Frage von Oogasta, 2

Neue Methoden in der Psychotherapie?

Eine Freundin von mir geht schon seit 18 Monaten in die Therapie. Klar, es ist schon ein wenig besser, aber ehrlich gesagt, ohne Therapeut wäre sie nach wie vor aufgeschmissen. Nun habe ich gehört, dass es eine neue Methode gibt, die nennt sich Focusing. Was kann man davon halten. Ist sie Alltagstauglich? Beherrschen alle Therapeuten diese Methode?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lydia304, 1

Focusing ist alles andere als eine neue Methode, es gibt sie schon seit den 70er-Jahren, entwickelt von Eugene Gendlin. Es ist schon mal ganz nett, um sich zu zentrieren, und auf vorbewusste und intuitive Inhalte zu kommen, letzten Endes ist es ähnlich zu Entspannungs- und Meditationstechniken und Imaginationsübungen, bezogen auf den eigenen Körper. Nicht jeder spricht darauf an, und es hilft auch nicht bei jedem Problem. Keinesfalls ist es eine eigene Therapiemethode oder der Stein der Weisen. Ich gebe Shivania recht, viel wesentlicher als die Therapietechnik ist die Passung zwischen Therapeut und Patient. Wenn die Therapie nach 18 Monaten noch nicht viel gebracht hat, ist dies in jedem Fall zu hinterfragen, das kann alle möglichen Gründe haben, man kann nie von einem Fall auf einen anderen schließen. Manchmal muss Therapeut oder Therapiemethode gewechselt werden, schwieriger wird es, wenn es letztlich an der Veränderungsmotivation Deiner Freundin liegt, dann kann keiner was machen, es sei denn, er kriegt sie motiviert. Und ja, manchmal ist auch eine stationäre oder teilstationäre Therapie vonnöten, die natürlich intensiver ist.

Antwort
von calipso, 1

Die Methode wurde ja von Shivania schon erläutert. Es hört sich so an, als sei sie seit 18 Monaten in ambulanter Therapie und es habe sich nicht wirklich viel getan. Manchmal ist eine ambulante Gesprächstherapie 1x die Woche oder mit größeren Zeitabständen einfach nicht ausreichend. Ich sage das aus eigener Erfahrung. Ich war auch wegen einer Zwangsneurose und Depressionen bei einem ambulanten Therapeuten. Nach einer Weile habe ich und auch der Therapeut eingesehen, dass das nicht wirkungsvoll und ausreichend ist. So habe ich beschlossen, in eine psychotherapeutische Klinik zu gehen. Zum Glück. Dort war ich mehrere Monate und kann sagen, dass mir sehr geholfen wurde. Das war das Beste was ich tun konnte.

EIne stationäre Therapie ist einfach viel intensiver. Danach kann ja, bei Bedarf, immer noch eine ambulante Gesprächstherapie weitergeführt werden. Deine Freundin sollte sich über diese Möglichkeit mal Gedanken machen.

Antwort
von Shivania, 1

Focusing ist eine Methode, die innerhalb der Gesprächsführung nach Rogers angewendet wird. Es handelt sich dabei nicht um eine neue Form von Psychotherapieverfahren, sondern um eine einzelne Methode innerhalb dieses Verfahrens. Andere Schulen arbeiten ähnlich - nennen es einfach nur anders.

Focusing werden Sie also vor allem bei den Therapeuten antreffen, die in Klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie nach Rogers ausgebildet sind.

Was letztendlich hilft ist nicht eine Methode innerhalb einer psychotherapeutischen Schule - sondern wenn die Chemie zwischen Therapeut und Patient stimmt - das ist die Grundlage für die Veränderung! Wenn die stimmt kann es sein, die Methode kann eine Veränderung bewirken. Stimmt jedoch die Chemie nicht, dann könnte es sein, dass sich trotz guter Methode gar nichts oder nur wenig tut...

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