Frage von Taigar, 51

Mögliche Thrombose: wie schnell abklären und welche Gefahr droht?

Servus,

Ich war heute ambulant im Krankenhaus einbestellt worden, ich hatte März zwei Herzkathetereingriffe (EPU / PVI) und heute wurde eine farbkod. Duplexsonografie der Arm und Bein Arterien gemacht weil eine Raumforderung im Bereich der Punktionsstelle nicht weggeht.

Zuerst war aufatmen angesagt denn die Arterien sahen gut aus, der Blutfuß ist gut. Alles in Ordnung. Dann entdeckte man doch noch was nicht so gutes, an der rechten Beinaterie liegt eine feine schmale Vene, und die wies kein Blutfluss auf. Während der Untersuchung wurde versuch zu komprimieren aber es zeigte sich dennoch kein Fluss.

Nun steht im Raum dass dort eine Thrombose vorliegen könnte weswegen die Vene kein Blutfluss aufweist. Allerdings konnte das anhand des Sono´s auch nicht bewiesen werden. Der Arzt im Krankenhaus empfahl mir bei einem Radiologen vorstellig zu werden zur Abklärung. Ich solle zum Hausarzt und mir ne Überweisung holen.

Ich bin dann zum Hausarzt gegangen, der meinte dann das wir da nicht warten und das heut Abend noch abklären lassen. Dann war er sich aber nicht mehr sicher ob das sofort abgeklärt werden muss. Wir entschieden uns dann Montag beim Radiologen anzurufen und nen Termin zu machen.

Soviel zu Vorgeschichte.

Nun die Fragen:

1.) Wie schnell sollte das ganze bei einem Thrombose Verdacht abgeklärt werden? Hat das Zeit oder ist sowas dringend? 2.) Wie Gefährlich ist die Situation wenn dort eine Thrombose vorliegt? Droht da ein Schlaganfall oder eine Lungenembolie wenn sich die Thrombose löst? 3.) Wie wird das ganze behoben falls es wirklich eine Thrombose ist?

Ich muss gestehen dass ich mir da derzeit Sorgen mache und Angst haben es könnte wandern und ein Schlaganfall / Lungenembolie auslösen. Normal bin ich nicht Ängstlich bei Gesundheitlichen Sachen :(

Betroffen ist Saphena magna rechts.

Geplant ist glaub ich beim Radiologen ne phlebographie zu machen(?)

Wäre über Antworten wie immer sehr dankbar

Antwort
von GeraldF, 27

Kann man nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist das Risiko für ein embolisches Ereignis (Lungenembolie) bei einer Thrombosierung einer oberflächigen Vene wie der Saphena magna um ein Vielfaches geringer als bei einer tiefen Beinvenenthrombose. Dennoch nimmt man auch eine oberflächige Thrombose ernst, da diese Venen mit dem tiefen Venensystem kommunizieren und sich somit bei weiterer Ausdehnung einer oberflächigen Thrombose das Risiko einer tiefen Venenthrombose ergeben kann. Man muss ganz individuell klären, wie lang der Thrombus ist und wie weit der Abstand zu einer Verbindungsvene/Crosse ist. Danach richtet sich auch das therapeutische Vorgehen.

Eigentlich ist die Saphena magna ein gut und leicht zu schallendes Gefäß und die Tatsache, dass das hier Schwierigkeiten macht und man sogar auf radiologische Verfahren zurückgreift, ist eher ungewöhnlich. Kann ich aus der Ferne nicht einordnen.

PS: ein Schlaganfall tritt in diesem Zusammenhang nur auf, wenn eine Öffnung im Bereich der Scheidewand zwischen beiden Vorhöfen des Herzens besteht und die Druckverhältnisse einen Übertritt des Gerinnsels von rechts nach links möglich machen. Diese Konstellation ist insgesamt sehr selten (sog. "paradoxe Embolie").

Kommentar von Taigar ,

Hi Gerald,

Danke für Ihre Antwort, mich macht die Situation etwas nervös.

Ich war heute beim Radiologen zur Terminabsprache, dieser hat mir einen Termin für den 23.9 gegeben. Ich find das ein wenig lang da die möglichen Konsequenzen ja schon schwerwiegend sind. Obwohl es natürlich zweifelsfrei wichtigere Fälle gibt.

Eine kurze Frage bzgl. Ihres PS Absatzes:

Ich hatte im März eine EPU / PVI in der die Vorhofscheidewand durchstochen wurde (wie das ja üblich ist in den Fällen), bleibt die Öffnung bestehen? Falls ja heißt dies dass das Schlaganfall Risiko in Verbindung mit der möglichen Thrombose vorhanden ist?

Danke für Ihre Antwort

Kommentar von GeraldF ,

Zu Ihrer Frage: Das ist insgesamt noch nicht gut untersucht. Bei ca 40% der Patienten, bei denen im Rahmen einer EPU oder bei der Mitra-Clip Implantation eine transseptale Vorhofseptumpunktion durchgeführt wurde, fand sich auch 12 Monate später noch ein Defekt in der Scheidewand. Ob das irgendeine klinische Bedeutung hat oder haben könnte, ist unklar. 

Für eine paradoxe Embolie brauchen Sie neben dem Loch auch eine Umkehr der Druckverhältnisse zwischen den Vorhöfen. Normalerweise ist der Druck im linken Vorhof deutlich höher als im rechten. Ist also ein Loch vorhanden, so strömt das Blut vom linken Vorhof in den rechten. Ein Gerinnsel (Embolus) aus den Beinvenen kommt im rechten Vorhof an und kann somit nicht gegen den Blutstrom in den linken Vorhof gelangen. Erst wenn der Druck im rechten Vorhof massiv ansteigt (z.B. als Folge einer massiven Lungenembolie), kann es zur Shuntumkehr kommen.

Kommentar von Taigar ,

Danke für Ihre ausführliche Antwort.

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