Frage von ginaa123, 13

Nebenwirkungen Beipackzettel

Hallo , müssen alle Nebenwirkungen die bekannt sind auf der packungsbeilage aufgelistet sein ?

Antwort
von Mahut, 10

Hallo,

ja es müssen alle Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel stehen, ich halte es auch genauso wie @Walesca, lese nur die Darreichungsformen und wie man das Medikament einnehmen muss, erst wenn irgendwas ungewöhnliches auftritt lese ich die Nebenwirkungen durch, um zu sehen ob das was ich beobachte, darauf steht, so war es bei mir mit Statinen, die habe ich dann mit Genehmigung meiner Ärztin abgesetzt. 


Antwort
von walesca, 10

Hallo ginaa123!

Aus rechtlichen Gründen - um sich gegen alles abzusichern - MÜSSEN SÄMTLICHE, während der Studien jemals aufgetretenen Nebenwirkungen auch im Beipackzettel aufgeführt werden. Sonst machen sich die Pharma-Firmen ggf. strafbar. Deswegen sind die Beipackzettel in den letzten Jahren ja auch so endlos lang geworden und für den Laien auch oft unverständlich! Aufgetretene Nebenwirkungen bewusst zu verschweigen, ist natürlich auch strafbar.

Ich verfahre bei neuen Medikamenten i.d.R. nach folgender Strategie. Den Beipackzettel lese ich nur in groben Zügen und lege ihn dann zur Seite. Dafür beobachte ich meinen Körper, ob sich da irgendetwas durch das neue Medikament verändert. Wenn ich eine Veränderung bemerke - und nur dann (!!) hole ich den Zettel noch mal raus und stöbere etwas genauer darin. Oder ich spreche gleich meinen HA darauf an. Ansonsten: Abwarten und Tee trinken und vor allem Ruhe bewahren!!!!

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von charlotte7, 10

JA, das machen die Pharmafirmen, um sich rechtlich abzusichern. Dabei unterscheiden sie häufige, weniger häufige und seltene Nebenwirkungen.

Antwort
von GeraldF, 9

Gute Frage. Ja und nein.

Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, sind dafür umfangreiche Studien mit Patienten notwendig (sogenannte Phase III Studien). Die bei diesen Patienten aufgetretenen unerwünschten Wirkungen finden Eingang in die Fachinformation der Hersteller und sind somit den Ärzten bekannt. Das gilt auch für sehr seltene Nebenweirkungen (bis 1:10.000).

Noch seltenere Nebenwirkungen wird man aber in diesen Phase III Studien nicht entdecken können, da die Teilnehmerzahl der Studien hierfür nicht hoch genug ist. Das bedeutet, dass sehr sehr seltene Nebenwirkungen (>1:10.000) erst in der Anwendung des Medikamentes nach Zulassung auffallen (können). Diese Nebenwirkungen stehen dann zunächst nicht in der Fachinformation, werden aber u.U. später hinzugefügt.

Kommentar von ginaa123 ,

Das heißt das bekannte Nebenwirkungen die aufgetreten sind drin stehen MÜSSEN? Lg

Kommentar von Zweimal ,

Diese Nebenwirkungen stehen dann zunächst nicht in der Fachinformation, werden aber u.U. später hinzugefügt.

Richtig, denn noch nicht erfasste Nebenwirkungen sind meldepflichtig:

" Arzneimittelsicherheit: Nebenwirkungen müssen gemeldet werden

Nach der Berufsordnung für die deutschen Ärzte ist "der Arzt verpflichtet, ihm aus seiner Verordnungstätigkeit bekannt werdende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft mitzuteilen".

http://www.aerzteblatt.de/archiv/5940/Arzneimittelsicherheit-Nebenwirkungen-mues...

Kommentar von pferdezahn ,

Alles schoen und gut, aber wie sieht es aus mit den Nebenwirkungen, die absichtlich vertuscht werden? - http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-326030.html

Kommentar von pferdezahn ,

Pardon, meine Nebenwirkungen sind die Links. - http://www.antizensur.de/novartis-japan-nebenwirkungen-gezielt-vertuschet

Kommentar von Zweimal ,

Kriminelle Aktivitäten, wie der Vioxx-Skandal des amerikanischen Unternehmens Merck & Co. (nicht zu verwechseln mit der deutschen Firma Merck KGaA), sind natürlich absolut inakzeptabel und verabscheuungswürdig.

Aber man sollte sich davor hüten, sämtliche Pharma-Firmen deshalb unter Generalverdacht zu stellen (was pferdezahn ja auch nicht gemacht hat).

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