Frage von EinNutzer, 29

Morphin intravenös - gute oder schlechte Idee?

Hallo liebe Community,

ich habe aufgrund sehr starker Schmerzen im Rückenbereich, seit einigen Wochen Morphintabletten bekommen (MSCONTIN 100 MG MORPHINE SULFATE). Ich bekomme das Morphin etwa zwei Monate lang bis zur OP. Das Problem ist nur, dass es wirklich lange dauert bis die schmerzstillende Wirkung eintritt und diese baut sich schleppend auf. Wenn die Schmerzen bei mir aber akut auftreten muss es schnell gehen, da ich es mir nicht leisten kann während der Arbeit stöhnend voller Schmerzen irgendwo in der Ecke zu kauern. Meine Frage wäre jetzt ob ich die Tabletten in Wasser lösen soll und sie IV appliziere, oder ob das eine schlechte Idee ist. Meinen Arzt wollte ich nicht fragen, da ich befürchte, dass er mir aufgrund von Missbrauchsverdacht das Morphin nicht mehr verschreiben wird. Deswegen frage ich hier. Die einzige Sorge die mich von der Injektion abhält ist die Dosis. Ich möchte sichergehen, dass ich richtig dosiere um NUR die schmerzstillende Wirkung zu spüren. Ich habe gelesen, dass bei höherer Dosis eine Heroin ähnliche Euphorie entstehen kann und das will ich auf alle Fälle vermeiden. Mir kommt das so gefährlich und unberechenbar vor. Achja und falls mein Alter eine Rolle spielt: ich bin 21 Jahre jung.

Antwort
von GeraldF, 27

Schlechte bis ganz schlechte Idee. 

1. 100mg Morphin i.v. bringen sie um. Da ist nix mehr mit euphorisierender Wirkung, noch ein Schnapper und das war es. Morphinampullen zur i.v. Injektion haben eine Dosis von 10mg, also 1/10 ihrer Dosis.

2. Sie dürfen nicht den zweiten Teil der Kinetik vernachlässigen. Bei i.v. Gabe flutet es zwar schnell an, aber eben auch schnell wieder ab und Sie müssen erneut etwas geben.

2. Womit wollen Sie es auflösen ? Mit Leitungswasser ? Das ist nicht steril, da haben Sie schnell die gleichen Probleme wie die Fixer vom Bahnhof.

Sie müssen das mit Ihrem Arzt besprechen, dafür ist er doch da ! 

Für diese sogenannten "Durchbruchschmerzen" hat die Industrie Opioide entwickelt, die viel schneller wirken und  zusätzlich zu den Retardpräparaten eingenommen werden können. Bewährt haben sich Fentanylpräparate (120fach stärker als Morphin!) als Schmelztabletten, Nasenspray, Lutschtabletten, Suspension etc. Damit kommen Sie hin und man kann langfristig die Dosis der Retardmedikamente so verändern, dass die Spitzen nicht mehr durchkommen.

Kommentar von EinNutzer ,

Danke für die Antwort. Ich werde den Rat befolgen und meinen Arzt kontaktieren. Liebe Grüße...

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