Frage von laura05, 73

Morbus Chron Patientin nach Laparoskopie Schmerzen im falschen Bauchabschnitt?

Hallo alle zusammen,

meine Frage ist etwas schräg, aber dennoch würde ich gerne wissen ob das schon mal wem passiert ist! Ich habe seit mehreren Jahren Morbus Chron und bei mir wurde vor ca 4 Wochen laparoskopisch die Gallenblase entfernt und seit dem habe ich Schmerzen, jedoch interessanterweise an der falschen Stelle, früher hatte ich Chron bedingt im rechten Oberbauch starke Druckschmerzen vergleichbar mit heftigen Seitenstechen nur eben etwas stärker. Jetzt ist der Schmerz genau Spiegelverkehrt! Meine Frage nun kann es sein das mein Darm sich, nach der OP bzw von CO2, anders gelegt hat? Denn mir fällt nichts mehr Besseres ein! Von den Ärzten bekomme ich nur irgendwelche 08/15 Antworten! OP war auch problemlos, wurde nach zwei Tagen entlassen und die Wundheilung verlief weitgehend beschwerdefrei! Bitte keine gut gemeinten Ratschläge, habe schon zig Untersuchungen hinter mir! Ich möchte einfach nur gern wissen ob irgendjemand mit dem Krankheitsbild vergleichbare Symptome nach derartigen Eingriffen hatte! Vielen lieben Dank für eure Antworten!

Antwort
von Renate1903, 36

Als selbst Betroffene kann ich Dir nur sagen, daß sich die Schmerzen bei Morbus Crohn immer wieder ändern.

So lange ich noch einen Dickdarm und kein Stoma hatte, waren meine Schmerzen eher im Eierstockbereich angesiedelt, weshalb ich immer zuerst darauf geschlossen habe. Bei mir war nur der Dickdarm betroffen, aber wie Stephan schon richtig sagte, kann Morbus Crohn in allen zum Verdauungstrakt gehörenden Organen auftreten und Probleme bereiten.
Die Gallen-OP war nur minimalinvasiv, wird also an den übrigen Problemen nichts geändert haben. Deshalb würde ich zuerst auf einen neuen Schub tuippen, vielleicht nur einen ganz kleinen, kurzen, oder auf eine neue Stenose, die können sehr schnell auftreten und sind ja auch ziemlich schmerzhaft. Auch Fistelbildungen sind bei MC sehr häufig.

Wenn Die Schmerzen anhalten, solltest Du in jedem Fall etwas unternehmen. Nur Du kannst entscheiden, ob Dir erst mal Medikamente, die Du in Notfällen nimmst, über einige Tage helfen (Cortison-Erhöhung, Sadofalk, Budesonid o. ä.). Ansonsten würde ich in jedem Fall zum Arzt gehen. Ich weiß, ich mache da auch immer einen Riesenbogen drum, weil man ja diese dumme Erkrankung hat, von der sich niemand vorstellen kann, wie sehr sie einen einschränkt und mitnimmt.

Ich bin heute erst aus dem Krankenhaus gekommen, weil ich plötzlich am Donnerstag akutes Nierenversagen bekam, zuerst hatte man eine Fistel zwischen Blase und Darm infolge MC vermutet, ich sah mich schon wieder auf dem OP. Aber es hat mir auch so gereicht, und ich bon noch ziemlich fertig.

Gute Besserung für den Augenblick und alles Gute!

Kommentar von laura05 ,

Hallo Renate, vorab vielen Dank für deinen Beitrag, vor Allem nach dem du gerade so viel mit dir selbst zu kämpfen hast!

Ich habe definitiv einen Schub für die Diagnose brauche ich mittlerweile auch keine Arzt mehr, so routiniert bin ich schon längst... :) wahrscheinlich auch noch durch die blöde OP ausgelöst, was Besseres fällt mir momentan nicht ein, denn ich war jetzt schon über 3 Jahre weitestgehend drogenfrei, wie ich das nenne :) Aber wie du eben geschrieben hast, man kann, als professioneller Kranker (kleiner Scherz am Rande), seine Wehwechen mit der Zeit lokalisieren und auch definieren! Und das ist es was ich nicht begreife... Bei mir war es immer rechts unter dem Rippenbogen und jetzt ist es genau konträr... Das hat mich auf die Vermutung gebracht, der Darm hätte sich anders gelegt, denn um ganz ehrlich zu sein, hört sich etwas doof an, aber ich habe noch einige Tage nach der OP meine Organe herum kullern gespürt! Mein Chirurg meint nur möglich ist Alles! Von der Aussage kann ich mir jetzt was kaufen?!! Und ich habe momentan weder Zeit noch Lust auf weiteren Untersuchungen, habe schon Alles was möglich war (Kapselendoskopie, Kolo/Gastroskopie, MR Entereoklysma etc) mehrfach hinter mir. Daher dachte ich vielleicht gibt es änliche Fälle mit derartigem Krankheitsbild, bevor ich wieder irgendwelche Untersuchung zum Frühstück verspeise...

Aber wie geschrieben, vielen lieben Dank an dich, ich drücke dir die Daumen und wünsche dir alles Liebe und gute Besserung!

Gruß Laura 

Kommentar von Renate1903 ,

Hi, Laura, heute geht es mir etwas besser. Ich bin zwar nch ziemlich schlapp und müde (Mittagsschläfchen war toll), aber das habe ich immer, wenn ich Cortison nehmen muß. Noch 5 Tage, dann bin ich es wieder los. Ich nehme nämlich außer Kreon und Nephrotrans gar nichts mehr gegen Morbus Crohn.

Natürlich gibt es im menschlichen Körper nichts, was es nicht gibt, und daß sich Darmschlingen verlegen können, ist ja schon nachgewiesen worden. Ich merke das an meinem Ileostoma, wie sich der Dünndarm mal in die eine und mal in die andere Richtung ausdehnt und wendet, wie eine gefresene Raupe. Ganz schöne Schei....

Hast Du es mal mit Ustekinumab versucht? Das ist ein wahnsinnig teures Zeug, habe ich an der Uniklinik in Kiel einmal im Monat bekommen, Kostenpunkt pro Spritze (und ich bekam 2 davon monatlich) € 12.000,--. Ich dachte, meine Krankenkasse lädt mich zur Notschlachtung ein! Das wurde dann etwas billiger, das Medi soll in der Zulassung sein, hat mir aber ganz phantastisch geholfen, ohne wäre ich schon tot.

Seit der Stoma-OP könne ich keine Schübe mehr haben, hat mir mal jemand gesagt. Da kann ich ja nur milde lächeln. Sie sind nicht mehr so häufig, wie sie vorher waren, da war ich praktisch nie frei davon, aber ich hatte im letzten Jahr April einen ganz schlimmen und jetzt fing es eben wieder an. Allerdings mußte ich einige Monate Antibiotika nehmen, und ich glaube, daß die den neuen ausgelöst haben.

Ich gehe ja auch nicht mehr zum Arzt, wenn ich nicht mit dem Kopf unterm Arm schon im Krankenhaus bin und mit dem Notarztwagen fahren muß. Was solle ich beim Gastroenterologen? Mir erzählen lassen, es könnte ein neuer Schub sein? Oder im Krankenhaus? So lange ich den Kopf noch oben habe und nicht umfalle, gehe ich freiwillig nicht in dieses Etablissement. Da kann ich auch Zuhause bleiben. Helfen tut ja eh nichts, da muß man eben durch.

Solltest Du im Norden wohnen, kann ich Dir ein paar Anlaufstellen nennen.Jetzt wohne ich in Nrdhessen, da kenne ich noch niemanden. Ich habe ein Krankenhaus um die Ecke, aber die sind da nicht kompetent genug, zumindest hat man mich letzte Woche direkt ins nächste KKH verschoben. Also bleibt mir doch nur mein eigenes Bett,

Und was die meisten Ärzte Dir über MC sagen können oder wollen, kannst Du auch besser im Internet oder in Büchern nachlesen. Als ich meine Diagnose bekam, meinte der Arzt nur, die würde ich nicht wieder los?!?!? Ich dachte an Darmkrebs, er meinte nur, ich sollte mich mal im Internet schlau machen. Der nächste Arzt, den ich bat, mir meine Tabletten zu verschreiben, sagte dann, "Ja, aber wenn wir nicht miteinander klarkommen....?" Häh? klarkommen? "Dann müßte ich Sie zu einem Kollegen überweisen". Der wurde von der Gesellschaft für MC als besonders kompetent herausgestellt. Das hat er ein paar Mal gesagt, meine Antwort war dann, ich wolle ihn nicht heiraten und würde zu seinem Kollegen gehen. Da war ich dann endlich an der richtigen vernünftigen Adresse. Dieser Arzt hat mir sehr geholfen, ein ganz junger Mann, Privatdozent an der Uni Kiel. Sehr kompetent und Hilfsbereit. Da lasse ich mir heute noch meine Medikamente aufschreiben, bevor ich mir hier einen anderen Arzt suche.

Machs mal gut für heute.

Antwort
von StephanZehnt, 46

Hallo Laura,

ich fürchte unser Körper als Menschen sind doch etwas komplizierter als wir hoffen.

Also Du hattest eine OP die war minimalinvasiv also dürfte es da eigentlich keine Probleme geben. Wenn wir keine Faszien hätten.

Fasziales Bindegewebe hat einige Aufgaben Trennung der Muskeln aber  Lymphe wird zwischen den Faszien abgeleitet. Es werden Abbauprodukte und wichtige Nähstoffe zu den Muskeln transportiert

Die Faszien können aus unterschiedlichen Gründen verkleben wenn es Aufgrund von Verspannungen zu einem Stau der Lymphe kommt

In den Faszien sind jede Menge symphatischen Nervenendigungen. Ja und dann sind wir bei Dir.durch das Ganze hat man bei Dir nun einen kleinen Schnitt gemacht .Ja und man bringt das gar nicht mit der OP in Verbindung!

Weil man ja ganz andere Probleme hat z.B. Morbus Chron. Ich hatte auch einmal eine OP und musste dann zur Physio die hat mich wieder zum Arzt geschickt Rezept Lymphdrainage.

Sie ist dann nachdem die OP-Wunde weitesgehend zu war mit dem Streichholz quer über die OP -Wunde (vorher etwas Öl auf die Haut) ja und die Narbe ist kaum noch zu sehen danach Narbensalbe drauf.

Ja und das sollte man auch bei solchen kleinen Narben wie bei Dir machen auch wenn es nicht gerade ein nettes Gefühl war /ist.. Wenn man all das nicht macht und man dazu Pech hat kann unter der Narbe Bindegewebe "wuchern" und das Ganze noch verschärfen.

Es wird aber in ganz seltenen Fällen die OP -Wunde noch einmal da jeder neue Schnitt das Problem auch verschärfen könnte. So denkst OK ich habe halt Morbus Chron und da muss ich halt irgendwie damit zurecht kommen.

Allerdings kann Morbus Chron auch in anderen Bereichen und zwar in der Mundhöhle bis zum After. Auch wenn die Allermeisten das Ende des Dünndarms / oberen Abschnitt des Dickdarms entzündet haben.

Ich kann nun nicht wissen ob Du gerade keinen Schub hast und dadurch das "andere Problem" verstärkt merkst. Wenn dann u.U. noch Jemand sagt das ist ja psychisch da auf der anderen Seite.....

Also nicht einmal ein Ratschlag sondern nur  eine Erklärung zum Thema! Allerdings nur unter den Aspekt Deiner Zeilen. Ein Arzt vor Ort  hat andere Möglichkeiten da Gewissheit zu bekommen.

Gruss Stephan

http://www.swr.de/swr2/wissen/faszien/-/id=661224/did=12693638/nid=661224/1iztqk...

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