Frage von sandra1974, 114

OP der Halsschlagader nach Schlaganfall - wie lange darf man warten?

Eine Carostisstenose hat bei meinem Vater (75) einen Schlaganfall ausgelöst. Sprach-/Sehstörung, taube linke Hand. Der Grund: eine zu 80 % verstopfte linke Halsschlagader. Das MRT bekommt er erst 1 1/2 Wochen danach. Dann kann erst ein OP-Termin festgelegt werden, das kann bis zu 6 Wochen dauern - sagte man mir.

Ist das nicht zu lange? Das Hirn verhungert ja quasi durch die Unterversorgung....

Antwort
von GeraldF, 95

Der Mechanismus des Schlaganfalls ist bei diesen Carotisstenosen in den meisten Fällen arterioembolisch.

Das bedeutet, dass es nicht - wie Sie annehmen - durch die Verengung zu einer generellen Unterversorgung des Gehirnes kommt, sondern, dass sich im Bereich der Verengung Gerinnsel an der Gefäßwand bilden, die sich dann ablösen und eine (oder auch mehrere) nachgeschaltete kleinere Arterie(n) im Gehirn verstopfen.

Den Mechanismus, den Sie angenommen haben, gibt es prinzipiell auch - dann führt meist ein genereller Blutdruckabfall dazu, dass in entfernten Gefäßabschnitten des Gehirnes (sogenannte "letzte Wiesen") kein ausreichender Blutfluss mehr herrscht. Die von Ihnen geschilderten Symptome passen aber nicht recht zu diesem typischerweise betroffenen Stromgebiet. 

In einen frischen Schlaganfall operiert man ungerne hinein. Perioperativ müssen sie aus OP-Technischen Gründen die Gerinnung medikamentös zeitweilig relativ stark blockieren. Bei einem relativ frischen Schlaganfall besteht dann ein hohes Risiko der sekundären Einblutung in den Infarkt. Deshalb wartet man gern etwas ab.

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