Frage von Schnubbi1991, 563

Oft krank gewesen und deswegen Ärger mit dem Arbeitgeber?

Hallo!

Ich muss hier mal eine Frage loswerden.

Ich arbeite in einem Patentanwaltsbüro, sitze daher lange Zeit am PC.

Seit einer Zeit habe ich eine Allergie gegen Schimmelpilz und es ging mir daher das etwa letzt 3/4 Jahr nicht gut. Ich war sehr oft krank (Erkältung, Darmnerkrankung etc.) Und war deshalb oft krankgeschrieben. Mein Arbeitgeber sagte mir, er würde das verstehen und das alles ok sei.

Nun jedoch gibt es eine Personalbeauftragte, welche sich wohl um solche Fälle kümmern soll. Gesetzlich gilt: ab dem 3. Tag eine Krankmeldung, so steht es auch in meinem Vertrag. Da ich aber öfter krank war, muss ich nun ab dem 1. Tag (als einzige im ganzen Büro, ca. 50 Mitarbeiter) vorlegen. Bei Erkältung etc. kein Problem. Jedoch leide ich noch an Migräne, welche es mir nicht möglich macht bei einem Anfall einfach zum Arzt zu gehen. Ich sehe nichts und sonst bin ich extrem empfindlich gegen Licht etc.

Letzte Woche musste ich mich also wieder krank melden aufgrund der Migräne. 1 Tag ausgefallen, am nächsten Tag versucht aber es ging nicht. Also bin ich zum Arzt, welcher mich für insgesamt 3 Tage krankgeschrieben hat. Dann hatte ich gestern ein Gespräch mit der Personaltante und einer Anwältin. Es sei ja "wiedermal" unglücklich gelaufen, man müsse ja planen können dies das. Auch wäre ich die einzige Person, welche öfters "kurzzeiterkrankungen" hat, was jedoch nicht stimmt, da öfters auch Kollegen mal für 1 Tag oder 2 ausfallen. Jedoch hat die Planung etc auch gut geklappt, bevor es eine Personaltante gab. Daher musste ich eine Art "Vertrag" unterzeichnen, wo ich mich verpflichte ab dem ersten Tag eine AU vorzulegen etc.

Vorweg: Ich habe NIE simuliert oder ähnliches sondern war wirklich immer krank. Auch habe ich mich immer bei den Kollegen abgemeldet etc.

Aus meiner Sicht ist das Schikane!

Was kann ich da tun? Ich fühle mich unter Druck gesetzt, obwohl man ja wohl fürs Krankwerden nichts kann!

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Antwort
von Winherby, 440

Deine Frage ist sehr berechtigt und verständlich, aber ich denke, dies ist eine Frage für einen Arbeitsrechtler. Wenn Du eine Rechtschutzversicherung hast, dann lass Dich mal bei einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten.

Nimm den alten Arbeitsvertrag und die neue Vereinbarung mit dorthin. Ich kann mir gut vorstellen, dass die neue Vereinbarung ungültig ist, dass Du Vertrauensschutz hast, je nach Dauer des bestehenden Arbeitsverhältnisses. Kein Arbeitgeber kann einfach mal so die Rechte eines Arbeitsvertrages zu seinen Gunsten und zum Nachteil des Mitarbeiters abändern und den Mitarbeiter zwingen die neue (aufgedrängte) Vereinbarung zu unterschreiben.

Dein Chef ist halt Patentanwalt und kein Arzt, deshalb hat er wohl kein Wissen von den möglichen Migräneformen. Vielleicht stecken aber auch andere "Missverständnisse" dahinter und er versucht nun Dich auf diese "elegante" Art loszuwerden.

Mein Tipp: Da das Vertrauensverhältnis offensichtlich zerstört ist (ich entnehme dies zwischen Deinen Zeilen) , macht es keinen großen Sinn dagegen anzugehen, selbst wenn Du einen Prozess am Arbeitsgericht gewinnst. Die Arbeit würde dort auf Dauer keinenSpass mehr machen, sondern eher Stress. Nimm die Kündigung plus Abfindung und gut ist. Daher rate ich Dir, schau Dich doch mal auf dem Arbeitsmarkt um, z. Zt. siehts doch überall gut aus.

Grundsätzlich rate ich Dir außerdem, mal ein Forum für Rechtsfragen zu suchen, dort wirst Du vermutlich besser geholfen, hier bist Du mit Deinem Problem im Prinzip falsch, obwohl es mit Gesundheit zu tun hat.

Alles Gute Dir, Winherby

Kommentar von Schnubbi1991 ,

Zuerst mal danke, dass Du dir die Zeit genommen hast das zu lesen.

Und nun meine Gedanken:

Diesen Aspekt der Abänderung des Vertrages könnte ich nachvollziehen, wenn man mich erwischt hätte, dass ich blau mache oder vorsätzlich krank wurde.

Den Fall gab es hier mal, und zwar hatte da eine Kollegin nach Verlängerung ihres Urlaubs gefragt. Dies wurde abgelehnt und schwupps war sie dann genau für diese Zeit der angefragten Verlängerung krankgeschrieben.

Es geht mir auch eigentlich eher um die Frage, was soll ich tun wenn ich Migräne bekomme? Da kann ich, wie oben erwähnt, leider nicht aus dem Haus, weil ich dazu nicht fähig bin. Bringen kann mich niemand und Taxi?? Wer zahlt mir das?

Ich fühle mich ungerecht behandelt, zumal ich in dem Gespräch auch dies erwähnt habe, dass ich das gefühl habe, man hätte mich auf dem Kicker. Und man würde mir da was indirekt unterstellen. Die Antwort darauf war, dass man hier ja planen müsse, wer dann meine Arbeit übernimmt pipapo. Daraufhin hatte ich gesagt, dass es ja auch alles geklappt hat, bevor die Personalbeauftragte eingestellt wurde.

Ebenfalls wurde gesagt, dass da jetzt wohl AU's verlangt würden, weil man ja das Geld von der Krankenkasse auch irgendwann zurück möchte.... Und man würde mich ja weiterhin als Mitarbeiterin schätzen...

Kommentar von Winherby ,

Also da habe ich den Eindruck, die Personalbeauftragte schießt da etwas über´s Ziel hinaus. Offensichtlich ist sie in ihrer Position selber unter Druck und muss als Gehaltsrechtfertigung einen gewissen Arbeitsnachweis erbringen. Mit ihr, oder besser noch mit Euer Aller oberstem Chef selbst, solltest Du ein Gespräch suchen und in diesem Gespräch einen Modus Vivendi, ein System,  entwickeln, wie Du bei Migräne vorgehen sollst. So z. B., Anruf in der Kanzlei, "hallo ich Migräne",  mit anschließendem Kontrollbesuch der Personalbeauftragten oder was auch immer.

Davon ab, wenn Du nicht grad in der Uckermark wohnst, würde ich nach einem anderen AG Ausschau halten.

Antwort
von Wurstwasser, 362

Hallo Schnubbi1991, zum medizinischen Aspekts deines Problems: Es gibt sehr wirksame Medikamente gegen Migräne. Sowohl welche, die vorbeugend eingenommen werden damit du seltener Migräne hast, als auch welche die zu Beginn des Anfalls angewendet werden. Besorge dir einen Termin bei einem Neurologen, der sollte sich damit auskennen. Außerdem solltest du ein Schmerztagebuch führen, in das du schreibst, wann und wie oft du Migräne hast. Versuch herauszufinden, ob es Auslöser für die Migräne gibt, z.B. außergewöhnliche Belastungen, Zyklusabhängigkeit falls du eine Frau bist, wenig Schlaf, unregelmäßiger Schlaf, Alkohol usw.

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