Frage von AnnetteH, 276

Operation am Knie wegen Fehlbildung

Meine Tochter ist erst 15 Jahre alt. Vor 3 Jahren wurde bei Ihr eine Fehlbildung beider Knie festgestellt. Die Knochen haben nicht die "normale" Form, sondern sind ganz flach, auf der die Kniescheibe sitzt. Die Knieschiebe hat leider auch nicht die Gegenform, sodass die Kniescheibe ganz schnell rausrutscht. Bis vor 2 Monaten hatte sie nur schubweise Schmerzen. Jetzt ist es so, dass es täglich immer schlimmer wird, sie nicht mal liegend schmerzfrei ist, sitzen und gehen ist schlimm und Treppensteigen eine echte Qual. Ihr Orthopäde hat uns gestern zu einer OP geraten, indem die Kniescheibe fixiert werden soll. Die Schmerzen sind schon chronisch und wie es momantan ist, wird das Knie auf Dauer großen Schaden erleiden. Arthrose mit 20, vielleicht 25 hat er ihr schon vorausgesagt. Ich bin total verzweifelt und würde mich sehr freuen, wenn jemand seine Erfahrung mit mir teilen würde, sepziell wegen dieser OP.

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von Winherby, 235

Hallo,

ich würde den Schritt zur OP erst gehen, nachdem alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Vor allem deswegen, weil kein Arzt der Tochter garantieren wird, dass durch eine baldige OP, eine spätere OP wegen Verschleiss verhindert wird.

Bewegungstechnisch gesehen wird die Patella von der Patellasehne umspannt und dabei fixiert. Diese Sehne überträgt die Spannung des vierköpfigen Oberschenkelstreckmuskels (Musc. Quadriceps) . Ist diese Spannung gering, wird ein seitliches Verrutschen der Patella ermöglicht. Also muss diese Sehnenspannung nötigenfalls soweit erhöht werden, dass dieses Verrutschen verhindert wird. Das bedeutet, dass der Quadriceps trainiert und dadurch gestärkt wird.

Zusätzlich sollte die Tochter möglichst immer Schuhe tragen, die wenig Reibung an der Sohle aufbauen. Bei jeder Körperdrehung wird die Drehkraft über das Bein auf den Fuß und Schuhsohle übertragen. Hat sie nun Schuhe mit sehr griffiger Sohle an, dann wird das Knie mit einem deutlich höheren Drehmoment beaufschlagt. Normalerweise wird diese Kraft über die Kreuzbänder weitergeleitet, aber auch die normalen Kondylen des Gelenkes sind dabei wichtig. Diese sind bei ihr aber zu flach, daher sind die Kreuzbänder höher belastet und leiern auch schon mal aus. Aber auch hier hilft eine kräftige Muskulatur das Bein / Knie zu schützen. Das Knie als Ganzes wird also geschont, wenn nur glatte, "rutschige" Schuhsohlen benutzt werden.

Grundsätzlich sollte sie nur schön flache Schuhe tragen, da solche Schuhe der natürlichen Statik des Skelettes eher entsprechen. Die Sohlen sollten zwar glatt, aber federnd, elastisch dämpfend sein. Je höher ein Schuh am Absatz, also unter der Ferse ist, umso ungünstiger ist es für unsere gesamte Statik, erst recht für´s Knie.

Wenn sie oft Hosen trägt, sind Kniebandagen zu empfehlen, solange die Muskulatur es noch nicht alleine schafft, die Patella zu fixieren.

Wenn sie gerne Sport treibt, dann sollte sie nur Sportarten machen, wo es "geradeaus" geht. Sportarten wie Fußball, Handball, Basketball, Hockey, usw., wo also sehr häufig und ruckartig die Laufrichtung geändert werden muss, sind Gift für das Knie und unbedingt zu vermeiden. Radfahren, Kraulen, Rudern etc. sind kniefreundliche Sportarten. LG

Kommentar von StephanZehnt ,

Zitat - Wenn sie gerne Sport treibt, dann sollte sie nur Sportarten machen, wo es "geradeaus" geht. Sportarten wie Fußball, Handball, Basketball, Hockey, usw.

Ob das funktioniert ?

Wenn sie schreibt Jetzt ist es so, dass es täglich immer schlimmer wird, sie nicht mal liegend schmerzfrei ist, ..Die Schmerzen sind schon chronisch...!

Kommentar von Winherby ,

Ich habe viele "sportverückte" Patienten gehabt, die nur durch den betriebenen Sport heftige Schmerzen und auch Verletzungen bekamen, aber nach erfolgreicher Behandlung prompt mit mit genau diesem Sport weiter gemacht haben., wohl wissend, dass die Probleme erneut auftreten würden.

Dein oben kommentiertes Zitat ist so wie es da steht auch aus dem Zusammenhang gerissen, denn genau diese dort stehenden Sportarten sollte sie auf keinen Fall betreiben.

Außerdem habe ich durch das Wörtchen "wenn" meine Aussage im Konjunktiv geschrieben, ich meinte also "für den Fall", dass sie Sport treibt, usw.

Ich selbst glaube auch nicht, dass sie Sport treibt, wenn es so schlimm ist wie Mama schreibt, aber man weiß ja nie, s. o..

Kommentar von AnnetteH ,

Sie treibt derzeit keinen Sport, weil sie ständig Schmerzen hat. Das ist ein Teufelskreis. Trotzdem muss!!! sie den Muskel und die Bänder stärken, weil das das einzigste ist, was ihr Knie stabilisieren kann. Ab nächste Woche wieder Krankengymnastik und Trimmradfahren mit Bandagen.

LG Annette

Kommentar von AnnetteH ,

Hallo,

erstmal vielen herzlichen Dank, dass Sie mir auf meinen Beitrag geantwortet haben. Ich bin begeistert, dass ich hier sogar von einem Arzt eine Antwort bekommen. Habe mir gestern hier angemeldet und wußte nicht, was da rauskommt.

Ja, Sie haben Recht. Erst alles andere ausschöpfen, aber das haben wir eigentlich schon. Seit hat Einlagen, da die leichten X-Beine das ganze noch verschlechtern. Krankengymnastik zum Muskelaufbau machen wir immer wieder, und das seit 3 Jahren. Momentan ist der Muskel "Wackelpudding", aber wie auch, wenn sie so Schmerzen hat. Das ist ein Teufelskreis. Ab nächster Woche geht es wieder los und dann muss sie die Übungen zuhaus täglich machen, da werde ich streng dahinter sein. Hift ja nix. Sie hat Bandagen, die ihr auch gut tun. Vor allem, wenn sie länger gehen muss wie z. B. letzte Woche beim Schulausflug nach München. Wir haben eine Magnetfeldmatte, die auch täglich für sie zum Einsatz kommt. Retterspitzumschläge mach ich ihr auch, weiß aber nicht, ob das hilft oder Einbildung ist.

Bei ihr ist nicht die Spannung der Sehne das Problem, sondern der Knochen bzw. die Schiene, auf der die Knieschiebe läuft. Der ist sehr flach, auf einer Seite sogar extrem. Der Arzt hat es vergleichen mit 2 Pobacken, wobei bei Christina die eine Backe so gut wie nicht vorhanden ist. Tut mir leid, ich kann mich da nicht gut ausdrücken, ist bin ja kein Arzt.

Danke für den Tip mit den Schuhen. Hohe Schuhe kann sie eh nicht tragen, da kommt wie keine 10 Meter weit. Aber das mit den "rutschigen" Sohlen wußte ich nicht.

Wie gesagt, die Kniebandage trägt sie nur, wenn sie weit gehen muss. Die Dame vom Reformhaus hat gesagt, dass es sogar schlecht wäre, wenn sie die Bandagen trägt im Ruhezustand, weil sie die Muskeln und Sehnen dann "ausruhen", weil sie ja eh gestützt werden. Sie hat gesagt, sie solle die Bandagen vor allem bei Bewegung und beim Sport tragen, weil sie zu mehr "Mitarbeit" der Muskeln anregen. Stimmt das nicht?

Das mit dem Sport hat mir genauso der Arzt erklärt. Wir haben ihr ein Trimmrad gekauft, auf dem sie jetzt täglich "fahren" muss, ob wie will, oder nicht.

Ein absolutes Rätsel ist uns, auch unserem Arzt, warum sie nur schmerzfrei ist, wenn sie tanzt, also Wii Dance oder Zumba macht. Natürlich nur mit Bandagen. Das tut ihr so gut, dass sie sogar für ca. 15 Minuten danach auch noch schmerzfrei ist. Hört sich unlogisch an, aber es ist nun mal so. Können Sie sich das erklären?

Ganz liebe Grüße,

Annette

Kommentar von Winherby ,

Hallo Annette,

wenn ihr das Muskeltraining mit Bewegung zuviel Schmerz bereitet, dann kommt wohl fast nur noch isometrisches Training in Betracht. Isometrisch bedeutet in diesem Fall eine Muskelspannung aufbauen, ohne dabei ein Gelenk zu bewegen. Sie muss dazu nur beide Muskeln gleichzeitig anspannen, im Fall des Knies also den Quadriceps als Beinstrecker – und den Biceps fem. als Beinbeuger gemeinsam anspannen. Die Stärke der Anspannung kann soweit gesteigert werden, dass das Bein zittert. Dabei hat sie also starke Muskelanspannung und bewegt das Knie dennoch nicht.

Du schreibst von leichter X-Stellung des Beines, dies ist typisch für Patellaluxationen. Die Bein-Abduktoren ( Muskeln an der Beinaußenseite ) sind deutlich stärker als die Adduktoren ( Innenseite ). Daher zieht der Abduktor stärker an der Kniescheibe als der Adduktor, sie droht nach außen weggezerrt zu werden, also wegzurutschen. Dies wird durch den zu flachen Kondylus erleichtert. Also gilt es, wieder in eine gesunde Muskelspannungsbalance zu kommen, das X wird dadurch gemindert. Heisst, dass sie die Adduktoren gut trainieren sollte. Auch dies ist mit isometrischen Übungen möglich, aber auch mit nicht ganz isometrischen Übungen, z. B. dies, im Telegrammstil:

Rückenlage, Füße aufstellen, Knie ca. 90° Winkel, Handtuchrolle oder kl. Gummiball o.ä. zw. die Knie klemmen und zusammenpressen. Die Presse mit ca. 50% der max. Kraft ausführen und für 10 sec. halten, dann lösen und 10 sec. entspannen. Dies bis zu 10 x wiederholen. Das Gleiche bitte auch mit gestreckt liegenden Beinen versuchen, den Ball dabei zwischen die Füße klemmen. Bei beiden Übungen die Stärke und Anzahl am Schmerz ausrichten, also evtl. weniger oft, oder/und weniger stark ausführen, es soll ja keine Qual werden. Ansonsten mal die Übungen hier versuchen:

http://www.youtube.com/watch?v=juLVcV0ENJA

Eine weitere effektive Übung für den Quadriceps ist das Sitzen an der Wand ohne Stuhl. Sie stellt sich dabei zunächst mit dem Rücken an eine Wand, lehnt sich dann mit dem Rücken an die Wand und trippelt dann mit den Füßen in kl. Schritten nach vorne. Sie rutscht dabei mit dem Rücken an der Wand herunter und zwar soweit, bis die Knie im 90° - Winkel sind und auch die Oberschenkel zum Körper im gleichen Winkel. Richtig gemacht sieht es dann von der Seite aus, als sitze sie auf einem unsichtbaren Hocker, und sie lehnt dabei mit dem Rücken an der Wand. In dieser Stellung bleiben, bis der Oberschenkelmuskel anfängt zu muckern. Am Anfang ist diese Stellung vermeintlich leicht, man denkt „ach das mach ich doch ´ne halbe Stunde lang“, aber dann geht´s bald los, man merkt wie gezielt der Quadriceps dabei trainiert wird, und das ohne Bewegung.

Eine weitere Übung, diesmal mit Bewegung, dennoch ohne Belastung der Gelenkknorpel: Erhöht sitzen, z.B. auf einem Tisch, so dass die Unterschenkel frei schwingen und schaukeln können. In dieser Haltung Gewichte an den U.-Schenkeln fixieren, z.B. gefüllte Wasserflaschen. Dann die Beine im li/re-Wechsel langsam strecken bis in die Waagerechte. Das Gleiche ist auch mit einem Theraband möglich. Das Band zu einer Schlaufe zusammenknoten, die Schlaufe um beide Fußgelenke legen. Dann ein Bein gegen die progressive Spannung des Bandes heben, wobei das andere Bein die Bandschlaufe gleichzeitig nach unten fixieren muss. Diese Übung hat den Vorteil, dass beide großen Oberschenkelmuskeln in einem Aufwasch trainiert werden, also der Beuger des einen Beines, und im gleichen Moment der Strecker des anderen Beines.

Stelle fest, dass es recht schwierig ist, so eine Übung in nur schriftl. Form zu erklären, also ohne vormachen und zeigen. Ich hoffe, dass es dennoch verständlich rüber kommt.

Das Thema Schuhe wird merkwürdiger Weise oft von Fachleuten übersehen, auch von Ärzten. In Sachen Schuhe würde ich testeshalber mal ein Paar ( ältere? ) Schuhe bei Mister Minit oder so, mit einer glatten Hartgummisohle bekleben lassen. Das Gehen wird damit am Anfang ungewöhnt sein, aber die Bänder und Gelenkknorpel werden ab sofort geschont, Schritt für Schritt. Denn bei jedem Schritt dreht man während des Abrollens die Ferse etwas nach innen, dies geht bei glatter Sohle viel leichter.

Wenn die Tochter liegt, ist es zumindest in Rückenlage, oft erleichternd, wenn die Knie in einem ca. 30° Winkel liegen. Also eine gerollt Decke unter der Kniekehle ist meist sehr wohltuend. In dieser Haltung ist in der Gelenkkapsel am meisten Platz. LG

P.S.: Wer war denn hier der Arzt? Ich bin´s nicht, bin nur Physiotherapeut

Kommentar von Winherby ,

Sehe grade, dass noch einige Deiner Fragen offen sind.

Die Dame des Sanitätshauses hätte Recht, wenn es sich bei der Bandage um ein Stützkorsett für den Rücken handelte. Dort werden tatsächlich die Muskeln durch die Stützkraft des Korsetts zum dolce far niente "angeregt" :-) Bei der Kniebandage hingegen wird lediglich die Gelenkkapsel "beieinander" gehalten, die Patella fixiert, besonders bei den Bandagen mit Lücke, also mit Loch für die Patella. Muskeln werden meines Wissens dabei nicht entlastet.

Die Erklärung für die Schmerzfreiheit bei Zumba und Wii-Tanz lässt sich mMn nur so erklären, dass es ihr soviel Spass macht, dass reichlich von den sog. Glückshormonen ausgeschieden werden, die dabei die Reizweiterleitung des Schmerzes unterbrechen.

Ich las gerade, sie hat Einlagen gegen die X-Beinstellung. Dies halte ich für suboptimal. Kurzfristig ist dies ja noch ok., aber auf Dauer wird ihr Hüftgelenk dadurch überlastet. Die in meinem vorherigen Kommentar beschriebene Kräftigung der Adduktoren ist auf Dauer erheblich besser weil sinnvoller. Es sei denn, sie hätte einen ausgeprägten Plattfuß, oder einen Knickfuß, dann wären die Einlagen auf Dauer richtig. LG

Kommentar von AnnetteH ,

Vielen vielen Dank für die tollen Tips. Probieren wir gleich heute noch aus. Ganz nett von Dir, dass Du Dir die Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten und mir so viele hilfreiche Tips gibst. Ganz ganz toll.

Annette

Kommentar von Winherby ,

Sehr gerne geschehen, danke Dir für den Stern. Ich hoffe, dass der eine oder andere Tipp hilft. Beim Muskeltraining bitte nicht locker lassen, besonders bei den Adduktoren. Die x-Stellung wird nicht innert zwei Wochen verschwinden. Die erhoffte Wirkung kann evtl. beschleunigt werden, wenn die außen liegenden Abduktoren gedehnt und gelockert werden. Dann wird der Flitzebogen-Effekt der Muskelspannung schneller gemindert. Ich wünsche Euch, besonders Christina, alles Gute

Kommentar von AnnetteH ,

Hallo Winherby, ich hab so wahnsinnig große Angst um meine Tochter. Habe gerade gegoogelt nach der Diagnose, die auf dem Rezept für die Krankengymnastik steht "Patelladysplasie Typ Wibert III - IV". Da wird mir ganz schlecht, was man da alles liest. Ich hab so große Angst vor der Zukunft. Was ist in 10 oder 20 Jahren? Kann sie dann nicht mehr richtig gehen? Viele haben geschrieben, dass sie sich operieren ließen, aber die Schmerzen geblieben sind. Ich hör jetzt auf, zu lesen, sonst dreh ich noch durch. Kannst Du mir erklären, ob Typ III-IV schon ganz schlimm ist? Soll die Treppensteigen vermeiden, weil es da am schlimmsten ist? Soll sie z.B. Gassi gehen, obwohl sie Schmerzen hat beim Gehen oder lieber schonen und nur die Übungen machen, die für die Kniemusulatur gut ist? Am 06.08. hat sie einen Termin beim Ratations-MRT. Dann werde ich mit meinem Mann zu Berepchung zum Orthopäden ohne Christina gehen. Ich hab so das Gefühl, er hat letzte Woche vor Christina einiges nicht ausgesprochen vor ihr. Tut mir leid, dass ich Dich mit Fragen bombadiere, aber ich bin wirklich verzweifelt und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Sie kommt im September in die 10. Klasse, also die Abschlussklasse und kann unmöglich lange Zeit ausfallen, so kurz vor der Abschlussprüfung. Sie möchte gerne Diätassistentin werden. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das so gut ist. In diesem Beruf muss man unter anderem viel stehen, z. B. in der Lehrküche. Für mich bricht momentan eine Welt zusammen. VG, Annette

Kommentar von Winherby ,

Hallo Annette,

Typ III-IV ist schon recht übel, kann leider nichts schöneres sagen. Ich empfehle Dir die Spezialklinik für Orthopädie in Braunfels. Sie ist leider in der Mitte Deutschlands, also recht weit weg von Euch. Wäre Christina meine Tochter, würde ich sie dort untersuchen, - und nötigenfalls auch operieren lassen.

http://www.okb-online.de/behandlungsschwerpunkte/gelenkfehlstellungen

Meine Mutter wurde dort im Alter von 83 Jahren an ihrer Hüfte operiert, es war ihre 6.Operation an den Hüften, keine andere Klinik wollte da nochmal ran. Auch Dysplasie, extremer Verschleis, nach den vorherigen OPs kaum noch Knochensubstanz. Meine Mum hat alles gut überstanden und es geht ihr soweit so gut, wie es einem mit mittlerweile 86 Jahren so geht. Dort haben die eben soviel Erfahrung, weil sie nichts anderes machen.

Lass sie doch dort mal unverbidlich untersuchen, nimm die MRT-Bilder und Befunde mit, vielleicht haben die dort eine bessere Idee als zu operieren, grade weil Christina noch so jung ist. Alles Gute, Herbert

Antwort
von StephanZehnt, 178

Hallo Annette,

so eine OP ist eine schwierige Entscheidung - da Deine Tochter noch nicht erwachsen ist. Ich weis nicht ob die Tochter mit Knieorthesen besser zurecht kommen würde (ob sie evtl. schon welche hat)! Wenn Ihr Euch für eine OP entscheidet und nicht gerade in der Charitè wart würe ich mir zumindest einmal eine Zweitmeinung holen, ihr habt ein Recht darauf!

Ich weis nicht in welchen Bundesland ihr wohnt ? Die Wicker-Kliniken (Bad Wildungen) oder die SRH -Kliniken in Heidelberg wären Möglichkeiten.... Für eine Zweitmeinung würde ich auch einmal 200-300 Km fahren

Alles Gute Stephan

Bild Quelle Knieorthese.com

Kommentar von AnnetteH ,

Hallo Stefan,

danke für Deine Antwort.

Ja, Christina hat bereits Bandagen, die sie auch trägt, wenn es gar nicht mehr geht bzw. wenn sie länger gehen muss (z. B. Schulausflug,...). Der Arzt hat am Montag ein Röntgenbild gemacht und hat u. a. festgestellt, dass keine Wachstumsfuge mehr vorhanden ist, also sie nicht mehr wächst. Ist anscheinend schon mal positiv. Eine Zweit- und Drittmeinung werde ich auf jeden Fall einholen. Der Arzt ist Chefchirurg in einem Krankenhaus und hat meine jüngere Tochter bereits am Knie operiert, weil sie die gleiche Fehlstellung hat, wie Christina. Bei Isabella war die OP damals dringend erforderlich (siehe bitte meine Antwort an User123).

Wir wohnen in Oberbayern, direkt an der österreichischen Grenze. Danke für den Tip der beiden Kliniken. Ich fahr mit ihr bis ans Ende der Welt, wenn es sein muss. Ganz liebe Grüße! Annette

Antwort
von user125, 149

Was ist das für ein Arzt? Ist er spezialisiert auf Kinderknie?

Unsere Tochter hat auch eine angeborene fehlbildung im Knie (jedoch Meniskus). Unser Arzt (kinderchirurg) hat den Spezialfall im Kollegium besprochen. Er hat sich sogar an arzt in einem anseren Spital gewendet. Er hat sogar gesagt, dass sein Auswärtiger Kollege operieren soll. Der beh. Arzt war bei op dabei um etwas zu lernen.

Das ist wirklich wahre Grösse. Zum Wohle des Kindes und nicht für seine Referenzen.

Kommentar von AnnetteH ,

Hallo User123,

er ist der Chefchirurg von einer Klinik und würde selbst operieren. Er hat meine jüngere Tochter, die die gleiche Fehlbildung hat, vor 2 1/2 Jahren operiert. Dies war allerdings ein Notfall, weil ihr die Kniescheibe rausgesprungen ist und um 45 Grad versetzt stecken blieb. Die Bänder sind bei diesem "Unfall" gerissen, das ganze hat sich entzündet und eine große Flüssigkeitmenge hat sich gebildet (sie war damals 10, jetzt ist sie 13). Er hat einen sehr guten Ruf. Trotzdem würde ich meine ältere Tochter (15) niemals operieren lassen ohne eine 2. und auch 3. Meinung. Damals, als die Fehlbildung meiner beiden Töchter festgestellt wurde, hat sich seine Frau (ebenfalls Orthopädin) in einem Medizinerforum Rat geholt, weil sie nicht wusste, wie sie ihnen helfen kann. Kam aber leider nichts raus. Jetzt ist es bei Christina so akut geworden, dass jetzt irgendwas geschehen muss.

Ist die OP bei Ihrer Tochter gut verlaufen und hat sie jetzt keine Probleme mehr?

Kommentar von user125 ,

Meine Tochter hatte zwei grosse knieoperationen und mehrere kleine op's, bei kleinen Kindern immer mit Vollnarkose. Sie hatte jedesmal Probleme mit den Fäden (im Innern und aussen vom Knie), eiterbildung und durchscheuern der haut mit den Fäden.

Der (scheiben)meniskus ist auch wieder gewachsen, was es laut Ärzten gar nicht gibt. Oder sehr spannend ( laut Chefarzt) ist, was natürlich unser Nachteil war.

Nach je 12 und 16 Wochen schienentragzeit noch Monate sportverbot. Das ist hart für ein fünfjähriges Mädchen.

Wenn ihr schon Erfahrung damit habt, was macht dir Angst? Die Schmerzen nach der op? Die lange genesungszeit? Die Probleme nach der op?

Bei der grösseren Tochter ist jetzt alles ok? Vermutlich hat sie jetzt ein erhöhtes Arthroserisiko und bekommt irgendwann ein kunstgelenk!?

Als Mutter ist es nicht einfach, sich für eine op zu entscheiden. Dieser Entscheid kann nicht rückgängig gemacht werden und bestimmt den Lebenslauf deiner Tochter.

Seid ihr in der Nähe der schweiz Zuhause?

Kommentar von AnnetteH ,

Die Operation von Isabella war kein so schwieriger Eingriff, weil ja nur die Flüssigkeit beseitigt wurde und die Bänder wieder angenäht wurden. Bei Christina hab ich große Angst, dass etwas schief geht und sie vielleicht nicht mehr normal laufen kann. Die Entscheidung, sie operieren zu lassen, finde ich von Haus aus schwer. Ich möchte natürlich nicht die falsche Entscheidung treffen, denn, wie Du schon geschrieben hast, ist diese Entscheidung nicht rückgängig zu machen. Ich muss mich bei mehreren Ärzten beraten lassen und dann die hoffentlich richtige Entscheidung treffen. Nein, wir wohnen nicht in der Nähe der Schweiz, sondern zwischen Salzburg und München, genau in der Mitte. Chiemsee sagt Dir vielleicht was? Tiefstes Oberbayern.

Antwort
von IchhabAngst, 118

Ich würde noch 2 andere Ärzte fragen. Wenn alle drei zu einer OP raten und alle drei sagen, dass Deine Tochter dadurch schmerzfrei wird, dann ok!

Kommentar von AnnetteH ,

Hallo IchhabAngst,

ja, das mach ich auf jeden Fall.

Liebe Grüße Annette

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