Frage von Yolo79, 24

Opioid Entzug?

Ich habe von meinem Arzt tramadol retard 50mg verschrieben bekommen. Dies soll ich über längere zeit (6 wochen) einnehmen. Ich hab nun nachgelesen das beim absetzen Entzugserscheinungen auftreten können und ich will das auf jeden fall vermeiden. Meine frage ist nun ob die tramadol retardtabletten 50mg bei der 2 mal tägigen einnahme über 6 wochen entzugserscheinungen hervorrufen können.

LG

Antwort
von Lexi77, 21

Hallo Yolo,

6 Wochen ist kein sehr langer Zeitraum und die Dosierung ist noch relativ niedrig. Trotzdem kann es durchaus sein, dass du beim / nach dem Absetzen des Medikaments leichte Entzugserscheinungen spüren kannst. Das kann dir aber im Vorhinein niemand sagen, ob das bei dir eintreffen wird oder nicht und wenn ja wie stark. Das ist ganz individuell unterschiedlich. Bewusst vermeiden kannst du das nicht (es sei denn du nimmst die Tabletten nicht, aber das wäre ja unvernünftig).

Allerdings fragst du in deiner anderen Frage nach Benzodiazepinen. Wenn du Tramadol nimmst, was ja ein Opioid ist, dann solltest du mit der Einnahme von Benzodiazepinen mehr als vorsichtig sein! Denn da kann es dann zu massiven Wechselwirkungen kommen. Du musst auf jeden Fall beim Arzt, der dir ggf. das Benzodiazepin verschreibt, sagen, dass du auch Tramadol nimmst (falls das nicht derselbe Arzt ist). Außerdem kann eine kombinierte Einnahme das Auftreten von Entzugserscheinungen verstärken!

Lies mal:

Benzodiazepinpräparate sind dosisabhängig und je nach Substanz unterschiedlich stark atemdepressiv, d. h., sie dämpfen das Atemzentrum. Lebensbedrohliche Intoxikationen sind bei alleiniger BZD-Einnahme selten, allerdings potenziert sich das Risiko bei gleichzeitigem Alkoholkonsum oder bei gleichzeitiger Gabe anderer ZNS-wirksamer Präparate, hier besonders zu erwähnen die Opioide, da diese selbst stark atemdepressiv wirken. Außerdem wird bei gleichzeitiger Einnahmen von Opioiden und Benzodiazepinen deren Wirkung und damit auch Suchtpotential gegenseitig verstärkt.

(wikipedia.org/wiki/Benzodiazepine)

Ich hatte z.B. bei der Umstellung von einem auf ein anderes Opiat ziemlich starke Entzugserscheinungen (da war ich zum Glück sowieso gerade in einer Klinik) und jetzt, wo ich das Opiat ganz absetze (allerdings ganz langsam nach und nach) habe ich so gut wie keine Probleme. Nur immer bei der nächsten Stufe mal 1-2 Tage.

Auf jeden Fall solltest du dann mit dem Arzt absprechen, wie du das Tramadol wieder absetzen kannst. Denn alles gleich auf einmal weglassen wird nicht funktionieren, ggf. musst du dann eine Dosis weglassen und einige Zeit nur 1x 50 mg nehmen und dann nach einiger Zeit diese auch weglassen. Aber wie gesagt, wie du ausschleichen solltest, wird dir dann dein Arzt genau sagen können.

Zu so einem ähnlichen Thema hatten wir übrigens gestern auch eine Frage, wo ich dann als Antwort sehr genau beschrieben habe, wie das Ausschleichen bei mir funktioniert. Sieh mal hier: http://www.gesundheitsfrage.net/frage/muss-wegen-unertraeglichen-rueckenschmerze...

Viele Grüße, Lexi

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