Frage von Brooke666, 64

Phyologin will Jugendlichen (13 Jahre) mit Depressionen keine Tabletten verschreiben

Hallo, meiner 13jährigen Tochter hat durch Mobbing eine Depression entwickelt. Sie war bereits 1 Jahr lang in einer Therapie. Hier ist die
Therapeutin nicht weitergekommen ist. Danach habe ich gewechselt. Jetzt ist meine Tochter bei einer anderen Therapeutin seit 4 Monaten. Ich meine, dass auch diese Therapie nicht anschlägt. Wir haben mit der Therapeutin über Antidepressiva gesprochen. Sie will ihr aber keine Tabletten verschreiben und es noch weiter mit Gesprächen versuchen. Kann ich durch- setzen, dass mein Kind Tabletten erhält, da keine Besserung nur mit Gesprächen bislang ein- getreten sind. Meine Tochter will die Tabletten auch einnehmen. Viele Grüße Klaus B.

Antwort
von isabelwagner, 52

Mir tut es sehr leid, dass ihr euch in so einer Situation befindet. Die Sorgen um die Kinder rauben einem den Schlaf und auch die Freude am Tag. Ich schließe mich der Empfehlung an, deine Tochter stationär in psychologische Betreuung zu geben. Sowohl der Austausch mit anderen Betroffenen als auch die Entfernung zu ihrer Gegenwart können viel bei ihr bewirken. Doch auch für euch wäre das eine Auszeit. Zum einen könnt ihr euch erholen und zum anderen das Problem in Ruhe betrachten. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr euch alle in einer Situation von Ko-Dependenz befindet. Wenn sie dieses Problem auch in die neue Schule geschleppt hat, spricht es eigentlich dafür, dass die Ursachen in der Familie liegen können. Meist können wir Eltern nichts dafür. Im Gegenteil, desto mehr wir uns bemühen, desto größeren Schaden richten wir an. Ich meine, Ihr solltet auch selbst Hilfe suchen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Erst als ich mich aus dem Leidenskreis lösen konnte, machte ich meiner Tochter den Weg frei, es auch zu tun. Viel Glück, Carissima

Antwort
von beamer05, 42

Ob eine Medikation mit Antidepressiva hier wirklich sinnvoll wäre, ist duchaus keineswegs sicher. Ziemlich sicher sind aber die zahlreichen Nebenwirkungen, welche diese Medikamente häufig aufweisen.

Vielleicht könnt ihr mit der Therapeutin (ist diese Psychiaterin oder Psychologin?) die Anwendung von Johanniskraut besprechen (Nebenwirkungen sind auch hier zu beachten!).

Die Wirksamkeit vieler gebräuchlicher Antidepressiva ist -gerade bei Kindern und Jugendlichen noch nicht mal sicher nachgewiesen:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/46728/Antidepressive-Therapie-bei-Kindern-und-J...

Und

Kann ich durch- setzen, dass mein Kind Tabletten erhält

Das kannst du, zumindest für Verschreibungspflichtige Medikamente nicht, und -sorry für Dich- ich finde, das ist gut so.

Sicherlich solltest Du das mit der Therapeutin besprechen, aber die Empfehlung / Entscheidung sollte mit dem nötigen Hintergrundwissen erfolgen. Wenn du damit nicht einverstanden bist, kannst du dich im Sinne einer Zweitmeinung noch anderenorts beraten lassen.

Antwort
von elliellen, 42

Hallo! Deine Tochter ist ja erst 13 und Antidepressiva sind sogar für den Körper eines Erwachsenen nicht gerade gesundheitsfördernd. Wenn Die Therapeutin des Mädchens davon abrät, finde ich das sehr vernünftig. Starke Medikamente sollten wirklich nur dann eingesetzt werden, wenn es gar nicht anders geht und bei Kindern sowieso. Gerade bei Mobbing, das sie ja erlebt hat, ist eine Aufarbeitung wichtig, um sie stark zu machen für die Zukunft. Starke Pillen wären nicht der richtige Weg.

Versucht es mit dem Mädchen mal mit bestimmten sanften Methoden gegen Depression. Vielleicht auch zusammen mit der Therapeutin. Alles Gute

http://www.medizinfo.de/psychotherapie/entspannung/autogenes_training.shtml

Kommentar von Brooke666 ,

Hallo! Danke für die Nachricht. Das Mobbing geht bereits 7 Jahre. Ab der ersten Klasse. Richtig schlimm wurde es in der 5. Klasse auf dem Gymnasium. Sie hat des-wegen die Schule verlassen und ist auf eine Gesamtschule gekommen. Die ersten Wochen waren recht gut, danach ging es wieder von vorne los. Sie ist jetzt in der 8. Klasse. Es wird nur noch schlimmer. Sie raucht dort und ist frech zu den Lehrern. Sie hat nur 1 Freundin, mit der sie sich auch oft streitet. Zu ihrer Depression hat sie eine Störung ihres Sozialverhaltens. Es ist ein Kreislauf ohne Unterbrechung, Schüler ärgern, sie wird aggressiv, dann wird weiter geärgert. Wir haben bereits sehr viel unternommen. Auch Zuhause kann sie sich nicht an Regeln halten und ist uns gegenüber sehr aggressiv. Hier lässt sie ihre Wut raus lt. Therapeutin. Dieses geht bereits 3 Jahre so. Mein Mann, meine Tochter 19 J. und ich können bald nicht mehr. Ich glaube, nur wenn Familien dieses bereits erlebt haben, wissen wie wir uns fühlen. Daher sehe ich eine Chance, auch wenn die Tabletten Neben- wirkungen haben, dass es meinem Kind hierdurch besser gehen könnte. Wir sind nicht die Eltern, die sofort nach Tabletten verlangen, wenn man noch nichts vorher versucht hat. Johanneskraut aus der Apotheke - hoch dosiert haben wir be- reits ausprobiert -. hilft nicht. Viele Grüße von Brooke

Antwort
von bobbys, 32

Meine Empfehlung wäre eine Therapie in einer psychosomatischen Klinik stationär, damit deine Tochter auch mal mit anderen Betroffene zusammen kommt und sich auch austauschen kann .Die dort durchgeführten Maßnahmen z.B Einzelgespräche und Gruppengespräche ,Entspannungsübungen, Sport, Ergotherapie uvam. können deiner Tochter helfen im Umgang mit der Depression und eventuell auftretenden Angststörungen.

LG Bobbys :)

Antwort
von MisterLe, 18

ist auch richtig so. hinter einer depression stehen meist eine vielzahl von problemen. die lassen sich idr nicht mit pillen bekämpfen, sondern durch eien gesprächstherapy. "drogen" würde ich einem kind auch nur verabreichen, wenn unbedingt nötig

Antwort
von xUnity, 21

Hallo Brooke (:

Ich glaube, wenn die Therapeutin deiner Tochter sagt, dass sie Tabletten für die falsche Alternative hält, so wird da schon etwas dran sein. Bist du dir denn der Nebenwirkungen von Antidepressiva bewusst? Wenn ja, überleg doch mal. Deine Tochter befindet sich noch in der Entwicklung, mit 13 Jahren steckt sie mitten in der Pubertät, hier schon mit solch starken Medikamenten zu arbeiten halte ich auch für nicht ratsam.

Gerade bei Mobbing sollte man doch, wie elliellen schon richtig sagte lieber aufarbeiten, damit sie später weiß, wie sie sich zu verhalten hat, damit sie diesen Teufelskreis, den du beschreibst endlich unterbrechen kann. Nur das ist, meiner Ansicht nach, eine dauerhafte Lösung und da helfen keine Tabletten, da müsst ihr alle mit helfen.

Es gibt auch viele "natürliche" Wege den Frust los zu werden und sich ab zu lenken, wie wäre es denn zum Beispiel mit Kickboxen etc.? Das würde ihr helfen den Frust los zu werden, sie ist nicht mehr so gereizt und aggressiv und kann somit auch in der Schule gelassener und selbstbewusster auftreten. Das sorgt für weniger Mobbing und somit für weniger Stress in de eigenen vier Wänden. ggf. sollte man vielleicht mal den Klassenlehrer, oder die Lehrerin mit ins Boot holen, damit diese auch versucht ein zu greifen, sollte es eskalieren. Vielleicht kann mal ihre Schwester mit ihr reden? Ältere Geschwister haben doch bei sowas (was Streit und Stress mit den Gleichaltrigen) angeht immer ein besseres Händchen für Gespräche und Umgang mit solchen Problemen [ist zumindest hier so].

Das wären auch Alternativen, die meiner Ansicht nach deiner Tochter besser tun würden. Aber dafür müsst ihr alle zusammen helfen. Das kann keine Tablette.

Ich wünsche euch von ganzem Herzen alle Gute

liebe Grüße

Unity

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