Frage von InternalError, 47

Plastische OP nach Gewichtshalbierung. Bedeutet Rauchverbot "nur" Nikotinverbot?

Hallo liebe Gemeinde,

nachdem ich mein Gewicht von 120kg halbiert habe, steht heute in 2 Wochen eine plastische Operation an, in der die Brust gestrafft und mit Eigenfett aufgebaut, der Bauch und die Oberschenkel gestrafft werden.

Abgesehen von einigen Ängsten, frage ich mich, was mit "Rauchverbot" genau gemeint ist. Eine Woche vor und mindestens 4 Wochen nach Op ist das Rauchen strikt verboten, da sich durch die Minderdurchblutung Wundheilungsstörungen und eine Nekrose im Brustbereich einstellen könnten. Nun ja, ich weiß, dass Ärzte es gern sehen, wenn die Patienten aufhören zu rauchen. Wäre es eine vergleichsweise harmlose Op, würd ich das als starker Raucher, weniger ernst nehmen. Hier ist es jedoch anders.

Ich habe jetzt seit einer Woche meinen Konsum von 30 auf ca.14-16 halbiert. Gestern 4 geraucht und dazu "gedampft" (ohne Nikotin). Mir gings total elend durch den plötzlichen Abfall von Nikotin, was ich nicht habe kommen sehen.

Nun meine Frage: Kann ich vor der Op die E-Zigarette nutzen ohne Nikotin?

Ich weiß, dass die auch nicht wesentlich gesünder ist. Mich würde halt interessieren:gehts beim Rauchverbot ums Nikotin oder das Rauchen im Allgemeinen?

Viele Grüße Steffi

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Antwort
von Tigerkater, 23

Hallo, Dir kann natürlich niemand etwas verbieten.

Den Grund für die Nikotinabstinenz ist sicher nicht, weil die Ärzte es gerne sehen. Es gibt leider genug Ärzte die selbst rauchen. Der Grund ist, wie Du schon selbst gesagt hast : Nikotin ist ein Gefäßgift. Es verengt die Blutgefäße, vermindert so die Durchblutung und verzögert so die Wundheilung ( teilweise sogar erheblich !!)

Dass Du Deine Entzugserscheinungen nicht vorausgesehen hast, ist reichlich naiv. Was Du als Probleme geschrieben hast, ist nur die Spitze des Eisberges  der möglichen Entzugserscheinungen !!!

Ich habe in meiner Praxis Patienten gehabt, denen ging es noch viel dreckiger. Da muss man aber als Suchtpatient durch, wenn man es mit der Abstinenz ernst meint.

Kurz: Absolute Nikotinkarenz ( einschließlich E-Zigarette ) in der vorgeschriebenen Zeit ist das absolut erforderliche, um die postoperative Zeit vernünftig zu überstehen. Du riskierst sonst den gesamten Erfolg !!

 

Kommentar von InternalError ,

Ja, naiv war das durchaus. Wahrscheinlich dachte ich, die Halbierung der Zigaretten war nicht schwer, also wirds wohl nicht so schlimm werden. Nun ja, ich werd mir dann eine andere Methode suchen, um in 2 Wochen frei davon zu sein.

Danke für deine Antwort.

Kommentar von Tigerkater ,

Bitte, gerne.

Ich bin selbst bis zu meinem 25. Lebensjahr starker Raucher gewesen. Ich habe es sofort eingestellt, als ich in einer Gefäßklinik gesehen habe, welches Probleme es geben kann.

Ich bin sicher, man kann es nur sofort einstellen, wenn man von der gesundheitlichen Gefährdung überzeugt ist.

Die Entzugsprobleme hatte ich natürlich auch !!

Alle anderen angebotenen Möglichkeiten helfen absolut nicht !!!!

Kommentar von Winherby ,

Alle anderen angebotenen Möglichkeiten helfen absolut nicht !!!!

@Tigerkater: Das solltest Du aber nicht so absolut behaupten, denn meine Strategie des "Ausschleichens"  funktioniert sehr gut. Und das ohne Entzugserscheinung.

Kommentar von Tigerkater ,

Das glaube ich Dir nicht !!
Zumindest ist die Rückfallquote sehr sehr hoch !!

Kommentar von Winherby ,

Du behauptest also, ich verbreite hier Lügen ?!?!

Kommentar von Tigerkater ,

Warum so aufgebracht ???

Du wirst ganz sicher keine Lügen verbreiten. Lies meinen Kommentar weiter unten !!

Antwort
von Winherby, 32

Wenn es also nur um die blutgefäßverengende Wirkung des Nikotins geht, weil die Wundheilung davon verschlechtert wird, dann würde ich mit Zigaretten völlig aufhören.

Gegen das Dampfen ohne Nikotin ist diesbezüglich nichts einzuwenden.

Die Nebenwirkungen wg. des fehlenden Nikotins kannst Du mindern, indem Du den Nikotinspiegel langsam runterfährst. Kauf Dir eine Sorte Zigaretten, wo der  Gehalt an Nikotin etwas unterhalb Deiner jetzigen Sorte liegt. Wenn Du die neue Sorte dann zwei oder drei Tage geraucht hast, steig wieder um auf die nächst leichtere Sorte, nach weiteren zwei oder drei Tagen wieder, usw. . Dann bist Du bald bei den leichtesten mit 0,1g Nikotin. Wenn Du dann erst auf nikotinfreies Dampfen umsteigst, dann hast Du keinen oder kaum Entzug.

Ich habe das Verfahren mit dem langsamen Absenken des Nikotinspiegels auch bei mir selbst angewendet, hatte dann wie erhofft und erwartet kein bisschen Entzug, als ich komplett aufgehört hatte. Viel Erfolg

Kommentar von InternalError ,

Nun ja, mir wurde zumindest gesagt, ich solle aufhören zu rauchen wegen der Komplikationen bezüglich der Wundheilung und dem Risiko der Nekrose, da die Durchblutung schlechter ist. Daraus hab ich für mich gezogen, es geht "nur" um das Nikotin und dass ich im Umkehrschluss nikotinfrei "dampfen" könne.
Natürlich ist ein Entzug nicht leicht, aber ich bin offen gesagt nicht sicher, in 1 Woche komplett rauchfrei sein zu können-die E-Zigarette eingeschlossen.

Vielen Dank für dein Antwort

Kommentar von Winherby ,

Der von Dir gedachte Umkehrschluss ist völlig logisch und richtig. Und es sind ja noch zwei Wochen, die zum Abgewöhnen zur Verfügung stehen. Eine Woche wäre tatsächlich sehr knapp.

Der Entzug findet ja nach meiner Methode in so kleinen Schrittchen statt, dass man dazu kaum noch Entzug sagen kann. Daher fällt diese Art des Entzugs auch sehr leicht. 

Lediglich die Umgewöhnung des Geschmacks von Sorte zu Sorte ist evtl. schwierig, aber leicht machbar. Nach der vierten bis fünften Zigarette wirst Du Dich an den anderen Geschmack der neuen Sorte gewöhnt haben. Nachdem Du die allerleichteste Zigarettesorte dann so ca. zwei / drei Tage lang geraucht hast, ist der Nikotinspiegel im Blut dermaßen tief abgesunken, dass der anschließende komplette Nikotinverzicht kaum noch zu spüren ist. 

Also gibt es bei diesem Entzug auch keine Erscheinungen. Bei mir hat das sofort ganz prächtig geklappt, darum sehe ich die große Chance, dass es auch bei Dir funktioniert. LG

Kommentar von Tigerkater ,

Ich freue mich für Dich, dass es ganz ohne Probleme bei Dir geklappt hat.

Eins Schwalbe macht noch keinen Frühling !!

Soll heißen : Du solltest nicht von Dir auf die Raucher allgemein schließen.

Ich habe über sehr viele Jahre mit ansehen müssen, wie zig Raucher versucht haben, sowohl auf diese als auch auf div. andere Arten das Rauchen zu lassen.

Einen Erfolg hatten leider die Allerwenigsten

In einer so kurzen Zeit überhaupt keiner !!!

Kommentar von Winherby ,

In meiner Familie habe ich zwei weitere Menschen die sich mit meiner Methode die Qualmerei abgewöhnen konnten!

Ich habe 40 Jahre stark geraucht, durch dieses Ausschleichen bleiben die (heftigen) Entzugserscheinungen aus. Der Entzug findet in sehr kleinen Schritten statt. Allein daher ist eine Entzugserscheinung nahezu ausgeschlossen.

Mein erster Versuch des aprupten Aufhörens scheiterte, weil meine Frau mich bat, doch bitte wieder zu rauchen. Ich war offenbar sehr unleidlich und auf Krawall gebürstet. Selber habe ich das so garnicht empfunden, nur andere fanden mich unausstehlich. Habe mir Gedanken gemacht, wie ich diese Nebenwirkung verhindern könne. Kam so auf die Idee des Ausschleichens aus dem hohen Nikotinspiegel. Von HB auf Astor (- 1mg Nik, - 1g Teer), also einen sehr kleinen Schritt, der nächste Schritt genauso und immer weiter so. Zum Schluss war ich bei Phillip Morris mit 0,1 g Nikotin und 1g Teer. Das ist so gut wie nix mehr. Da ich sehr sanft reduziert hatte, kam es auch nicht zu einer Kompensation durch Mehrrauchen. So habe ich dann nach ein paar Tagen Phill.Morris ganz aufgehört. Nach ca. 14 Tagen fragte meine Frau mich, - fast vorwurfsvoll: Sag mal, rauchst Du eigentlich nicht mehr?!?!? Das war für mich der beste Beweis, dass ich nun keine Entzugserscheinungen entwickelt hatte. Und wenn es bei mir so funktioniert, was für einen Grund sollte es geben, dass es bei anderen nicht auch klappt?? Bei einem Schwager und seiner Frau hat es auch funktioniert. Deshalb ist Deine absolutistische Behauptung

Alle anderen angebotenen Möglichkeiten helfen absolut nicht!!!!

schlicht falsch!

Die Rückfallquote ist ja wieder ein gänzlich anderes Thema. Die hat ja nichts mit dem Entzug zu tun.  

Antwort
von cyracus, 8

Wie Tigerkater schon schreibt: Nikotin verengt die Gefäße und stört die Wundheilung, außerdem ist es ein starkes Nervengift.

In meiner Antwort an SchreibVehler auf die Frage

mit dem rauchen aufhören was tun?

https://www.gutefrage.net/frage/mit-dem-rauchen-aufhoeren-was-tun?foundIn=answer...

gebe ich Anregungen und Tipps, die beim Aufhören mit dem Rauchen hilfreich sind.

Wir sind ja hier auf Gesundheitsfrage, meine Antwort an SchreibVehler ist auf Gutefrage. Wenn Du dort nicht registriert bist, siehst Du den Text möglicherweise bezüglich Formatierung etwa "abgespeckt". - Meine Antwort besteht aus mehreren Teilen in Form von Kommentaren. Bitte klick auch die an, damit Du die vollständige Antwort hast.

Alles Gute für die OP.

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