Frage von MichaelBerlin,

Muss bei Coxarthrose/Hüftnekrose unbedingt operiert werden, oder gibt es die Möglichkeit...

Muss bei Coxarthrose und einer Hüftnekrose unbedingt operiert werden (d.h. eine künstliche Hüfte eingesetzt werden), oder kann man auch mit bestimmten Medikamenten den Krankheitsverlauf stoppen, bzw. einen Heilungsprozess einleiten?

Konkret: Nach sehr starken und andauernden Hüftschmerzen hat man bei mir (bin 70) durch Röntgen festgestellt, dass eine Hüfte total im Eimer ist (Pfanne und Gelenke sind "bröselig" und es fehlt zwischen den Gelenken das nötige Schmiermittel). Empfehlung des Chirurgen und des Orthopäden: so schnell wie möglich OP, also künstliche Hüfte! Für Schmerzlinderung und Entzündungsrückgang hat man mir Tropfen verschrieben, die etwas helfen, aber ziemlich unangenehme Nebenwirkungen zeigen. So weit der konkrete Fall.

Nun habe ich (im Internet, in Werbebroschüren und in der Apotheke) Werbung für (ziemlich teuere) Tabletten gefunden, die verschiedene Natur- und Pflanzenheilmittel enthalten sollen und angeblich die Knochen wieder stabilisieren und die Gelenke mit Schmierstoff versorgen können, angeblich alles ohne Nebenwirkung.

Ich kann mir zwar vorstellen, dass es (rezeptfreie) (Natur?)Mittel gibt, die einen Heilungsprozess "unterstützen", so lange die Krankheit noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Aber sollte es möglich sein, dass man alleine mit diesen Mitteln (und ohne OP) eine fortgeschrittene Arthrose "in den Griff bekommen" und einigermaßen damit leben bzw. die OP für ein paar Jahre hinauszögern kann?

Wer hat konkrete Erfahrungen?

Hilfreichste Antwort von schanny,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich habe jahrelang in einer Reha- Klinik gearbeitet und kann Dir auch nur raten, Dir eine künstliche Hüfte einsetzen zu lassen. Leider sind diese vielversprechenden Medikamente sehr teuer und helfen tun sie nichts. Hüftops werden heutzutage sehr gut durchgeführt, je nach Art kann man teilweise recht früh voll belasten, also keine lange Zeit mit Unterarmgehstützen laufen. Nach dem Krankenhaus kommst Du in eine Anschlussheilbehandlung, also in eine Reha und da wirst Du wieder auf Vordermann gebracht. Wenn bei einer Arthrose der Gelnkknorpel weg ist, und die Knochen schon aufeinander reiben, kommt es zu schmerzhaften Osteophythenbildung, d.h. es bilden sich Knochenzacken. Eine fortgeschrittene Arthrose mit einer Nekrose läßt sich nicht mehr mit pflanzlichen Mitteln in den Griff bekommen. Es verlängert nur die Schmerzen und je länger Du wartest mit dem Eingriff, umso schwieriger wird er. Ich kann Dir empfehlen, Deine Muskulatur der Beine aufzutrainieren in der Zeit vor der OP. Radfahren (oder Ergometer) und Schwimmen sind die Sportarten, die Du bevorzugen solltest. Und dann solltest Du Dir so schnell wie möglich einen OP Termin besorgen. Du brauchst keine Bedenken zu haben, es wird Dir wesentlich besser hinter her gehen.

Kommentar von MichaelBerlin,

Ich danke allen für ihre hilfreichen Antworten, aber leider muss ich eine von ihnen als "hilfreichste" benennen (und da schien mir schanny an der Spitze zu liegen).

Vielleicht noch eine Zusatz-Information, warum ich die Frage gestellt habe und warum ich so skeptisch bin bzw. war: Ich bin nämlich ein "gebranntes Kind", habe vor sieben Jahren bei meiner ersten Hüft-OP (auf der anderen Beinseite) eine dermaßen schlechte Erfahrung gemacht, dass ich noch heute Beschwerden habe. Damals hatte man sich bei der neuen Hüfte um VIER Zentimerter vermessen, also wurde ich links um vier Zentimeter größer; was das für die Wirbelsäule bedeutet, kann sich jeder vorstellen. Jahrelang musste ich um Schadenersatz kämpfen (den ich endlich bekommen habe), aber die Schmerzen links blieben und deshalb jetzt meine Skepsis für die andere Hüftseite (und meine Hoffnung, dass es vielleicht ohne OP und nur mit Medikamenten gehen würde).

Aber logischwerweise habe ich mich jetzt für die OP entschieden. Ich kann ja nicht für den Rest meines Lebens mit dieser schmerzhaften Coxarthrose leben oder dauernd Schmerzmittel nehmen. Dann mal lieber für eine Woche ins Krankenhaus und drei Wochen Reha.

Danke für alle Gutmeinenden!

Kommentar von schanny,

Aber jetzt könnte man doch die vier Zentimeter anpassen, wäre doch eine Option und würde ich mal ansprechen. Dann könnte sich die Wirbelsäule auch erholen. Das man nach schlechten Erfahrungen Angst hat, ist verständlich. Informieren Sie sich in Ihren Freundes- und Bekanntenkreis, wer mit welcher Klinik gute Erfahrungen gemacht hat. Ich würde mir auch eine Klinik aussuchen, die viele solcher Operationen durchführen. Listen darüber gibt es reichlich im Internet und auch die Zeitschrift Focus hat mal so einen Klinikbericht veröffentlicht. Außerdem könnten Patientenmeinungen sehr wichtig sein, die gibt es auch in vielen Foren nachzulesen. Informieren ist alles und ich wünsche Ihnen viel Erfolg und gute Besserung für Ihre bevorstehende OP.

Kommentar von micmaus,

Ich habe sogar noch diese Liste aus dem FOCUS.In Berlin sind ein paar Hüftspezialisten. und zwar: Prof.Dr. Wolfgang Noack Ev. Krankenhaus Spandau Telf. 030/37021002 oder:Prof.Dr.Carsten Perka Uniklinikum Charite,CCM Telf. 030/450515044 oder:Prof.Dr. Martin Sparmann Proendo Telf. 030/8252574 oder:Prof.Dr. Josef Zacher Helios Klinikum Buch Telf. 030/940152300. Am meisten empfohlen ist in Berlin laut Focus...ist die von mir zweitgenannte.Also Prof. Dr. Carsten Perka.Aber falls du noch Info benötigst, ich kann dir auch aus anderen Orten nennen.Liebe Grüsse.

Kommentar von schanny,

Danke micmaus für die Unterstützung.

Antwort von sunny1202,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

hallo Michael, ich kann im Prinzip mich nur den anderen Antworten anschließen, ich bin 62 und habe schon zwei künstliche Hüft-Gelenke. , das erste mit 52 und das zweite mit 54 Jahren- auch bei mir waren schon im Beckenkamm Zysten, die aufgrund fehlender Knorpelschicht durch die Knochenreibung entstanden sind. Ich habe seither keine Probleme mehr, kann Dir nur zur OP raten- ich konnte nach 6 Wochen schon wieder Autofahren und nach 3 Wochen schon ohne Krücken laufen. Aqua Jogging, Schwimmen und Radfahren sowie Nordic walking sind die Sportarten, die - vor der OP und auch nach der OP- besonders zu empfehlen sind, weil ja auch die Muskulatur um das neue Gelenk gestärkt werden muss. Alles gute und viel Glück bei der Operation.

Sunny 1202

Kommentar von schanny,

Danke, das wird ihm Mut machen.

Antwort von micmaus,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

in der regel helfen bei dem krankheitsbild wie du es beschrieben hast nur noch eine OP. wäre der fortgang der gelenkflächen noch nicht so gross, könnte ich mir vorstellen dies medikamentös noch in den griff zu bekommen.aber so wie es bei dir sich anhört, nein.da ist eine OP ratsam.dadurch das bei dir die schmierflächen(gelenkflüssigkeit) scheinbar nicht mehr funktioniert, kommt an die pfanne sowie hüftkopf keine nähstoffe mehr um die gelenkflächen zu versorgen. aber keine angst, heute gibt es gute chirurgen wonach du relativ schnell wieder fit bist. nach einem krankenhausaufenthalt ist noch eine reha im anschluss. also viel glück.

Antwort von Schnuffi,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Bei fortgeschrittener Arthrose hilft kein einziges Medikament.

Das ist reine Geldmacherei!

Antwort von anonymous,

Hi, bin zufällig über Deine Frage gestolpert, weil ich auf der Suche nach Infos im Netz bin - bei mir wurde vor Kurzem die gleiche Diagnose (Coxathrose - Hüfte total kaputt - sofortige OP) gestellt und ich bin seither am Boden zerstört. Bin "erst" 52 Jahre, immer schlank gewesen und hab auch noch 2 halbwüchsige Jungs zu betreuen, kann mir daher keine wochenlange Auszeit erlauben (vom drohenden Jobverlust mal ganz abgesehen). Da Schmerzmittel (Tramal, Voltaren) bei mir nicht länger wirken (dafür hab ich mir jetzt auch noch den Magen ruiniert), hab ich im Internet gesucht und bin dabei auf die Teufelskralle (in jeder Apo erhältlich, die Krankenkasse zahlt es NICHT!) gestossen, dachte mir, ist einen Versuch wert, ärger kann´s ja nicht mehr werden. Und siehe da, nach einigen Tagen wurden die Schmerzen erträglicher und auch die Beweglichkeit hat zugenommen. Eine OP bleibt mir sicherlich nicht erspart, aber durch dieses pflanzliche Mittel kann sie zumindest hinausgezögert werden. Vielleich findet die Medizin ja auch in absehbarer Zeit eine andere Therapie ohn OP.

Liebe Grüsse, Brigitta (aus Wien)

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