Frage von CMFT93, 399

Organspender! Pro & Contra?

Ich habe vor kurzen einen Brief meiner Krankenkasse erhalten in dem sich ein Organspenderausweis befand. Ich habe mich noch nicht entschieden ob ich diesen Unterschreiben sollte und somit der möglichen Organspende zustimme. Ich habe keine spezifische frage zu diesem Thema denn der Brief enthielt auch eine Broschüre in der viele fragen beantwortet wurden. Ich bin mir jedoch trotzdem recht unsicher, ob ich diesem zustimmen sollte und würde deshalb gerne eure Meinung dazu hören! Warum habt ihr euch dafür oder dagegen entschieden und was waren die Gründe für eure Entscheidung?

Danke im voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Clipper, 399

Es gibt viele gute Gründe, sich gegen eine Organspende zu entscheiden, deshalb habe ich mich dagegen entschieden! Fraglich ist, wie geht es dem, der mein Organ bekommt? Kann er weiterleben? Vielleicht trotzdem nicht! Wie lebt er weiter? Wieviele Medikamente muss er nehmen? Wie lange lebt er noch? Wichtig ist natürlich auch, wie ist es für mich, wenn meine Organe entnommen werden? Das war für mich sehr wichtig! http://www.theologe.de/theologe17.htm Entscheidend war ein Bericht im Fernsehen, der Organspender leidet Schmerzen, die in Deutschland nicht betäubt werden, in anderen Ländern schon.

Kommentar von alegna796 ,

Ich habe den Bericht auch gesehen und kann es nicht fassen, der Organspender leidet bei der Entnahme seiner Organe Schmerzen. Wenn das so ist, dann zweifle ich an der Fähigkeit der Ärzte, wenn einer schon seine Organe gibt, dann sollte er wenigsten die Prozedur schmerzfrei überstehen. Was ist das für ein schreckliches Sterben.

Kommentar von Clipper ,

Für den Kardiologen Paolo Bavastro aus Stuttgart ist die Sache hingegen nicht so einfach und bereits der Begriff Hirntod eine "arglistige Täuschung". Vielmehr handele es sich bei "Menschen im Hirnversagen um schwerstkranke, sterbende Menschen, aber noch keine Toten", wie er mehrmals dargelegt hat. Daraus folgt: "Sonst könnten wir auch keine lebensfähigen Organe aus einem toten Menschen entnehmen. Wir brauchen lebendige Organe aus einem noch lebenden Organismus." Der Fall des "Erlanger Babys" 1992 zeigte zudem, dass der Fetus im Bauch einer hirntoten Schwangeren fünf Wochen weiter wuchs.

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/todeszeitpunkt-und-organspende-wie-tot-sin...

Kommentar von Clipper ,

In Deutschland werden die Spender zwar betäubt, um genau diese Abwehrreaktionen zu verhindern, doch der furchtbare Schmerz wird durch die Betäubung offenbar nur unwesentlich gemindert, da gerade ein sterbender Mensch extrem sensibel bzw. schmerzempfindlich ist. Und auch die Seele, die sich gerade erst von ihrem Körper gelöst hätte, spürt wohl noch, was mit dem Leib geschieht und empfindet die Schmerzen auch an ihrem Seelenkörper.

http://www.theologe.de/theologe17.htm#Unsaegliche_Schmerzen

Kommentar von Mahut ,

So einen Quatsch, wenn es zur Organspende kommt ist der Spender Hirntod und kann nichts mehr fühlen, auch keine Schmerzen, das wird von einer Ärzte Kommission in der mehrere Ärzte sind festgestellt.

Kommentar von Clipper ,

Es ist o.k., wenn du dies glaubst und deshalb einen Organspendeausweis hast.

Ich glaube das nicht, nicht nur deshalb, sondern auch, weil ich glaube, dass ich dem, der meine Organ bekommt, nicht wirklich helfe, möchte ich keine Organe spenden.

Aber es ist gut, dass jeder aufgefordert wird, darüber nachzudenken und für sich selbst eine Entscheidung zu treffen.

Ich würde niemals einen Menschen verurteilen, der bereit ist, seine Organe zu spenden!

Aber auch niemanden, der dies nicht will.

Es bleibt immer noch die Frage, wie geht es dem, der meine Organe bekommt? Kann der damit leben? Wie lebt er damit? Wie lange lebt er damit?

Kommentar von Mahut ,

Clipper, woher weißt du das du dem Organempfänger nicht helfen würdest, ich habe jemanden in meiner Familie, die eine neue Niere bekommen hat, sie lebt damit endlich wieder gesund und glücklich, aber bedenke mal, wenn du mal so krank wirst, das du ein Organ brauchst, würdest du dann auch nein sagen und deinen Tod in kauf nehmen?

Kommentar von Clipper ,

Hallo Mahut,

ich kenne zwei Fälle von Organspende, beides wegen Leukämie.

Einmal kenne ich die Spenderin, sie hat Knochenmark gespendet, an ihren genetischen Zwilling im Ausland, ein Jahr später bekam sie die Nachricht, dass er verstorben sei.

Dann kenne ich die Tochter eines Spenden-Empfängers, der inzwischen verstorben ist. Seine Tochter hat mir im Vertrauen gesagt, was ihr zu ihr gesagt hat, aber niemals öffentlich gesagt hätte, dass er, wenn er geahnt hätte, was auf ihn zukommt, das nie gewollt hätte. Es mussten extrem aufwendige Maßnahmen getroffen werden, Hygiene usw., die ganze Familie hat sehr gelitten, die Mutter erkrankte daraufhin sehr schwer, die Tochter auch, aber nicht so schlimm.

Ich habe ihm Fernsehen gesehen, dass es ein sehr hohes Risiko gibt, dass das Organ nicht angenommen wird, extrem viele Medikamente genommen werden müssen und das Leben doch nicht dauerhaft erhalten werden kann.

So einfach ist das alles nicht.

Ich schreibe noch einen Kommentar mit einem sehr guten Link.

Kommentar von Clipper ,

Bei den beiden Fällen handelte es sich um Knochenmarkspende von Lebenden. Bei der hier besprochenden Organspende, handelt es sich um die Spende von Organen von 'Toten'.

http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/organspende-wissenschaft-und-fakten-tran...

Eine Organtransplantation wird nur bei chronischem oder akutem Organversagen durchgeführt. Nach erfolgreicher Organspende kann der Empfänger bei Einhaltung der medizinischen Therapieempfehlungen, wie z.B. die Einnahme von verordneten Medikamenten, meist ein fast normales Leben führen. Eine Unterdrückung der Immunabwehr erhöht das Infektionsrisiko. So kann es nach einer Transplantation zu Infektionen mit verschiedenen Krankheitserregern kommen. Neben Symptomen wie Fieber, grippale Symptome und Leistungsschwund, kann es auch zu Versagen und Abstoßung des transplantierten Organs kommen.

... es lohnt sich zu lesen.

Die angegebenen Erfolgsquoten sind höher als ich dachte:

Fünf Jahre nach Lebertransplantation leben von 100 Patienten noch 75, 25 von ihnen sind verstorben [ Fünf Jahre nach Nierentransplantation leben von 100 Patienten noch 87, 13 von ihnen sind verstorben [1]

Kommentar von Clipper ,

Ob Hirntote nichts mehr fühlen können ist fraglich, das habe ich schon weiter oben bestritten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hirntod

„Es ist richtig, dass die unübersehbare Vielzahl von Hirnfunktionen nicht durch klinische oder apparative Untersuchungen in ihrer Gesamtheit erfasst werden kann. Dies ist aus medizinischer Sicht auch unnötig. Vielmehr soll durch die Hirntoddiagnostik die Vollständigkeit und Endgültigkeit einer Schädigung des Gehirns als funktionierendes Ganzes festgestellt werden. Die Gültigkeit dieses Konzepts ist empirisch begründet, d. h. durch Erfahrung an vielen Tausend von Hirntod-Fällen belegt. Es erhebt nicht den Anspruch, den Tod jeder einzelnen Hirnzelle nachzuweisen.“So meint etwa der Alternativmediziner und Kardiologe Paolo Bavastro, dass der Begriff des "hirntoten Menschen" eine "arglistige Täuschung" sei, da ein Mensch mit Hirnversagen zwar "ein Mensch" sei, dessen "Gehirn einen erheblichen Schaden" habe und "ein schwerstkranker, sterbender Mensch" sei, aber eben "noch kein Toter". Ärzte könnten bei hirntoten Menschen trotzdem einen Herzschlag wahrnehmen, sie würden ihre Körpertemperatur selbst regulieren, Urin und Stuhl ausscheiden, sie könnten schwitzen, auf Schmerzreize reagieren und sogar Antikörper bilden, Männer könnten Erektionen bekommen und Frauen schwanger werden und gesunde Kinder gebären. Die Vorstellung, dass "nur die Hirnaktivität den Menschen zum Menschen" mache und "der Tod des Hirns auch den Tod des Menschen bedeute", sei überholt, so Bavastro.[9][10

Kommentar von Mahut ,

Clipper denke doch was du willst, aber Schreie nicht hier, falls du mal ein Organ brauchst.

Kommentar von gerdavh ,

Kann mich dem Komentar vor Mahut hier nur anschließen. Welche Ausreden fallen den Leute eigentlich noch so ein? Gerda

Kommentar von cyracus ,

@Mahut, warum unterstellst Du Clipper, er wolle eines Tages selbst ein Organ von anderen, die lebendig ausgeschlachtet wurden, in sich reinkriegen wollen?

Ich zum Beispiel habe ganz bewusst einen Nicht-Organspenderausweis (von kritischebionetik.de, kriegt man so per googeln), mit dem ich erkläre, ich will nicht "spenden" und auch keine Fremdorgane erhalten wollen.

Lebendige Organe kriegt man nur auslebendigen Menschen! - Warum wohl ist in der Schweiz beim Ausweiden der "Spender" eine Narkose Pflicht??? Warum geben einige Ärzte den "Spendern" vor dem Aufschneiden und Aufsägen Schmerzmittel?? - Tote brauchen keine Narkose und auch keine Schmerzmittel.

Denk doch mal darüber nach.

In meinem Profil (dort bei der Selbstdarstellung) findest Du viele Infos zum Thema Hirntod und wie Leute entsprechende Fehldiagnosen dank ihrer Angehörigen überlebt haben.

Sieh Dir auch dieses Video an:

Tabuthema Hirntod Zweifel an der Qualität der Diagnostik

http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/dossiers-und-mehr...

Antwort
von Lexi77, 252

Hallo!

Entgegen der vielen Meinungen hier, die sich gegen die Organspende aussprechen, bin ich für eine Organspende. Ich habe schon seit mehreren Jahren einen Ausweis im Portemonnaie und meine Eltern wissen z.B. auch, dass ich zu einer Spende bereit wäre. Ich weiß auch von meinen Eltern, dass diese nach ihrem Tod ihre Organe spenden würden.

Ich habe mich aus mehreren Gründen für einen Organspendeausweis entschieden:

  • Wenn ich tot bin, dann brauche ich meine Organe nicht mehr. Es gibt aber sehr viele andere Menschen, die nur durch meine Organe vielleicht noch die Chance bekommen, einige Jahre weiter zu leben, was sie ohne ein neues Organ nicht könnten. Somit hätte mein Tod dann wenigstens noch einen Sinn.

  • Ich bin sehr christlich erzogen und so würde ich es auch als einen Ausdruck der christlichen Nächstenliebe ansehen, wenn man nach seinem Tod die Organe spendet. Bei einem älteren Mann aus der Nachbarschaft, der sich auch zur Organspende entschlossen hatte, hat unser Pastor auf seiner Beerdigung da sehr gut drüber gesprochen. Das hat mich sehr berührt.

  • Wenn ich selber an einer Erkrankung leiden sollte, die eine Transplantation nötig machen würde, dann wäre ich sehr froh, wenn es Menschen gibt, die sich für eine Organspende entschieden haben. Denn wenn es diese Menschen nicht gäbe, dann würde ich im Falle einer schweren Krankheit auch keine Chance haben, ein Organ zu bekommen.

Mich stört in dieser Hinsicht bei vielen Menschen eine sog. Nehmermentalität: wenn man krank ist ein Organ annehmen, um weiterleben zu können, gerne, aber bloß nicht selber spenden.

Sicherlich kommt man bei all den Berichten über die Spendenskandale ein wenig ins Grübeln. Aber: Auch wenn die Listen mit den Empfängern manipuliert wurden, die Organe bekommen ja trotzdem Menschen, die diese auch brauchen. Es sind dann zwar nicht diejenigen, die eigentlich als erste auf der Liste stehen, aber es sind ja auch kranke Menschen, die auf eine Spende angewiesen sind. Und viele dieser Menschen wissen ja gar nicht, dass die Ärzte die Listen manipulieren und können da nichts für (es gibt aber sicherlich auch da Ausnahmen).

Und zu den Schmerzen, die die Organspender angeblich erleiden: woher will man das denn so genau wissen? Nach einer Organspende hat noch niemand erzählen können, ob man Schmerzen gehabt hat oder nicht. Ich bin der Überzeugung, dass man, wenn man hirntod ist - und erst dann werden ja die Organe entnommen - auch keine Schmerzen mehr spürt, weil der Schmerzreiz vom Gehirn ja nicht mehr verarbeitet werden kann, weil das Gehirn eben schon tot ist.

Ich weiß zwar nicht, ob meine Organe nach meinem Tod überhaupt verwendet werden können, aber das sollen dann die Ärzte entscheiden. Ich bin auf jeden Fall bereit, meine Organe nach meinem Tod zu spenden.

Viele Grüße

Kommentar von Mahut ,

Lexi, ich danke dir für den Ausführlichen Beitrag, du sprichst mir aus dem Herzen, wie du ja auch schon gelesen hast bin ich auch 100% für eine Organspende und habe bestimmt schon seit 20 Jahren einen Ausweis. Bei mir in der Familie ist eine junge Frau die vor einigen Jahren eine neue Niere bekam, ohne die Niere wäre sie immer noch an der Dialyse oder schon nicht mehr am Leben. Ich habe auch einen große Hochachtung vor einer Mutter, deren Kind Tod gefahren wurde und sie hat die Organe ihrer Tochter gespendet, somit konnten 10 Kindern geholfen werden.

Antwort
von dinska, 203

Ich würde mich nie bewusst für eine Organspende entscheiden, bin aber prinzipiell auch nicht dagegen. Wenn ich tot bin, dann ist es mir eigentlich egal, was mit meinen Organen geschieht. Ich bin aber im Zweifel, was passiert, wenn meine Organe sehr gelegen kommen. Mein Vertrauen in die Ärzte ist da nicht sehr groß, obwohl ich natürlich weiß dass es auch sehr verantwortungsvolle Ärzte gibt. Weiß ich aber, an wen ich mal gerate? Nein, also gehe ich lieber auf Nummer sicher. Die Berichte aus der letzten Zeit bestätigen meine Ängste. Ich werde nie so einen Ausweis ausfüllen oder bei mit tragen. Meine Angehörigen wissen, was sie sagen sollen.

Kommentar von cyracus ,

Es gibt auch den Nicht-Organspenderausweis von kritischebionetik.de (google so), mit dem Du erklärtst: Du willst nicht spenden und auch keine Fremdorgane empfangen wollen.

Den kannst Du bei Dir haben und von Dir unterschriebene Deiner Familie geben. So müssen die den "Transplantationsbeauftragten" nur damit unter der Nase wedeln, wenn diese versuchen, den Schockzustand Deiner Familienangehörigen auszunutzen.

Nur für den Fall, dass Du sie noch nicht vollständig gelesen hast: Hier auf dieser Seite gibt es viele Antworten und Kommentare von wirklich Informierten.

Antwort
von StephanZehnt, 201

Hallo ..,

man ist ein Stück gespalten. Man weis von den Punkten die Sneuker angeführt hat, dass nicht immer der Patient ein Organ bekommt der es wirklich am Nötigsten hat.!

  • Nun stellt man sich die Frage was hat man wirklich unternommen um das Ganze etwas transparenter zu machen? Hat man etwas davon gehört, dass man da etwas ändern will. es war davon die Rede das vielleicht nun ein Arzt bei der Organspende mehr dazu kommt.

Allerdings wenn man ein Kind sieht was Mukoviszidose hat denkt man kurz etwas anders darüber! Bei einem anderen Fall kürzlich im Fernsehen sah dies anders aus . Ein Mann 40 Jahre hat vor Wochen ein Herz (Spenderorgan) bekommen.

Sein Gedanke jetzt kann ich wieder richtig Leistungssport machen. Er war Fan von Triathlon udgl.. Nichts gegen Freizeitsport aber ich weis nicht ob es für Menschen mit einer Erkrankung immer gut ist wenn man Sportarten wie Triathlon oder Marathon macht. Selbst Ärzte sind da skeptisch, beim Berlin -Marathon hat man einmal nachgefragt ob die Läufer sich zumindest vorher einmal untersuchen lassen. Es waren 40 Prozent. ...

Wenn die Frage zum Organspenden kommt vergleiche ich das schon einmal mit der Blutspende. Ich war einige Male zum Blutspenden und man hat so die Hoffnung das man einmal eine Flasche Sprudel (Discounter) für knapp 20 Cent bekommt (Nichts...).

Nach der 100.. Blutspende bekommt man eine Ehrennadel.

Warum bekommen Organspender nicht einen kleinen Bonus von der Krankenkasse?

VG Stephan

Kommentar von Mahut ,

Das ist doch schön, wenn ein Patient wieder so gesund wird das er Sport machen kann, bei mit im Herzklappen Forum haben wir auch einen User, der vor einem Monat wieder einen Halbmarathon gelaufen ist. Glaube man, wir Patienten die solche schweren OP´s mitgemacht haben, achten auf unsere Gesundheit und überlasten uns nicht.

Antwort
von CMFT93, 241

Das klingt alles sehr danach als wäre diese Methode noch nicht wirklich ausgereift um ehrlich zu sein. Macht für mich eher den Anschein als wäre es eine art "Pseudolösung" da es momentan noch nichts besseres gibt. Danke für die zahlreichen schnellen antworten, ich denke meine Entscheidung steht so gut wie fest!

Antwort
von Mahut, 160

Also bedenke mal, du wirst vielleicht irgendwann Nierenkrank und musst jeden zweiten Tag an die Dialyse, oder du bist so stark am Herzen erkrankt das du ein Neues brauchst und wartest auf eine Niere oder ein Spenderherz, würdest du dann auch so denken, diese Armen kranken Menschen können nur dann weiterleben wenn es genügend Spenderorgane gibt. Ich und auch alle in meiner Familie haben schon seit Anfang der 90er Jahren des letzten Jahrhundert einen Spenderausweis du ich habe auch nicht die Befürchtung das man damit Schindluder treibt. Ich habe vollstes Vertrauen. Bedenkt doch, wenn ihr Tod seid braucht ihr die Organe nicht mehr, aber ihr Rettet anderen Menschen das Leben. Ich glaube das zu wissen ist ein gutes Gefühl.

Kommentar von cyracus ,

Dein Vertrauen ehrt Dich - Information ist aber besonders bei diesem Thema besser.

Hier auf dieser Seite findest Du viele Antworten und Kommentare von Usern, die wirklich informiert sind.

Und: Nicht alle wollen im Falle eines Falles ein Fremdorgan bekommen (ich auch nicht).

Und: Lange nicht alle leben mit einer Nierenspende glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende (abgesehen davon, dass so lange eine Fremdniere gar nicht hält). - Lies dazu den Kommentar von dem Nierenempfänger E.K. (der zweite Kommentar ist von mir):

http://www.swr.de/forum/read.php?2,76205

Kommentar von cyracus ,

Der Link ist nicht vollständig aktiviert - musst Du vollständig kopieren und oben reinsetzen - wenn er diesmal bei meinem zweiten Versuch auch nicht vollständig aktiviert ist:

w...swr.de/forum/read.php?2,76205

Antwort
von Alisiii, 209

Hallo, Organspende ist ein wichtiges Thema mit dem sich jeder auseinandersetzen sollte, seine Entscheidung aber unbedingt alleine Treffen muss. Letztlich gibt es zahlreiche Horrorszenarien (Organhandel usw.) die einem die Entscheidung erheblich erschweren. Andererseits kann jeder von uns eines Tages auf eine Spende angewiesen sein und wäre froh über einen Spender und im Ergebnis braucht man die Organe nach seinem Tod nicht mehr. Ich kann jeden verstehen, der sich aus Angst gegen solch eine spende entscheidet. Jedoch bin ich der Meinung, dass zwischen jemanden sterben lassen und Organe für Geld verkaufen eine gewisse Hemmschwelle liegt, die der Mensch nicht so schnell überschreitet! Zwar ist Organhandel auf schärfste zu kritisieren, dennoch glaube ich nicht, dass der Tod deswegen in Kauf genommen wird. Aber die Entscheidung muss jeder selbst treffen und es gibt kein richtig oder falsch!

Antwort
von bobbys, 167

Ohne die Organe wäre ich nicht lebensfähig auf die Welt gekommen und wenn ich sterbe dann bitte auch mit meinen Organen, denn das bin ich ,ich ein Mensch mit Leib und Seele und nicht ein ausgeschlachteter,zuckender Kadaver der bis nach der Organentnahme an einer Herz- Lungenmaschine angeschlossen ist ,damit die Organe "Frisch" bleiben. Wenn man weiß ,wie es dabei lang geht ,dann hat man sich schon entschieden. Eine Lebendspende ist etwas ganz anderes.

Jeder sollte für sich entscheiden dürfen.

Der Film "Fleisch" hat mir früher Angst gemacht und ist heute Realität nicht nur im Ausland ,sondern auch in Deutschland .Der Organhandel boomt.

Kommentar von dinska ,

Deine letzten Sätze sehe ich genauso. Krankheit wird zu einem Wirtschaftszweig und da möchte ich nicht, jedenfalls nicht freiwillig, beteiligt sein.

Kommentar von cyracus ,

@bobbys, zur Lebendspende habe ich unter sneukers Antwort einen ausführlichen Kommentar gesetzt. - Vielleicht interessiert Dich das.

Antwort
von sneuker, 133

Ich bin kein Befürworter der Organspende - aus mehreren Gründen:

  • Die letzten Skandale in diesem Bereich gingen zur Genüge durch die Presse. Ob die Organe wirklich die erhalten, die sie am nötigsten brauchen, wage ich sehr zu bezweifeln.

  • Menschen sollten sich nicht als Frankenstein betätigen. Der hat zwar mit Verstorbenen laut Roman experimentiert. Nichtsdestoweniger ist dem Menschen eine begrenzte Zeit auf Erden gegeben. Wenn er mit Medikamenten nicht mehr zu heilen ist, muss man akzeptieren, dass die Zeit auf Erden zu Ende geht.

  • Transplantierte führen ein Leben, das nur durch Medikamente möglich ist. Sprich ohne diese wird das fremde Organ abgestoßen. Das zeigt schon, dass sich der Körper gegen das Organ per se wehrt. Man sollte ihn nicht vergewaltigen. Im Übrigen sind die Nebenwirkungen der Anti-Abstoßungsmedikamente u. a. das vermehrte Entstehen von Hautkrebs.

  • Man sollte schwer Verletzte, die ohne Geräte sterben würden, nicht als Ersatzteillager nutzen. Wir sind Menschen, keine Maschinen. Gelenke mag man austauschen können, aber Organe?

Bei Lebendspenden in der Familie z. B. von einer Niere oder einem Leberteil sehe ich die Sache etwas anders - wenn das Leben des Spenders dadurch nicht auf Dauer beeinträtigt wird.

Wäre ich in der Situation, dass ich nur noch durch Organspende überleben könnte, würde ich diese Option ablehnen. Man muss der Situation ins Auge sehen - so schwer das auch im Einzelfall sein mag.

Kommentar von CMFT93 ,

Dankeschön, sehr interessante Antwort!

Kommentar von cyracus ,

@sneuker, "nur" zur Info, was Lebendspenden angeht:

Gefährliche Verharmlosung - Welche Folgen Nierenlebendspenden für Patienten haben können

http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=10038574/136ycdy/index.html

Und hier Kommentare zur Sendung - lies insbesondere den vom Nierenempfänger E.K. (der zweite Kommentar ist von mir):

w...swr.de/forum/read.php?2,76205

Und hier noch mehr Erfahrungsberichte von Nierenspendern:

Risiko Lebendspende - Warum Nieren-Spender nicht über gefährliche Langzeitfolgen aufgeklärt werden

w...swr.de/report/risiko-lebendspende/-/id=233454/mpdid=8112160/nid=233454/did=8112160/7hplo3/index.html

.

Du hast ganz recht: Wie das Geboren-Werden gehört auch das Sterben zum Leben dazu. Und: Wir sind keine wandelnden Ersatzteillager.

Meiner Meinung nach ist das Einverleiben Organe anderer moderner Kannibalismus. Und weil lebendige Organe nur von Lebendigen entnommen werden können, ist das Töten der (noch) Lebenden Mord.

Antwort
von elliellen, 125

Hallo! Ich persönlich bin auch KEINE Befürworterin der Organspenden. Aber nicht nur aus Gründen der kürzlich veröffentlichen Skandale, sondern wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und die Hintergründe ansieht, die gerne vertuscht werden, entscheidet man sich meistens dagegen.

Es wird in der Öffentlichkeit meistens anders dargestellt, als es in Wirklichkeit ist.

Jeder sollte sich wirklich über die Hintergründe informieren.

http://www.kritischsein.de/?p=966

Antwort
von Sallychris, 110

hallo, ich schließe mich der Antwort von sneuker voll und ganz an. Auch ich habe einen Organspenderausweis von meiner Krankenkasse erhalten, werde ihn aber nicht ausfüllen und zurücksenden. Einmal aus den gleichen Gründen, die sneuker bereits erwähnt hat und auch deshalb, weil ich bereits älter und auch kränklich bin. Wem wäre mit solchen alten und kränklichen Organen geholfen? Gruß - Sallychris

Antwort
von Amsel1, 101

Ja sowas habe ich auch erhalten ,aber ich mache da nicht mit ,finde bin da sowieso schon zu alt.

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