Frage von froscheee 24.11.2009

Mit welchen Höhrgeräten kann man wirklich telefonieren und was kann man sonst noch tun?

  • Hilfreichste Antwort von evistie 24.11.2009
    9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Zunächst einmal die Sache mit dem Telefon. Ich vermute, Deine Mutter hat noch ein älteres? Denn ganz offensichtlich hat es doch beim Akustiker geklappt. Die neueren Schnurlos-Telefone sind eigentlich alle mit den heutigen Hörgeräten kompatibel. Wie wärs, wenn Du Deiner Mutter ein neues Telefon zu Weihnachten schenkst und es mit ihr zusammen kaufst? Dann kannst sie im Laden gleich probieren, ob es mit dem Hörgerät klappt. Übrigens, Rückkopplungen können auch entstehen, wenn man den Hörer zu sehr ans Ohr presst... also, immer ein bißchen Luft dazwischen lassen.

    Problematischer scheint mir zu sein, daß Deine Mutter nicht immer "alles" versteht. Lass mich raten: tritt es vor allem in geselliger Runde auf? Das ist von den meisten Hörgeräten nur unzureichend zu meistern, wenn mehrere Stimmen aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig am Ohr bzw. Hörgerät eintreffen. Es gibt zwar Hörgeräte mit (umschaltbaren) Programmen für "Zweiergespräch" (= Schall aus einer Richtung) und "Raumklang" (= Normalprogramm), aber das müßte Deine Mutter ausprobieren, ob es eine wesentliche Verbesserung für sie bringt - wenn ihr Hörgerät überhaupt so eine Funktion hat.

    Es ist lieb von Dir, daß Du die Hördefizite Deiner Mutter unauffällig ausgleichen willst. Aber ich denke, Ihr solltet beide viel mehr Selbstbewußtsein in dieser Sache haben... nicht gut zu hören, ist ja kein Gebrechen, wegen dessen man sich schämen müßte. Deine Mutter hat alles getan, um "normal" hören zu können, indem sie sich ein Hörgerät hat anpassen lassen. Wer nuschelt oder aus sonstigen Gründen nicht von Deiner Mutter verstanden wird, muß es halt deutlicher wiederholen! Deine Mutter muß nicht alle Fehler bei sich suchen. Wenn sie etwas nicht verstanden hat (gerade, wenn es um wichtige Dinge geht), soll sie den Sprechenden, wenn möglich, sofort unterbrechen und bitten, es noch einmal zu wiederholen, da sie nicht alles verstanden habe. Schüchternheit oder Scham sind da völlig fehl am Platz! Es gibt Menschen, die grauenhaft nuscheln beim Sprechen, und wenn alle durcheinander reden, haben auch Menschen ohne Hörbehinderung oft Schwierigkeiten, alles zu verstehen. Es gibt also keinen Grund, es zu vertuschen, wenn man etwas akustisch nicht mitbekommen hat. Nur Mut! :o)

  • Antwort von ALife 25.11.2009
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo froscheee, das hört sich so an, als ob die Hauptschwierigkeit die "Rückkopplung beim Telefonieren" zu sein scheint.

    1. Moderne Hörgeräte haben Rückkopplungsunterdrückungssysteme. Bei der individuellen Einstellung der Rückkopplungsunterdrückung muss der Hörgeräteakustiker allerdings während der Programmierung einen Telefonhörer ans Ohr halten. So wird das Rückkopplungsunterdrückungssystem des Hörgerätes optimal eingestellt.

    2. Moderne Hörsysteme haben eine Hörprogrammumschaltung. Bei solchen Geräten kann ein Hörprogramm als sogenanntes "Telefonprogramm" voreingestellt werden. In diesem Hörprogramm wird die Verstärkung im Telefonübertragungsbereichs ( ca. 300 Hz - 3.300 Hz) erhöht und oberhalb von ca. 3500 Hz reduziert. Auch dadurch kann die Rückkopplung reduziert werden.

    3. An das Telefon kann ein Telefonverstärker angeschlossen werden, der die Stimme des Anrufers über einen Lautsprecher wiedergibt. Auch dadurch wird die Rückkopplung vermieden. Eventuell kann an den Telefonverstärker ein Kabelschleife (Induktionsschlinge) angeschlossen werden, welche man sich um den Hals legt. Das Telefon wird dann auf "T" (= Telefonspule = Induktionsaufnahme) gestellt. Achtung: Besonders kleine Hörgeräte haben aus Platzgründen keine Telefonspule eingebaut.

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