Frage von ymzho, 151

Migräne mit 15. Tipps?

Habe Migräne seid einem Jahr. Anfangs war es noch auszuhalten jetzt leide ich sehr darunter. Beim Arzt war ich schon, doch er konnte mir nicht weiter helfen, da er mir keine Schmerzmittel geben wollte. Ich kann nachts nicht mehr schlafen und deshalb ist es auch ein Problem in der Schule. Meine eigentliche Frage ist ob ihr mir ein paar Tipps geben könnt die mir weiter helfen. Würde mich auf Antworten freuen 😊

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Expertenantwort
von Emelina, Community-Experte für Kopfweh, 85

Hallo ymzho,

einen Arzt, der dir bei deiner Migräne nicht weiterhelfen kann und sich weigert, dir die speziellen Migräneschmerzmittel zu verschreiben, solltest du wechseln. Bei Migräne ist ein Neurologe der zuständige Facharzt. Er kann dir ein Triptan (z. B. Sumatriptan) verordnen. Das wirkt gut gegen die Kopfschmerzen und die Begleitsymptome, wie Übelkeit. Sumatripan nasal (als Nasenspray) ist auch schon für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.

Was du sonst noch machen kannst: Vermeide die möglichen Migräneauslöser.

Bestimmte Nahrungsmittel sind häufig Auslöser von Migräne. Das können bei jedem Migräniker andere sein - man muss einfach beobachten, was man in den Stunden vor einer Attacke gegessen oder getrunken hat.

Häufig sind Geschmacksverstärker wie Glutamat Migräne auslösend. Sie sind in den meisten Fertigprodukten enthalten: Tütensuppen, Chips, xxx-fix -
Kochhilfen, Fertiggerichten, Gewürzmischungen, usw.

Menschen mit einer Veranlagung zu Migräne reagieren sehr sensibel auf Veränderungen, deshalb können bei ihnen ein regelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus und ausreichend Schlaf der Migräne vorbeugen. Man sollte auch einen geregelten Tagesrhythmus haben und vor allem die Mahlzeiten regelmäßig einnehmen (keine Mahlzeit auslassen). Immer ausreichend zu trinken ist sehr wichtig!

Histaminreiche Lebensmittel (Alkohol, reife Käsesorten, Nüsse,…) können bei Menschen, die zugleich auch eine Histaminintoleranz haben, auch zu einem Migräneanfall führen.

Aktiv-/Passivrauchen begünstigt ebenfalls Migräneattacken.

Auch Stress kann ein Auslöser sein. Wobei die Migräne häufig erst nach der Stressphase in der Entspannungsphase auftritt. Die Vermeidung von Stress ist wichtig. Regelmäßige Entspannungsübungen und leichter Ausdauersport können vorbeugend helfen.

Weitere (nicht immer vermeidbare) Auslöser der Migräne sind: Wetterumschwung, Hormonschwankungen (Menstruation oder eine Pille, die Östrogen enthält), grelles oder flackerndes Licht.

Der erste Weg sollte aber immer erst mal zum Neurologen sein - für die Diagnose und zur Verschreibung der speziellen Migräneschmerzmittel (Triptane).

LG Emelina


Kommentar von Emelina ,

Eine kleine, aber wichtige Ergänzung meiner Antwort: Als Migränepatient sollte man Schmerzmittel nie öfter als 10 mal im Monat einnehmen, weil sonst ein (zusätzlicher) Medikamentenkopfschmerz entstehen kann.

http://www.netdoktor.de/krankheiten/medikamenteninduzierter-kopfschmerz/

Antwort
von coffeejunky99, 79

Hallo ymzho!

Sehr hilfreich gegen Migräne sind die Schüssler Salze Magnesium phosphoricum und Ferrum phosphoricum. Am besten lässt du dich dazu in der Apotheke beraten. Weiters kann ich dir kalte Kompressen, autogenes Training sowie viel Bewegung an der frischen Luft empfehlen.

Um Migräneattacken vorzubeugen ist es wichtig, Auslöser für Migräne zu meiden, das kann Stress oder auch eine falsche Ernährung sein. Vor allem Schokolade und Rotwein fördern Migräneattacken.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Kommentar von elliellen ,

Perfekte Antwort!

Antwort
von elliellen, 67

Hallo!

Eigentlich ist das Wichtigste bereits in der sehr guten Antwort von "coffeejunkee99" zusammengefasst, ich möchte nur kurz ergänzen, dass es bei Migräne wichtig ist, nicht nur jahrelang Tabletten zu nehmen, die zudem noch in den meisten Fällen schädlich sind. Wichtig und empfehlenswert ist eine ganzheitliche Therapie mit autogenem Training in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung. Auch das Einreiben mit Heilpflanzenöl oder Nervgeist kann begleitend hilfreich sein.

Kommentar von Emelina ,

Wichtig und empfehlenswert ist eine ganzheitliche Therapie
mit autogenem Training in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung.

Dem stimme ich zu. Das kann vorbeugend helfen.

Auch das Einreiben mit Heilpflanzenöl oder Nervgeist kann
begleitend hilfreich sein.

Das trifft möglicherweise auf andere Arten von Kopfschmerz
zu. Während einer Migräneattacke ist man aber sehr geruchsempfindlich, deshalb sind Öle mit Eigengeruch nicht geeignet. Starke Gerüche verschlimmern den Schmerz und führen zu vermehrtem Brechreiz …oder meintest du, die Öle nicht während der Attacke, sondern nur als Vorbeugung einzusetzen?

…dass es bei Migräne wichtig ist, nicht nur jahrelang
Tabletten zu nehmen, die zudem noch in den meisten Fällen schädlich sind.

Nur jahrelang (Schmerz)Tabletten einzunehmen, ist natürlich
schädlich. Bei einem Übergebrauch (mehr als 10 mal im Monat) kann das sogar zu einem (zusätzlichen) Medikamentenkopfschmerz führen.

Für Migränepatienten ist es jedoch wichtig, im Notfall die richtigen Migräneschmerzmittel zur Hand zu haben. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Ein starker Migräneanfall ist die Hölle. Der große Schmerz, der sich bei jeder noch so kleinen Bewegung auch noch verschlimmert, ist die reine Folter. Zudem hat man ständigen Brechreiz / Erbrechen. Licht und Geräusche verschlimmern den Schmerz zusätzlich. Man ist buchstäblich außer Gefecht gesetzt – kann nur noch im dunklen Zimmer liegen und vor Schmerz nicht einschlafen.

  „Normale“ Schmerzmittel wirken bei Migräne meistens sowieso nicht, deshalb sollten Migränepatienten sie auch nicht einnehmen. Triptane sind jedoch in Ihrer Wirkungsweise anders: Sie blockieren die Freisetzung von Nervenbotenstoffen, die die lokale neurogene Entzündung an den Blutgefäßen des Gehirns auslösten. Auch können Triptane, während der Migräneattacke, die erhöhte Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren normalisieren und erweiterte Kurzschlüsse zwischen den Arterien und Venen des Gehirns wieder verengen, wodurch eine Normalisierung der Sauerstoffversorgung des Gehirns erreicht wird. Während „normale“ Schmerzmedikamente überall im
Körper wirken, binden die Triptane gezielt an den Schaltstellen an, an denen die Krankheitsvorgänge der Migräne ablaufen.

Deshalb sollte man Migränepatienten nicht von „Tabletten“ abraten. Gezielt und in Maßen eingesetzt, sind die richtigen Medikamente ein Segen für einen Menschen mit der (übrigens genetisch bedingten) schlimmen Krankheit Migräne.

Ich weiß, du hast dich in deiner Antwort vorsichtig ausgedrückt und nicht explizit von allen Tabletten abgeraten, aber dieser Eindruck könnte (durch deine Aussage) beim Fragesteller entstehen – deshalb mein Kommentar hier an dieser Stelle. LG

Kommentar von elliellen ,

Hallo Emelina,

danke für deinen Kommentar. Sicherlich kann es sein, dass es Patienten gibt, die nicht ohne Tabletten auskommen.

Natürlich können diese auch Notfalltabletten haben.

Wenn junge Menschen, wie in diesem Fall ymzho Migräne bekommen, ist es äußerst wichtig, erst einmal ohne starke Medikamente Therapien anzugehen, was in vielen Fällen auch wirksam ist (ich kenne Erfahrungen im Bekanntenkreis).

Da muss ich dem Arzt sogar zustimmen, der in dem Fall keine Tabletten verschrieben hat, was ich für sehr vernünftig halte.

Alternative Heilmethoden sind nicht zur Vorbeugung, sondern gerade zur Behandlung sehr zu empfehlen.

Antwort
von rulamann, 69

Lies dir mal die Antworten von Emelina durch, vielleicht findest du das Passende, dass auf dich zutrifft.

https://www.gesundheitsfrage.net/nutzer/Emelina/antworten/neue/1

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community