Frage von Kruemmelchen, 194

Panische Angst vor Realitätsverlust

Hi, ich bin gerade ein bisschen verzweifelt: Ich mache mir Sorgen um meine psychische Gesundheit. Ich muss ein bisschen länger ausholen: Meine Mutter leidet bereits ihr Leben lang unter Depressionen. Ich weiß nicht all zuviel darüber, aber es gab wohl auch schon stationäre und medikamentöse Behandlungen, mittlerweile lehnt sie jedoch jede Behandlung ab. Meine Oma, die Mutter meiner Mutter, war vor einigen Jahren in der Psychiatrie wegen psychotischen Wahnvorstellungen. Jetzt habe ich per Zufall erfahren, dass bei ihr damals eine psychotische Depression diagnostiziert wurde, welche durch die Einnahme von Antidepressiva, das sie heute immer noch nimmt, beendet wurde. Damals wurde mir gesagt, dass meine Mutter früher ähnliche wahnhafte Phasen hatte. Jetzt zu meiner Sorge: Ich leide seit meiner Kindheit selbst unter Depressionen (weswegen ich momentan auch in therapeutischer und medikamentöser Behandlung bin - bisher jedoch ohne Erfolg) und da ich somit die dritte Generation bin, die darunter leidet, liegt der Verdacht nah, dass es sich um eine endogene Depression handelt. Wenn das der Fall ist, und sowohl meine Oma als auch meine Mutter im Rahmen ihrer Depression psychotische Schübe hatten, ist die Gefahr doch ziemlich hoch, dass bei mir auch so etwas passieren kann, oder? Ich weiß, dass das etwas ist, dass ich auch meine Therapeutin fragen muss, aber sie ist momentan im Urlaub und ich bin gerade wirklich sehr panisch. Tut mir leid, dass es so lang geworden ist, danke fürs Lesen, Kruemmelchen

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Antwort
von Lydia304, 194

Wo immer diese Weisheiten herkommen ...

Das Konzept der "endogenen Depression" ist schon seit Jahrzehnten überholt, nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es sowas gar nicht. Depressionen haben meist mehrere verschiedene Ursachen.

Was aber stimmt, ist dass es ein Erbrisiko für Depressionen gibt. Es ist aber nur ein bestimmter (gar nicht so hoher) Prozentsatz, d.h. es muss nicht sein, dass es vererbt wird, und schon gar nicht, dass es bei Dir genauso (wahnhaft) wie bei Deiner Mutter und Großmutter aussieht. Ob das bei Dir so sein wird, kann Dir leider niemand beantworten. Das sind ja nur Wahrscheinlichkeits-Zusammenhänge!

Also ist der Rat ganz gut, sich darüber nicht zu viel Kopf zu machen, das hilft nicht weiter, versuch lieber, Deine Depression effektiv zu behandeln und zu überwinden. Es muss wirklich nicht passieren, dass Du in die Fußstapfen Deiner Mutter und Oma trittst!

Antwort
von kreuzkampus, 159

Es gibt einen Spruch: Angst ist ein ganz schlechter Berater. Die Erfahrung habe ich im Leben auch schon zweimal gemacht. Da hatte ich auch jeweils  für einige Stunden panische gesundheitliche Angst; und die hat sich am Ende als  völlig unbegründet herausgestellt. Mein Rat: Nicht drüber nachdenken und die Therapeutin fragen, wenn sie zurück ist.

Antwort
von Hooks, 130

Möglich wäre auch noch, daß Ihr alle miteinander unter Vitamin-B1-Mangel leidet, vor allem durch Ernährung bedingt. Ich denke, innerhalb einer Familie ernährt man sich ja auch ziemlich gleichartig.

Sonstige Merkmale [eines Vitamin-B1-Mangels]

Psychosen – schwere psychische Störungen, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergehen; zu den auffälligen Symptomen gehören
Wahn und Halluzinationen [7, 9]        
Gedächtnisverlust [7, 9]        
Bewusstseinsstörungen, Desorientiertheit [7, 9]      

Quelle: Vitalstoff Lexikon

Wie sieht Eure Ernährung aus? Beinhaltet sie Kaffee, Tee, Zucker, Mehl, Stärke? Dann ist B1-Mangel wahrscheinlich, vor allem, wenn Ihr wenig Schweinefleisch eßt.



Antwort
von Senfbrot, 116

Die Wahrscheinlichkeit dass du selbst krank wirst ist groß, Depressionen hast du ja schon,

wenn es ganz hart kommt kannst du auch bei einer Psychiatrie aufgenommen werden

Antwort
von Beavis99, 107

Hallo,

da Du Dich schon in Behandlung befindest, gehe ich eigentlich davon aus, dass ihr sicherlich schon über die Vererbbarkeit geredet habt. Psychologen im Urlaub haben für Notfälle in der Regel immer Vertretungen.

Die endogene Depression, endogen kommt von "innen", hat keine organische Ursache.

Typische Krankheitsbilder / Symptome der endogenen Depression sind:

Extreme StimmungsschwankungenErhöhte Aggressivität und ReizbarkeitAufmerksamkeitsdefizit / KonzentrationsstörungenGewichtsverlust / EssstörungenMangelnder Antrieb / KraftlosigkeitMangelndes InteresseSelbstzerstörerisches VerhaltenSuizidialität / Selbsttötungsgefahr

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