gar keinen Port, er hat gar keine Portnadeln zur Verfügung. Die Blutentnahme wird auch nicht durch den Port gemacht (oder nur im Notfall in der Klinik), obwohl mein Port Blut gegeben hat (was nicht bei allen Ports der Fall ist). Deshalb habe ich den Port auch frühzeitig entfernen lassen, weil er mir absolut danach nichts genützt hat. Kein anderer Arzt außer dem Brustkrebszentrum spült den Port und dazu muss man noch eine Überweisung in die Tagesklinik vom betreuenden Gynäkologen bringen. In der Tagesklinik dauert "die Aufnahme" ca. 10 Minuten, mit Wartezeit bis zu 20 Minuten. Im Wartezimmer wartet man ca. 1 Stunde und wenn es dann endlich so weit ist, dann bekommt man den Port gespült und das dauert ca. 30 Sekunden.

Kommentar von GabrieleKrick ,

Hallo, danke für die Antwort. Alle mich behandelnden Ärzte konnten mir keine Antwort auf die Frage wegen des Ports geben. Blutentnahmen wurden immer der Vene entnommen, keiner hat dazu den Port benutzt obwohl bekannt war, dass er vorhanden war.

Kommentar von bobbys ,

@GabrieleKrick Das finde ich sehr bedauerlich und eigentlich auch unverantwortlich, das dir die Venen punktiert wurden obwohl ein Port vorhanden ist(war).Das der Port nicht benutzt wurde zeigt mir persönlich ,das es immer wieder wichtig ist das qualifiziertes und examiniertes Personal im Gesundheitswesen wichtig ist. Dann würde mancher Pflegefehler vermieden werden. Das hilft dir jetzt sicherlich auch nicht mehr weiter.Solltest du jemals wieder einen Port haben müssen, was ich dir nicht wünsche,dann kann ich nur jedem empfehlen darauf zu bestehen, das der Port benutzt wird,denn dafür ist er da und nicht nur für die Chemo.Ich wünsche dir Alles Gute:)

Kommentar von bobbys ,

@alegna796 auch dir kann ich nur dasselbe sagen ,fordert euer Recht ein, wenn ein Port da ist ,dann muss er auch genutzt werden und nicht noch die Venen zerstochen werden.Wie gesagt leider wurden die examinierten Fachkräfte aus den Praxen getrieben und gegen viel billigere Helferinnen ausgetauscht. Solche Gesundheits-Politik wie du sie beschrieben hast ist Schuld daran das unser System krank ist. Auch dir Alles Gute LG

Kommentar von alegna796 ,

Ja, das hast Du völlig recht. Die Hausärzte meinen, dass die Portnadeln für sie zu teuer wären und es sich gar nicht lohnt, weil angeblich zu wenige Patienten seien, für die das benötigt werde und manche Schwestern sind gar nicht dazu ausgebildet, den Port anzustechen. Selbst bei der Narkose wurde eine Vene in der Hand angestochen, obwohl schon mehrere Venenentzündungen vorausgegangen waren. Während der Bestrahlungstherapie war der Port vorhanden, aber es wurde immer wieder die eine in der Hand noch vorhandene Vene angestochen. Wenn man darauf hinweist, dass man doch einen Port hat, dann bekommt man zur Antwort: "Der ist nur für die Chemo". Armes Gesundheitswesen, die nicht mal in der Lage sind, ihre Mitarbeiter entsprechend auszubilden.

Kommentar von bobbys ,

Traurig aber Wahr:(

Kommentar von GabrieleKrick ,

Genauso war es !! Die Blutentnahme vor der ambulanten Port-Entfernungs-OP im Krankenhaus wurde auch wieder durch die Vene durchgeführt. Ich war regelrecht machtlos...

Kommentar von GabrieleKrick ,

danke, auch alles Gute und "immer ohne Port"

Kommentar von GabrieleKrick ,

Hallo, es war nicht so. Alle haben meinen Port ingnoriert und ich habe ihn nur wegen der 6 ! Chemos implantiert bekommen. Sogar die Blutentnahme am Vorabend der ambulanten OP-Portentfernung wurde durch die Vene gemacht.

Kommentar von alegna796 ,

Das war leider bei mir auch so, alle Blutentnahmen während der Chemo (und das waren sehr viele) und auch während der Strahlentherapie wurden durch die Vene gemacht. Da hat man wirklich keine Chance. Hier ist noch viel Nachholebedarf in unserem "armen" Gesundheitswesen.

Kommentar von GabrieleKrick ,

Ich habe alles versucht und der Port in mir war auch bekannt. Seit Januar 2009 habe ich etliche Blutentnahmen immer nur durch die Vene gemacht bekommen. Und nun ????

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community