Frage von Indra0505,

Physiotherapie und Tape bei Karpaltunnelsyndrom?

Mein Mann hat ein Karpaltunnelsyndrom. Er war beim Orthopäden und der will ihn am liebsten gleich operieren. Ist das wirklich nötig oder kann man mit Physiotherapie und vielleicht auch Kinesiotape was machen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mennomania,

Ob man ein Karpaltunnelsyndrom auch konservativ behandeln kann, kommt immer darauf an, wie stark dieses ausgeprägt ist, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was genau den Druck auf die Nervenbahnen verursacht. Mögliche Auslöser sind z.B. knöcherne Verwachsungen, Bandwucherung, generelle anatomische Gegebenheiten, usw.

Ich würde vor einer OP aber in jedem Fall noch eine zweite Meinung bei einem spezialisierten Arzt einholen.

Antwort
von Lexi77,

Hallo! Grundsätzlich kann man natürlich immer erstmal versuchen, ob man mit einer alternativen Behandlung eine Besserung erzielen kann. Dabei kann Physiotherapie möglicherweise helfen und ich könnte mir auch vorstellen, dass Tapes hilfreich sein können, habe damit aber keine Erfahrung. Man kann sich auch vom Arzt eine Schiene verordnen lassen, die man dann - insbesondere NAchts - trägt. Damit wird das Handgelenk entlastet. Man kann auch Schmerzmittel nehmen oder manchmal verordnen die Ärzte auch Vitamin B.

Grundsätzlich kommt man aber in der Regel nicht um eine OP herum, man kann sie höchstens herauszögern. Denn beim CTS liegt im Bereich der handwurzel eine Enge vor, durch die der Nerv gereizt wird. Aber diese Enge wird man auf Dauer ohne eine OP nicht wegbekommen. Und man muss sich darüber im klaren sein dass der Nerv immer länger braucht um sich nach der OP zu erholen, je länger er vorher gereizt und bedrängt wurde.

Ich selber hatte 2000 auch eine CTS-OP an der rechten Hand. Klar ist so eine OP nicht toll, aber die zählt heute schon zu den Routine-OPs. Bei mir hielten sich die Schmerzen danach auch noch in Grenzen (ich hatte schlimmeres befürchtet). Ich bin damals noch im offenen Verfahren mit einem gut 3,5 cm langen Schnitt operiert worden. Heutzutage werden solche OPs aber schon meistens minimalinvasiv durchgeführt. Das bedeutet, dass man dann keine große OP-Wunde mehr hat und die Heilung hinterher viel schneller geht. In den ersten Tagen bekommt man noch eine Gipsschiene, aber die wird relativ schnell dann durch einen normalen Verband ersetzt und dann kann man meist auch schon mit ersten Bewegungsübungen anfangen.

Aber auf jeden Fall würde ich euch raten, vorher nochmal eine zweite Meinung einzuholen, am besten bei einem spezialisierten Handchirurgen.

Auf dieser Seite http://www.iatrum.de/karpaltunnelsyndrom.html findest du auch viele Infos (aber Achtung, da sind auch OP-Bilder!)

Alles Gute für deinen Mann und gute Besserung!

Antwort
von Schnuffi,

Natürlich will ein Orthopäde, der auch operiert, gleich loslegen. Ist denn eine Untersuchung beim Neurologen (mit Nervenmessung) durchgeführt worden - ob überhaupt ein KPS vorliegt?

Sollte wirklich eine OP nötig sein, lasst sie auf jeden Fall von einem Handchirurgen machen! Bzw. holt eine zweite Meinung ein.

Ob Physiotherapie etwas bringen würde, liegt daran in welchem Stadium das KPS ist. Ein Kinesiotape kann nichts an dem Karpaltunnelsyndrom ändern!

Antwort
von willkommen,

Diese Operation ist nicht so einfach und es dauert danach sehr lange, bis alles o.k. ist. Eine Alternative könne sein, die Handgelenke zu bandagieren und mit entzündungshemmendem, abschwellendem, kühlendem Schmerzgel einzureiben. Es wäre lediglich ein Versuch in Kombi mit Schonung.

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